{"id":797,"date":"2019-08-05T11:57:15","date_gmt":"2019-08-05T05:57:15","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/?p=797"},"modified":"2019-08-05T11:57:15","modified_gmt":"2019-08-05T05:57:15","slug":"es-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/2019\/08\/05\/es-geht-weiter\/","title":{"rendered":"Es geht weiter"},"content":{"rendered":"<p>Sydney, Surry Hills, Wohnzimmer 05.08.2019 14.45 Uhr<\/p>\n<p>Leute, Leute, wie die Zeit vergeht. Schon sind es zwei Wochen, schon f\u00fchlt es sich wie Alltag an\u00a0 und schon habe ich das Gef\u00fchl, seit Ewigkeiten hier zu sein. Und das im guten Sinne. Ich habe meine Routinen entwickelt. Aufstehen, zwischen 8 Uhr und 10 Uhr, etwas Bewegung, Fr\u00fchst\u00fcck und dann raus \u2013 entweder in die Uni, oder in die Bib, oder einfach nur spazieren. Zuhause selber Mittag kochen, oder etwas im Voraus gezaubertes essen und dann weiter flei\u00dfig sein, in welcher Art und Weise auch immer. Meistens bin ich dann besch\u00e4ftigt, bis es dunkel ist und wenn ich nicht schon Zuhause bin, folgt ein sch\u00f6ner Spaziergang, oder ab heute\u2026 eine PoleDance Stunde! Abends schnippel, oder koche ich wieder, schaue einen Film, oder lese, oder telefoniere, oder quatsche mit den M\u00e4dels, die meistens schon Zuhause sind, wenn ich aufkreuze. Zwischendurch darf eine Kater-Knuddel-Einheit nat\u00fcrlich nicht fehlen, gerne 30 Minuten oder l\u00e4nger.<\/p>\n<p>Am Samstagvormittag waren Toni, Alice und ich zusammen auf dem n\u00e4chstgelegenen monatlich stattfinden Second-Hand\/ Vintage Markt. Dort gab es viele bunte, alte und nigelnagelneue Sachen und es herrschte guter Trubel. Im Anschluss setzten wir uns noch ein kleines Caf\u00e9 und genossen dort den Moment, bevor wir recht spontan aufbrachen und schnell wieder nach Hause spazierten, wo uns schon eine Freundin von Alice erwartete. W\u00e4hrend die beiden gleich wieder losst\u00fcrmten &#8211; um \u201eangry feminists\u201c zu sein und wie ich leider erst im Nachhinein verstand, dagegen zu demonstrieren, dass kirchliche\/ private Schulen Lehrkr\u00e4ften \u00a0aufgrund ihrer Sexualit\u00e4t k\u00fcndigen k\u00f6nnen \u2013 r\u00e4umte Toni in ihrem Zimmer und ich an meinem Computer bzw. sortierte ich die anstehenden Aufgaben f\u00fcr meine Uni-Kurse.<\/p>\n<p>Meine drei Kurse sind\u00a0\u00a0 1) \u201eExploring Human Communication\u201c, mittwochs von 17-20 Uhr\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2) \u201eInternational and Intercultural Communication\u201c, donnerstags von 10-11 Uhr, 11.30-13.30 Uhr und\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 3) \u201eUnderstanding and Engaging Audiences\u201c, ebenfalls donnerstags von 18-20 Uhr + zwei Wochenendworkshops am 17. Und 24. August.<\/p>\n<p>Momentan besuche ich aber zus\u00e4tzlich noch einige andere Kurse, wie zum Beispiel \u201eHow to write an Essay\u201c letzten Freitag, oder \u201eHtw a Reflective Paper\u201c heute, oder \u201eHtw a Report\u201c morgen. Auch wenn diese 90 min\u00fctigen Sessions keine weltbewegenden Erkenntnisse bringen, helfen sie mir doch, einen \u00dcberblick \u00fcber die Anforderungen und Standards hier vor Ort zu erlangen. Au\u00dferdem f\u00fchlt es sich gut an, in Kursen zu sitzen, die nicht voller Fachsprache, Theorien und Methoden sind. \u00a0N\u00e4chste Woche schaue ich mir zwei weitere Kurse an: \u201eHow to speak clearly\u201c und \u201eImprove your Grammar\u201c. Diese finden vier Wochen am St\u00fcck, jeweils einmal die Woche statt. Das Gute ist, dass es m\u00f6glich ist, sich f\u00fcr jede Session einzeln anzumelden. Ich bin schon sehr gespannt, ob ich aus diesen tats\u00e4chlich etwas ziehe.<\/p>\n<p>Am 18. August steht dann schon die erste Abgabe an. Eine Gruppenarbeit, bei der ich zusammen mit zwei M\u00e4del das Grundkonzept und die Bestandsforschung f\u00fcr eine \u201eIntercultural Communication\u00a0 Investigation\u201c vorzeigen muss. Wir drei wollen uns mit dem Thema Euthanasie, also Sterbehilfe besch\u00e4ftigen. Anschlie\u00dfend f\u00fchrt jede von uns eine auf unserem Konzept basierende Umfrage durch, deren Ergebnisse Anfang Oktober im Rahmen der zweiten Abgabe pr\u00e4sentiert werden. Die letzte Leitung f\u00fcr den Kurs \u201eInternational and Intercultural Communication\u201c besteht aus einer \u201eReflection on Indigeneity\u201d, die ich jedoch erst Anfang November abgeben kann.