{"id":113,"date":"2025-10-19T18:12:25","date_gmt":"2025-10-19T16:12:25","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/lillyjoengelhardt\/?p=113"},"modified":"2025-10-19T20:23:35","modified_gmt":"2025-10-19T18:23:35","slug":"113","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/lillyjoengelhardt\/2025\/10\/19\/113\/","title":{"rendered":"Ein Tisch f\u00fcr mich"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die<\/strong> Reise auf der Suche nach mir selbst hat nicht erst jetzt begonnen. Im Gegenteil, sie besteht vermutlich seit ich denken kann, aber erst jetzt habe ich mir bewusst die Zeit daf\u00fcr genommen. Die Monate und Jahre zuvor waren gef\u00fcllt mit Stress, unz\u00e4hligen Aktivit\u00e4ten, Aufgaben, Festivit\u00e4ten. Keine Zeit, um mich mit mir selbst an einen Tisch zu setzen. Es war ein st\u00e4ndiges hetzen ohne mich mit mir selbst wirklich so richtig zu vernetzen. Ich war auf beiden Augen blind. Obwohl ich so viel gesehen, erlebt und gef\u00fchlt habe, habe ich gleichzeitig so viel verpasst. Zu viele Informationen, die ich l\u00e4ngst wieder verworfen ha<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/lillyjoengelhardt\/files\/2025\/10\/ccdr-2025-10-16-140039.293.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-114 alignright\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/lillyjoengelhardt\/files\/2025\/10\/ccdr-2025-10-16-140039.293-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/lillyjoengelhardt\/files\/2025\/10\/ccdr-2025-10-16-140039.293-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/lillyjoengelhardt\/files\/2025\/10\/ccdr-2025-10-16-140039.293.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a>be, um neue aufzunehmen. Wie soll ich mich auf das Leben konzentrieren, wenn ich es nicht aktiv versuche wahrzunehmen? Ich habe beschlossen die Augen zu \u00f6ffnen und mich mit der echten, unbeschleunigten Version des Lebens auseinanderzusetzen. Wir sind nun allein. Du und ich und ich und du. Du bist ich und ich bin du. Anfangs waren wir \u00fcberfordert mit der Stille um uns herum. Es waren nur wir beide. Aber wenn man genau hinh\u00f6rt liegt so viel mehr in der Stille, liegt so viel zwischen den Zeilen. Es gibt keinen Grund mehr durch die Welt zu eilen und endlich k\u00f6nnen die tiefen Wunden langsam heilen.<\/p>\n<p>Ich sp\u00fcre das k\u00fchle Wasser auf meiner Haut, ich h\u00f6re die Kieselsteine, wie sie von den Wellen getragen werden, ich sehe die kleinsten Fische im riesigen Ozean tanzen. Ich nehme die Farben wahr, sehe welche Sch\u00f6nheit im Mensch Sein liegen kann. Es sind die kleinsten Momente, in denen mein Herz laut lachen m\u00f6chte. Egal, ob das Kind auf dem Weg nach Hause, welches seiner Mama stolz die neuste Malerei aus dem Kindergarten zeigt oder das P\u00e4rchen am Strand, was sich \u00fcber den rotbemalten Sonnenuntergang Himmel freut. Egal, ob der Sch\u00fcler aus dem Deutschunterricht, welcher seiner Lehrerin eine Tafel Schokolade mitbringt, weil er 5min eher gehen durfte oder die Frau, die von der anderen Stra\u00dfenseite zur\u00fcckl\u00e4chelt. Es ist das s\u00fc\u00dfe &#8222;Halloooo Lillyyy, do you want to drink a coffee with me&#8220; von meiner Mitbewohnerin. Es sind die Liebesbriefe von meinen FreundInnen an mich, die ich mit Tr\u00e4nen in den Augen lesen durfte. Es ist der WhatsApp Status meiner Mama mit den Worten &#8222;Du schaffst das mein Kind&#8220;. Es sind die Videos von meiner Schwester, in denen sie mir beichtet wie sehr sie mich vermisst. Es ist das Kompliment &#8222;Du strahlst wie ein Sonnenschein&#8220; von einer Freundin und die beruhigende Fortsetzung &#8222;aber auch du darfst mal traurig sein&#8220;. Es sind die ehrlichen Nachrichten von meinem Papa, die mich zum Nachdenken anregen und es sind die liebevollen Nachfragen von meinen Liebsten. Denn auch, wenn ich mich meinen Gef\u00fchlen alleine stellen muss, wei\u00df ich dass ich nicht alleine bin. Ich habe Menschen um mich herum, die mich be- oder unbewusst von Herzen ermutigen. Sie sind das Salz im Meer, die mich im Notfall auffangen, wenn mir die Kraft zum schwimmen fehlt.<\/p>\n<p>Ich sitze in meinem Bett, bin m\u00fcde vom feiern, mein Fenster ist offen und der leichte Windzug f\u00fchlt sich erfrischend gut an. Meine Finger tippen die Buchstaben der Tastatur und ich schmunzle vor mich hin. Ich bin stolz auf mich und wie weit ich es bis hier her geschafft habe, ich bin dankbar f\u00fcr all die wertvollen und wundersch\u00f6nen, aber auch f\u00fcr die negativen und schwierigen Erlebnisse. Jedes davon ist Grund daf\u00fcr warum ich und du und wir so sind wie wir sind. Es ist beruhigend und be\u00e4ngstigend zu gleich, wie tiefsitzend Gef\u00fchle verankert sind. Es ist alles andere als leicht sich selbst intensiv in die Augen und ins Herz zu schauen, aber zu verstehen warum man was wie f\u00fchlt, bringt mich mir selbst ein St\u00fcckchen n\u00e4her.<\/p>\n<p>Der heutige Beitrag ist inspiriert von einem guten Freund, der mich folgendes gefragt hat: &#8222;Lilly Jo wir reden immer nur dar\u00fcber warum es dir nicht gut geht oder womit du struggelst, aber ich wollte dich fragen was bis hierher und w\u00e4hrend des Prozesses gut gelaufen ist&#8220; Und hier ist der Versuch eine Antwort darauf zu finden!<\/p>\n<p><strong>Danke f\u00fcrs lesen und wie immer mausige Gr\u00fc\u00dfe von eurer Lilly Jo &lt;3<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Reise auf der Suche nach mir selbst hat nicht erst jetzt begonnen. Im Gegenteil, sie besteht vermutlich seit ich denken kann, aber erst jetzt habe ich mir bewusst die Zeit daf\u00fcr genommen. 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