{"id":847,"date":"2020-01-02T10:05:21","date_gmt":"2020-01-02T04:05:21","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/?p=847"},"modified":"2020-01-02T10:05:21","modified_gmt":"2020-01-02T04:05:21","slug":"australische-adventszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/2020\/01\/02\/australische-adventszeit\/","title":{"rendered":"Australische Adventszeit"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Es ist ein Adventskalender!<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Ich will ehrlich sein &#8211; zum Great Barrier Reef zu fahren, ja die ganze EastCoast war eigentlich nicht Teil meines Wunsch-Programms. Aber zwei Wochen allein in Melbourne rumgammeln und dort einfach nur auf Anton warten, wollte ich nun auch nicht. Also entschied ich spontan, noch w\u00e4hrend der Perth Tour, die australische Ostk\u00fcste zu bereisen. Beraten lie\u00df ich mich daf\u00fcr via WhatsApp von einer Reiseagentin &#8211; wobei die Beratung eher so aussah, dass sie mir Dinge vorschlug und ich \u201cJa und Amen\u201d sagte &#8211; bis auf einen Zoobesuch, den tauschte ich eine Surfstunde ein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">So ging es also am Samstag in der Fr\u00fch f\u00fcr mich von Melbourne nach Cairns. Da Ryan schon am Freitagabend zur\u00fcck nach Hamburg flog, verbrachte ich die ganze Nacht am Flughafen. Was soll ich sagen, es gibt schlimmeres, aber definitiv auch erholsameres als allein 12h in einem Flughafen zu chillen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">In Cairns angekommen durfte ich mal wieder meine Uhr umstellen. Cairns befindet sich theoretisch in der gleichen Zeitzone wie Melbourne und Sydney, aber die Spa\u00dfv\u00f6gel in Queensland halten nicht viel von der Sommerzeit und somit befinde ich mich zwar \u00f6stlicher als die beiden heimlichen Hauptst\u00e4dte Australiens und h\u00e4nge trotzdem eine Stunde hinterher. Nach Deutschland sind es damit wieder neun Stunden Unterschied.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Womit Cairns schon einmal hervorsticht ist, dass es keinen \u00f6ffentlichen Bus vom Flughafen ins Stadtzentrum gibt. Die 4km k\u00f6nnen entweder mit einem Taxi, Uber, Ho(s)telshuttle oder dem Fahrrad bestritten werden. Oder man ist so clever wie Sophie, darf sowieso noch nicht im Hostel einchecken und hat Freude an der prallen Sonne. Dann kann man nat\u00fcrlich ganz entspannt auf dem Seitenstreifen\/ Radweg entlang spazieren. Wobei ich betonen m\u00f6chte, dass noch eine andere Person auf diese Idee gekommen ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Cairns an sich ist eine mittelgro\u00dfe Stadt direkt am Wasser, die vor allem vom Tourismus lebt &#8211; What a surprise ??\u200d\u2640 Von hier aus starten die Touren zum Great Barrier Reef und in den Regenwald und bei 30 Grad ist ein Hostel eigener Pool und die dazugeh\u00f6rige Bar nat\u00fcrlich obligatorisch. Wie eigentlich \u00fcberall, scheinen die Deutschen zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegen zu sein, gefolgt von franz\u00f6sischen Touris. Und wer auf der Suche nach schnellen Kontakten ist wird easy peasy gl\u00fccklich. Daf\u00fcr fehlt mir jedoch leider leider die Zeit &#8211; denn wie sollte es anders sein, meine Tage sind gut durchgeplant.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Dank meines Reise Engels fand ich mich heute auf einem Bootsausflug zum Great Barrier Rief wieder. Wobei ich keine wirklich Vorstellung hatte, was mich erwartet. Soll hei\u00dfen, ich hatte zwar Badesachen dabei und mich auch aufs Schn\u00f6rkeln eingestellt, bin jedoch \u00fcberhaupt nicht davon ausgegangen, heute zum ersten Mal in meinem Leben zu Scooper Dooper Tauchen ? Um mich kurz zu fassen &#8211; ich landete doch mit Luftflasche auf dem R\u00fccken im Wasser und hatte bei der ersten Runde so viel Freude, dass ich nochmal drauf legte und beim zweiten Mal ganze 40 Minuten unter \u201cAufsicht\u201d Korallen und Fische und das tiefe blaue Wasser bestaunen konnte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Bei dieser Ruhe und Schwerelosigkeit und dem mal wieder aufkommenden Freiheitsgef\u00fchl kann ich verstehen, warum Leute so vernarrt ins Tauchen sind. Diese fremde und zugleich auch vertraute neue Welt hat etwas magisches. Einerseits sind die Farben so matt und gr\u00e4ulich schimmernd und andererseits strahlen zwischendurch immer wieder Lebewesen und Pflanzen in leuchtenden Aquamarin, Grellgr\u00fcn, Orange (Nemo gefunden), tiefem Rot hervor.