Das Ende des Jahres

2022 ist vorbei.

Um Weihnachten herum ist die Melancholie schon ein wenig gestiegen, die meisten von uns haben sich entschieden, in Georgien zu bleiben. Wir wollten zusammen Weihnachten feiern. Ein wenig traurig war ich schon nicht zu Hause zu sein – trotzdem hätte es sich nicht gelohnt für den Aufwand kurz nach Deutschland zu fliegen.

Für unser Weihnachtswochenende hatten wir ein wahrhaftiges Festessen geplant, was es auch wirklich wurde. Während sich Tadeus und Jonte um Rotkohl, vegetarischen Braten und Klöße gekümmert haben und Klara für den Nachtisch zuständig war, hab ich als Vorspeise einen Salat gemacht. Zusammen mit den Freiwilligen aus Gjumri in Armenien haben wir dann abends gefeiert – was vor allem Essen hieß. Geschenke wollten wir, wie hier traditionell erst an Neujahr verteilen.
Das georgische Äquivalent zu unserem Weihnachten mit Geschenken wird am 31.12 gefeiert. Wir wollten aber mit allen Traditionen standhalten und haben deswegen am 24. gefeiert.

Der Abend war hier Essen bis zum Umfallen – irgendwie aber auch eine Weihnachtstradition. Am ersten Weihnachtsfeiertag – verschlafen sind wir spät aufgewacht – haben wir zum Sonnenuntergang noch einen Ausflug zu den Chroniken von Georgien gemacht. Das ist ein monumentales Denkmal aus Säulen, relativ außerhalb des Zentrums auf einem Hügel.


Die Sicht war bedrückend wie beeindruckend zugleich. Jonte und ich hatten einen Ausblick auf das Tbilisi Reservoir und komplette Wohnviertel nur aus Sowjet-Plattenbauten, die wir noch nie betreten hatten, in den Randbezirken von Tbilisi. Eigentlich sah es unfassbar bedrückend, durch den warmen Sonnenuntergang, irgendwie aber harmonisch aus und hätte mit der Sicht auf die Berge für uns auch eine Stadt aus einem Science-Fiction Film sein können.

Wir haben realisiert, wie sehr wir uns dadurch eigentlich für die Stadt begeistern können, das Zentrum westlich und europäisch so genau, dass wir uns immer wohlfühlen, aber trotzdem gibt es Teile der Stadt, die uns durch ihr anders sein, immer wieder begeistert staunen lassen.

In der nächsten Woche fingen dann so langsam die Weihnachtsfeiern an, für die Schule hab ich meinen Kolleginnen eine kleine Weihnachtswintergeschichte illustriert und diese dann mit ihnen bei einer kleinen Weihnachtsfeier gelesen.

Die Weihnachtsfeiern fingen entspannt an, wir haben erst mal kleinere Tagesausflüge um Tbilisi herum gemacht und meistens kleine Ruinen und Festungen erklimmt. Nach kurzer Zeit aus der Stadt raus zeigten sich wieder die monumentalen Berge des Kaukasus, die wie Wurzeln aus dem Boden herausragten und sich durch die Gegend schlängelten.


Neujahr war schön – es gab meine Leibspeise Sushi – endlich konnte ich alle davon überzeugen. Da in Georgien Neujahr sozusagen Silvester und Weihnachten in einem Fest sind, hatten wir große Erwartungen. Um null Uhr war auch Feuerwerk zu sehen, aber trotzdem wirkte es relativ ruhig und man merkte, dass es schon wirklich ein Familienfest hier ist. Die Zeit, um genau null Uhr anfangen zu schießen mit Raketen, wurde hier auch nicht so genau gesehen, irgendwie passend zu Georgien.

Die Ferien hatten danach weitaus noch keine Ende – ohne Schnee war Skifahrern leider nicht möglich, aber Pläne lassen sich ja immer schnell ändern. Die komplette Reizüberflutung – wieder in einem anderen Land kommt aber das nächste Mal!

Frohes Neues!


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