{"id":14,"date":"2022-10-25T16:36:36","date_gmt":"2022-10-25T14:36:36","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/lakebosomtweundkumasi\/?p=14"},"modified":"2022-11-03T09:31:06","modified_gmt":"2022-11-03T08:31:06","slug":"wie-schnell-die-zeit-vergeht-kann-man-ganz-gut-selbst-beeinflussen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/lakebosomtweundkumasi\/2022\/10\/25\/wie-schnell-die-zeit-vergeht-kann-man-ganz-gut-selbst-beeinflussen\/","title":{"rendered":"Wie schnell die Zeit vergeht, kann man ganz gut selbst beeinflussen"},"content":{"rendered":"<p>Ich w\u00fcnschte ich w\u00fcrde endlich aufh\u00f6ren die Wochen zu z\u00e4hlen. Immer wieder erwische ich mich selbst dabei auf den Kalender zuschauen und auszurechnen, wann die H\u00e4lfte des Freiwilligendienstes vorbei ist, wie viele Tage noch vergehen, bis ich zwei Monate hier bin und wie viele Wochenenden es noch sind, bis endlich das Zwischenseminar anf\u00e4ngt, auf das ich mich wirklich freue. Vielleicht vermisse ich den Matheunterricht in der Schule, vielleicht versuche ich auch diese be\u00e4ngstigend lang wirkenden f\u00fcnf Monate in kleinere \u00fcberschaubarere Abschnitte zu zerteilen. Ich m\u00f6chte n\u00e4mlich sicherlich nicht die Zeit totschlagen und\/oder darauf warten, bis dieses halbe Jahr vorbei ist. Es gibt viel zu viel zu Erleben und zu Unternehmen. Diese M\u00f6glichkeit einen finanziell unterst\u00fctzten Auslandsaufenthalt zu erleben, ohne an eine Schule oder Universit\u00e4t gebunden zu sein und nicht nur Urlaub zu machen, sondern wirklich hier zu wohnen ist schlie\u00dflich einmalig und unbezahlbar. Ich brauche ganz dringend eine entspanntere \u201elaisser-faire\u201c Einstellung und mehr Aufgaben im B\u00fcro, denn immer, wenn mir dort langweilig wird erobern die negativen Gedanken meinen Kopf. Gerade steht leider auch nicht viel Fieldwork an, was die wenige Abwechslung stark intensiviert. Die Zeit vergeht gleichm\u00e4\u00dfig schnell, aber wie langsam sich das anf\u00fchlt, das kann man ganz gut selbst beeinflussen und das m\u00f6chte ich zu meinem Vorteil nutzen.<\/p>\n<p>Es ist n\u00e4mlich, abgesehen von der B\u00fcroarbeit manchmal, nicht so, dass es mir langweilig werden w\u00fcrde. Wenn ich nicht mit meinen mittlerweile schon relativ zahlreichen neugefundenen Freundinnen unterwegs bin oder mich bei Studierendenpartys durch das Buffet durchprobiere, r\u00e4ume ich auf, putze, wasche, koche, schreibe Berichte und Blogeintr\u00e4ge oder versuche mein Zimmer noch weiter zu personalisieren. Ich bin \u00fcbrigens doch nicht in ein anderes Zimmer umgezogen, obwohl ich es in meinem ersten Bericht angek\u00fcndigt hatte. Es ist es mir doch Wert f\u00fcr den eigenen K\u00fchlschrank, die Klimaanlage und die paar Quadratmeter mehr einen h\u00f6heren Mietpreis zu zahlen.<\/p>\n<p>Dieses Wochenende fahre ich \u00fcbrigens in die Hauptstadt um Sara, die als kulturweit Freiwillige in der UNESCO Nationalkomission arbeitet, zu besuchen. Obwohl es das Wochenende vor Halloween ist, werden wir es wahrscheinlich ruhig angehen lassen, gut essen und uns nicht in den \u201eGruseltrubel\u201c (Bitte als Neologismus einf\u00fchren) werfen.