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Da ich auch schnorcheln war, m\u00f6chte ich behaupten, dass man \u00e4hnlich Erfahrungen, auch von der Wasseroberfl\u00e4che ausmachen kann &#8211; aber die N\u00e4he zum Rief machte das Erlebnis atemberaubend. Auch, wenn es nicht erlaubt ist die Korallen und Fische anzufassen &#8211; Merke: Wir sind in Australien und alles was wir anfassen kann UNS zur\u00fcck \u201canfassen\u201d und dabei wahrscheinlich einen noch besseren Job als wir machen. &#8211; nur Zentimeter von diesen Sch\u00f6nheiten entfernt zu sein, die sich durch nichts in ihrer Ruhe und ihrem Treiben st\u00f6ren lassen, ist bezaubernd. ?????\u200d\u2640<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Mit diesem traumhaft anscheinenden Tag sehe ich den anstehenden zwei Wochen zuversichtlich entgegen. Manche m\u00f6gen es schon wissen, im Grunde bin ich gerade etwas reisem\u00fcde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Noch in Perth, also an der Westk\u00fcste, kam in mir wieder dieses Gef\u00fchl auf, dass ich f\u00fcrs erste genug Erfahrungen getankt habe. Ich wei\u00df kaum noch, wie ich die ganzen Eindr\u00fccke sammeln und abspeichern soll. Manchmal sagt eine Stimme in meinem Kopf: \u201cEs reicht. Du hast so viel aufgenommen, so viel gesehen, diesen Luxus in langen Busfahrten genossen, nun ist es Zeit nach Hause zu gehen und wieder \u2018normale\u2019 Luft zu atmen.\u201d Doch kurz danach sage ich mir selber, dass das alles schon so passt. Das sind meine vier Monate zum Reisen und Erleben, eine Zeit, die \u00fcber die Jahre sicher wieder verschwimmen wird, so wie auch meine geliebten russischen Abenteuer. Manches und auch einige Personen werden h\u00e4ngen bleiben und anderes wird von den Winden der Zeit verweht. Doch reicher werde ich am Ende sicherlich sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die f\u00fcr mich wichtigste Erkenntnis der letzten Wochen ist wahrscheinlich diese: Egal wo auf der Erde, am Ende ist doch alles sehr \u00e4hnlich. Eine Stadt ist immer eine Stadt, ein wundersch\u00f6ner Strand ist ein traumhafter Strand ganz gleich von welchen Wassern er umspielt wird und unber\u00fchrte Natur ist immer atemberaubend. Und am wichtigsten, Menschen sind \u00fcberall Menschen, unabh\u00e4ngig von ihrer Sprache, Kultur und ihrem Aussehen. Um also sch\u00f6ne und spannende Orte und Dinge zu sehen, kann ich einmal auf die andere Seite der Welt fliegen, muss ich aber nicht. Ich kann auch einfach nach Hiddensee und dort sogar nackt ins Wasser h\u00fcpfen. Ich kann mir eine neue alte Stadt in Europa suchen und mit der Bahn dorthin tuckern und ich kann durch russische W\u00e4lder wandern, die so einsam darlegen, wie in alten M\u00e4rchen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Um diese die Erkenntnis zu gewinnen musste ich erst einmal durch die halbe Welt reisen und sicher wird es mich auch noch nach Lateinamerika, Amerika, China, Vietnam und in andere kleine und gro\u00dfe L\u00e4nder ziehen, wo ich mit gro\u00dfer Freude die Gemeinsamkeiten zwischen den Unterschieden bestaune und mich an ihnen erfreue. Ich glaube, genau deshalb sollten wir reisen, um zu verstehen, dass wir doch alle eins sind &#8211; Menschen, und das es sich \u00fcberall gut sch\u00f6n und gut leben l\u00e4sst, solange die Bereitschaft besteht, mit den Dingen zu gehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Doch damit erst einmal genug herum philosophiert ? Ich muss mir ja auch noch was f\u00fcr die kommenden 23 Tage \u00fcbrig lassen.<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Gr\u00fc\u00dfe aus dem \u00e4ltesten Regenwald der Welt.