{"id":793,"date":"2019-07-31T08:26:30","date_gmt":"2019-07-31T02:26:30","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/?p=793"},"modified":"2019-07-31T08:26:30","modified_gmt":"2019-07-31T02:26:30","slug":"von-aepfeln-und-avocados","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/2019\/07\/31\/von-aepfeln-und-avocados\/","title":{"rendered":"Von \u00c4pfeln und Avocados"},"content":{"rendered":"<p>Sydney, Surry Hills, am Schreibtisch im Wohnzimmer 31.07.2019<\/p>\n<p>Heute ist Mittwoch. Und an diesem Mittwochvormittag sitze ich zum ersten Mal am Schreibtisch in unserem Wohnzimmer &#8211; und mir ist kalt. Mir ist schon klar, dass wir uns momentan hier in den End Z\u00fcgen des Winters befinden und dass 15\u00b0 Grad Celsius im Vergleich keine kalten Winterwerte sind, doch da ich keine richtige Winterjacke dabei und auch nicht immer Lust habe, zwei Pullover \u00fcbereinander anzuziehen, durfte ich in den letzten Tagen \u00f6fter frieren. Vor allem im Haus. Und vor allem, wenn ich mich schlafen legte. Auch wenn ich meine Heizung in Berlin nie bet\u00e4tige, finde ich es erstaunlich, dass es hier \u00fcberhaupt keine Heizung gibt. In den letzten drei N\u00e4chten hatten wir im Wohnzimmer immer einen Heizl\u00fcfter an, aber den auch nur f\u00fcr die W\u00e4sche und das ist eine andere Geschichte, die ich aber gerne erz\u00e4hle:<\/p>\n<p>Sonntagabend, nachdem ich aus der Uni wieder kam, fand ich Alice in meinem Zimmer vor, wo sie mein neues Bett aufbaute \u2013 ein simples IKEA Gestell. Zusammen beendeten wir das Projekt, r\u00e4umten noch den einen schmalen hohen Schrank um, funktionierten eine Plastik-Saftkiste zum Nachttisch um und fertig war mein Zimmer. Danach schoben und r\u00e4umten wir noch im Wohnzimmer und auch das ist jetzt schon viel gem\u00fctlicher. Die Zimmer der M\u00e4dels sehen dagegen eher aus wie Kraut und R\u00fcben. W\u00e4hrend der ganzen R\u00e4umerei warteten wir voller Vorfreude auf die Waschmaschine, deren Ankunft sich jedoch immer und immer weiter nach Hinten verschob. Deshalb zeigten mir die M\u00e4dels dann erst einmal, den \u201ebesten\u201c Lebensmittelladen in der N\u00e4he, ein IGA. IGA steht f\u00fcr Independent Grocers Alliance und ist ein Franchise Unternehmen aus den USA. Letztendlich ist es ein Laden, wie jeder gr\u00f6\u00dfere Lebensmittelmarkt auch, nur dass das meiste Obst und Gem\u00fcse tats\u00e4chlich aus Australien kommt! \u2013 und Avocados um einiges g\u00fcnstiger sind als \u00c4pfel: $2.49 pro Avocado, was ca. 1,50\u20ac entspricht vs. $6.99 pro KG \u00c4pfel, was ungef\u00e4hr 4,30\u20ac w\u00e4ren. Ansonsten scheinen mir die Lebensmittel hier nicht unbedingt g\u00fcnstig, aber auch nicht extrem teuer. Erst einmal sieht alles sehr teuer aus, doch bei einem Kurs von 1 zu 1,6 rechnet sich das wieder runter.