{"id":148,"date":"2012-04-17T15:49:43","date_gmt":"2012-04-17T13:49:43","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/?p=148"},"modified":"2012-04-18T06:39:40","modified_gmt":"2012-04-18T04:39:40","slug":"ostern-in-megrelien-viel-wein-noch-mehr-essen-und-dann-auch-noch-muskelkater-kriste-agsdga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/2012\/04\/17\/ostern-in-megrelien-viel-wein-noch-mehr-essen-und-dann-auch-noch-muskelkater-kriste-agsdga\/","title":{"rendered":"Ostern in Megrelien &#8211; viel Wein, noch mehr Essen und dann auch noch Muskelkater (kriste agsdga)"},"content":{"rendered":"<p>Kriste agstga!<\/p>\n<p>Ja, ich lebe noch! Ich wei\u00df, manche Menschen denken schon ich bin verschollen oder verschleppt worden (Danke der Nachfrage, Nora), aber ich habe einfach nur Osterurlaub in Westgeorgien gemacht. Nach vier langen Jahren habe ich Grikha (Ja, auch das habe ich richtig geschrieben und Nein, er hei\u00dft nicht Grischa) endlich wieder getroffen. Ihn habe ich in Arad, Rum\u00e4nien kennengelernt. Wir haben dort beide EVS gemacht und durch ihn und seinen Freund Dato habe ich das erste Mal von Georgien geh\u00f6rt, gesehen wie man dort tanzt und gelernt wie man dort trinkt \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Jetzt, nach 7 Wochen in Georgien, habe ich mit ihm, seiner Familie und seinen Freunden Ostern gefeiert. Und es war ein Fest! Im wahrsten Sinne des Wortes.<\/p>\n<p>Am Donnerstag habe ich meinen kleinen Tramperrucksack gepackt und bin zum Busbahnhof Didube gefahren. Dort habe ich nach mehrmaligem fragen und immer wieder verwirrt durch die Gegend laufend doch die richtige Maschrutka nach Zugdidi gefunden. Nun sa\u00df ich da also und durfte \u00fcber 5 Stunden in einem Minibus durch ein verregnetes Georgien brausen. Doch meine \u00fcbliche Taktik, die ich bereits in Rum\u00e4nien zu gen\u00fcge ausgetestet habe, SCHLAFEN! half mir auch bei dieser Fahrt, die gewagten und k\u00fcnstlerisch ausgereiften \u00dcberholman\u00f6ver meines Fahrers zu ignorieren und einem Herzinfarkt zu entgehen. Ich erreichte Zugdidi so gegen 18 Uhr und wurde freudigst und \u00fcberschw\u00e4nglich von Grikha empfangen. Es war wirklich wunderbar nach so langer Zeit einen Freund wieder zu treffen und das Gef\u00fchl zu haben, dass es so ist wie immer! Wir sind gemeinsam was trinken gegangen und haben uns ganz kurz das Zentrum Zugdidis und den Park des Dadiani-Schlosses angeschaut. Dann haben wir noch Grikhas Schwester in Poti abgeholt, also nach den 340km Tbilisi-Zugdidi, noch mal gut 140km f\u00fcr diesen Hin- und R\u00fcckweg. <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0153.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-150\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0153-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0153-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0153-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0153.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Endlich bei der Familie angekommen gab es ein gro\u00dfes Hallo und gleichzeitig auch gro\u00dfe Entt\u00e4uschung, dass ich weder Georgisch noch Russisch spreche. Daraufhin fingen auch alle an sich daf\u00fcr zu entschuldigen, dass sie kein Deutsch oder Englisch sprechen. Grikha musste deshalb \u00fcbersetzen und wenn er mal nicht in der N\u00e4he war, funktionierte es auch wunderbar mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen. Ich wurde an den Tisch gesetzt und mit Salat, Brot, selbstgemachtem Honig, Tomatensauce, Chatschapuri (K\u00e4sebrot) und Wein verk\u00f6stigt. Ich lernte das Mara auf Megrelisch Woche hei\u00dft und die Freundin der Tante, die auch zu Besuch war, beschloss mich Lisa zu nennen, denn Elisaveta sei so ein sch\u00f6ner Name&#8230; auch gut! Da ich sehr m\u00fcde war, ging ich bald ins Bett und war am n\u00e4chsten Morgen um so wacher, da sowohl die Sonne in mein Zimmer schien, als auch alle V\u00f6gel im Umkreis von 2 km vor allem in meine Richtung sangen! Es war grandios! Nach so langer Zeit in der Hauptstadt und wenig Natur und fast keinen V\u00f6geln, diesen Blick und die Ger\u00e4uschkulisse zu erleben!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0002-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-152\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0002-Kopie-Kopie-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0002-Kopie-Kopie-199x300.jpg 199w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0002-Kopie-Kopie-425x640.jpg 425w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0002-Kopie-Kopie.