{"id":756,"date":"2017-09-11T15:32:48","date_gmt":"2017-09-11T09:32:48","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/?p=756"},"modified":"2017-09-11T15:39:18","modified_gmt":"2017-09-11T09:39:18","slug":"das-wandern-ist-des-russen-lust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/2017\/09\/11\/das-wandern-ist-des-russen-lust\/","title":{"rendered":"Das Wandern ist des Russen Lust"},"content":{"rendered":"<p>Gestern war Sonntag, mein freier Tag! Frei soll hei\u00dfen keine Uni und kein Deutsche-Uni-Kram. Nichtdestotrotz klingelte mein Wecker um 7.15 Uhr und setzte ich meinen Fu\u00df erst nach 22 Uhr ins \u043e\u0431\u0449\u0435\u0436\u0438\u0442\u0438\u0435. Zusammen mit 25 russischen Studenten war ich gestern n\u00e4mlich in sibirischen W\u00e4ldern wandern. 9.10 trafen wir uns am Bahnhof. Um warm zu werden, lief ich die 5km dorthin auch. Die erste H\u00fcrde f\u00fcr mich bestand dann darin die Gruppe zu finden. Der Bahnhof war wortw\u00f6rtlich \u00fcberf\u00fcllt mit Menschen, eine Gedr\u00e4ngel und Ger\u00e4uschpegel ohne gleichen. Nachdem ich mich mit Aygul, einer Freundin von Anne, zusammen telefoniert hatte war das n\u00e4chste Vergn\u00fcgen der Ticketkauf f\u00fcr die \u042d\u043b\u0435\u043a\u0442\u0440\u0438\u0442\u0447\u043a\u0430. Der Ansturm an die Kasse war riesig. Also machten wir es wie alle und dr\u00e4ngelten uns h\u00f6flich nach vorne. Immerhin hatten wir nur noch 15 Minuten Zeit. Zwei Minuten bevor die \u042d\u043b\u0435\u043a\u0442\u0440\u0438\u0442\u0447\u043a\u0430 losfuhr hatten wir unsere Tickets in der Hand und dann hie\u00df es rennen. Die n\u00e4chste halbe Stunde staunte ich dar\u00fcber, dass wir es tats\u00e4chlich in den Zug geschafft hatten. Sitzpl\u00e4tze fanden wir dort erst einmal nicht, daf\u00fcr den Rest der Gruppe. Fr\u00f6hlich, m\u00fcde, ausgelassen standen wir also im Abteil zwischen den Wagons und sofort war die Gitarre rausgeholt. So sangen die russischen Studenten und ich, insoweit ich die Texte konnte, bis wir nach ungef\u00e4hr einer Stunde einen Sitzplatz bekamen. Nach insgesamt Zweieinhalbstunden Fahrt waren wir da, im Nirgendwo. Nach der Belehrung, die es nicht gab, da wir sie ja alle schon bei VKontakte gelesen hatten (bzw. h\u00e4tten sollen), unterschrieben wir brav und dann ging es los. 4km durch den Wald zum Raben-Stein. Dort kletterten wir rauf, staunten und erfreuten uns an der Aussicht, und kletterten irgendwann auch wieder runter. Wir wanderten ca. 5km zum n\u00e4chsten Steinberg und verbrachten dort sicher zwei Stunden. Ein \u201eTisch\u201c wurde hergerichtet und mit all den essbaren Mitbringseln gedeckt. Sogar ein Feuerchen gab es. Als die Sonne langsam begann unterzugehen machten wir uns auf den R\u00fcckweg und im Dunkeln kamen wir bei der Bahnstation an. In der \u042d\u043b\u0435\u043a\u0442\u0440\u0438\u0442\u0447\u043a\u0430 zeigte sich die M\u00fcdigkeit, doch gesungen wurde trotzdem! Wobei ich einfach nur noch k.o .war, vom vielen Russisch h\u00f6ren und reden.<br \/>\nBedingt dadurch bin ich froh, dass unser letzter Doppelblock \u201eDie Geschichte der Vaterl\u00e4ndischen Literatur\u201c heute (schon wieder) ausgefallen ist. So sitze ich seit fast schon drei Stunden auf einem kleinen Balkon von einem Caf\u00e9 im Touri-Viertel, oder auch sogenannten 130 Kvartal, und arbeite an meinem ersten Referat, f\u00fcr den Kurs Sprachwissenschaften. Wobei ich jetzt gerade im Augenblick nur den Gitarrenkl\u00e4ngen des jungen Stra\u00dfenmusikanten und der vorbei fahrenden Autos lausche. Seit f\u00fcnf Minuten scheint mir nun die Sonne ins Gesicht.<br \/>\nAnsonsten alles beim Alten. Zur Uni spazieren, in der Uni sein, sitzen, bzw. Treppen hoch und runter laufen, R\u00e4ume suchen, russische W\u00f6rter schreiben, \u00fcbersetzen, verstehen und nicht verstehen, irgendwas essen, zum Markt laufen, oder zur Promenade, in irgendein Center, oder einfach so \u00fcber die Br\u00fccken der Stadt spazieren, zum Yoga gehen, oder Yoga Zuhause praktizieren, mit Killian und Kristina \u00fcber das Leben und die russische Gesellschaft und den russischen Staat philosophieren, mit Heather den Tag rekonstruieren, mich von ihr zum Resteessen bei ihr im Zimmer einladen lassen, gemeinsam alte englische Musicals schauen. So sehen meine Tage hier aus und schon sind zwei Wochen in Irkutsk um.<\/p>\n<p>P.s.: Das mit den Bildern Hochladen ist leider nicht so leicht. Sobald ich wieder einmal wirklich gutes Internet habe hole ich das nach.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war Sonntag, mein freier Tag! Frei soll hei\u00dfen keine Uni und kein Deutsche-Uni-Kram. 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