{"id":237,"date":"2020-05-09T16:12:47","date_gmt":"2020-05-09T14:12:47","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/?p=237"},"modified":"2020-05-09T16:12:47","modified_gmt":"2020-05-09T14:12:47","slug":"9th-may-europe-day-wir-feiern-dich-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/2020\/05\/09\/9th-may-europe-day-wir-feiern-dich-europa\/","title":{"rendered":"9th May &#8211; Europe day | Wir feiern Dich, Europa!"},"content":{"rendered":"<p>Huhu,<\/p>\n<p>heute ist ja der Europatag. Vor 70 Jahren stand der franz\u00f6sische Au\u00dfenminister Robert Schuman auf einer B\u00fchne in Paris und h\u00e4lt eine weltbewegende Rede. Sein Vorschlag? Die Schaffung einer gemeinsamen europ\u00e4ischen Kooperation f\u00fcr Kohle und Stahl(auch bekannt unter dem Namen &#8222;Montanunion&#8220;).<\/p>\n<p>Was als Wirtschaftsvereinigung begann, m\u00fcndete sp\u00e4ter in ein milit\u00e4risches B\u00fcndnis und ist heute in eine supranationale Union mit \u00fcber 1 Milliarde B\u00fcrgern und dem gr\u00f6\u00dften Wirtschaftsraum der Welt. Inkl. einer 70-j\u00e4hrigen Friedensgarantie. Bleibt zu w\u00fcnschen, dass mehr Staaten dieser weltweit einzigartigen Vereinigung beitreten &#8211; anstatt sie zu verlassen.<\/p>\n<p>Passend dazu habe ich diesen Text ausgegraben, den ich mal f\u00fcr einen Online-Blog, zusammen mit einem weiteren Mitstreiter, verfasst hatte. Wer also am heutigen Tage etwas euphorisch-europ\u00e4ische Lekt\u00fcre braucht, nur zu!<\/p>\n<p>Randnotiz: Dieser Blogbeitrag spricht \u00fcberwiegend die Vorteile eines geeinten Europas an &#8211; auf das ich als Europ\u00e4er stolz bin. Nat\u00fcrlich ist an der EU einiges verbesserungsw\u00fcrdig &#8211; aus meiner Sicht die Schaffung einer Sozialunion, die couragiertere Kooperation in Sachen Migration, Umwelt &amp; Sicherheit und selbstverst\u00e4ndlich, aus aktuellem Anlass: ein beherztes Eind\u00e4mmen der Corona-Pandemie mit gemeinsamen Hilfeleistungen f\u00fcr betroffenere Staaten. Das habe ich im Text nicht thematisiert, jedoch stehen die Chancen unseres friedlichen Europas f\u00fcr sich. Und das kann man 09. Mai auch mal kr\u00e4ftig feiern!<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/files\/2020\/05\/flag-3370970_1920.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-238 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/files\/2020\/05\/flag-3370970_1920-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"497\" height=\"332\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/files\/2020\/05\/flag-3370970_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/files\/2020\/05\/flag-3370970_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/marknobrasil\/files\/2020\/05\/flag-3370970_1920.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 497px) 100vw, 497px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In der Politik wird oft von den \u201eVereinigten Staaten von Europa\u201c gesprochen. Zentral bei dieser Vorstellung ist die Schaffung eines legitimen Staatenbundes aus allen L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Union. Landesgrenzen werden \u00fcberwunden, Nationalismen beseitigt und eine neue europ\u00e4ische Identit\u00e4t geschaffen. Doch unsere Frage ist: K\u00f6nnt Ihr, kannst Du, k\u00f6nnen wir uns mit diesem friedlichen Europa \u00fcberhaupt identifizieren? Was kennzeichnet unsere Identit\u00e4t? Ist Europa unsere Heimat?