Woche 4 – Osterstimmung in Pilgerstätten

Zitat der Woche: „Passiert den Besten!“ (Unknown)

Hello!

Eine weitere Woche ist vergangen und pünktlich wie immer kommt mein Wochenbericht für euch! Bevor am Gründonnerstag die Ferien begannen, gab es viel zu tun.

Montag früh begann mein Tag mit einer entspannten Unterrichtsstunde in einer 9. Klasse. Der Plan für den Tag war aber, ein wenig Arbeit außerhalb des Unterrichts zu erledigen. So bewegte ich mich nach dem Unterricht zur Mesota-Schule, um dort mit Sophia und unserer betreuenden Lehrkraft den Plan für den Ferien-Monat zu besprechen. Wir werden ein bis zwei kleine Unterrichtseinheiten halten und in der Schule beim Aufräumen helfen, aber das ist alles nicht wirklich viel! Als wir die Mesota verlassen hatten, bewegten wir uns dann zu Johanna und Sophia nach Hause, wo ich mit Johanna ein Video-Projekt startete. Der Auftrag kam von der Schulleitung der Honterus-Schule. Wir sollten ein kurzes Präsentationsvideo der Schule erstellen. Wir hatten schon eine Fülle von Materialien aus vorherigen Videos und Projekten und deshalb verbrachten wir den Rest des Nachmittags damit, dieses zu sichten und zu sortieren. Dabei entdeckte ich zufällig eines meiner neuen Lieblingsrestaurants. Es heißt „Street Food Lab“ und verkauft echt gute Burger und Sandwiches. Abends erstellte ich dann noch ein fälliges Poster für eine sechste Klasse und ging echt ermüdet schlafen.

Nachdem ich am Dienstag meine erste Stunde aufgrund von Internet-Problemen verpasste, hielt ich dann noch die zweite Stunde (es ging rund um Ostern) und bewegte mich wieder zu Johanna und Sophia. Erstere hatte an diesem Tag ihre zweite Covid-Impfung und wir fuhren dafür zu viert (Carol, Johanna, Sophia und ich) in eine zwei Stunden entfernte Stadt (wieder sehr ungarisch geprägt). Neben der Impfung erledigten wir interessanterweise etwas, was nicht wirklich auf dem Plan stand. Wir besuchten einen der vielen katholischen Pilgerort Europas. Dies war eine Kirche, in welcher die heilige Statue der Jungfrau Maria nach einem Angriff der Osmanen, Blut zu weinen, begann. Ich habe somit neben dem Petersdom/platz schon den zweiten von neunzehn Pilgerorten der Katholiken in Europa abgearbeitet, als Protestant. Nach einem langen Tag fuhren wir danach aber auch bald wieder nach Hause. Der Ausflug war sehr witzig und Carols Dackel Papi hat ihn nur noch verbessert.

Der vorletzte Schultag vor den Ferien verging ziemlich schnell und den Nachmittag hatte ich mir dann für mich genommen. Ich wusch noch ein wenig Wäsche, aß lecker und machte meine tägliche Portion Sport. Abends war ich dann noch bei den Mädchen und wir kochten scharfes Curry, was selbst mir den Mund verbrannte. Wer mich kennt weiß, wie sehr ich scharfes Essen liebe!

Nachdem ich dann am Gründonnerstag meinen Vormittagsunterricht beendet hatte, begannen dann für mich die Oster/ersten Ferientage. Trotzdem stellte ich noch das Video in einer Arbeitssession am Nachmittag fertig, da ich es einfach hinter mir haben wollte. Das Ergebnis stellt zufrieden. Ich telefonierte am restlichen Tag noch mit meinem besten Kumpel Basti und schaute abends traditionell mit Jannine GNTM.

