{"id":49,"date":"2012-03-07T12:03:33","date_gmt":"2012-03-07T11:03:33","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/?p=49"},"modified":"2012-03-11T20:12:23","modified_gmt":"2012-03-11T19:12:23","slug":"ein-ganz-normaler-arbeitstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/2012\/03\/07\/ein-ganz-normaler-arbeitstag\/","title":{"rendered":"Ein ganz normaler Arbeitstag&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Hallo Leute,<\/p>\n<p>heute will ich euch mal an einem ganz normalen Tag im Leben der Mara Kolumna teilhaben lassen. Ich versuche mittlerweile &#8222;fr\u00fch&#8220; aufzustehen, das hei\u00dft um 9Uhr oder sogar um 8.30Uhr. \ud83d\ude1b Da es in meinem Zimmer immernoch kalt ist, bleibe ich gerne noch 20 Minuten liegen bis der elektrische Heizk\u00f6rper neben meinem Bett warm wird (ich hoffe jetzt, dass ich nicht von meinen \u00f6ko-Freunden mit Hasstiraden \u00fcbersch\u00fcttet werde&#8230; ja ich hoffe auch, dass es bald w\u00e4rmer wird und ich stecke auch alle elektrischen Ger\u00e4te wieder aus, sobald ich das Haus verlasse. Ich verspreche es!) \u00a0und mir wenigstens eine Vorstellung von einem warmen Zimmer vorspielt. Dann habe ich heute mal wieder Sport mit Cindy gemacht, Menschen die mich gut kennen wissen Bescheid, der Rest kann sich seinen Teil denken. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Jetzt folgt das Abenteuer &#8222;Duschen&#8220;! Da es in meinem Bad auch keine Heizung gibt, gilt es durch fr\u00fchzeitiges aufdrehen des Wasserhahns wenigstens warmes Wasser zu bekommen, bis ich meinen Astralk\u00f6rper in die Badewanne schwinge. Akkordduschen ist mein neustes Lieblingshobby und Leute, die schon mal mit mir zusammen wohnen durften, wissen, dass ich generell nicht lange im Bad brauche. Aber diesen allt\u00e4glichen Rekord habe ich hier schon um einige Minuten verbessert.<\/p>\n<p>Danach gibt es, vor allem heute am Tag der gesunden Ern\u00e4hrung, deutsches Fr\u00fcchtem\u00fcsli mit frischem Obst und lecker Tee. Ich muss mich unbedingt ges\u00fcnder ern\u00e4hren und mehr Sport machen, da ich hier sehr schnell dem fettigen und k\u00e4selastigen Essen verfalle \ud83d\ude42 Yammi! \u00a0und mich auch eher wenig auf der Arbeit bewege, au\u00dfer von meinem Schreibtisch in Richtung K\u00fcche, wo ich entweder Nachschub an Kaffee oder aber immernoch Lebkuchen hole. Anschlie\u00dfend packe ich mein Arbeitst\u00e4schchen in das heute auch noch meine Georgisch-Unterrichtsmaterialen eingepackt werden mussten und dann&#8230; auf auf zur Metro. Die erste H\u00fcrde finde ich direkt vor meiner Haust\u00fcr, naja oder au\u00dferhalb meines Wohnblocks&#8230; Stra\u00dfenhunde. Ich denke mir aber immer&#8230; &#8222;tu ich dir nix, tust du mir nix&#8220; und laufe schnellen Schrittes weiter. \u00a0Zur n\u00e4chsten allt\u00e4glichen \u00dcberlebensprobe&#8230; der Stra\u00dfenkreuzung. Ich dachte der Verkehr in Rum\u00e4nien w\u00e4re verr\u00fcckt, aber ich hatte nie so viel Angst um mein Leben wie hier an der Kreuzung in Sabortalo. Hier gilt mein bisheriger Vorsatz von &#8222;Wer dir einmal in die Augen schaut, wird dich nicht \u00fcberfahren&#8220; NICHT! Hier gilt nur das Gesetz des Schnelleren und St\u00e4rkeren. Und das bin ich in beiden F\u00e4llen nicht. Also stehe ich oft verloren in der Mitte der Stra\u00dfe, obwohl ich ein gr\u00fcnes Signal bei der Fu\u00dfg\u00e4ngerampel sehe und lasse Autos vor und hinter mir vorbeifahren. Aber die Taktik, die ich mir bisher abgeschaut habe ist&#8230; bei den letzten 4 \u00a0Sekunden der roten Ampel schon loslaufen und damit einen kleinen Zeitvorsprung rausholen&#8230; es klappt&#8230; manchmal! Schon an meinem ersten Tag habe ich von Soso, dem Fahrer, gelernt&#8230; gr\u00fcn ist niemal gr\u00fcn! rot ist niemals rot! Und ein Zebrastreifen ist lediglich Dekoration auf dem Boden!!! Alles klar, hab ich mir gemerkt.