{"id":761,"date":"2017-11-04T09:00:30","date_gmt":"2017-11-04T03:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/?p=761"},"modified":"2017-11-04T09:00:30","modified_gmt":"2017-11-04T03:00:30","slug":"dinge-fuer-die-es-sich-lohnt-geld-auszugeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/2017\/11\/04\/dinge-fuer-die-es-sich-lohnt-geld-auszugeben\/","title":{"rendered":"Dinge, f\u00fcr die es sich lohnt Geld auszugeben."},"content":{"rendered":"<p>Geld \u2013 eines der Themen, \u00fcber die zu viel und gleichzeitig nicht offen genug gesprochen wird. Ohne wirklich tiefsinnig zu schreiben, denn daf\u00fcr ist es definitiv an einem Samstag um 7 Uhr morgens noch viel zu fr\u00fch, weihe ich euch in meine gro\u00dfen und kleinen Ausgaben in den letzten Wochen ein. Viel Spa\u00df!<\/p>\n<p>Fl\u00fcge \u2013 Sochi \u2013 Moskau \u2013 Berlin<\/p>\n<p>Zuerst einmal, um etwas chronologisch vorzugehen und an den letzten Eintrag anzuschlie\u00dfen; in Reisen zu finanzieren ist meiner Meinung nach immer eine Gute Idee. Das ist eine Tatsache, die sicherlich keiner bestreitet. In Russland ist es normal, auch sehr weite Strecken mit dem Zug zur\u00fcck zu bringen. Die russischen Organisatoren der 19. Weltfestspiele der Jugend h\u00e4tten mir mein Zugticket nach Sochi und zur\u00fcck sogar erstattet. Nur h\u00e4tte ich allein f\u00fcr eine Richtung ungef\u00e4hr f\u00fcnf Tage im Zug gegessen, worauf ich lieber verzichtete. Somit nahm ich um die 400 Euro in die Hand, ein Teil meines Auslandssemester-Stipendiums, um nach Sochi zu fliegen. In Sochi hatte ich dann so gut wie keine Ausgaben. Wir bekamen Fr\u00fchst\u00fcck-Mittag \u2013 Abendbrot gestellt und auch wenn das Essen nicht immer Bombe war, gerade wenn es darum ging, etwas ohne Fleisch zu finden, bin ich ohne zus\u00e4tzliche Essensrationen ausgekommen, abgesehen nat\u00fcrlich vom Eis. Nur am Ende der Zeit war ich mit ein paar anderen Freiwilligen aus Moskau georgisch Essen, doch dazu sp\u00e4ter mehr. Sogar das W\u00e4sche waschen war in Sochi kostenlos. Ich musste nur Waschpulver besorgen. Dadurch bin ich mit Dreckw\u00e4sche nach Sochi, die ich vor Ort sofort waschen konnte und nach zwei Wochen mit noch einmal gewaschener frischer W\u00e4sche zur\u00fcck nach Irkutsk. Ein Traum! Viel mehr Worte m\u00f6chte ich \u00fcber Sochi nicht verlieren. Wer sich mehr f\u00fcr das Festival, das gro\u00dfe Treiben und die Hintergr\u00fcnde interessiert muss sich nun gedulden, bis ich mich im Schreibprozess meiner Bachelor-Arbeit befinde. Denn daf\u00fcr hat sich diese Reise auf jeden Fall gelohnt! Das Thema \u2013 Trommelwirbel \u2013 f\u00fcr meine Bachelor-Arbeit ist gefunden! Meine ersten Worte \u00fcber das Festival sind auch schon f\u00fcr die Universit\u00e4ts-Zeitung der russischen Uni verfasst. Mal schauen, was und wie viel des Artikels sie letztendlich drucken. Der Plan ist, dass dies noch im November geschieht. Sobald es soweit ist, folgt ein Link, f\u00fcr alle die sich im Russischen versuchen wollen. Und damit ich nicht bis zum Sommersemester mit dem Forschen warten muss, werde ich als Abschlussprojekt f\u00fcr den russischen Marketing-Kurs untersuchen, inwieweit das Festival als Marketingstrategie f\u00fcr Putin und Russland gesehen werden kann.<\/p>\n<p>Da Fl\u00fcge buchen so viel Spa\u00df macht und ich in der vorletzten Woche mit der Frage \u00fcberh\u00e4uft wurde, ob ich Weihnachten wieder in Berlin sei, ging es weiter mit der Bucherei. Gleich zu Beginn \u2013 Weihnachten bin ich noch in Irkutsk, genauer gesagt in Russland. Am 17.12. endet die Uni. Bis dahin werden Kristina, Killian und ich alle unsere Tests, Projekte und Pr\u00fcfungen hinter uns bringen. Kristina und Killian fliegen schon am 18.12. nach Berlin. Bedingt dadurch m\u00fcssen wir bis dahin alles schaffen. Ich fliege erst am 25.12. in Irkutsk los und wer rechnet, der sieht, dass mir somit noch eine Woche nach Semesterende bleibt. Ideen f\u00fcr diese Woche gibt es, doch alle noch sehr schemenhaft und deshalb nicht der Rede wert. Fl\u00fcge von oder nach Russland laufen in der Regel mit Zwischenstop in Moskau ab und wer sich jetzt an die moskauer Freiwilligen erinnert, der kann sich denken was kommt. Anstatt in Moskau gleich in die n\u00e4chste Maschine zu steigen, steige ich aus! Bis zum fr\u00fchen Morgen des 28.12. bleibe ich in Moskau. \u00dcbernachten darf ich bei Nastja (ein Name geliebt und gelebt), die ich beim Festival zusammen mit drei anderen M\u00e4dels und Andre, der sozusagen mein Chef bzw. Co-Worker war, kennenlernen durfte. Auf ihren Wunsch hin entschied ich mich daf\u00fcr, noch ein paar Tage in Moskau zu bleiben \u2013 immerhin geht mein Visum bis zum 31.12.