<\/p>\n<p>Die erste Debatte beginnt schon dar\u00fcber, wie wir Europa geographisch \u00fcberhaupt definieren. Vom Ural bis an die Adria, von norwegischen Fjorden bis zu griechischen Olivenfeldern, von Warschau bis nach Andalusien, alle haben eines gemeinsam: Sie befinden sich auf europ\u00e4ischem Boden. Doch geh\u00f6ren Staaten wie Russland und die T\u00fcrkei noch zu Europa? Diese Fragen werden oft in der Gesellschaft diskutiert, auch wenn uns der Geographieunterricht lehrt, dass die nat\u00fcrliche Grenze Europas am Uralgebirge in Russland bis zum Bosporus im t\u00fcrkischen Istanbul verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Zudem besitzt Europa eine unglaubliche Vielfalt an Naturr\u00e4umen, Reliefs und klimatischen Verh\u00e4ltnissen. Vergleicht man die finnische Seenplatte mit den franz\u00f6sischen Alpen oder mit den phlegr\u00e4ischen Feldern am Fu\u00dfe des Vesuvs in Italien, so k\u00f6nnte man stark anzweifeln, dass diese sich auf dem gleichen Kontinent befinden. Vielfalt \u2013 sie schafft verschiedene Lebensr\u00e4ume mit unterschiedlichen Bewohnern und ihren Mentalit\u00e4ten. Allerdings kann man hier mit voller Berechtigung einwerfen, dass es schwierig ist, einen solch geographisch, geologisch und klimatisch unterschiedlich definierten Kontinent als die eigene Heimat oder gar als einen \u201eStaat\u201c zu bezeichnen. Doch ist es nicht gerade die Abwechslung, die Vielseitigkeit und der kulturelle Reichtum, die einen Ort f\u00fcr uns besonders angenehm, lebens- und liebenswert macht?<\/p>\n<p>Auch aus dem historischen Standpunkt ist eine Vielfalt zu erkennen: uns Europ\u00e4er verbindet eine bemerkenswerte Geschichte, die die gesamte Menschheit f\u00fcr immer ver\u00e4nderte. Man schaue sich einmal die bedeutsamen Erfindungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse an, die aus Europa hervorgingen: Die Dampfmaschine von James Watt, der Buchdruck von Johannes Gutenberg oder das heliozentrische Weltbild von Nikolaus Kopernikus. Das alles wurde auf europ\u00e4ischem Boden geschaffen. Und selbst die Demokratie \u2013 die dominierende Staatsform und Form des Zusammenlebens vieler L\u00e4nder dieser Erde, hat ihre Wurzeln im antiken Griechenland. Die Geschichte stellt also wieder einen Punkt dar, der f\u00fcr Europa als eine Heimat mit gemeinsamen historischen Wurzeln spricht.<\/p>\n<p>Da passt es ganz gut, dass Europas Motto \u201eIn Vielfalt geeint\u201c lautet. Vielfalt \u2013 sie manifestiert sich in Kultur, Politik, Geographie von europ\u00e4ischen Staaten und zeigt sich auch bei uns in Deutschland: Wir sind ein europ\u00e4isches und multikulturelles Land, wo viele Menschen verschiedener Hintergr\u00fcnde und Kulturen zusammenkommen, um friedvoll einander zu begegnen und dieses Land voranzutreiben.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zu Europa, genauer gesagt zur Europ\u00e4ischen Union (EU), ein B\u00fcndnis von derzeit 28 europ\u00e4ischen Mitgliedsstaaten, das 1993 ins Leben gerufen wurde. Stellt Euch einmal vor: Ohne die EU g\u00e4be es Grenzkontrollen bei der Einreise nach Italien, verschiedene W\u00e4hrungen, in einer anderen europ\u00e4ischen Stadt zu studieren erwiese sich als sehr schwierig. Und \u00fcberlegt mal, vor Eurem allj\u00e4hrlichen Spanien-Trip m\u00fcsstet Ihr den Umrechnungskurs spanischer Peseta und deutscher Mark \u00fcberpr\u00fcfen. Das