{"id":251,"date":"2021-08-15T18:37:57","date_gmt":"2021-08-15T16:37:57","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/lucameetsdracula\/?p=251"},"modified":"2021-08-15T18:37:57","modified_gmt":"2021-08-15T16:37:57","slug":"woche-23-aufbruchstimmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/lucameetsdracula\/2021\/08\/15\/woche-23-aufbruchstimmung\/","title":{"rendered":"Woche 23 &#8211; Aufbruchstimmung"},"content":{"rendered":"<p><b><u>Zitat der Woche:<\/u><\/b> \u201eNett hier, aber waren Sie schonmal in Baden-W\u00fcrttemberg?\u201c (ein witziger Spruch, der auf gleichnamigen Stickern steht. Offenbar kleben diese Sticker an verschiedensten Orten dieser Welt)<\/p>\n<p>Alo,<\/p>\n<p>Wie der Titel des Eintrages vermuten l\u00e4sst, war diese Woche die Allerletzte, die wir (also Johanna, Sophia und ich) in Brasov verbringen w\u00fcrden. Deshalb hie\u00df es an einigen Stellen Abschied nehmen von der Stadt, die f\u00fcr mich die letzten f\u00fcnf bis sechs Monate ein kleines Zuhause wurde und nicht selten ein Ort der Pause und des R\u00fcckzuges war. Letzteres war Kronstadt nach den Abenteuern der letzten Woche auch in dieser Woche. Viel Interessantes ist nat\u00fcrlich trotzdem passiert, wer h\u00e4tte das gedacht.<\/p>\n<p>Als ich nach einer zu langen Nacht der Reise und nach zu wenigen Stunden Schlaf am Montag in der Wohnung der M\u00e4dels, welche ich f\u00fcr die letzte Woche bewohnte, erwachte, sah ich vor dem Fenster gerade die Gestalten von Johanna und ihrer Mutter in Richtung Wohnung laufen. Johannas Eltern waren diese Woche in der Stadt, um die meisten von Johannas Mitgebrachten Dingen in ihrem Wohnmobil abzutransportieren, und im Laufe des Tages durfte ich sowohl Mutter als auch Vater kennenlernen. Fun Fact zu Johannas Vater: Er hat bei den Paralympischen Winterspiele eine Bronze-Medaille im Skifahren geholt!<\/p>\n<p>Am Abend des Montags sah ich nach guten sechs Wochen dann auch meinen Betreuer Carol, der im Urlaub gewesen ist, bei einem gro\u00dfen Abendessen in einem ungarischen Restaurant wieder. Mit dabei war neben Carol, Johannas Familie und uns drei Freiwilligen auch eine Freiwillige aus Bulgarien, die sehr gut mit Sophia befreundet ist. Karla war auf dem Nachhauseweg und machte diese Woche halt in Brasov. Am Tag darauf sollte auch noch eine weitere Bulgarien-Freundin von Karla und Sophia dazu sto\u00dfen. Alle schliefen nat\u00fcrlich in der Wohnung von Sophia und Johanna und so war das Haus voll.<\/p>\n<p>Es war aber auch wirklich sch\u00f6n. Als am Dienstag die Wohnung leerger\u00e4umt war, versuchte ich mich so gut wie m\u00f6glich zu regenerieren und zur Ruhe zu kommen. Ich merkte, dass die letzte Woche noch in meinen Knochen sa\u00df, und deshalb versuchte ich, viel zu schlafen, mit Jannine Zeit zu verbringen und gut zu essen. Diesen Aktivit\u00e4ten folgte ich auch bis Freitag praktisch ausnahmslos. Manchmal kamen noch Kartenspiele, nette Unterhaltungen und Spazierg\u00e4nge hinzu.<\/p>\n<p>Und so war es auch pl\u00f6tzlich schon Freitag. Doch dieser Freitag sollte nochmal spannend werden. Carol wollte diesen letzten Tag, den wir in Brasov verbringen w\u00fcrden, Vormittags mit uns verbringen und kurzerhand sa\u00dfen wir um sieben Uhr morgens in seinem Auto, um zum Haus unseres Schulleiters Radu zu fahren. Bei Radu angekommen stiegen wir in einen Minibus ein und fuhren zu unserer geplanten Aktivit\u00e4t. Diese w\u00fcrde auf einem kleinen, rum\u00e4nischen Bauernhof bei einem Bekannten von Radu stattfinden. Wir fuhren Schnapsbrennen!<\/p>\n<p>Ja, richtig, Schnapsbrennen. Das klingt jetzt \u00fcbel spektakul\u00e4r, in Wahrheit aber war unsere Hauptaktivit\u00e4t, einen Bottich mit Pflaumen aus dem letzten Jahr in einen Schnapsofen zu sch\u00fctten. Dieser Ofen wurde dann stark erhitzt, sodass die gegorenen Pflaumen in Dampf aufgingen und dieser Dampf dann durch ein Rohr in einen K\u00fchlbeh\u00e4lter geleitet wurde, wo er abk\u00fchlte und als fl\u00fcssiger Alkohol in einen Bottich lief. Das Ergebnis hei\u00dft Tuica, ist einfach gebrannter Pflaumenschnaps und hat zwischen 40 und 60 % Alkoholanteil.