Die letzten Tage lassen sich nun ganz kurz und schnell zusammenfassen. Sie waren sehr ruhig. Ich verbrachte mit Personen meiner Wahl Zeit und nahm mir auch Zeit für mich. Es sind wirklich schöne Ostertage und ich wünsche an dieser Stelle Jedem von euch frohe Ostern! Ich habe auch die letzten Wochen reflektiert und muss sagen, dass ich nach anfänglichen Schwierigkeiten so langsam mich einlebe. Ich merke das immer daran, dass ich beginne produktiver zu werden und den Drang verspüre mehr am Tag zu schaffen. Das kann ich auf jeden Fall finden. Zu Ostern bekam ich ein paar schöne Geschenke von meiner Familie und Jannine. Ich fühle mich soweit ziemlich zufrieden.

Da jetzt erstmal Ostern ist und ich über die Feiertage nicht so viel eurer Zeit in Anspruch nehmen möchte, setze ich hier einen Cut und verabschiede mich für diese Woche. Auch nächste Woche wird es nicht viel zu erzählen geben, da ich plane, es zumindest bis zur Wochenmitte eher ruhig angehen zu lassen. Natürlich freue ich mich trotzdem auf schöne Erlebnisse und auf das Schreiben dieses Blogs nächste Woche!

Damit verabschiede ich mich für heute und wünsche wieder ein schönes Osterfest! Genießt die Zeit mit euren Familien, denn gerade, wenn man mal nicht bei Familie und Freunden ist, merkt man, wie sehr man das doch wertschätzt! Folgt mir gerne auf Instagram (@luca_ccr3) und ich bedanke mich fürs Lesen!

Bis nächste Woche!

Luca

 

 

 

 

Woche 3 – Nebenwirkungen und Hochplateau

Zitat der Woche: „Auf jedes Tief folgt ein Hoch!“ (unbekannt)

你好!

Zwar die falsche Sprache, aber ich will hier Abwechslung reinbringen. Egal, los gehts in diese Woche. Es war nicht so viel los wie letzte Woche, weshalb ich denke, ich schreibe heute weniger. Kein Ding 😉

Die Woche begann damit, meine erste selbst vorbereitete Unterrichtsstunde vor einer fünfköpfigen Schülergruppe aus einer neunten Klasse zu halten. Ich gab mir echt Mühe und war bis über beide Ohren stolz, als ich am Abend darauf sehr gute Rückmeldungen der Schüler weitergeleitet bekam! Ich erinnere mich daran, dass ein Mädchen schrieb: „Er war super! Ich bin froh, dass ich ihm verstanden habe! Er redet sehr klar! Es war auch sehr interessant!“. Schon ein gutes Gefühl, etwas zurück zu bekommen. Mein Verständnis für den Lehrer-Job ist dadurch echt gewachsen. Leider musste ich auch das mögliche Ski-Fahren canceln, da mir das dann doch zu riskant war bezüglich der Corona-Situation. Die Zahlen steigen eben doch noch sehr rasant. Gerade in Anbetracht der Impfung war das die richtige Entscheidung.

Am Dienstag lernte ich dann noch meine letzte derzeitige Klasse kennen. Interessanterweise muss ich mit diesen Schülern keine Sprach-Übungsaufgaben machen, sondern helfe Ihnen bei der Vorbereitung auf ihre Präsentationsprüfung im DSD. Das erinnert mich dann schon sehr an meine 5. PK-Präsentationsprüfung. Ich habe zwar keine schlechten Erinnerungen, doch es ist schon lustig zu sehen, dass das Ganze jetzt schon seit fast über einem Jahr durch ist. Da das Skifahren an diesem Tag ausgefallen war, entschieden wir (Johanna, Sophia und ich) uns dafür die Zinne (den Hausberg Kronstadts) zu bezeichnen. Auf Rumänisch wird dieser Tampa geschrieben (nochmal Glückwunsch zu SuperBowl Sieg) und Dümpa gesprochen. Wir krakzelten also diesen im Vergleich zu den anderen Bergen der Kaparten kleinen Berg hoch. Ich habe leider noch keine Wanderschuhe, weshalb ich diese Aufgabe in meinen Nike Air Force 1 heldenhaft meisterte. Zur Erinnerung es lag bis in diese Woche hinein überall Schnee und ihr könnt euch ungefähr vornehmen, wie es so lief… Es hat sich aber gelohnt, denn ich konnte oben ganz Brasov überblicken und meine Kung-Fu-Skills an einem Schneemann trainieren (Sorry, Herr Schneemann). Die Bilder hänge ich unten an. Ein weiterer positiver Effekt dieses Trips war es, dass meine bis zu diesem Zeitpunkt eher dreckigen Sneaker im Nachhinein wieder strahlend weiß waren. Ich gehe jetzt also immer vor dem Nikolaus im Schnee wandern, wenn meine Schuhe dreckig sind.