<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"3\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Tag f\u00fcr Tag<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Sonntag Great Barrier Reef, Montag Regenwald, Dienstag Busfahrt. Ein Highlight jagt das n\u00e4chste. Und wenn frau gewillt ist, kann sie die Busfahrt tats\u00e4chlich als ein Highlight betrachten: Endlich mal wieder Zeit um durchzuatmen und aus dem Fenster zu schauen. Die Vegetation, die sich mit pr\u00e4sentiert unterscheidet sich von dem, was ich bis jetzt auf meinen Landes Erkundungstour gesehen habe. Sie ist Teil des Regenwaldes, durch welchen ich gestern\u00a0 noch stromerte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0Wenn ich gestern richtig zugeh\u00f6rt habe, dann macht der Regenwald \u201dnur\u201d einen Prozent der australischen Fl\u00e4che aus, wobei auch hier wieder gilt: Australien ist sehr sehr gro\u00df. Die Nord-S\u00fcd-Ausdehnung betr\u00e4gt 3138 km und die Ost-West-Ausdehnung 3983 km &#8211; um mal mit ein Paar Zahlen um mich zu schmei\u00dfen. Deutschland w\u00fcrde ca. 21 mal in Australien passen! Wobei ich zugeben muss, dass Russland, Kanada, die USA, China und Brasilien noch gr\u00f6\u00dfer sind.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Im Regenwald f\u00fchlte es sich an, wie in einem riesigen Tropenhaus, nur halt ohne Dach \u00fcber dem Kopf und best\u00fcckt mit nat\u00fcrlichen Pools und Wasserf\u00e4llen. Und Bananenb\u00e4umen! So kam ich gestern zu dem Luxus frische Bananen zu essen ? die irgendwie s\u00fc\u00dfer und dicker und kleiner und weicher und irgendwie anders waren, als die Bananen die ich sonst so kaufe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Zur\u00fcck zum Regenwald und seiner Freundin, dem Great Barrier Reef. ? ? Das diese zwei, jeweils als Weltkulturerbe ausgezeichnete Ph\u00e4nomene, direkt nebeneinander liegen ist kein Zufall. Sie bedingen und unterst\u00fctzen sich wie das Dreamteam schlechthin. Wenn die Bakterien des Rief warm und gl\u00fccklich sind, produzieren sie Wolkenmassen direkt \u00fcber dem Wasser, welche das Rief vor der Sonne sch\u00fctzen. Von Winden umweht regnen sich die Wolken im Sommer \u00fcber den W\u00e4ldern an der K\u00fcste ab. So kommt der Regenwald auf seine Kosten. Wenn das abgek\u00fchlte Regenwasser letztendlich wieder ins Meer flie\u00dft, bleibt auch das Rief k\u00fchl und gesund. Bei anhaltenden ausgiebigen Regenzeiten besteht somit die Hoffnung, dass sich das Rief wieder regeneriert und neue Korallen nachwachsen. Da freuen sich die Fischies ????????<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Magnetic Island &#8211; Finde den Koala<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: center\" start=\"5\">\n<li><b> T\u00fcrchen \u2013 Inselblick<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"6\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; On the water<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Wir sitzen in der Abendsonne und lassen uns von den Wellen wiegen. Umspielt von Musik, Wind und Lebensgeschichten warten wir auf den Sonnenuntergang. Zwei Tage und eine Nacht auf dem Segelboot. 13 Menschen und keine Flucht. Wohin sollten wir auch fl\u00fcchten wollen. Die Luft ist warm und frisch zugleich und es verspricht eine Nacht voller Sterne zu werden. Wer will darf drau\u00dfen auf dem Deck schlafen und etwas Sch\u00f6neres gibt es wohl kaum. In der Theorie.<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; On the Road again<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Obwohl mein Blut noch im Takt der Wellen rauscht, tuckert der Bus schon wieder vor sich hin und \u00fcbers Land. In 15 Stunden wirft er mich in der n\u00e4chsten Hafenstadt ab, nur dass diese dann auch wirklich einen Strand hat an dem man sich nicht vor Haien und Krokodilen h\u00fcten muss. Beide habe ich inzwischen schon gesehen, wobei nur den Hai im Wasser &#8211; einen Kleinen, 2 Meter von mir entfernt. Irgendwie niedlich und genauso beeindruckend wie die 1&#215;1 Meter gro\u00dfen Rochen, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Und w\u00e4hrend sich drau\u00dfen mal wieder die Sonne verabschiedet, denke ich an wei\u00dfe Str\u00e4nde und Teddy-Sand.