{"id":744,"date":"2014-05-29T17:15:29","date_gmt":"2014-05-29T11:15:29","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/?p=744"},"modified":"2014-05-29T17:26:21","modified_gmt":"2014-05-29T11:26:21","slug":"eine-kleine-erfolgsgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/lottengloeckchen\/2014\/05\/29\/eine-kleine-erfolgsgeschichte\/","title":{"rendered":"Eine kleine Erfolgsgeschichte"},"content":{"rendered":"<p>Da sitz ich nun. Auf dem Flughafen von Moskau. Drau\u00dfen regnet es und es kommt mir so vor, als ob das Wetter mir damit das Weinen abnehmen will. Gerade f\u00fchlen sich meine Augen unglaublich schwer an. Ich vermute, dass das vor allem auch an dem heutigen Tag mit seinen H\u00f6hen und Tiefen und dem wenigen Schlaf der letzten Tage liegt. Momentan bin ich gl\u00fccklich, dass ich in Moskau bin, denn als wir heute Morgen kurz nach 7 Uhr beim permer Flughafen waren, war mein Flugzeug nicht da. So musste ich mich, wie viele andere gedulden. Aus technischen Gr\u00fcnden wurde unser Flug abgesagt und wir alle in den Flug 4h sp\u00e4ter gesteckt. Bedingt dadurch war auch klar, dass ich meinen Anschlussflug verpassen w\u00fcrde. An sich war das nicht so schlimm, doch Nina fand das gar nicht gut. Vor allem weil sie nicht bleiben konnte, da sie als Aufsichtsperson bei einer Abschlusspr\u00fcfung der 11. Kl\u00e4ssler eingeteilt war. Aber ich hab es ja zum Gl\u00fcck auch allein geschafft (:<\/p>\n<p>Die letzten Tage in Perm waren Tage wie immer. Samstag war ich in der Schule und dann in der Stadt unterwegs. Sonntag waren wir den Tag \u00fcber Zuhause und so konnte ich eine anfangende Erk\u00e4ltung gleich am Schopf packen (mit mittlerem Erfolg). Abends waren Nadja, Nastya und ich dann bei einer HipHop Tanzshow und haben uns dort Aschenputtel in moderner Form (mit vergessenem Handy und Identifikation anhand der Fotos darauf) zu Gem\u00fcte gef\u00fchrt. Am Montag sa\u00df ich von 9 Uhr bis ca. 18 Uhr in der m\u00fcndlichen Deutsch-Pr\u00fcfung der Klassen 5A und 5\u0411. Am Dienstag hab ich mir ein paar Pr\u00fcfungen in der 7. Klasse angeschaut und sa\u00df dann von ca. 15 Uhr bis 19 Uhr, in der Pr\u00fcfung einer 6. Klasse mit als Pr\u00fcferin drin. Zuhause hatten wir spontan volle Bude. Olga und Anja kamen, damit ich Olga noch ein paar deutsche Kinderlieder (mit Bewegungen zeigen konnte) und dazu gesellten sich auch noch Ninas Schwestern plus Aljoscha und Nastya.<\/p>\n<p>Gestern war Mittwoch und Mittwoch war mein letzter Tag. \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Doch irgendwie konnte sich dieser Gedanke nicht so in meinem Kopf festigen.<\/p>\n<p>So bin ich mal wieder zur Schule und habe mir die Pr\u00fcfungen von Nadja und Nastya angeschaut (beide haben eine 5, die beste Note, bekommen!). Zwischendrin bin ich durch die Schule, die Treppen immer wieder rauf und runter, gelaufen und habe versucht so viele Leute wie m\u00f6glich zu finden von denen ich mich verabschieden wollte. Danach ging es Richtung Kristall, wo ich mit 3 11. Kl\u00e4sslerinnen verabredet war. Eigentlich wollten wir uns in der Schule treffen, aber sie hatten spontan noch l\u00e4nger Russischunterricht (heute ist die gro\u00dfe Russischpr\u00fcfung) und deshalb bin ich schon allein los. Auf dem Weg habe ich mir ein Buch auf Russisch gekauft (Eines, das ich schon mal gelesen hab. Mein Ziel ist, es bis zum Ende des Jahres zu lesen\u2026 Nina meint, dass ich das schaffe). Katja, Anja, Dascha und ich waren dann zusammen Blini essen und haben nebenbei besprochen wie sie die Verleihung