Am darauffolgenden Tag war es dann soweit. Ich hatte mir den Vormittag freigenommen, um mir Ruhe zur gönnen. Dann traf ich mich mit Carol vor der Schule und wir fuhren mit seinem Dackel Papi im Gepäck (er begleitet Carol sehr gerne) auf das Hochplateau der Kaparten, auf welchem auf Brasov liegt, hinaus. Mir war davor nie bewusst, dass das ein so großes Plateau war, aber ich bin echt überwältigt davon. Man kann dort mehr als eine Stunde mit dem Auto in eine Richtung fahren, ohne sich wieder Bergen zu nähren. Ringsum ragen auch die Kaparten in die Höhe und man kann bei gutem Wetter in die Hoch-Kaparten, die bis in die Ukraine ziehen, sehen. Unser Ziel war das ungarisch-geprägte „Dorf“ Baraolt. Auf diesem Plateau gibt es nämlich auch ein altes ungarisches Einwanderungsgebiet. Hier wird bis heute primär ungarisch gesprochen und die politische Unterstützung gilt einem gewissen Viktor Orban. Der Witz daran ist halt, dass wir uns wirklich in der Mitte Rumäniens befinden. In Baraolt angekommen begaben wir uns zum Impfzentrum (eine Turnhalle), wo mir eine sehr nette, englisch-sprechende Ungarin meine erste Impfdosis von Astra Zeneca injizierte, ein Bild von mir vor der Halle gibts im Anhang. Carol und ich fuhren danach noch ein wenig durch die Landschaft zu eine ungarischen Kleinstadt, in der wir uns etwas zu essen holten und mit Papi Gassi gingen, und unterhielten uns gut. Von Nebenwirkungen war noch keine Spur zu fühlen. Das änderte sich aber zum Abend hin, als sich meine Temperatur erhöhte und ich vom Schüttelfrost wirklich zitterte. Mit Hilfe einer Ibuprofen konnte ich dann aber gut einschlafen.

Meine Nacht war leider aufgrund der Nebenwirkungen ziemlich unruhig und am nächsten Morgen hatte ich zwar einen freien Tag, aber auch Fieber und Gliederschmerzen. Eine weitere Ibuprofen half mir aber und den Rest des Tages verbrachte ich damit mich um wenige persönliche Dinge zu kümmern und auf das Nachlassen der Ibuprofen zu warten. Glücklicherweise meldeten sich die Symptome nicht zurück und ich konnte zwar noch erschöpft, aber erleichtert mit Jannine GNTM gucken und schlafen gehen.

Am Office Day (Freitag) in der Schule ging ich dann wieder an die Arbeit und erledigte übrige Aufgaben und plante die Ferien.

Hier ist glaube ich der richtige Punkt mal über die Covid- Maßnahmen in Rumänien zu sprechen. Es gibt im April generell zwei getrennte Wochen Ferien (eine am Anfang, die andere am Ende). Das Bildungsministerium entschied aber letzte Woche, dass aufgrund von Corona die dazwischenliegenden Wochen für alle Klassen bis auf die 8. und 12. auch frei ist. Zudem wird es am Wochenende und in Gebieten mit hoher Inzidenz auch unter der Woche eine Ausgangsperre ab 20 Uhr geben und die Geschäfte schließen ausnahmslos, um 18 Uhr. Ich begrüße die Regelungen, da sie momentan notwendig sind.

Zurück zum Freitag. Ich probierte am Nachmittag nämlich die rumänische Spezialität „Placente“ (Sorry falls falsch geschrieben). Das sind echt fettige Pfannkuchen ähnliche Teigtaschen mit verschiedensten Füllungen. Es schmeckte sehr gut, aber diesen fettigen Spaß werde ich mir nur selten erlauben. Trotzdem würde ich es Jedem wärmstens empfehlen!