<\/p>\n<p>Am 23. August muss ich f\u00fcr \u201eExploring Human Communication\u201d ein \u201eWritten Abstract of Theory-to- Practice Report\u201d einreichen, dem sich eine \u201eCritical Analysis\u201d bis zum 20. September anschlie\u00dft. Das ganze wird dann in der Gruppe zusammengefasst und Mitte Oktober als \u201eCross-Cultural Campaign Analysis\u201c vorgestellt.<\/p>\n<p>Die erste Abgabe f\u00fcr \u201eUnderstanding and Engaging Audiences\u201c ist ein in der Gruppe verfasstes \u201eResearch Proposal\u201c, zum 30. August. Kurz davor stellen wir das Ergebnis in einer Pr\u00e4sentation vor. Darauf aufbauend schreibt jede ein \u201eIndividuel data gathering + analysis\u201c, welches wir ebenfalls in kurzer Videoform vorstellen sollen. Da es immer drei Leistungen geben muss, z\u00e4hlt in diesem Kurs auch, ob und wie wir die online Aufgaben angehen.<\/p>\n<p>Insgesamt geht das Semester zw\u00f6lf Wochen, die Orientation Week mit eingerechnet. Dann ist Mitte Oktober und ich theoretisch fertig mit Uni. Zwei Wochen sind schon um. Das hei\u00dft, mir stehen noch zehn Wochen durchpowern bevor. Bis jetzt habe ich einen Jungen ausfindig machen k\u00f6nnen, der genau dieselben Kurse besucht wie ich, auch ein International, aber kein Exchange Student. Ansonsten ist es auch nicht un\u00fcblich nur einen oder zwei Kurse zu besuchen, vor allem, wenn man nebenbei arbeitet. Die Kurse an meiner Fakult\u00e4t bringen alle acht australische Leistungspunkte. Das entspricht zumindest theoretisch zehn deutschen LP, doch ich finde den Arbeitsaufwand hier erheblich gr\u00f6\u00dfer. Vorausgesetzt man nimmt die Aufgaben alle ernst. Denn als ich am Samstag sichtete, was ich f\u00fcr diese Woche theoretisch alles machen soll, konnte ich nur die H\u00e4nde vorm Gesicht zusammenschlagen. Doch dann meinte Alice, dass es sowieso keinen Sinn macht alle Texte zu lesen. Ihr Tipp: Abstract und Conclusion und nur wenn das nicht verst\u00e4ndlich ist, den Rest lesen. Was soll ich sagen, Anf\u00e4ngerfehler meinerseits. Andererseits interessiert es mich schon, womit wir uns hier eigentlich besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Doch jetzt Schluss mit Uni-Uni und zur\u00fcck zum Leben (fast) au\u00dferhalb der Uni.<\/p>\n<p>Morgenfr\u00fch darf n\u00e4mlich ich tats\u00e4chlich schon fr\u00fcher aus den Federn, da ich mich um 8 Uhr der Uni-Lauftruppe anschlie\u00dfen will. Denn, inzwischen ist es beschlossene Sache, dass ich am 15. September den Sydney-Marathon renne! Doch bevor ich mich hier zu hoch stapele, schiebe ich schnell HALB-Marathon hinterher. Nach reiflichen \u00dcberlegungen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es besser ist den Halbmarathon zu rennen und auf die restlichen 21km zu s*. Das liegt unter anderem daran, dass ich nicht zu 100% im Training bin und keinen Sinn darin sehe, mich \u201eallein\u201c zu qu\u00e4len. In den letzten Wochen bin ich regelm\u00e4\u00dfig, aber immer verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig langsam gelaufen und das mit gro\u00dfer Freude. Den Sydney-Halbmarathon m\u00f6chte ich mit der gleichen Einstellung angehen. Es geht tats\u00e4chlich einfach nur um das \u201edabei sein\u201c \u2013 einmal \u00fcber die Harbour Bridge rennen (spaziert bin ich gestern Abend schon dr\u00fcber) und an der Sydney Hose Opera ins Ziel zu laufen. Au\u00dferdem m\u00f6chte ich nicht wieder in so ein langes Anti-Lauf-Loch fallen, wie nach dem Marathon im letzten Jahr. Und so kann ich ganz entspannt weiter joggen, ohne mich zu stresse und ohne mir irgendetwas beweisen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Mittwochmittag schaue ich mir ein August-Special der Uni an: Extra Sportkurse nur f\u00fcr weibliche Wesen. Und wenn mir das \u201eDance Workout\u201c zusagt und ich in den n\u00e4chsten Wochen auch einen Platz finde, kann man mich dort sicher \u00f6fter anfinden.<\/p>\n<p>Und dann habe ich, wie oben schon kurz erw\u00e4hnt, tats\u00e4chlich ein Packet \u00fcber 20 PoleDance Stunden f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Wochen gebucht und heute geht es los! Diese Woche versuche ich noch rauszufinden, in welches Level ich hier am besten passe und dann wird durchgestartet. Ich kann doch Phuong, die die letzten Wochen in Berlin weiterhin flei\u00dfig war, nicht im Stich lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sydney, Surry Hills, Wohnzimmer 05.08.2019 14.45 Uhr Leute, Leute, wie die Zeit vergeht. Schon sind es zwei Wochen, schon f\u00fchlt es sich wie Alltag an\u00a0 und schon habe ich das Gef\u00fchl, seit Ewigkeiten hier zu sein. 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