<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen \u2013 Gestrandet<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<ol style=\"text-align: center\" start=\"9\">\n<li><b> T\u00fcrchen &#8211; Great Sandy National Park\/ K\u2019gari\/ Fraser Island<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"10\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Still on the Island<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Mal abgesehen von der beeindruckenden Natur, den nat\u00fcrlichen Pools und Seen, den pl\u00f6tzlich auftauchenden, friedlichen Sandd\u00fcnen und W\u00fcste, den Fischen, Haien, Schildkr\u00f6ten, Rochen, Dingos und ganz besonders seltenen Vogelarten\u2026 mein Highlight des Tages war, dass ich mich hinters Steuer getraut habe und \u00fcber den Tag verteilt, mehr als eine Stunde \u00fcber Sand und Stein, vorbei an Wellen und S\u00fc\u00dfWasserbecken, teilweise mit 70kmh den Strand entlang d\u00fcsen durfte!<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"11\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Wieder in der Zivilisation<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Aber bevor es aufs Festland ging, sind wir noch ein wenig durch den Regenwald (der auf Sand bl\u00fcht und gedeiht! ?) gefahren. Ton ab!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Lake Mckenzie ???<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"12\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Es nennt sich nicht umsonst Auslandssemester!<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Eigentlich wollte ich heute von meiner Surfstunde berichten, aber bevor alle denken, dass ich hier nur zum Vergn\u00fcgen bin&#8230; teile ich lieber meine Abschlussnoten!<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"13\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Regengl\u00fcck<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Von Natur pur in den Badeort und weiter in die Stadt. Schritt f\u00fcr Schritt arbeite ich mich zur\u00fcck nach Melbourne. Doch bevor ich am Sonntag wieder ins Flugzeug steige, ging es heute nach Brisbane. Und hier sitze ich nun, verstecke mich unter einer Bushaltestelle vor dem Regen, h\u00f6re durch die Musik den Donner und sp\u00fcre durch meine Sandalen dicke Tropfen. Es ist mein erster Regen seit genau zwei Wochen. Ich muss sagen, dass mich der Regen gl\u00fccklich macht, auch, oder gerade\u00a0 weil die Wassermenge, die Blitze und das Zusammenspiel von dicken Tropfen und Donner bemerkenswert sind. Und von einer Sekunde auf die andere wird die Stra\u00dfe vor mir zum Fluss und ich bin zur\u00fcck in der Natur. Es regnet so stark, dass mein Kleid trotz Daches klitschnass ist und ich Angst habe, dass das Buch, das ich mir eben erst in einem Restaurant ausgeborgt habe, den Tag nicht \u00fcbersteht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">W\u00e4hrend sich die Leute kaum trauen aus dem Bus zu steigen, muss ich aufh\u00f6ren zu schreiben und verstecke mich in der tiefsten Ecke der Haltestelle. Es ist ein Sommergewitter gemacht f\u00fcr Filme.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Doch so langsam lichten sich die Wolken und es wird wieder heller. Mit etwas Gl\u00fcck kann ich in ein paar Minuten weiter schlendern , ohne Plan, aber daf\u00fcr im Takt der Musik.<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"14\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Waschtag<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Heute war Waschtag. Wobei Waschtag nicht bedeutet, dass ich endlich mal den Weg unter eine richtige Dusche gefunden habe &#8211; anstatt in Seen und Ozeane zu h\u00fcpfen &#8211; das war gestern schon der Fall. Beim Waschtag geht es der W\u00e4sche an den Kragen. W\u00e4sche waschen, wenn man nur mit einem kleinen Rucksack unterwegs ist, ist ein St\u00fcck Arbeit mit mehreren Akten. Zuerst einmal hei\u00dft es Waschmittel aufzutreiben. Dieses kann entweder im Waschraum \u201causgeborgt\u201d