<\/p>\n<p>Gut, Haus hab ich verlassen, Kreuzung hab ich \u00fcberquert, jetz flotten Fu\u00dfes zur Metrostation. Dort angekommen mit der Karte durchs Drehkreuz und ab auf die Rolltreppe in die Tiiiiiiiiiiefen des Metroschachtes&#8230; ich hab noch nie eine so lange und so steile Rolltreppe gesehen! Ganz unten angekommen empf\u00e4ngt einen ein Flachbildschirm mit wechselnden Blumenmotiven&#8230; jeden Tag. Will die Stadt Tbilissi damit einen Beitrag zur Begr\u00fcnung der Metrostationen erwirken? Keine Ahnung! Schmunzeln l\u00e4sst es mich trotzdem jeden Tag.<\/p>\n<p>Die Metro f\u00e4hrt alle 5 Minuten, aus diesem Grund wird auch nach jeder Abfahrt wieder auf der Anzeige angefangen von 0 zu zahlen und man kann sich ungef\u00e4hr darauf einstellen, wann die n\u00e4chste Bahn kommt. In der Bahn werde ich als &#8222;Fremde&#8220; identifiziert, weil ich 1. blond bin, 2. als Frau keine Highheels anhabe und 3. aus diesem Grund auch nicht in aller Schnelle einen Sitzplatz suche, sondern, meist als einziges weibliches Wesen stehen bleibe. Und 4. manchmal auch beschwingt mein Ges\u00e4\u00df zur Musik meines MP3 Players (Eurovision, EVS-Songs&#8230;) wiege \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Nach einmal umsteigen am Hauptbahnhof, der, wie mir Soso sagte, bald 20km au\u00dferhalb der Stadt liegen soll (Sinn?), und weiteren 2 Stationen, erreiche ich Rustavi und schwinge mich mit der steilen Rolltreppe zur\u00fcck an die Oberfl\u00e4che! Und schon folgt die dritte H\u00fcrde&#8230; der Aufstieg zum DAAD. Eine kleine kopfsteingepflasterte Stra\u00dfe f\u00fchrt im steilen Anstieg zum DAAD und bringt mich jeden Morgen aufs Neue aus der Puste. In den letzten Tagen musste ich noch zwischen Sandh\u00fcgeln und lose herumliegenden Steinen herumspringen, weil Bauarbeiter kleine Teilst\u00fccke der Stra\u00dfe aufgerissen hatten. &#8222;Leider&#8220; stand dieser Gegenstand des unfairen ablichtens heute nicht mehr zur Verf\u00fcgung! \ud83d\ude41 Dann erreiche ich &#8222;mein&#8220; B\u00fcro. Dort sitzen normalerweise an ihren Schreibtischen artig aufgereiht&#8230; Nino, Tamuna, Heiner und Lisi&#8230; Heute war das anders&#8230; Nino war beim Radiosender, Heiner kam sp\u00e4ter, Tamuna war noch zu Hause&#8230; also Mara ohne Schl\u00fcssel vor der T\u00fcr. Gemeinsam mit Manana, meiner Georgischlehrerin. Wir sind dann ins Goethe-Cafe gegangen und haben den Unterricht dort gemacht. Hui ui ui&#8230; Georgisch, diesmal hier ganz alleine und mit viel Reden, au\u00dferdem schon Vokabeltest und freie Dialoge&#8230; oh Gott, es gibt viiiiiiel zu tun!!!<\/p>\n<p>Bilder und die Beschreibung des restlichen Tages gibts bei meiner morgigen Heimkehr in meine Wohnung, da ich heute nach der Arbeit gleich zu den anderen Kulturweit-M\u00e4dels Nora und Lara gehe und wir uns dort schon mal auf den Frauentag morgen vorbereiten. Es ist ein Feiertag in Georgien und sie m\u00fcssen weder in die Schule noch ich ins B\u00fcro! Also her mit den Gurkenmasken und &#8222;Schnulzenfilmen&#8220;!<\/p>\n<p>Der Spruch des Tages von meiner Kollegin Tamuna: &#8222;Ich kann nicht kochen, ich kann nicht b\u00fcgeln, aber ich kann mit einer Kalaschnikow schie\u00dfen!&#8220; \ud83d\ude00 Sie ist aber sonst sehr ungef\u00e4hrlich!<\/p>\n<p>Der Tag endete entspannt und mir ausreichend Schokolade und Knabberkrams. Keine Gurkenmaske, kein Schnulzenfilm, stattdessen &#8222;Auf der anderen Seite&#8220; von Fatih Akin und danach noch &#8222;H\u00e4nde weg von Mississippi&#8220;. Am n\u00e4chsten Morgen gab es ein wunderbares Fr\u00fchst\u00fcck in einem Cafe in der N\u00e4he mit gro\u00dfem R\u00fchrei mit Tomaten und Kr\u00e4utern. Und dann hie\u00df es f\u00fcr mich nach Hause gehen und flei\u00dfig am Schreibtisch sitzen&#8230; Mehr habe ich an diesem sogenannten &#8222;Frauentag&#8220; nicht gemacht. Ich habe keine Blumen bekommen und auch sonst keine M\u00e4nner verhauen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Leute, heute will ich euch mal an einem ganz normalen Tag im Leben der Mara Kolumna teilhaben lassen. 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