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da dieser Destillierprozess gute zwei Stunden dauerte, wanderten wir durch das kleine Dorf und erkundeten den Bauernhof, auf dem die Destille stand. Der Hof hatte neben Hunden und Katzen auch H\u00fchner und Schweine, das war echt cool. Den s\u00fc\u00dfesten Anblick bekamen wir aber, als wir um eine Ecke bogen und dort ein Stallabteil voll mit kleinen Ferkeln vorfanden. Dieses naturnahe Leben ist eigentlich echt sch\u00f6n und einfach. Doch der Fakt, dass die Haustoilette ein Plumpsklo ist, nimmt dann jede Chance weg, dass ich dort jemals leben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Zwei Stunden sp\u00e4ter, der Schnaps war fertig, fuhren wir dann mit 15 Litern frischem Schnaps zur\u00fcck zu Radu. Dieser w\u00fcrde die Fl\u00fcssigkeit nun in einem Eichenfass reifen lassen und als kleines Abschiedsgeschenk erhielt ich von ihm eine 1-L-Flasche mit selbstgebranntem Schnaps aus dem Vorjahr, klassisch rum\u00e4nisch nat\u00fcrlich in einer Plastikflasche. \u201eKlassisch rum\u00e4nisch\u201c ist dabei vielleicht gar nicht so angebracht, denn seit kurzer Zeit gibt es die politische Bewegung, so weitl\u00e4ufig wie m\u00f6glich auf Plastikflaschen zu verzichten. Nach einem Essen ging es dann zur\u00fcck nach Brasov. Dort beendeten wir die letzten Aufr\u00e4um-Arbeiten in der Wohnung und hatten einen sehr sehr netten Abend in der Runde. Es war n\u00e4mlich der letzte Abend in Brasov.<\/p>\n<p>Denn obwohl wir noch eine Woche im Rum\u00e4nien hatten, w\u00fcrden wir diese Woche woanders verbringen. Am Samstag stiegen wir nach der Verabschiedung von den beiden Bulgarien-Freiwilligen in den Zug nach Fagaras ein. Als treuer Leser, wei\u00dft du bestimmt, was n\u00e4chste Woche ansteht. Die lang geplante Kinderspielstadt wird n\u00e4chste Woche stattfinden. Daf\u00fcr ging es nach Fagaras, zum Veranstaltungsort, wo wir am Wochenende noch letzte Vorbereitungen trafen.<\/p>\n<p>Heute, am Sonntag, kamen dann auch die Kinder an und die Spielstadt nahm an Fahrt auf. Au\u00dferdem freuten wir uns, Zeit mit den coolen Menschen, die wir bei der Vorbereitung im<\/p>\n<p>Juli schon kennenlernen durften, zu verbringen. Die Kinderspielstadt wird die komplette n\u00e4chste Woche bis Samstag einnehmen, was mich zum letzten Teil dieses Eintrages bringt.<\/p>\n<p>Dies war n\u00e4mlich der letzte, offizielle Wochenbericht. Ich bin der Meinung, dass die n\u00e4chste Woche aufgrund der Kinderspielstadt f\u00fcr euch eher uninteressant wird, weshalb ich mich in den n\u00e4chsten, letzten beiden Eintr\u00e4gen dieser Blog-Serie auf andere, zum Abschluss geh\u00f6rende Themen konzentrieren werde und euch immer nur kurz Rahmen-Informationen geben werde. Ihr merkt, das Ende meiner kulturweit-Reise steht an. Das ist mir hier jeden Tag sehr pr\u00e4sent. Irgendwie habe ich schon ein Gef\u00fchl der Wehmut, doch meine Vorfreude auf meine Heimat steigt nat\u00fcrlich auch. Ich freue mich auf meine Familie, auf mein Elternhaus. Und so komisch es auch klingt, ich freue mich auch ein bisschen darauf, dass Wochen sich wieder \u00e4hneln. Wer diesen Blog l\u00e4nger liest, wei\u00df, dass hier in Rum\u00e4nien keine Woche der Anderen gleicht. Das erschwert nat\u00fcrlich richtige Pausen und genau das brauche ich endlich mal:)<\/p>\n<p>Und somit kommen wir zum Ende. Ich hoffe dieser Eintrag hat euch gefallen und ihr habt ihn genossen! Wir sehen uns n\u00e4chste Woche, wo ich meinen Eintrag aus dem Zug nach Hause schreiben werde\u2026 seid lieb zu einander und kommentiert auch gerne diesen Eintrag.<\/p>\n<p>See y\u2018all!<\/p>\n<p>Luca<\/p>\n<p>p.s. Leider konnte ich \u00fcber das Handy, auf dem ich hier schreibe, keine Bilder ver\u00f6ffentlichen. Ich trage das n\u00e4chste Woche nach. Stellt euch einfach eine Destille und ein paar Ferkel vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zitat der Woche: \u201eNett hier, aber waren Sie schonmal in Baden-W\u00fcrttemberg?\u201c (ein witziger Spruch, der auf gleichnamigen Stickern steht. Offenbar kleben diese Sticker an verschiedensten Orten dieser Welt) Alo, Wie der Titel des Eintrages vermuten l\u00e4sst, war diese Woche die Allerletzte, die wir (also Johanna, Sophia und ich) in Brasov verbringen w\u00fcrden. 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