werden, wo es allein und ohne sichtbaren Anspruch liegt, oder man nimmt Haar Shampoo, welches in der For Free Ecke steht, oder das notwendige Gut wird ganz simpel an der Hostel Rezeption f\u00fcr zwei Dollar erworben. Gibt es freie Waschmaschinen k\u00f6nnen die n\u00e4chsten Schritte in Angriff genommen werden. Dann werden Maschinen anh\u00e4ngig mehrere ein oder zwei Dollar M\u00fcnzen geopfert und nat\u00fcrlich alle alle alle Sachen zusammen gesucht, die sich darauf freuen, endlich wieder frisch und bunter zu sein. Meistens betrifft das auch die Kleidungsst\u00fccke, die man bzw. Sophie gerade tr\u00e4gt. In diesem Fall k\u00f6nnen T\u00fccher zu Oberteil und Rock umfunktioniert werden. Mit etwas Gl\u00fcck reichen das Geld und die Gegebenheiten dazu, die W\u00e4sche gleich noch fix zu trocknen. Manchmal geht das aber auch dank der Sommerhitze recht schnell. Das klingt vielleicht alles ziemlich einfach, doch im Hotelalltag kann das Ganze auch mit K\u00e4mpfen gegen die Zeit und andere waschw\u00fctige Menschen verbunden sein. Da ich das Spiel heute erfolgreich \u00fcber die B\u00fchne bringen konnte, darf ich meinen Rucksack morgen gef\u00fcllt mit gut riechender W\u00e4sche nach Melbourne einfliegen. Zur Erleichterung aller Anwesenden.<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"15\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen \u2013 Weihnachts Wahnsinn<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">F\u00fcr einen Weihnachtsbaum braucht es keine Minusgrade oder Schnee &#8211; und ich meine, wann hatten wir das letzte Mal Schnee zu Weihnachten ?!\u00a0 Viel wichtiger ist der richtige Badezusatz! Auch wenn es im Hostel keine Badewannen gibt\u2026 Und nat\u00fcrlich darf es auch an passenden Schuhen nicht fehlen ? Cheers ?<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"16\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Vertrautes und Fremdes<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Heute ist ein St\u00fcck Heimat in Melbourne gelandet&#8230; Personifiziert durch Anton &#8211; meinen Marathon Partner und Kino und \u201eLass mal was essen gehen\u201c Kumpel! Das haben wir gefeiert, in dem wir durch die Stadt spaziert sind, im Kino und was essen waren. ??????<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Und gerade als ich dachte, dass ich gar nicht wei\u00df, wovon ich heute so wirklich berichten soll, sind uns ein paar kleine Wesen \u00fcber den Weg gelaufen! Zum Gl\u00fcck haben Ryan und ich in Tasmanien kein Extra Geld bezahlt, um diese kleinen Wackeldackel zu sehen &#8211; wo sie doch \u00fcberraschender Weise frei und wild im Melbourner Hafen leben! ? ? ?<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"17\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Gute Nacht Geschichten<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Im Gro\u00dfen und Ganzen konnte ich in den letzten sieben Wochen, die ich nun schon reisend durch Australien tingel, recht gute Hostel Erfahrungen sammeln. Mal teilte ich mir das Zimmer mit drei, f\u00fcnf oder sieben anderen Reisenden, mal nur mit Frauen und manchmal bunt gemischt. Die letzte Nacht fiel da vom Anregungsgrad definitiv aus der Reihe und ist allein deshalb eine Geschichte wert:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Nachdem um ein Uhr die Musik der Hoteleigenen Bingo-Party ausging, schaute einer unserer zwei Mitbewohner, mit weiblicher Begleitung und klarer Absicht im Zimmer vorbei. Nach freundlicher, aber direkter Ansprache meinerseits, verzogen sich die beiden dankenswerter Weise wieder. Etwas sp\u00e4ter kam selbiger Herr friedlich zur\u00fcck und schlief recht schnell ein &#8211; jedoch nur, um um halb drei Uhr morgens im Halbschlaf ans Bett zu pinkeln. Richtig gelesen! Aufgewacht durch ein pl\u00e4tscherndes Ger\u00e4usch und Antons erfolglose verbale Versuche das Geschehen zu stoppen, versuchte ich erst einmal das Ganze zu ignorieren. Doch als unser Zimmergenosse keine zwei Minuten sp\u00e4ter wieder friedlich im Bett lag, von seinem Kumpel, dem das andere Bett geh\u00f6rte keine Spur, und, bis auf die Pf\u00fctze auf dem Teppichboden, alles beim Alten war, entschied ich mich dann doch bei der Hostel Rezeption vorbei zu schauen. So ging es im Halbschlaf mit Treppe und Fahrstuhl runter und sp\u00e4ter in Begleitung wieder hoch. Aufgrund der Situation und des sich langsam entfaltenden Aromas, durften Anton und ich umziehen. Der Luxus eines Hochbettes im Privatzimmer ist schon nicht schlecht, aber eine Nacht durchschlafen h\u00e4tte uns beiden sicherlich auch gut getan.