Alltagsroutine oder Alltagsstress

Routine hat sich hier längst etabliert, die Woche in der Arbeit geht immer sehr schnell vorüber. Morgens aufstehen, schnell mit der Metro zur Schule. Da dann erste Stunde vierte Klasse – meistens wird ein Lied gesungen oder ein Spiel gespielt, danach erst mal eine Stunde elfte Klasse. Meistens ein bisschen zuhören und beim Lesen verschiedener Texte, beispielsweise zum Thema Generationskonflikte dann Begriffe erklären. Danach fängt meine vierte Stunde oft in einer achten oder einer siebten Klasse damit an, dass ich sie nach dem Tag frage, wie das Wetter ist oder was sie am Wochenende gemacht haben.

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So oder so ähnlich verlaufen die meisten Schulstunden in der Schule. Ich helfe immer ein bisschen mit, oft auch spontan, je nachdem, wo ich gerade gebraucht werde. In meinen Pausen gehe ich oft in den nächstgelegenen Park oder in ein Café als Abwechslung. Dann bin ich meistens so um 13:00 Uhr oder 14:30 Uhr mit der Schule fertig und fahre nach Hause.
Routine ist für mich dann auch immer bei dem Gemüseladen auf dem Weg zwischen Metro und Schule etwas Gemüse/ Obst zu kaufen und mir dann nach der Schule was zu Essen zu machen. Danach steht meistens irgendeine Aufgabe an und so vergeht der ganze Nachmittag ziemlich schnell – wenn wir Zeit haben, kochen wir halt noch zusammen und schauen Dark.

Hat die letzten zwei Wochen nicht wirklich funktioniert. Die vorletzte Woche hatte nämlich auch nicht wirklich was mit ner Alltagsroutine zu tun und war insgesamt hier bisher auch die Anstrengendste. Die Kombination aus Wohnungssuche und der Besuch der anderen Freiwilligen aus Georgien und Armenien hat das Ganze ziemlich stressig gemacht und wurde so zu der bisher wirklich nervigsten Woche.

  

Wohnungssuche hat sich als ziemlich nervenaufreibend herausgestellt, das ewige Anrufen bei Unmengen an Wohnungen, bei denen man weiß, dass man nie eine Rückmeldung bekommt, ist sehr frustrierend und hat die Stimmung allgemein nicht verbessert. Dadurch hat der Besuch der anderen uns auch mehr gestresst, als das wir uns freuen konnten. Na ja Wohnung sollte mittlerweile so gut wie geklärt sein (Im Nachhinein hat jetzt auch alles mit der Wohnung geklappt, war aber auch noch unsicher bis kurz vor Einzug).

Insgesamt kann man aber definitiv erkennen, dass der Wohnungsmarkt durch die überfüllte Stadt sich definitiv verteuert hat und Wohnungssuchen hier im Moment kein Spaß macht. Da dachten wir manchmal, wir wären hier gerne vor einem Jahr gewesen, als alles noch ein Drittel weniger oder sogar nur die Hälfte gekostet hat.

Der Besuch der Anderen war eigentlich ganz schön, auch wenn wir sie nur abends kurz gesehen haben. Den ersten Abend haben wir in ihrem Airbnb verbracht, was ganz schön war. Nach dem Abend waren alle aber schon so müde, dass die Luft die ganze Woche ein bisschen raus war. Am Tag danach bin ich mit Sofie noch zum angeblich besten Vintage Laden der Stadt, weil sie immer noch eine Lederjacke kaufen wollte. Wir sind leider nicht fündig geworden und wollten dort auch die Armenier:innen treffen, die sich aber auch schon im Second Hand Einkaufsparadies verrannt hatten und deswegen erst später dort angekommen sind.

Sonst hatten wir nur ein großes Ziel für das Wochenende, nämlich endlich den Techno Club von Tbilisi auszukundschaften. Die ganze Organisation zog sich erst mal über den Abend hin in die Länge, weil Planung in so großer Gruppe schon sehr schwierig ist und wir haben es dann auch erst so um drei oder halb vier in den Club geschafft. Die Meinung der Gruppe war kontrovers, ob sich die 60 Lari jetzt gelohnt haben, ich fand’s aber insgesamt sehr cool, bis auf die ganzen aufdringlichen grabschigen Männer halt.


Die zwei Wochen danach waren auch insgesamt unspektakulär. Ich versuche eigentlich zu vermeiden, dass mein Alltag ins Aufgabenabarbeiten ausartet. Ich habe oft das Gefühl, dass auch meine Freizeit oft zu einer Liste an Dingen wird, die ich abarbeite. Es fällt schwer, sich einfach seinem Alltag hinzugeben und nicht immer diesen Erlebnisdrang zu haben. Einerseits habe ich das Gefühl, dass ein normaler Alltag mir mal guttun würde, andererseits fühle ich mich dann nach drei Tagen schon wieder gelangweilt und will etwas Neues erleben.

Na ja die letzte Woche, über die ich hier berichte, war auch von unserem Umzug eingenommen. Tadeus war in der Woche zuerst in Berlin und in der Woche haben Jonte und ich nachmittags hauptsächlich damit angefangen, Zeug in der Wohnung zusammenzupacken und am Freitagabend haben wir dann unsere ganzen Sachen zu Klara in die Wohnung gefahren, wo wir sie die Woche, die wir in Armenien sind und in Tbilisi keine Wohnung hatten, lagern wollten. Abends haben wir dann noch ein Restaurant WG Abend gemacht, Essen war so lala und von der Woche in Armenien berichte ich dann das nächste Mal!

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