<\/p>\n<p>Wodka und Pole Dance<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Geld. Am Donnerstag stand ich aufgeregt an der Kasse vom Supermarkt, z\u00fcckte meinen Reisepass und kaufte, zusammen mit Kartoffel-Pilz-Warenikies, einer T\u00fcte mit tiefgefrorenem Gem\u00fcse (ich hatte Heather zum bei ihr im Zimmer Kochen eingeladen) und eine kleine Flasche Wodka. Nun stellt sich die Frage, wof\u00fcr der Wodka? Die Antwort lautet: Pole Dance. Noch in Berlin fasste ich den Plan, dass ich mich in Irkutsk im Tanzen an der Pole (Stange) probieren m\u00f6chte und die neue Energie nach Sochi nutzend traute ich mich letzte Woche ins Tanzstudio. Das war eine der besten Entscheidungen in Irkutsk. Nach drei Pole Dance Stunden sind meine Beine und F\u00fc\u00dfe zwar blau und schmerzen, plus Schrammen und Blasen vom Wandern, doch ich bin daf\u00fcr umso gl\u00fccklicher und ausgelasteter. Pole Dance ist eine Mischung aus zwei Dingen, die mir liegen: Tanzen, also K\u00f6rperspannung und Kraft. Der Wodka dient ganz einfach zum Reinigen und Desinfizieren der Stange.<\/p>\n<p>Feinstrumphose f\u00fcrs Singen<\/p>\n<p>Gestern war Tag der Universit\u00e4t, also unserer Baikal-Universit\u00e4t. Dadurch hatten alle frei und es gab, wie sollte es anders sein, ein Konzert. Auch bei diesem Konzert traten wieder die Ensembles\/ Gruppen\/ Kollektive der Uni auf. Da ich nun zum Folklore-Ensemble geh\u00f6re, hatte ich gestern meinen ersten kleinen Auftritt. Ein Lied haben wir gesungen, dessen Worte und Altstimme ich nicht zu hundert Prozent beherrschte, da ich noch am Tag davor davon ausging, dass wir zwei ganz andere Lieder singen. Doch was solls! Haare geflochten, bunte B\u00e4nder ins Haar, rein ins traditionelle Kleid, Hackenschuhe an, Perlenkette um den Hals und roten Lippenstift aufgetragen, schon kann es losgehen [Fotos auf Nachfrage]. Nur eine Sache musste ich vorher noch besorgen \u2013 die Strumpfhose in Hautfarbe.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Tassen<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Tasse ist ein Segen. Wobei sich die Frage stellt, wie gro\u00df so eine gro\u00dfe Tasse ist. Mein neuer Liebling, den ich mir in Sochi in einer gut geplanten Aktion besorgt habe, fasst mehr als einen halben Liter. Mit dieser Tasse bin ich jeden Morgen und jeden Abend ein gl\u00fccklicherer Mensch. Diese Tasse w\u00e4re es definitiv wert gewesen, daf\u00fcr Geld auszugeben. Leider ist sie nicht kaufbar. Was soll man da machen?<\/p>\n<p>Essen<\/p>\n<p>Wir schon erw\u00e4hnt, esse ich in der Regel einmal am Tag eine warme Mahlzeit ausw\u00e4rts. Daf\u00fcr habe ich inzwischen mehrere Orte, deren Speisen und Preise ich kenne und sch\u00e4tze. Oft allein, doch auch immer mal wieder zusammen mit Kristina und Killian, oder Heather, g\u00f6nne ich mir dort ein warmes gutes Mittagessen. Heute gibt es jedoch eine mehrfache Premiere. Heather und ich gehen gemeinsam zu Kristina und Killian, um mit ihnen zusammen Sushi zu bestellen und unsere selbstgebackenen Karamel-Brownies plus Eis zu essen. Wenn das kein Festessen wird. Morgen geht es dann zum Wandern. Daf\u00fcr hei\u00dft es wieder eines der unschlagbar g\u00fcnstigen Zugtickets kaufen. Bis dahin muss ich mir nur noch \u00fcberlegen, wie ich meine linke Ferse vor einer Blase unter der Blase sch\u00fctze. Aber auch das sollte machbar sein.<\/p>\n<p>P.s. Bis zum neuen Jahr sind es nur noch acht Wochen. Somit bleiben mir keine acht Wochen in Russland mehr. Und auch wenn ich mich schon sehr auf die vielen tollen Menschen in Berlin und Umgebung freue, ist diese Tatsache irgendwie erschreckend und traurig. Zum Gl\u00fcck kostet sich erinnern kein Geld!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geld \u2013 eines der Themen, \u00fcber die zu viel und gleichzeitig nicht offen genug gesprochen wird. 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