Am Samstag arbeitete ich vormittags noch ein wenig (mir fehlen schließlich der Mittwoch/Donnerstag), putzte mein Zimmer, machte Wäsche (es klappt dank des Crash-Kurses meiner Mutter sehr gut) und machte mir einen ruhigen Tag mit Jannine. Zwar waren Bukarester Freiwillige in der Stadt, doch abends war ich zu erschöpft, um diese noch zu treffen.

Dies holten dann aber Sophia, Johanna und ich am heutigen Tag nach! Wir verbrachten eine echt coole Zeit in der Altstadt und wir verstanden uns Bombe! Außerdem lernte ich zwei weitere, in Brasov stationierte Freiwillige kennen (Emma und Ineke, Teil der ev. Kirche) und natürlich schaute ich mir das erste Saison-Rennen der Formel 1 an, es lebe Ferrari!

Jetzt telefoniere ich noch mit Jannine, bevor dann nächste Woche die letzte Woche vor der „unterrichtsfreien Zeit“ beginnt. Ich arbeite natürlich trotzdem ;). Ich will meine offenen Aufgaben fokussieren und das besser werdende Wetter genießen. Es fällt mir wirklich täglich einfacher mich hier zu orientieren und ein zu arbeiten!

Damit wars das für diese Woche! Kommentiert wie immer gerne und ich bedanke mich bei jedem, der diesen Blog regelmäßig liest! Folgt mir auch auf Instagram (@luca_ccr3), ich hoffe ihr habt es genossen!

Stay safe and stay healthy, bis nächste Woche!

Luca

 

 

 

Woche 2 – Aller Anfang ist schwer

Zitat der Woche: Oh ja, die Vergangenheit kann wehtun! Aber wie ich es sehe, läuft man entweder davon oder man lernt davon! (Rafiki aus „König der Löwen“)

Moin,

die erste Woche ist schon vorbei, wow das ging schnell! Sie war geprägt von verschiedensten Eindrücken und Erfahrungen, weshalb wir direkt loslegen.

Nachdem ich am Montag aufgestanden war, lag mein erstes Ziel nicht bei einer meiner beiden Schulen, sondern bei der Bank. Ich musste mir nämlich unverzüglich ein rumänisches Konto anlegen, da ich sonst nicht in der Lage gewesen wäre, meinen Behördengang am Dienstag anzutreten. Und so lernte ich am Montag um 9:00 Uhr morgens die Erste meiner beiden Freiwilligen-Kolleginnen kennen, Johanna. Diese führte mich noch schnell zu einem Bäcker, um mir sogenannte „Covrigs“ zu zeigen. Ein Covrig ist ein Hefegebäck mit Toppings wie Sesam, Mohn oder Mozzarella, ein absoluter Hit. Von da aus begaben wir uns direkt zur Bank und hatten dann eine sehr lange, aber gesprächige Wartezeit, da der einzige Mitarbeiter, der des Englischen mächtig war, eine Kundin bediente. Dummerweise war das nicht nur der einzig Englisch sprechende, sondern auch der langsamste Mitarbeiter. Falls sich jemand an den Film „Zoomania“ erinnern kann, er war wie das Faultier Flash. Als wir dann dran waren, wurde mir in einem langwierigen Prozess ein kostenloses Konto erstellt und mir eine Visa-Karte ausgehändigt. Den Rest des Tages war ich damit beschäftigt, mit Carol (ihr erinnert euch, mein Verantwortlicher) meine beiden Einsatz-Schulen kennenzulernen und mir einen groben Stundenplan zu erstellen. Ich lernte zudem die beiden Schulleiter kennen. Grob zu den Schulen: die Mesota-Schule liegt außerhalb der Altstadt und in der Nähe der neuen „AFI Mall“ (Rumänen lieben Malls) und die Honterus-Schule liegt in der Altstadt am Fuß der Schwarzen Kirche, dem Wahrzeichen der Stadt! Zudem kaufte ich mir eine furchtbar günstige Bus-Monatskarte, da ich hier primär den Bus nutze (mein Wohnheim liegt außerhalb der Altstadt).