<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"18\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Ein letzter Tag in Melbourne<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Berlin! Berlin! Wir waren in Berlin &lt;3 Beziehungsweise spazierten wir heute ins Stadtzentrum von Melbourne und besuchten eine Bar mit dem wundersch\u00f6nen Namen Berlin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Recht am\u00fcsant ist, wie die Bar zu ihrem Namen kam:\u00a0 Als der Bar Besitzer den vorderen, sehr edel eingerichteten Raum der Bar fast fertig hatte, fiel im auf, dass auch das Geld beinahe aus war. Also entschied er kurzer Hand, den hinteren Raum als Ost-Berlin zu bezeichnen, w\u00e4hrend der vordere Teil zum \u201cWesten\u201d wurde. Selbstverst\u00e4ndlich sa\u00dfen wir im viel gem\u00fctlicheren Ost Berlin, auf einem Hostelbett und in Gesellschaft von Stalin und Lenin. Was h\u00e4tten wir uns mehr w\u00fcnschen k\u00f6nnen?<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"19\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Uuuuuu Uuu Uluru<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die Nachricht des Jahres: Ein riesengro\u00dfer Stein im Nirgendwo &#8211; bekannt daf\u00fcr, dass man auf ihn klettern kann &#8211; wird geschlossen. Aus der Ferne \u2013 Und nah dran. Aber etwas trocken bei 42 Grad im Schatten&#8230;<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"20\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Alles rot<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"21\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Netzlos<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die Mitte Australiens hat einiges zu bieten &#8211; Steine und Canyons mit Weltkulturerbestatus, Temperaturen \u00fcber 40 Grad m, bzw. um die 30 Grad bei Nacht, Sandst\u00fcrme, Salzseen, Kamele, Menschen scheue Dingos und Pflanzen, die heilend wirken. Die rote W\u00fcste ist schon seit mindesten 35 tausend Jahren Heimat der aboriginal People &#8211; auch wenn diese um die f\u00fcnfzig Jahre aus ihr vertrieben wurden und lange k\u00e4mpfen mussten, bis sie ihr Land wieder pflegen und h\u00fcten durften. Noch heute befinde sich einige ihrer heiligen St\u00e4tten auf \u201cPrivateigentum\u201d wei\u00dfer Siedler, so dass sie von diesen angeschnitten sind. Immerhin lernten die white fellows in den letzten Jahren das alte Wissen sch\u00e4tzen und vertrauen langsam mehr und mehr auf Jahrtausende lang erprobte Praktiken &#8211; wie z.B. das kontrollierte Abbrennen der Flora.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Nach drei Tagen im Funkloch, sind Anton und ich heute in Alice Springs angekommen, der Stadt mit der besten Lage zu den sch\u00f6nsten australischen Str\u00e4nde &#8211; nur halt auch von allen ziemlich weit entfernt. Der Stadt in der Mitte &#8211; einer Stadt, die aus einer Telegrafenstation entstand, vom Tourismus lebt und an diesem zugrunde geht. Aber dazu vielleicht sp\u00e4ter mehr. Wir freuen uns jetzt erst einmal, dass wir morgen nicht schon um 4 Uhr aufstehen m\u00fcssen, um noch vor dem Sonnenaufgang auf dem Canyon zu sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Ich muss zugeben, fr\u00fch Aufstehen lohnt sich schon.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Und wenn es dann noch drei Tropfen regnet, f\u00fchlt man sich von der Natur beschenkt.