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0004-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-153\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0004-Kopie-Kopie-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0004-Kopie-Kopie-199x300.jpg 199w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0004-Kopie-Kopie-425x640.jpg 425w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0004-Kopie-Kopie.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0007-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-154\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0007-Kopie-Kopie-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0007-Kopie-Kopie-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0007-Kopie-Kopie-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0007-Kopie-Kopie.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach einem kleinen Fr\u00fchst\u00fcck sind wir nach Zugdidi gefahren und haben uns noch einmal genauer das Dadiani-Schloss, den Park und den Botanischen Garten angeschaut. das Wetter war super und es war toll so viel Zeit drau\u00dfen zu verbringen. Neben dem Schloss der K\u00f6nigin gibt es auch eines f\u00fcr den K\u00f6nig, aber es ist im russischen Stil erbaut und nicht so pr\u00e4chtig. Der Durchgang der Tr\u00e4ume ist wundersch\u00f6n. Wenn man mit geschlossenen Augen hindurch l\u00e4uft und an seinen Traum denkt geht er in Erf\u00fcllung. Ich bin mit offenen Augen durchgelaufen. 1. um die wundersch\u00f6nen alten B\u00e4ume zu sehen und 2. weil Grikha und mir so spontan kein Traum eingefallen ist. Das spricht f\u00fcr den wunschlos gl\u00fccklichen Zustand in dem wir uns befanden \ud83d\ude42<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0051-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-167\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0051-Kopie-Kopie-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0051-Kopie-Kopie-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0051-Kopie-Kopie-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0051-Kopie-Kopie.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit Grikha durch Zugdidi zu laufen ist wie mit einem bunten Hund unterwegs zu sein. Jeder kennt ihn und andauern wird gegr\u00fc\u00dft, gek\u00fcsst, gesmall talked und erz\u00e4hlt, dass ich zu Besuch bin und aus Deutschland komme und immer wieder muss ich in entt\u00e4uschte Gesichter blicken, wenn ich sage, dass ich kein Russisch spreche. Tja&#8230; bayrische Bildungsminister&#8230; \u00fcberlegt euch mal was!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0049-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-165 alignnone\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0049-Kopie-Kopie-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0049-Kopie-Kopie-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0049-Kopie-Kopie-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0049-Kopie-Kopie.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0052-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-168\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0052-Kopie-Kopie-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0052-Kopie-Kopie-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0052-Kopie-Kopie-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0052-Kopie-Kopie.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0041-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-161\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0041-Kopie-Kopie-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0041-Kopie-Kopie-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0041-Kopie-Kopie-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0041-Kopie-Kopie.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach einem sch\u00f6nen Nachmittag in Zugdidi und vielen Geschichten \u00fcber verflossene Lieben, zuk\u00fcnftige Pl\u00e4ne, georgisches und deutsches Alltagsleben und vielen interessanten, aber auch krassen und einpr\u00e4genden Erlebnissen vom Krieg im August 2008. Grikha war n\u00e4mlich als freiwilliger Soldat f\u00fcr 16 Tage in Georgien unterwegs und hatte keinen Kontakt zu seiner Familie in dieser Zeit. Er zog mit anderen Freiwilligen durch die W\u00e4lder und man merkt und sieht, wenn man mit ihm redet, wie dieser Erlebnisse auch noch heute in ihm arbeiten. Ich hab in den letzten 4 Tagen mit ihm viel \u00fcber dieses Thema gesprochen und es ist f\u00fcr mich so komisch \u00fcber Krieg und Schie\u00dfen und Tod zu sprechen, des es ist so gar kein Teil von meinem Leben. Doch es zeigt auch wie zerbrechlich und fl\u00fcchtig der Frieden ist und wie froh wir in Deutschland sein k\u00f6nnen, dass wir so lange Zeit keinen Krieg und keine Gefahr, die von anderen L\u00e4ndern ausging, erleiden mussten.