Am Dienstag stand dann mein Behördengang an. Da die Behörde dafür bekannt ist, wenige Kunden in langer Zeit abzufertigen, begab ich mich sehr früh zum Gebäude, um mich dort mit Hilfe von Sophia, meiner zweiten Freiwilligen-Kollegin, registrieren zu lassen. In Rumänien ist es für Ausländer angebracht sich nach Einreise zu registrieren. Und so standen Sophia und ich in der Kälte vor der Behörde, damit ich daraufhin einige Formulare ausfüllen konnte und meine Dokumente vorzeigen musste. Zum Schluss bekam ich eine Quittung, mit welcher ich Mittwoch dann mein Registrationszertifikat abholen sollte. Inzwischen hatte dann auch der Tag begonnen und da die Behörde direkt neben der o.g. „AFI Mall“ lag, holten wir uns dort eine Stärkung. Außerdem wurde mir die in Rumänien dominante Supermarkt-Kette „Carrefour“ gezeigt! Dort gibt es eine Vielfalt an Lebensmitteln, aber auch verschiedenste Haushaltsgeräte. Ich kaufte mir dort eine Mandelmilch (ich wollte mal Pflanzenmilch ausprobieren, da ich eh noch keinen Kühlschrank hatte) und dann gingen wir nach Hause. Ansonsten passierte am Dienstag eher weniger. Carol und ich bestellten mir noch einen Kühlschrank und ich lernte unsere „Arbeitsbasis“ kennen, das Sprachlabor in der Honterus-Schule. Dieses liegt unter dem Dach und um es zu betreten, muss man einen Treppen-Marathon bestehen. Zum Glück arbeite ich primär von zu Hause aus.

Am Mittwoch war es dann soweit, ich war endlich in meiner ersten Unterrichtsstunde. Meine Hauptaufgabe hier im Unterricht ist es mit jeweils einer kleinen Gruppe von Schülern die Mündliche Kommunikation für das Deutsche Sprachdiplom zu üben. Das Diplom ist für Manche der Schüler sehr wichtig, da sie mit diesem Zugang zu deutschen Universitäten erlangen können. Ich war ziemlich aufgeregt, aber Alles verlief problemlos! Im Anschluss hospitierte ich noch bei Carol in einer sechsten Klasse. Ich war ein wenig erstaunt wie gut die Schüler Deutsch sprachen. Generell sind die Schüler an den Schulen dem Deutschen sehr mächtig, was meine Arbeit erleichtert. Leider aber ist in Kronstadt selbst, anders als gedacht, Deutsch nicht mehr wirklich vertreten, weshalb ich mich momentan noch primär mit Englisch durchschlage, das ist schon ein wenig ermüdend. Ansonsten holte ich noch mein Registrationszertifikat und mit Carol und seinem Dackel Papi meinen Kühlschrank ab. Abends war ich dann noch bei den Mädels (Johanna und Sophia). Das wirkliche Highlight des Tages war aber mein bestätigter Impftermin mit AstraZeneca am nächsten Mittwoch:).

Donnerstag verlief im Gegensatz zu den vorigen Tagen eher ruhig. Ich war Vormittags im Unterricht, machte Nachmittags Besorgungen wie einen Wäscheständer und ruhte mich aus. Durch die fremde Sprache und die neuen Eindrücke bin teils sehr erschöpft, weshalb mir das gut tat! Am Abend wurde natürlich mit Jannine GNTM geguckt. Generell telefonieren Jannine und ich immer abends, was für mich gerade in dieser schwierigen Anfangszeit eine riesige Stütze ist. Shoutout an dich an dieser Stelle, Jannine, ich bin dir sehr dankbar. Im Voraus von GNTM versuchte ich in einer der „Küchen“ des Wohnheims (Raum mit Spüle, Mikrowelle und Kochplatte) zu kochen, doch aufgrund meines schlechten Topfes (es löste sich die Innenbeschichtung) wurde das ein Debakel. Zudem musste ich erstmal quer durchs Wohnheim in den 3. Stock wandern (ich wohne im 1. Stock), um überhaupt einen freien Platz zu finden. Ich war nicht angetan.

