Vorbereitungsseminar am Werbellinsee

Neue Freundschaften, interessante Workshops, leidenschaftliche Diskussionen, die allerseits beliebten Kaffeepausen mit den noch beliebteren Keksen, der ein oder andere Sprung in den See (ganz egal zu welcher Tageszeit), die abendlichen Story-Runden meiner Zimmermitbewohnerinnen sowie die verrückten „Energizer“ unserer Teamer*innen und die obligatorische Kennenlern-Frage „Und wohin gehst du?“ darf natürlich auch nicht fehlen.
All das und noch vieles mehr kommt mir in den Sinn, wenn ich an unser Vorbereitungsseminar am Werbellinsee denke.
Es war eine unglaublich intensive Zeit, in der ich so viele offene und freidenkende Menschen kennenlernen durfte und gleichzeitig gefühlt mehr gelernt habe, als in der Schule.
Zum einen über mich selbst, meine Ängste und Sorgen im Hinblick auf die bevorstehende Ausreise sowie über meine Rolle als Freiwillige mit ihren Privilegien, die wir durchaus auch kritisch hinterfragt haben.
Zum anderen über wichtige gesellschaftspolitische Themen, die meiner Meinung nach viel zu kurz kommen und ich deshalb sehr dankbar war, dass Kulturweit einen Raum dafür gab, sich mit Leuten über diese Themen austauschen zu können.
Unter anderem behandelten wir die Geschichte des Kolonialismus und dem damit verbundenen Rassismus. Klassismus, Sexismus, LGBTQ* und Empowernment standen ebenfalls auf der Tagesordnung.
Meistens besprachen wir die Themen in den sogenannten „Homezones“, einer Gruppe
von Leuten, die in das gleiche Land oder Gebiet reisen. Insgesamt waren wir mit unser Trainerin 12 Leute.
In den Workshops konnten wir gezielt Themen vertiefen oder neues erlernen, wie bspw. bei einem Workshop über social Entrepreneurship oder interkultureller Kommunikation.
An den Partner*innen Tagen lernten wir unsere Partnerorganisation, in meinem Fall das Goetheinstitut, besser kennen und lernten beispielsweise, wie wir ein Projekt vor Ort durchführen können.
Ein Highlight von Vielen waren die Stadtführungen durch Berlin.
Ich hatte unter anderem das Glück an einer Tour durch Neukölln teilzunehmen, die von Firas Zakir, der 2015 aus Aleppo/Syrien nach Berlin geflohen ist, geleitet wurde.
Anschließend gab es eine Begrüßung des Auswärtigen Amtes durch die Staatsministerin Michelle Müntefering und der UNESCO- Präsidentin Prof.Dr. Maria Böhmer.
Von Tag zu Tag wurde meine Angst durch Motivation und Vorfreude ersetzt sobald wie möglich aufbrechen zu können und dies hab ich nicht zuletzt meiner Homezone und unserer Trainerin zu verdanken! Obwohl wir uns erst seit so kurzer Zeit kennen, fühlt es sich schon wie eine kleine Familie an.
„Home is where the zone is.”
Am 10ten Tag ging ich mit gemischten Gefühlen in die Heimat zurück, einerseits war es eine tolle Zeit, die einem sehr viel Input gab und neue Perspektiven ermöglicht hatte.
Außerdem kann ich es mittlerweile kaum erwarten endlich in die Mongolei zu fliegen.
Andererseits fiel es mir schwer sich von all den Leuten verabschieden zu müssen und ich hatte Respekt davor wie sich wohl der Abschied zu Hause anfühlen wird.
Nun heißt es erstmal bei über 30 Grad Koffer für minus 30 Grad zu packen, das letzte mal für die nächsten Monate die Gelegenheit zu nutzen meine geliebten Chicken Nuggets bei McDonalds zu essen, etliche Dokumente zu kopieren und noch so viele Freunde wie möglich zu treffen.
To be continued…

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