<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0048-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-164\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0048-Kopie-Kopie-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0048-Kopie-Kopie-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0048-Kopie-Kopie-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0048-Kopie-Kopie.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Abend wollten Grikha und ich eigentlich mit Didi, einem Mitarbeiter von Droni und einem langj\u00e4hrigen Freund von Grikha trinken. Doch Didi ging nicht ans Telefon und berichtete uns am n\u00e4chsten Tag, dass er bereits so betrunken war, dass er nicht mehr abheben konnte \ud83d\ude09 tztztz diese Megrelen&#8230; Also sind wir wieder nach Urta gefahren und haben und dort mit Nachbarn und Freunden aus Grikhas Dorf getroffen. Vor der alten Grundschule in einem kleinen Verschlag mit einem alten Schultisch, einer kleinen Sitzbank und einem einzigen Stuhl trafen wir uns mit 4 Freunden und tranken Bier und Tschatscha (Schnaps), der extra f\u00fcr mich geholt wurde. Wie ich bereits durch mehrmalige Trinkgelage mit Irakli oder auch Zurab erfahren habe, ist es in Georgien gro\u00dfe Tradition immer Toste zu sprechen. Auf die trinkende Runde, auf die Toten, die nicht hier sein k\u00f6nnen, auf die Lebenden, die noch so viel vor sich haben&#8230; Aber die beeindruckendste Reaktion erfuhr ich, als ich das Glas erhob und auf die Deutsch-Georgische Freundschaft trinken wollte und mich bedankte f\u00fcr all die Gastfreundschaft, die mir entgegen gebracht wurde. Auf einmal wurde es unruhig und alle fingen an wild durcheinander zu sprechen. Grikha \u00fcbersetzte mir, dass die Jungs sich so freuten, dass gerade ich diese Thema anspreche, da so viele ihrer Gro\u00dfv\u00e4ter im 2. Weltkrieg durch deutsche Hand gestorben waren. F\u00fcr sie war es wirklich etwas Besonderes, dass ein deutsches M\u00e4dchen mit ihnen zusammen sa\u00df und auf den Frieden ansto\u00dfen wollte. Nach einem lauten &#8222;Gaomartscho\u00df&#8220; tranken wir alle und es war noch ein toller Abend in der &#8222;Urta-Bar&#8220;. Mir wurde erkl\u00e4rt, dass keiner der Jungs die eigene Familie, Mutter, Ehefrau&#8230; mit der Anwesenheit trinkender Freunde nerven wollte. Ich erz\u00e4hlte, dass ich diese Treffen nur von sechszehnj\u00e4hrigen Jugendlichen aus meinem Dorf kenne, die sich mit Bier, Zigaretten und ihren Rollern meist in der Bushaltestelle treffen und dort gemeinsam tranken, das f\u00fchrt zu gel\u00e4chter und der Aussage, dass Deutschland und Georgien doch gar nicht so unterschiedlich seien \ud83d\ude09<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0028-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-157\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0028-Kopie-Kopie-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0028-Kopie-Kopie-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0028-Kopie-Kopie-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0028-Kopie-Kopie.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Am Samstag wurde Grikhas Familie von einem Freund besucht, der Pferde z\u00fcchtet. Gemeinsam kamen die 2 Jungs auf die Idee, dass wir den Urta-Berg per Pferd erklimmen k\u00f6nnten. Da Hento aber erst noch einen 3. Sattel besorgen musste, hatten Grikha und ich genug Zeit um nach Anaklia ans Schwarze Meer zu fahren und dort ein wenig spazieren zu gehen. Es war sch\u00f6n das Meer endlich mal wieder zu sehen und an einem fast leeren Strand spazieren zu gehen.<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0032-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-158\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0032-Kopie-Kopie-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0032-Kopie-Kopie-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0032-Kopie-Kopie-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0032-Kopie-Kopie.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u00a0 \u00a0 Leider werden mehr und mehr h\u00e4ssliche 5-Sterne-Hotels gebaut und nach und nach verschwinden die alten Holzh\u00e4user.