Am Freitag war dann mein erster sogenannter „Office Day“. An diesem Tag werden jede Woche übrige Aufgaben erledigt und wir Freiwilligen sind nicht im Unterricht. Meine Aufgabe war es, den YouTube-Kanal der Honterus-Schule zu gestalten und zu verfeinern. Außerdem planten wir am Freitag eine Projektwoche im April. Ich werde in dieser Woche wirklich ein eigenes Projekt gestalten und dieses auf die Beine stellen. Das ist eine Challenge, aber ich freue mich drauf! Außerdem entschied ich mich am Freitag Nachmittag, nachdem ich mein Koch-Debakel reflektierte, mir eine Kochplatte fürs Zimmer zu zulegen, da ich nicht immer mein Essen bestellen möchte. Ich war ansonsten noch bei den Mädels und mir wurde die rumänische Fast-Food-Kette „Cartoffiserie“ vorgestellt, bei der es echt leckere Pommes gibt. Generell ist das Essen hier echt günstig und ich komme soweit sehr gut hin! Am Abend planten wir dann noch am Samstag Skifahren zu gehen, da es in der Woche wirklich sehr stark geschneit hatte (als ich ankam war es 13 Grad plus, lol). Voller Vorfreude ging ich dann ins Bett.

Samstag, Aufstehen, Losfahren. Ich freute mich innerlich sehr aufs Skifahren und so saß ich auf glühenden Kohlen im Auto nach Sinaia, dem angepeilten Skigebiet. Johanna und ich wollten dort ein paar Abfahrten machen, während Sophia mit ihrem Vater, der sie momentan besucht, das Schloss von König Carol 1. (nein nicht mein Verantwortlicher Carol) besichtigten. Als wir dann aber auf der Autofahrt die Webcams des Skigebiets in Sinaia beobachten, stand schnell fest, dass wir kein Skifahren würden. Das Gebiet war total überfüllt und aufgrund der Corona-Situation in Rumänien wollten wir absolut nicht an einem solchen Massen-Spreader teilnehmen. In Rumänien und besonders in Brasov sind die Zahlen momentan sehr hoch (ca. 200 Inzidenz landesweit, 429 Inzidenz in Brasov) und wir erwarten bald einen neuen Lockdown! Wir entschieden uns deshalb einfach mit das Schloss zu besichtigen, was sich wirklich lohnte. Ich bin wirklich kein Sightseeing-Typ, aber das war wirklich beeindruckend. Ich füge diesem Beitrag ein Bild des Innenhofes bei. Ansonsten genossen wir den restlichen Tag und ich fiel Abends (die Tour war ziemlich lang) geschafft ins Bett.

Heute schlief ich dann das erste Mal seit einer Woche aus und widmete mich ein wenig der Unterrichtsvorbereitung und machte meine erste Wäsche hier in Brasov (es lief gut). Der Tag war planmäßig ziemlich ruhig und ich nutzte ihn, um Kraft zu regenerieren. Das war nach dieser anstrengenden Woche auch echt nötig.

Ansonsten geht es mir soweit so gut. Ich beginne langsam mich zu routinierten und einzuleben. Ich kämpfe zeitweise mit Heimweh, da ich mich hier immer noch eher fremd fühle. Zum Glück nehmen mich Carol, Sophia und Johanna gut an die Hand und erleichtern mir somit wirklich meine Ankunft, sie sind neben Jannine eine gute Stütze. Trotz den Einrichtungsausgaben komme ich gut mit dem Geld klar, es ist echt saugünstig. Das Leben im Wohnheim funktioniert auch gut und ich kann mich eigentlich nicht beklagen. Ich bin somit weitesgehend zufrieden und verlasse mich auf die Zeit. Es ist aber wirklich krass dass ich nun die erste von 21 Wochen hier in Rumänien geschafft habe, irgendwie geht es doch ziemlich schnell. In der nächsten Woche setze ich meinen Fokus auf meine Impfung, die Arbeit in der Schule und die letzten Schliffe in der Einrichtung. Vielleicht kriege ich am Dienstag sogar nochmal die Chance einen Nachmittag lang Ski zu fahren.

