{"id":80,"date":"2015-12-06T10:49:36","date_gmt":"2015-12-06T09:49:36","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/?p=80"},"modified":"2015-12-06T10:51:43","modified_gmt":"2015-12-06T09:51:43","slug":"bis-nach-tokio-und-noch-viel-viel-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/2015\/12\/06\/bis-nach-tokio-und-noch-viel-viel-weiter\/","title":{"rendered":"Bis nach Tokio und noch viel, viel weiter.."},"content":{"rendered":"<p>Im Kulturweit-Programm ist ein Zwischenseminar fest eingebaut. F\u00fcr uns Tadschiken ist das Seminar in der Mongolei, genauer, Ulan Bator. Und da das weit weg ist, haben wir uns gedacht, dass wir gleich n paar Umwege machen.<\/p>\n<p><strong>Die Planung<\/strong><\/p>\n<p>Lange wurde \u00fcberlegt, welche &#8222;Umwege&#8220; genommen werden k\u00f6nnen. Nachdem insbesondere <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/privettadzhikistan\/\" target=\"_blank\">Adrian<\/a>\u00a0verbrachte Tage auf den einschl\u00e4gigen Fl\u00fcge-Suchen-und-Buchen-Webseiten. Vielen Dank von meiner Seite daf\u00fcr! Irgendwann stand dann der Plan fest:<br \/>\n<em>Hinflug:<br \/>\n<\/em>Chudschand &#8211; Tokio<br \/>\nund dann sp\u00e4ter: Tokio &#8211; Ulan Bator<\/p>\n<p><em>R\u00fcckflug<br \/>\n<\/em>Ulan Bator &#8211; Peking<br \/>\nPeking &#8211; Chudschand<\/p>\n<p>Alle Angaben ohne Zwischenstopps.<\/p>\n<p>Ein paar Tage Tokio und &lt;72 Stunden Peking. Dank Touristen- und 72-Stunden-Transitvisa.<\/p>\n<p>Doch schon beim Buchen begannen die Probleme. Durch das Schicksal wurde Peking von Adrians Besuch verschont. \u00a0Als &#8222;Upgrade&#8220; hat sich dann Lina, die Freiwillige aus der Hauptstadt, entschieden, mit mir Peking mal von innen anzuschauen.<\/p>\n<p>Soviel zum Vorwort. Auf zu Kapitel 1.<\/p>\n<p><strong>Hinflug und Tokio<\/strong><\/p>\n<p>Morgens, 7 Uhr und n paar zerquetschte. Mittags geht die Hinroute Chudschand &#8211; Tyumen &#8211; Moskau &#8211; Tokio los. Den Handywecker ausschaltend sehe ich meine Mails. Irgendne Mail vom Reiseb\u00fcro, die sagt, dass mein Flug gecancelt wurde, genauer: Der Flug Chudschand Tyumen F\u00e4ngt ja gut an.\u00a0Au\u00dferdem WhatsAppnachrichten meines Vaters, der mir nach Chudschander Uhrzeit am fr\u00fchen morgen, als ich noch schlief, \u00e4hnliches berichtet hat, da er auch die Mails bekommen hat. Nach europ\u00e4ischer Zeit war es tiefe Nacht, vielen Dank daf\u00fcr.<br \/>\nDa der Vater nun schl\u00e4ft, da in Europa inzwischen noch tiefere Nacht ist, vier Stunden Zeitverschiebung und so, wird zum einen Adrian kontaktiert, der auf der anderen Seite der Stadt wohnt, und die Situation der Gastmutter dank der Gastschwester \u00fcbersetzt. Und sofort gehts los. Sachen werden gepackt, der schl\u00e4frige Adrian angestachelt, dass ganze Gleichzutun, da wir dann ASAP zum Flughafen tuckern. Dort wird nach Fl\u00fcgen geschaut. Ein Direktflug Chudschand &#8211; Moskau. N\u00e4chste Aufgabe Bargeld. Visa streikt, also nochmal durch die Stadt rennen. Die Frau am Schalter hat uns versichert, dass es keine Probleme mit dem Gep\u00e4ck und der Kostenerstattung gibt..<\/p>\n<p>Vorspulen auf: Moskau, Domodedovo<\/p>\n<p>Wir kommen nicht an unser Gep\u00e4ck. Da das Gep\u00e4ck auf Moskau gebucht ist, m\u00fcssen wir zur Gep\u00e4ckausgabe. Was sich ohne Visa als de-facto unm\u00f6glich erweist. Also hoch zum Transit-Check-in. Es ist inzwischen Mitternacht und zwei \u00fcberm\u00fcdete aber heldenhaft eifrige Beamtinnen erkl\u00e4ren uns, das wir n bissel bl\u00f6de waren, und das wir warten sollen. Eine Stunde sp\u00e4ter haben wir die Zusicherung, dass unsere Taschen nach Tokio mitkommen. Au\u00dferdem gibts noch ne Runde Bordkarten f\u00fcr den Moskau &#8211; Tokio Flug und endlich ab in den Transitbereich. dort die n\u00e4chste Herausforderung. Unser Flug geht erst in ~16 Stunden. Ab ins Kinderparadies. Der relativ kleine Raum ist mit Gro\u00dfplastikspielzeug ausgestattet, so Kindertische und so.. Au\u00dferdem l\u00e4uft gruselige Weihnachtsmusik oder es kommen Knallger\u00e4usche, weil auf dem Beamer, der einen Teil des Bodens beleuchtet, Schneeflocken auf dem &#8222;Boden&#8220; fallen. Und dabei halt Knallger\u00e4usche machen. Laute Knallger\u00e4usche. Schwer zu verstehen? F\u00fcr uns auch.