\u00a0 Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Sommer hier richtig voll sein wird. Aber ich werde es mir auch selbst anschauen, denn ich komme wieder&#8230; das hab ich schon versprochen!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0027-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-156 alignleft\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0027-Kopie-Kopie-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0027-Kopie-Kopie-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0027-Kopie-Kopie-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0027-Kopie-Kopie.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Nach einem langen Spaziergang an der K\u00fcste und einmal kurz nach Rum\u00e4nien winken, haben wir uns wieder auf den R\u00fcckweg gemacht. Wir waren nur ca. 2km von der abrchasischen Grenze entfernt. Dort d\u00fcrfen ethnische Georgier nicht einreisen. Mir wurde schon \u00f6fter gesagt, dass es dort besonders sch\u00f6n sein soll, aber im Moment versp\u00fcre ich kein Bed\u00fcrfnis in eine Krisenregion zu reisen. Mara Kolumna m\u00f6chte keine Krisenjournalistin werden, sondern erstmal \u00fcber die sch\u00f6nen Dinge in Georgien berichten!<\/p>\n<p>Also das n\u00e4chste Sch\u00f6ne: Reiten in Megrelien&#8230; Hento war schon gut alkoholisiert als er die Pferde brachte. Aber hey, Grikha meinte es sei schon ok und wir k\u00f6nnten ja trotzdem reiten. Ich dachte ich spinne als ich den Sattel sah. Von dem Pferd einer Schulfreundin kenne ich gute, deutsche Ledersattel, aber das war wirklich die H\u00f6he. Ich verbrachte fast 5 Stunden auf diesem Ding.\u00a0<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0133.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-181 alignleft\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0133-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0133-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0133-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0133.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> Das Beste war mein Start: Ich sa\u00df auf diesem Pferd, das, wie mir dann berichtet wurde \u00fcbrigens das Schnellste in ganz Urta sei. Ich wollte eigentlich nur &#8222;drehen&#8220; und keine Ahnung was dann passierte, aber dieses wilde Ding rannte los und ich sa\u00df wie ein kleiner Rodeoreiter auf dem galoppierenden Vieh. Da half kein &#8222;Stop&#8220; kein &#8222;Brrr&#8220; kein &#8222;Fuck&#8220;, da half Gottseidank nur das Tor des \u00fcbern\u00e4chten Nachbarn&#8230; ich stand da und dachte mir so&#8230; joa, Grikhas Tante hatte recht: Megrelische Pferde machen was sie wollen. Sie hatte uns davor schon f\u00fcr Verr\u00fcckt erkl\u00e4rt, aber jetzt wusste ich was sie meinte. Grikha kam angeritten und meinte, dass ihm beinah das Herz stehen geblieben w\u00e4re. Er hatte mich im Innern schon im hohen Bogen fliegen sehen, aber nein&#8230; ich sa\u00df da und bestand darauf diesen Berg zu erklimmen.<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0058-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-170\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0058-Kopie-Kopie-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0058-Kopie-Kopie-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0058-Kopie-Kopie-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0058-Kopie-Kopie.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> Mein Pferd wurde also mit den Z\u00fcgeln an den Schweif von Hentos Pferd geknotet und\u00a0 weiter ging die lustige Reise&#8230; rein in den Wald, durch einen Fluss, \u00fcber ne Wiese mit K\u00fchen und B\u00fcffeln&#8230; <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0064-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-172\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0064-Kopie-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0064-Kopie-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0064-Kopie-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0064-Kopie.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ich sa\u00df nicht ganz so professionnell auf meinem Ross wie Grikha. Und Hento machte die ganze Zeit irgendwelche Kunstst\u00fcckchen vor mir auf seinem Pferd. Er ist glaub ich sowas wie der georgische Pferdefl\u00fcsterer, auf jeden Fall fl\u00fcsterte er meinem Pferd dauernd irgendwas ins Ohr, knutschte sein Pferd ab und erkl\u00e4rte mir fr\u00f6hlich irgendwelche Dinge, B\u00e4ume oder Wege auf Megrelisch&#8230; Wir ritten erst zu einem kleinen Steinbruch und tranken aus einer frischen\u00a0 Bergquelle und danach ging es weiter in Richtung Berggipfel!