Schengener Abkommen, das unter anderem die Grenzkontrollen regelt, der Euro als gemeinsame W\u00e4hrung und Erasmus, das F\u00f6rderprogramm der EU, sind nur wenige Beispiele daf\u00fcr, wie die Meilensteine der EU-Politik das Leben unz\u00e4hliger europ\u00e4ischer Jugendliche und auch uns SKI-ler ber\u00fchren. Es ist wahrlich faszinierend, dass unsere Generation (und hoffentlich auch die n\u00e4chste) von diesen zahlreichen Vorteilen der EU profitieren kann. Wir lernen an unseren Schulen schlie\u00dflich auch mehrere Fremdsprachen, es werden M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Austausche mit Frankreich oder mit Spanien angeboten und manche von uns denken m\u00f6glicherweise \u00fcber eine Ausbildung, ein Studium oder ein Praktikum jenseits der deutschen Grenzen nach. M\u00f6glich machen\u2018s die EU sowie weitere Vertr\u00e4ge und Abkommen zwischen den Staaten, wie beispielsweise der deutsch-franz\u00f6sische \u00c9lys\u00e9e-Vertrag von 1963 \u2013 ein Freundschaftsvertrag, auf dem unser partnerschaftlicher Umgang mit Frankreich basiert sowie viele weitere Institutionen wie das Deutsch-Franz\u00f6sische Jugendwerk und der Kulturfernsehsender Arte.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir wohnen nicht mehr in einzelnen Festungen des Mittelalters, wir wohnen in einem Haus. Und dieses Haus hei\u00dft Europa.\u201c &#8211; Kurt Tucholsky, 1926, Schriftsteller<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir sehen also: Europa hat im Laufe der Geschichte zueinander gefunden, Frieden geschlossen, was nach den Kriegen und Schlachten \u2013 man m\u00f6ge sie nicht z\u00e4hlen \u2013 nicht selbstverst\u00e4ndlich war. Alte Feindbilder wurden \u00fcberwunden und Europa hat sich zu einem partnerschaftlichen Umgang und bedingungsloser Solidarit\u00e4t bereiterkl\u00e4rt. Am 09. Mai 1950 \u2013 vor 67 Jahren \u2013 begann ein kleines Puzzle zu entstehen, das aus gerade einmal aus der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden bestand, die sp\u00e4ter dann die \u201eKernzellen\u201c f\u00fcr die Gr\u00fcndung der Europ\u00e4ischen Union im Jahre 1993 nach den Vertr\u00e4gen von Maastricht darstellen w\u00fcrden. \u201eEKGS\u201c (Europ\u00e4ische Gemeinschaft f\u00fcr Kohle und Stahl, umgangssprachlich \u201eMontanunion\u201c) tauften sie das \u201ePuzzlebaby\u201c und keiner \u2013 nicht einmal Robert Schuman \u2013 h\u00e4tte sich damals ausmalen k\u00f6nnen, dass sich dieses Puzzle 67 Jahre sp\u00e4ter zum gr\u00f6\u00dften gemeinsamen Wirtschaftsraum der Welt entwickeln w\u00fcrde, der EU, mit 1 Milliarden Einwohnern, die aufgrund franz\u00f6sischer \u00dcberseegebiete wie Guyana nicht nur auf dem europ\u00e4ischen Kontinent leben. Aber auch fernab der EU sollten wir nicht vergessen, dass wir ein und derselbe Kontinent sind: EUROPA.<\/p>\n<p>Der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky hat schon 1926 gesagt: \u201eWir wohnen nicht mehr in einzelnen Festungen des Mittelalters, wir wohnen in einem Haus. Und dieses Haus hei\u00dft Europa.