der DSD-Diplome am besten Pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen. 16.30 Uhr war ich mit Tatjana in der Akademie verabredet. Zusammen haben wir \u00fcberlegt, wie ich in der n\u00e4chsten Zeit am besten selber Russisch lernen kann und Tatjan hat mir ein richtig gutes Russischlehrbuch geschenkt! Am Schluss meinte Tatjana, dass ich, wenn ich wieder komme und Nina und Nadja keinen Platz f\u00fcr mich haben, auch gerne bei ihr wohnen kann! \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Von der Akademie aus bin ich noch einmal zur Kama um ihr Tsch\u00fc\u00df zu sagen. Dort war es zwar ziemlich windig, aber die Sonne schien und so konnte ich \u00a0mich an der Uferpromenade entlang tr\u00e4umen. Kurz bevor ich mich mit Nina, Nadja und Walodia zum Essen getroffen habe, hab ich doch tats\u00e4chlich noch einen Laden mit wundersch\u00f6nen permer Postkarten gefunden! Am letzten Tag! Ich habe trotzdem welche gekauft und werde die jetzt in meiner Wohnung verteilen\u2026 Abendbrot gab es im Restaurant und ich muss gestehen, ich war nach diesem Tag ziemlich aufgedreht. Kaum Zuhause rief Nastya an und so machten Nadja und ich uns auf den Weg zum Kino. Doch da das alles nicht ganz so geklappt wie wir uns das vorgestellt hatten, haben wir uns dann einfach eine Kugel Eis geg\u00f6nnt. Danach\u00a0sind wir zu Nastya (und ich habe dort eine Permtasse und einer Medaille geschenkt bekommen!), wo wir auch ein Weilchen h\u00e4ngen geblieben sind. Zu dritt ging es dann zu uns nach Hause (Da war es so kurz vor 0 Uhr, was f\u00fcr die M\u00e4dels schon extrem sp\u00e4t ist. Also nicht, dass sie nicht so lange auf sind, aber eigentlich d\u00fcrfen sie ab 22 Uhr nicht mehr allein drau\u00dfen sein). Zuhause habe ich mit dem Packen anfangen m\u00fcssen und w\u00e4hrend ich gepackt habe, haben Nastya und Nadja meinen Computer durchst\u00f6bert, bzw. meine Musik und meine Bilder. Ich glaube sie hatten dabei eine Menge Freude. Kurz vor 2 Uhr war ich endlich fertig mit packen. Die M\u00e4dels sind Schlafen gegangen, ich habe noch flink eine E-Mail geschrieben, mit Mama und Papa gesprochen (damit sie mich auch brav vom Flughafen abholen) und dann ganz schnell geschlafen.<\/p>\n<p>Vorgestern habe ich Nadja und Nastya meine drei Armb\u00e4nder gezeigt und sie dann gefragt, wo denn ihr Armb\u00e4nder w\u00e4ren. Und gestern haben mich beide mit einem Armband \u00fcberrascht. Nadja hat eins mit Liebe ausgesucht und Nastya eines mit Liebe gebastelt. Da ist mir noch einmal klar geworden, dass ich die beiden, sowie eigentlich alle, wirklich sehr vermissen werde! Nicht selten wurde ich in den letzten Tagen gefragt, wann ich wieder komme. Zum Gl\u00fcck wohne ich in Berlin. Dadurch werde ich eine Menge Sch\u00fcler und auch Lehrer immer mal wieder sehen.<\/p>\n<p>Und jetzt sitze ich hier. Endlich bei Paul, der tats\u00e4chlich inzwischen auf dem Flughafen aufgemacht hat, aber nat\u00fcrlich keine gro\u00dfen Macaron verkauft. Immerhin ein leckeres Croissant habe ich hier bekommen und Internet gibt es hier auch.<\/p>\n<p>Und irgendwann komm ich zur\u00fcck! \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Zur\u00fcck in die Ferne. Zur\u00fcck zu einem Ort, den ich jetzt auch Zuhause nenne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da sitz ich nun. Auf dem Flughafen von Moskau. Drau\u00dfen regnet es und es kommt mir so vor, als ob das Wetter mir damit das Weinen abnehmen will. Gerade f\u00fchlen sich meine Augen unglaublich schwer an. 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