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0139.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-182 alignleft\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0139-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0139-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0139-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0139.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-179 alignleft\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0124-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0124-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0124-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0124.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Nach 4,5 Stunden reiten taten meine Oberschenkel schon so weh, dass wir wirklich nur noch im langsamten Trap nach Hause schleichen konnten. Als wir nach Hause kamen gab es noch Abendessen und Hento hat uns dabei begleitet. Er hilft der Familie oft bei verschiedenen Sachen und bekommt daf\u00fcr nie mehr als 2 Gl\u00e4ser Wein, weil er sich sonst vergisst. Es war ein Katz-und-Maus-Spiel, da er immer wieder versuchte noch ein Glas Wein zu trinken und Grikhas Mutter irgendwann beschloss neben ihm zu sitzen und ihn zu beobachten&#8230; Ich habe die Geschichte dann einfach beendet, in dem ich gesagt habe, dass ich m\u00fcde bin und ins Bett muss. Daraufhin l\u00f6ste sich die Runde auf.<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0145.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-184\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0145-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0145-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0145-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0145.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten 2 Tage war es mit meinem Muskelkater noch schlimmer, aber gottseidank wird in Georgien zur Osterzeit so viel Alkohol getrunken&#8230; so hats nicht ganz so weh getan \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Das letzte Kapitel meiner Reise: Ostersonntag! Ich bin morgens schon um 8 Uhr aufgestanden, weil ich die Morgensonne genie\u00dfen wollte und weil ich Grikha wecken sollte, damit wir bereits fr\u00fch auf den Friedhof gehen k\u00f6nnen. Aber wir sind ja in Georgien und alles kam anders. Schon morgens kamen Nachbarn und Freunde. Es wurden rote hardgekochte Eier aneinander geschlagen. Der j\u00fcngere darf immer von oben&#8230; ich hab meistens verloren ;( Ein Freund Grikhas kam und holte uns ab, um mit uns gemeinsam auf den Friedhof zu gehen. Aber davor musste angesto\u00dfen werden. Der Bruder des Freundes hatte letztes Jahr im M\u00e4rz selbstmord begangen und so galt der erste Tost ihm und all den Toten, die nicht an diesem Festtag mit uns sein konnten. Danach auf die Lebenden und danach auf uns, alle Freunde und unsere Familien.<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0146.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-185\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0146-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0146-199x300.jpg 199w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0146-425x640.jpg 425w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0146.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a> Das war morgens um 10 Uhr uns so ging es den ganzen Tag weiter&#8230; Wir sind also leicht beschwippst zum Friedhof. Dort war schon einiges los. Es hatte f\u00fcr mich ein wenig den Anschein von fr\u00f6hlichem Treiben und Beisammensein. \u00dcberall gab es Wein, Paska (Georgischen Kuchen), rote Eier und S\u00fc\u00dfigkeiten auf kleinen Tischen neben den Gr\u00e4bern. Auch auf den Gr\u00e4bern selbst lagen Eier. Grikha und sein Freund gingen von Grab zu Grab und gossen Wein \u00fcber den Sand, das ist ein Symbol f\u00fcr ein gemeinsames Mahl mit den Toten. Man soll mit ihnen essen und trinken. F\u00fcr mich war es trotzdem komisch. Am Grab des Freundes sa\u00df dessen Mutter und bot uns Essen und Getr\u00e4nke an. Wir redeten kurz mit ihr und gingen danach zu den Verwandten der Familie nach Hause. Dort wurde wieder gemeinsam getrunken, doch ich merkte das Grikha schnell weiter wollte. Er f\u00fchlte sich dort nicht wohl, und selbst ich, die ich den Toten garnicht kannte, war den Tr\u00e4nen nahe! <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0150.