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck von unserem kleinen Einkaufs-Trip quatschten Alice und ich in der K\u00fcche, w\u00e4hrend ich ihr beim Kochen zuschaute und irgendwann kam sie dann\u2026 die Waschmaschine! Sofort wurden zwei schnelle Ladungen hintereinander Gewaschen, denn was soll ich sagen, die M\u00e4dels brauchten wieder saubere Unterhosen und auch ich war froh, ein paar meiner Lieblingsst\u00fccke aufzufrischen. Unsere Waschmaschine ist schon etwas \u00e4lter und so konstruiert, dass der Deckel aufgeklappt werden kann, w\u00e4hrend sie w\u00e4scht. Zuzuschauen, wie das Wasser in die Trommel flie\u00dft und wie diese dann hin und her wirbelt ist eine wahre Freude. Dabei konnte ich feststellen, dass eine Waschmaschine im Endeffekt auch nichts anderes macht, als Wasser mit Waschmittel zu vermischen und dann die Kleidung in der Mixtur aneinander zu reiben, fast wie von Hand.<\/p>\n<p>Montag war ich wieder l\u00e4nger in der Uni. Davor bin ich jedoch eine wundersch\u00f6ne Runde in Richtung Sydney Opera House und dann so lange wie m\u00f6glich am Wasser lang zur\u00fcck gejoggt. W\u00e4hrenddessen schien die Sonne und verschiedenste V\u00f6gel kreuzten meinen Weg und alles war sehr idyllisch. Dabei kam mir nicht ansatzweise die Idee, dass es die n\u00e4chsten Tage \u00fcber regnen w\u00fcrde \u2013 doch das Tat es. Sehr zum Leid der W\u00e4sche, die wir im Hinterhof aufgeh\u00e4ngt hatten. Heizl\u00fcfter sei Dank, lies sich aber auch das wieder wettmachen.<\/p>\n<p>Gestern wollte ich mal nicht zum Uni-Gel\u00e4nde und ging stattdessen ins Museum of Contemporary Art, welches mit freiem Eintritt wirbt. Die Ausstellung(en) waren teilweise sehr modern, aber in einem f\u00fcr mich angenehmen Rahmen. Es wurden vor allem regionale K\u00fcnstler pr\u00e4sentiert und auch viele mit Aborigine Hintergrund. Mitgerissen von den starken Schicksale und Emotionen der Aborigines, kaufte ich mir ein Buch \u00fcber die Lebensweise eben jener, als 1877 die Neu-Besiedlung Australien begann und setzte mich dann in einen versteckten Starbucks, mit Wifi. Dort verbrachte ich die n\u00e4chsten Stunden damit, ein Konzept f\u00fcr das Video f\u00fcr die noch offene deutsche Leistung f\u00fcr das Seminar \u201eNatur-Mensch-Kultur\u201c zu diesem Thema zu erarbeiten. Ich bin noch lange nicht fertig, aber es f\u00fchlt sich gut an und besser das Thema \u201eNatur-Tourismus\u201c.<\/p>\n<p>Zuhause gab es schon wieder ein neues Schmuckst\u00fcck: einen Router! Somit haben wir jetzt auch im Haus Wifi und ich kann diesen Text jetzt gleich und hier hochladen, bevor ich mich mit Alice treffe. Sie arbeitet in der N\u00e4he der Uni und wird mir zeigen, wo ich einen Wasserfilter und eine Teekanne kaufen kann. Gestern habe ich es n\u00e4mlich geschafft, das Glasgef\u00e4\u00df, in welchem ich immer meinen Tee gehen lassen habe, in mehrere St\u00fccke springen zu lassen. Wahrscheinlich h\u00e4tte das metallene Teesieb nicht im Beh\u00e4lter sein d\u00fcrfen, als ich das hei\u00dfe Wasser drauf kippte \u2013 ich wei\u00df es nicht, aber es war auf jeden Fall spektakul\u00e4r anzusehen, wie das Glas zersprang und das Wasser sich in der K\u00fcche verteile. Am Abend gehe ich zur ersten Sitzung vom Kurs von \u201eExploring Human Communication\u201c und ich bin schon sehr gespannt. Alle Hausaufgaben sind gemacht und die Erwartungen recht hoch. Kann also kaum was schief gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sydney, Surry Hills, am Schreibtisch im Wohnzimmer 31.07.2019 Heute ist Mittwoch. Und an diesem Mittwochvormittag sitze ich zum ersten Mal am Schreibtisch in unserem Wohnzimmer &#8211; und mir ist kalt. 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