Aber das war es nun erstmal für diese Woche. Der Eintrag ist ziemlich lang geworden, da wirklich viel passiert ist, mal sehen wie sich das entwickelt. Ich hoffe das Lesen hat Spaß gemacht! Folgt mir auch gerne auf Instagram (@luca_ccr3).

Kommentiert ansonsten gerne hier! Ich wünsche euch allen eine wirklich schöne Woche und bis nächsten Sonntag!

Luca

Schloss von Carol 1., Erster Herrscher Rumäniens.

 

Woche 1 – Vorbereitung und Ankunft

Zitat der Woche: Vielleicht hat der Pessimist am Ende des Weges Recht, doch auf dem Weg hat es der Optimist deutlich einfacher!

Hallihallo,

In der letzen Woche ist viel passiert. Noch bis Mittwoch hatte ich Online-Vorbereitungsseminar von kulturweit, ich konnte dort echt Einiges mitnehmen! Aber das Highlight der Woche geschah schon am Dienstag! Als um 13:15 Uhr endlich meine Freundin Jannine aus dem ICE stieg, war ich nämlich wieder komplett. In den darauffolgenden Tagen gab es dann ein/zwei letzte Begegnungen und am Donnerstag Abend (circa 36 Stunden vor Abflug) begann ich dann mit Jannine´s Hilfe oder eigentlich Jannine mit meiner Hilfe den Koffer zu packen. Erstmal Klamotten und am Freitag dann alle anderen Dinge.

Der letzte Tag in Berlin verging dann schneller als mir lieb war. Ich erledigte letzte Besorgungen, erhielt ein letztes Paket (Gymshark-Klamotten) und trank einen letzten Bubble-Tea. Dann sah ich noch meinen Kumpel Jordan kurz und verbrachte dann den Abend mit Jannine, meiner Familie und meinem besten Bro Basti. Erst spät waren dann Jannine und ich alleine und wir packten dann noch die letzten Sachen und verbrachten eine wirklich schöne, persönliche Zeit. Man sollte vielleicht wissen, dass Jannine und ich sowieso schon eine Fernbeziehung führen und meine Reise uns somit keine weiteren Probleme bereiten. Wir gingen spät schlafen (Mario Kart raubte uns noch ein wenig Zeit) und nach zu kurzer Schlafenszeit klingelte dann der Wecker zur Abreise.

Mein Flug ging um 10:45 Uhr und so erreichten meine Familie, Jannine und ich mit meinem Gepäck (Rucksack, Yogamatte und vollgepackter Koffer) um 8:45 den neugebauten BER-Flughafen. Die Anderen besorgten sich ein wenig Frühstück und ich wartete in der Check-In Schlange. Dann redeten wir alle noch ein wenig und ich nahm dann von meiner Familie Abschied. Jannine brachte mich dann noch zur Sicherheitskontrolle und dann nahmen auch wir (vielleicht mit ein paar Tränen) Abschied.

Dann ging Alles etwas schneller und kurze Zeit später saß ich im verspäteten Flug nach Frankfurt am Main. Dort stieg ich dann unter Hetze um und irgendwie landete ich dann echt schnell in Bukarest (zugegeben habe ich auch die meiste Zeit geschlafen). Die Flüge waren, obwohl sie ausgebucht waren (danke sagt Corona), sehr angenehm, war ja auch Lufthansa.

Die Einreise lief vollkommen problemlos und dann saß ich auch schon im Auto nach Brasov (die Stadt liegt 2,5 Stunden über Bukarest) mit meinem kulturweit-Verantwortlichen Carol. Die Fahrt war aufgrund der Länge und der Serpentinen ein wenig anstrengend, aber damit kam ich klar. In Brasov angekommen kauften wir schonmal die ersten Dinge für mein Zimmer und holten die Schlüssel ab. Ich wohne hier im Studentenwohnheim und bin trotz der eigentlich eher mangelhaften Küche sehr zufrieden. Ich habe ein warmes Bett, einen großen Arbeitsplatz und genügend Schränke Der Preis ist sowieso legendär und es ist gut angebunden, soviel auch erstmal zu meiner Wohnsituation.