<br \/>\nAber nicht alles ist schlecht: Der Boden ist mit Schaumstoff \u00fcberzogen und hat den Komfort einer Plastikisomatte. So pennen also die Chudschander KuWeitis umgeben von russischen Familien und teilweise handgreiflichen Kindern &#8211; Adrian ist sich fast sicher, dass er durch den Tritt eines Kindes aufgewacht ist &#8211; im Domodedovo.<\/p>\n<div id=\"attachment_84\" style=\"width: 585px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/files\/2015\/11\/domodedovo.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-84\" class=\"size-full wp-image-84\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/files\/2015\/11\/domodedovo.jpeg\" alt=\"&quot;sch\u00f6ner kann man nicht schlafen&quot;.. -Adrian Ptak\" width=\"575\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/files\/2015\/11\/domodedovo.jpeg 575w, https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/files\/2015\/11\/domodedovo-300x534.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 575px) 100vw, 575px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-84\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;sch\u00f6ner kann man nicht schlafen&#8220;..<br \/>-Adrian Ptak<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann, irgendwann, sitzen wir im Flugzeug. Japan Airlines. Es gibt eine Viererreihe in der Mittel und zwei Zweierreihen au\u00dfen in der Economy. Wir sitzen in der Zweierreihe. Es ist schon sch\u00f6n, mal ein bisschen Privatsph\u00e4re zu haben. Mal keinen &#8222;Steve Jobs&#8220;. Steve Jobs?<\/p>\n<p>\/\/Handlungssprung, weil der Autor es nicht gebacken kriegt.<\/p>\n<p>Zur\u00fcckspulen nach Chudschand.<\/p>\n<p>Wir betreten das Flugzeug nach Moskau. Eben waren wir noch froh, dass wir unseren Flug erreichen. Jetzt merken wir, wie m\u00fcde wir sind, nach dem stressigen Tag. Und dann merken wir&#8217;s: Das Flugzeug besteht aus Babys. Gef\u00fchlt die h\u00e4lfte der Passagiere scheint noch bewindelt zu sein. Und kaum hat man&#8217;s realisiert, geht&#8217;s schon los. Der Kanon des Quakens, Schreiens und des &#8222;W\u00e4h W\u00e4h&#8220;. Adrian und ich hoffen noch kurz, dass wir weiter hinten im Flugzeug sitzen k\u00f6nnen. Ich schaue auf meine Karte. Ich sitz mitten im Get\u00fcmmel. Adrian sitzt ganz hinten. Sogar eine kleine Zwischenwand mit so nem Stoffvorhang zwischen ihm und den L\u00e4rmterroristen. Wir sch\u00f6pfen Hoffnung. Also auf zum Steward. &#8222;Pomenjat&#8220; hei\u00dft tauschen auf Russisch. Wird schon klappen. Der Steward versteht uns sofort. Wir w\u00e4gen uns sicher. Doch dann: Wir sollen beide nach vorne. Auf meinen Platz und halt der daneben. Adrian \u00fcberlegt noch kurz, ein gn\u00e4digeres Schicksal zu erbitten, ich resigniere, da ich im Kern immer noch froh genug bin, dass wir \u00fcberhaupt n Flugzeug haben. Die Kinder werden uns schon nicht t\u00f6ten. Und im Domodedovo werden wir dann schon schlafen k\u00f6nnen..<br \/>\nAlso auf die Pl\u00e4tze. Ich sitze am Gang, Adrian in der Mitte. Und dann kommt &#8222;Steve Jobs in Wei\u00df&#8220;. Der junge Herr hat den Fensterplatz in unserer Reihe. Da er einen wei\u00dfen Rollkragenpullover tr\u00e4gt, hat er seinen Namen auch schon weg. Adrian und ich &#8222;smalltalken&#8220; noch kurz, was bei unserem 5-W\u00f6rten-Wortschatz durchaus witzig und eher h\u00f6lzern ist, dann wird gestartet. Ich verliere irgendwann das Bewusstsein und gehe meiner Lieblingsflugzeugt\u00e4tigkeit nach: Mit offenem Mund, leicht schnarchend, schlafen. So bekomme ich die Abenteuer von Adrian und Steve leider nur am Rande mit.