\u201c Eben dieses Haus gilt es zu erhalten und zu sch\u00fctzen. Jeder mag in seinem Zimmer wohnen und Freir\u00e4ume haben. Deutschland k\u00f6nnte dann in der K\u00fcche \u2013 wegen der wachstumsstarken Produktion und Industrie \u2013 in der K\u00fcche hausen, w\u00e4hrend Russland aufgrund seiner Rolle als Europas wichtigster Energielieferant im Keller an der Sicherung lebt und es sich die spanischen und italienischen Kollegen auf dem Sonnendeck gem\u00fctlich machen. Besonders in Krisenzeiten und anderen Projekten sollen alle diese WG-Bewohner \u2013 diese Familie, die unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnte \u2013 zusammenkommen, um sich gemeinsam zu helfen, zu verteidigen, f\u00fcr dieselben europ\u00e4ischen Werte einzustehen und sie vertreten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kann man nun eindeutig behaupten, dass Europa f\u00fcr mich und f\u00fcr Euch Heimat ist? Wir wachsen in einer Welt auf, in der uns Jugendlichen diverse M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet werden, die auf Europa und die Europ\u00e4ische Union zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Was w\u00e4ren wir ohne Austausch und Begegnungen mit anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern? Was w\u00e4ren Deutschland und Frankreichs Industriebetriebe ohne eine umweltfreundliche EU-Gesetzgebung bez\u00fcglich der Schadstoffemissionen? Ohne Euro? Was w\u00e4re mit den Schicksalen zahlreicher Fl\u00fcchtlinge ohne Bestrebungen innerhalb Europas, die Zuwanderer gerecht auf die einzelnen Staaten zu verteilen?<\/p>\n<p>Europa schafft Bedingungen und Umst\u00e4nde, die das Leben eines Griechen mit dem eines Finnen in vielen Gemeinsamkeiten \u2013 vor allem im Alltag, der Politik und Wirtschaft \u2013 verbinden, die \u2013 zugegebenerma\u00dfen \u2013 auch Herausforderungen f\u00fcr Europa, demnach auch f\u00fcr uns, darstellen k\u00f6nnen, wie beispielsweise der Umgang mit der Immigration aus Afrika und dem Nahen Osten oder die Regulierung von Finanzm\u00e4rkten. Wir sind jedoch der Auffassung, dass jene Herausforderungen uns zu Denken und Handeln motivieren k\u00f6nnen, gemeinsam f\u00fcr das Gute und Gerechte zu k\u00e4mpfen und somit unsere gemeinsame Heimat und Ursprung Europa zu verteidigen und zu vertreten. Doch dazu bedarf es etwas: Unser aller Mitarbeit.<\/p>\n<p>Wir Europ\u00e4ische Jugendliche sollten Tag f\u00fcr Tag die Werte der Demokratie und des Friedens leben, auf denen Europa aufgebaut wurde und uns nicht hinter unseren Landesflaggen zu verkriechen und dem Nachbarn nicht in die Augen schauen,<\/p>\n<p>Wir sollten zwar stolz sein auf unsere erste Heimat, die Deutschland hei\u00dft, diese sozusagen \u201eim Rucksack\u201c haben, sollten uns aber auch trauen, \u00fcber eigene Landesgrenzen hinweg zu schauen (und zu gehen) und den Kontakt und die Zusammenarbeit mit anderen europ\u00e4ischen Partnern zu wagen und stolz zu sein auf die gemeinsame europ\u00e4ische Identit\u00e4t, die uns verbindet. So gesehen ist Europa unsere zweite Heimat, die uns mitpr\u00e4gt und unser Leben mitgestaltet.<\/p>\n<p>Somit k\u00f6nnen wir aus voller \u00dcberzeugung sagen: Wir sind Deutsche, Mexikaner, Schwaben &#8230; jedoch \u2013 ganz wichtig \u2013 auch Europ\u00e4er. K\u00f6nnt Ihr das auch?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Huhu, heute ist ja der Europatag. Vor 70 Jahren stand der franz\u00f6sische Au\u00dfenminister Robert Schuman auf einer B\u00fchne in Paris und h\u00e4lt eine weltbewegende Rede. Sein Vorschlag? Die Schaffung einer gemeinsamen europ\u00e4ischen Kooperation f\u00fcr Kohle und Stahl(auch bekannt unter dem Namen &#8222;Montanunion&#8220;). 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