Der letzte Stop des Tages (es war bereits 21:00 Uhr in Rumänien, welches eine Stunde vor Deutschland liegt) war dann Carols Wohnung, wo wir noch etwas aßen. Lustigerweise war mein erstes Gericht in Rumänien eine Pizza mit ungarischer Wurst. Um 22 Uhr (dann ist hier in Brasov Ausgangssperre) war ich dann im Wohnheim und nach einem schönen Telefonat mit Jannine ging ich dann das erste Mal alleine wohnend und erschöpft schlafen.

Mein erstes Erwachen in Rumänien erfolgte morgens um 8:45 Uhr durch Durst und Sonnenschein. Doch ich schlief wieder ein und dann war es schon 12:00 Uhr. Ich stand auf und machte mich auf den Weg zu Kaufland, um (eigentlich nur um die grundlegendsten Sachen zu Kaufen) einzukaufen.

Der Laden war, obwohl es Sonntag war, echt voll und zum Glück hatte ich eine FFP2 Maske auf. Aus dem geplanten „kleinen Einkauf“ wurde schnell ein Großeinkauf, da es dort auch eigentlich alles, was ich eh noch brauchte, gab. Beispiele hierfür sind: Waschmittel, Shampoo, Fön, Pfanne, Klopapier und Zewa. Am Ende ging ich mit einem verhältnismäßig Top-Preis raus und trug Alles nach Hause, um Sport zu machen.

Daraufhin quatschte ich wieder mit Jannine und bestellte mir essen (Lieferando funktioniert). Das Duschen ging auch total klar, obwohl es Gemeinschaftsduschen sind, und mein Essen war sehr lecker (Hähnchen mit Salat). Eigentlich wollte ich noch in die Altstadt, aber als ich hörte diese sei sehr voll, blieb ich hier und entspannte ein wenig. Aufgrund der Höhenluft (Brasov liegt in den Bergen) war ich eh eher erschöpft. Ich plante noch den morgigen Tag und telefonierte dann noch mit meinen Eltern und Jannine, bevor ich anfing dies hier zu schreiben.

Abschließend schildere ich kurz und stichpunktartig meine ersten Gedanken zur Rumänien/Brasov:                                                                                                                                     Das Land ist außerhalb der Städte eher verarmt und es gibt einige Straßenhunde; das Verkehrssystem ist ein pures Chaos; Rumänen scheinen ein nettes und einfaches Volk zu sein; Brasov an sich ist trotz der Industrie in den Randgebieten sehr schön; die Corona-Maßnahmen in Deutschland sind ein wenig besser; ich freue mich, obwohl ich mich hier sehr fremd fühle auf viele tolle Erfahrungen.

In der nächsten Woche werde ich die Stadt und meine Freiwilligen-Kolleginnen kennenlernen und beginnen mich hier einzuleben. Die letzten Besorgungen werden dann auch gemacht und die Behördengänge auch absolviert.

Das wars aber erstmal für heute. Ich hoffe dir oder euch hat dieser Eintrag gefallen und ich bedanke mich fürs lesen. Lass gerne einen Kommentar da und folge mir auch auf Instagram (@luca_ccr3), falls du das noch nicht tust. Bis nächste Woche und mach’s gut!

Luca

Blog-Informationen

Moin,

Ich werde in diesem Blog meine Erfahrungen und Geschichten über meine Reise nach Brasov/Rumänien veröffentlichen. Auch poste ich immer ein Zitat, welches mich wöchentlich beschäftigt, und möglicherweise eine Datei/ein Bild! Das Ganze geschieht wöchentlich und ich hoffe ich kann euch damit ein wenig bereichern 🙂 Danke für dein/euer Interesse, wie auch immer ihr hier her gekommen seid.

Folgt mir gerne und kommentiert fleißig!

Luca