<br \/>\nAls ich dann irgendwann wieder aufwache, beginnt Adrian mich f\u00fcr meinen festen Schlaf zu bewundern. Am Anfang meines Schlafes hat er noch weiter &#8222;gesmalltalkt&#8220;, danach Bilder von Steve&#8217;s Kindern bewundert. Dann hat Steve Musik geh\u00f6rt und gesungen. Muss ne sch\u00f6ne Atmosph\u00e4re gewesen sein. Kinder und Schlager. Dann ist Steve wohl zweimal \u00fcber mich r\u00fcber geklettert, um zur Toilette zu kommen, was ich nicht bemerkt habe. Es f\u00e4llt mir immer noch schwer, dass alles zu glauben. Wach werde ich auf jeden Fall dadurch, dass Steve, der inzwischen auf der anderen Seite des Ganges sitzt, sich mit den Leuten hinter uns unterh\u00e4lt. Ich gehe zur Abwechslung mal zur Toilette, und sehe wie der r\u00fcckw\u00e4rtige Teil des Flugzeugs noch mindestens f\u00fcnf freie Pl\u00e4tze hat&#8230;<br \/>\nIrgendwann sind wir dann im Domodedovo. War n einmaliges Erlebnis..<\/p>\n<p>Vorspulen nach: Japan Airlines<\/p>\n<p>Im Flugzeug bei Japan Airlines sitzen wir wie gesagt &#8222;privat&#8220;. und wie: Es gibt ein geniales Fernseh\/Musik\/Konsolensystem an unseren Pl\u00e4tzen. Also zuerst einmal die Spiele der Konsole angucken, denn auf der R\u00fcckseite der Fernbedienung, die in der Lehne versteckt und rausnehmbar ist, ist ein kleines Gamepad. Nach einer Runde Tetris gegen Adrian hat dieser schon keine Lust mehr, ich war wohl ein bisschen zu brutal zu ihm. Also ein bisschen Street Fighter II. Das kann man zwar nicht im Versus spielen, aber die KI sorgt auch schon f\u00fcr gro\u00dfe Gef\u00fchle. Ich spiele, bis Adrian mich ermahnt, dass ich langsam peinlich werde, weil ich durchs Flugzeug br\u00fclle, weil ich wieder mal sehr knapp verloren habe. Dann kommt auch schon das Essen, dazu Bier. Dann noch n Whiskey, man g\u00f6nnt sich ja sonst nichts und kostenlos ist kostenlos. Wir spielen irgend ein Japanisches Strategiebrettspiel mit so schwarzen und wei\u00dfen Steinen, dass ein bisschen an Schach erinnert. Nach meiner Z\u00e4hlweise habe ich beide Runden gewonnen, Adrian ist da anderer Meinung, aber wer Interessiert sich schon f\u00fcr die Spielregeln und so.. Dann noch Mad Max &#8211; Fury Road geguckt, &#8222;Der mit Abstand beste Actionfilm der letzen Jahre&#8220; -Le__Art.<\/p>\n<p>Und dann sind wir endlich in <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/privettadzhikistan\/2015\/11\/29\/die-vielfalt-von-tokio-ein-paar-bildern-zusammengefasst\/\">Tokio<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/files\/2015\/12\/DSCN0378.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-86\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/files\/2015\/12\/DSCN0378.jpg\" alt=\"Haneda\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/files\/2015\/12\/DSCN0378.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/files\/2015\/12\/DSCN0378-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>To be continued.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Kulturweit-Programm ist ein Zwischenseminar fest eingebaut. F\u00fcr uns Tadschiken ist das Seminar in der Mongolei, genauer, Ulan Bator. Und da das weit weg ist, haben wir uns gedacht, dass wir gleich n paar Umwege machen. Die Planung Lange wurde &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/2015\/12\/06\/bis-nach-tokio-und-noch-viel-viel-weiter\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1721,"featured_media":86,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[114,65,100852,48747,100415],"class_list":["post-80","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-freiwillige","tag-kulturweit","tag-tadjikistan","tag-tadschikistan","tag-volunteer"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1721"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":88,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80\/revisions\/88"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/wp-json\/wp\/v2\/media\/86"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=80"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/marg\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=80"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}