<\/p>\n<p>Auf dem Universit\u00e4tscampus geht es seit ein paar Wochen sehr sportlich zu. Das campuseigene Stadion wird immer von Fu\u00dfballteams bespielt und von Leichtathlet*innen berannt. Auch die Basketball- und Volleyballfelder sieht man selten leer. Das liegt daran, das die universit\u00e4ts\u00fcbergreifenden GUSA Games dieses Jahr auf dem KNUST Unigel\u00e4nde ausgetragen werden. Diese zwei Wochen andauernden Sportspiele sind wirklich auf einem sehr professionellen Niveau und ich bin schon gespannt, ob ich ein paar Wettk\u00e4mpfe mitverfolgen kann. Besonders aufregend stelle ich mir die Er\u00f6ffnung am 04.11. vor, denn man h\u00f6rt sogar Blaskapellenproben immer mal wieder aus verschiedenen Geb\u00e4uden schallen.<\/p>\n<p>Was mich sehr bereichert, ist, dass ich den gro\u00dfen Markt, der sich direkt am Eingang des Campus befindet, entdeckt habe. Ich hatte zuvor immer nur die vereinzelten Obstst\u00e4nde gesehen, mich aber nie weiter hineingewagt. Ein bisschen ist es, wie das Zelt der Weasleys im vierten Harry Potter Band. Von au\u00dfen sieht es klein aus, aber geht man in die Marktgassen hinein, wird alles viel gr\u00f6\u00dfer und ausladender, als man dachte. Ich habe auf diesem Markt schon allerhand Obst und Gem\u00fcse gekauft, aber auch Rosmarin, Mehl, Milch, Eier und Zucker und eine Pfanne, mit der erstmal Pfannkuchen gebacken wurden. Meine Kochambitionen f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage sind genauso gro\u00df und ich hoffe, dass mir in Zukunft nicht mehr mitten im Kochen auf dem Elektroherd der Strom ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Gerade ist au\u00dferdem die Idee aufgekommen, dass wir, ein paar der kulturweit Freiwilligen in Ghana, Posts und Stories f\u00fcr den Instagram Account der ghanaischen UNESCO Nationalkommission entwerfen und damit unsere jeweiligen Biosph\u00e4renreservate vorstellen. Das bedeutet Bildmaterial und Fakten sammeln und \u00e4sthetisch zusammenf\u00fchren. Ich bin gespannt, was daraus wird.<\/p>\n<p>Noch eine Information zum neuen Titel des Blogs: Queen Elisabeth II. hat 1961 einen Staatsbesuch in der ehemals britischen Kolonie Ghana abgehalten, die kurz zuvor, 1957, die Unabh\u00e4ngigkeit erlangte. Dass sie auch Kumasi besucht hat, merkt man tats\u00e4chlich, nachdem Einiges (zum Beispiel ein Studentenwohnheim auf dem Campus) nach ihr benannt wurde. Elisabeth II. bezeichnete Kumasi damals als \u201ethe garden city\u201c, da ihr dort besonders die vielf\u00e4ltige und ausgedehnte Vegetation imponiert hatte. In den Folgejahren musste diese aber, wie in so vielen Gro\u00dfst\u00e4dten, immer weiter gro\u00dfen Geb\u00e4uden und Stra\u00dfennetzen weichen. Es gibt zwar noch gr\u00fcne Areale, sie werden aber witerhin dezimiert. Um dem Titel der \u201egarden city\u201c wieder gerecht zu werden, wurde allerdings 2015 der Rattray Vergn\u00fcgungspark, eine gro\u00dfe Gr\u00fcnanlage mit mehreren Spielpl\u00e4tzen, er\u00f6ffnet. Der Eintritt kostet einen vertretbaren Euro. Ich war bisher noch nicht dort, die Besichtigung steht allerdings auf meiner To-Do Liste.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche euch noch einen sch\u00f6nen Tag \ud83d\ude0a<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich w\u00fcnschte ich w\u00fcrde endlich aufh\u00f6ren die Wochen zu z\u00e4hlen. 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