<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"22\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Zwischen den Zeiten<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"23\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Eine Autofahrt ist lustig<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0Wir machen einen Roadtrip und nehmen mit: 50 Liter Wasser, unz\u00e4hlige N\u00fcsse, Unmengen an Obst und Gem\u00fcse, zwei Schlafs\u00e4cke, was man sonst noch alles so gegen den Hunger braucht und &#8211; ganz wichtig &#8211; ein Auto.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Wie es sich f\u00fcr eine sechst\u00e4gige Tour geh\u00f6rt, tauften wir unseren roten Bully gleich nach den ersten Kilometern auf den Namen Tukkatukka Olaf Lammler-Sicht, kurz Stichi.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Bevor wir Stichi und damit mich jedoch f\u00fcr die ersten dreihundert Kilometer auf die Stra\u00dfe loslie\u00dfen, legte uns der Autovermieter noch folgende Ratschl\u00e4ge ans Herz: unbedingt Wassermassen mit zu nehmen, nicht \u00fcber 100 km\/h zu fahren und ja nicht bei Nacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Wovon der gute Herr uns nichts erz\u00e4hlte, fanden wir dann selbst an der Grenze zwischen Nord- und S\u00fcd Australien heraus. Dank Quarant\u00e4nevorschriften schnippelten wir uns dort einen vor abendlichen Obstsalat. Denn frisches Obst und Gem\u00fcse d\u00fcrfen die Grenze nicht \u00fcberschreiten. Ausnahme: Mein lebensnotwendiges Kilo Mohrr\u00fcben ? Nachdem wir auch noch eine Gurke, Paprikas und Tomaten verputzt hatten, schmuggelten wir todesmutig vier \u00c4pfel und drei Bananen \u00fcber die Grenze.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Danach d\u00fcsten wir Gangster-m\u00e4\u00dfig mit 120 km\/h den Steward Highway entlang.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die Nacht holte uns trotzdem ein und inzwischen fahren wir durch das stockfinstere Nichts. W\u00e4hrend ich mit nur noch 80 km\/h versuche keine Kaninchen und K\u00e4ngurus zu \u00fcberfahren, hilft Anton mir mit diesem Eintrag.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">\u00a023.08 Uhr &#8211; Dass wir nach 685 km und insgesamt 10h Fahrt heil am Etappenziel Coober Pedy angekommen sind, zeigt die Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ol start=\"24\">\n<li style=\"text-align: center\"><b> T\u00fcrchen &#8211; Alles hat ein Ende<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0Heute ist der 24. Dezember und damit Heilig Abend. Irgendwie komisch. Denn auch wenn hier Messen in Kirchen stattfinden, B\u00e4ume geschm\u00fcckt sind, die Stra\u00dfen hell leuchten und ab und zu mal ein Weihnachtsmann um die Ecke schaut &#8211; es f\u00fchlt sich doch recht surreal an. Trotzdem g\u00f6nnen wir uns zur Feier des Tages ein Hotelzimmer in Adelaide &#8211; aber auch, weil wir keinen Schlaf-Parkplatz in der Stadt finden konnten und nach 850km nicht noch weiter fahren wollten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Als ich so aus Neugier den Fernseher anmachte, landete ich bei den Nachrichten, die sich vor allem mit dem australischen Wetter besch\u00e4ftigten: Unbez\u00e4hmbare Buschfeuer im S\u00fcden &#8211; aufgrund des rekordhaft trockenen Sommers, vermengen sich mit \u00dcberflutungs- und Sturmwarnungen im Osten und Westen. Es bleibt ein Land der Extreme.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">W\u00e4hrend einige Australier und Australierinnen ihre Feiertage Feuer l\u00f6schend oder ohne eigenes Dach \u00fcber dem Kopf verbringen, d\u00fcsen wir munter durch die trockene Landschaft. In vier Tagen sind wir in Melbourne und dann in Sydney und dann geht es f\u00fcr Anton auch schon wieder nach Berlin. Mir bleibt noch der halbe Januar bevor es f\u00fcr sechs letzte Wochen nach Neuseeland geht und dann komme ich endlich wieder nach Hause. Alles hat ein Ende &#8211; und das ist auch gut so.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Fr\u00f6hliche Feiertage ?<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>T\u00fcrchen &#8211; Es ist ein Adventskalender! Ich will ehrlich sein &#8211; zum Great Barrier Reef zu fahren, ja die ganze EastCoast war eigentlich nicht Teil meines Wunsch-Programms. 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