Ich muss mehr schreiben!

Ich bin vom Zwischenseminar in Serbien zurück und wenn mir das eines klar gemacht hat, dann, dass ich nur noch verdammt wenig Zeit hier in Slowenien habe. Und irgendwie habe ich das ganze Schreiben in letzter Zeit so sehr schleifen lassen, was mich ziemlich nervt. Also habe ich mich jetzt mal wieder aufgerafft, um einen Blogeintrag zu verfassen.

Vielleicht fange ich mal damit an, was in der Zwischenzeit alles passiert ist. Wenn ich an mein Ich vom letzen Blogeintrag denke, haben sich nicht nur die Ereignisse, sondern auch ich mich selbst ziemlich entwickelt. Vor allem war ich viel auf Reisen und Trips.

Ich habe irgendwie Angst, dass sich dieser Blogeintrag zu einem dieser typischen „Geh Reisen und finde dich selbst“-Lobhudeleien von einem dieser typischen Ich-träume-auch-schon-auf-Englisch-Instamädels und Jungs entwickelt…. deswegen möchte ich nur ganz kurz beschreiben, wo ich überall war.

  • Österreich
    Eine ehemalige Lehrerin von mir, mit der meine Familie auch ganz gut befreundet ist, hat mich zu ihrer Kursfahrt nach Österreich eingeladen. So bin ich dann für drei Tage noch zu ihnen gestoßen (Ich fahre nach Villach nur eine Stunde mit der Bahn) und hatte da die Möglichkeit, mit endlich mal wieder sportlich zu betätigen und einige schöne Stunden draußen in der Sonne an der frischen Luft zu verbringen. Am Ende habe ich mich (Muskel-)Kater (natürlich ganz inoffiziell, weil auf einer Schulfahrt gibt es ja keinen Alkohol, pfff) zurück nach Kranj geschleppt und den Rest meines Wochenendes im Bett verbracht.
  • Schweiz
    Anfang der Herbstferien Ende Oktober stand eine alljährliche Exkursion in die Schweiz am Gimnazija Kranj an. Wie es der Zufall wollte, war eine Klassenlehrerin wohl krank, und so durfte ich die verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen, hinter den Schülern herzulaufen und aufzupassen, dass keiner verloren geht. Der andere Lehrer, der diese Tour seit zwanzig Jahren oder mehr organisiert, hat währenddessen das Guiding durch das straffe Programm übernommen: Wir sind am Freitagabend mit dem Bus losgefahren und waren dann am nächsten Morgen für eine Stunde in Luzern, dann Bern, Trümmelbachfälle, irgendeine Bergbahn, noch ein Wasserfall und schließlich Übernachtung in einer Jugendherberge in Deutschland, denn in der Schweiz wäre es ja zu teuer gewesen. Am nächsten Tag ging es dann mit dem Rheinfall und einigen kleineren Orten weiter, wobei wir dann am Sonntagabend schon zurück in Kranj waren. Ich hatte echt das Gefühl, ein ganzes Programm für eine Klassenfahrt in zwei Tagen abgehandelt zu haben… War aber auf jeden Fall auch mal interessant!
    Als wir dann zurück nach Slowenien sind, hatte ich die komische und verrückte Erfahrung, dass ich dachte „Boah, endlich wieder zu Hause“… Und das war dann mein persönlicher Travel-Selbstfindungsmoment, an dem ich über die Bedeutung des „Zuhauses“ nachgedacht habe. Hier lasse ich das aber einfach mal so stehen, weil ich jetzt auch nicht zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen bin, das ich ins Internet posaunen will.
  • Piran
    In dieser schönen Stadt am Meer in Slowenien war ich sogar zwei Mal. Das erste Mal auf einem Lehrerausflug/-seminar mit dem Kollegium des Gimnazija Kranj, auf dem ich eigentlich nichts zu tun hatte, außer umherzuwandern und die Stadt zu entdecken. Wirklich eine unglaublich schöne Stadt! Man tendiert ja immer dazu, Vergleiche zu ziehen. Deswegen würde ich Piran am ehesten als kleines Venedig bezeichnen, aber das wird dem auch wieder nicht wirklich gerecht. Auf jeden Fall ist es das wert, einmal ein paar Tage in einer nicht so touristischen Stadt  zu verbringen, in der man Natur und Kultur gleichermaßen genießen kann und man am äußersten Zipfel schon Richtung Norden nach Italien und Richtung Süden nach Kroatien rüberspucken kann.
    Beim zweiten Mal habe ich mich mit Jonas, einem anderen Freiwilligen aus Slowenien, während der Herbstferien dort getroffen, wobei wir Glück hatten, dass wir den letzten wirklich schönen (Altweiber)Sommertag erwischt haben, an dem man mit T-Shirt nach draußen und das Gesicht in die Sonne halten konnte. Wir haben sogar mit gutem Gewissen Eis gegessen, und das immerhin Ende Oktober! Auf diesem Trip ist dann auch eine Schnapsidee entstanden: Und zwar, dass wir nach Prag auf das Konzert von Casper und Marteria gehen wollen – Es liegt ja quasi auf dem Weg zum Zwischenseminar in Serbien….
  • Prag
    Jaa, und dann waren wir tatsächlich auch schon in Prag. Das Konzert war, wie zu erwarten, natürlich mega cool. Da ich weiß, dass ich einige meiner Freunde sehr neidisch machen würde, wenn ich Details erzähle, lasse ich das einfach mal… (aber ich war einen Meter an Caspi dran, Leude!)
  • Budapest
    Nach einer Nacht in Prag ging es dann auch schon weiter nach Budapest. Nach sechs Stunden im Zug wurden wir von Fenja, einer sehr guten und alten Freundin von mir, und Paula, die wie Fenja kulturweit Freiwillige in Ungarn ist, vom Bahnhof abgeholt. Daraufhin folgten zwei einzigartige und absolut erinnerungswürdige Abende in Budapest, da sich von deren Zwischenseminar immer noch ungarische Freiwillige in der Stadt befanden. Zum Beispiel gab es ein gratis „Sting“- Konzert und laange Runden Scharade… Dabei war es vor allem schön, mal wieder Fenja zu treffen. Es ist halt noch einmal etwas anderes, mit jemandem zu reden, der einen schon wirklich lange und gut  kennt – und das auf Gegenseitigkeit beruht.
  • Novi Sad
    Und dann ging es auch schon nach Serbien. Wir kamen Sonntagabend in der Stadt an und sind dort auf andere Freiwillige aus unserer Homezone gestoßen.. und Überraschung: auch das war natürlich ein wunderschöner Abend inklusive Katerstimmung am nächsten Morgen 🙂 Dort ging es dann auch direkt weiter zu unserem Seminarort Sremski Karlovci, etwa eine Stunde Busfahrt entfernt von Novi Sad.

Und was soll ich sagen? Dann ging es direkt in eine lange und vollgestopfte Seminarwoche. Natürlich nach feiner kulturweit-Art mit viel viel Tee, Moderationskarten… und ein bisschen Wein:) Am Ende waren fast alle krank und kaputt… und ich war sehr glücklich, wieder zu Hause zu sein…

Zu Hause?

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