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-187\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0150-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0150-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0150-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0150.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Durch eine kleine T\u00fcr im Garten gelangten wir ins Nachbargrundst\u00fcck und dort erlebte ich das gro\u00dfe Wunder der georgischen K\u00fcche \ud83d\ude42 Bei Tschaba, einem weiteren Freund Grikhas, tranken wir wieder Wein und w\u00e4hrend wir sa\u00dfen und tranken wurde eine K\u00f6stlichkeit nach der anderen auf den Tisch gestellt, bis kein Platz mehr war. Es gab K\u00e4se, gebratene Auberginen mit Nussmus, Kuchen, Obst, Salat, Brot, &#8230; ich sa\u00df da und kam aus dem Staunen nicht mehr raus und dann nat\u00fcrlich mein Lieblingswort: Tschame! Iss! Ich probierte alles und zum Schluss wurde mir trotzdem vorgeworfen, dass ich nichts essen w\u00fcrde \ud83d\ude1b So ging das Spiel bestimmt bei 5 H\u00e4usern und immer wieder trinken und essen und Eier aneinander schlagen. Ich glaub das erste mal als ich wirklich betrunken auf die Uhr schaute war es 12.30! Zu einem Zeitpunkt mussten Grikha und ich dann nach Hause, da es an der Zeit war selbst G\u00e4ste zu empfangen. Seine beiden Schwestern mit Mann und Kind waren auch da, Tante, Freundin der Tante&#8230; es war fullhouse!<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0148.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-186\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0148-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0148-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0148-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0148.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> Es gab Kuchen, Torte, Maisbrei, Salat, Brot, Sazivi also Nusssauce mit kaltem Fleisch (daf\u00fcr musste sogar einer der beiden Truthahn-M\u00e4nner sein Leben lassen), Wein, Wein, Wein und Schnaps! Danach zogen wir weiter und trafen uns irgendwann wieder bei dem kleinen Treffpunkt vor der Schule. Wir packten uns zu sechst ins Auto und fuhren irgendwohin neben den Fluss, drehten die Musik auf und machten Party in der Urta-Disko! Ab und zu fuhren Taxis mit Menschen vorbei, die uns freudig winkten und ab und zu besuchte uns jemand, der mittanzte \ud83d\ude09 Auf dem Nachhause-Weg trafen wir noch einen alten Mann der alleine vor seinem Haus sa\u00df und dem Grikha irgendwann mal 2 Tassen aus Tbilissi mitgebracht hatte. Der Mann hatte ihm versprochen nicht ohne ihn aus den Tassen zu trinken und so war doch gleich der richtige Zeitpunkt f\u00fcr dieses Ereignis gefunden! Rein ins Haus, auf den Wein, aufeinander geschlagen die Eier! Ich musste Grikha nach Hause tragen \ud83d\ude09 aber ich hab es gerne gemacht, das war meine Revanche f\u00fcr so einen sch\u00f6nen Tag und so ein grandioses Wochenende! Mir ging es am n\u00e4chsten Tag auch FAST nicht schlecht, wobei ich mich schon ab und zu fragte, warum der Maschrutkafahrer so rasant in die Kurven fahren musste! Aber der hatte bestimmt auch noch nen Kater!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0114.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-177\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0114-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0114-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0114-451x300.jpg 451w, https:\/\/kulturweit.blog\/marakolumnaliveaustbilissi\/files\/2012\/04\/DSC_0114.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ostern in Georgien ist super! Und jetzt ist auch wirklich mein Langzeitprojekt geboren&#8230; ich werde ein georgisches Kochbuch schreiben, passend zu den Jahreszeiten\/ Festen und mit vielen Bildern. N\u00e4chsten Montag lerne ich bei Nino Paska zu backen und wir haben auch schon einen Termin, um gemeinsam Chinkali (Teigtaschen mit Hackfleischf\u00fcllung) zu kochen! Wenn ich Grikha das n\u00e4chste Mal besuche werde ich lernen diese Auberginen mit Nussf\u00fcllung zu machen und noch vieles mehr&#8230; ich hab mir sagen lassen, das braucht man um einen georgischen Ehemann zu finden&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kriste agstga! Ja, ich lebe noch! Ich wei\u00df, manche Menschen denken schon ich bin verschollen oder verschleppt worden (Danke der Nachfrage, Nora), aber ich habe einfach nur Osterurlaub in Westgeorgien gemacht. 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