{"id":425,"date":"2020-04-01T18:22:53","date_gmt":"2020-04-01T16:22:53","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/krtekaemma\/?p=425"},"modified":"2020-04-01T18:37:41","modified_gmt":"2020-04-01T16:37:41","slug":"dekuju-moc-a-uvidime-se-brzy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/krtekaemma\/2020\/04\/01\/dekuju-moc-a-uvidime-se-brzy\/","title":{"rendered":"D\u011bkuju moc \u00e0 uvid\u00edme se brzy!"},"content":{"rendered":"<p>Einen guten Abend aus Mainz,<br \/>\nin Deutschland<br \/>\nvon zuhause<br \/>\nalso zuhause zuhause, mit Familie meine ich<br \/>\nnicht Br\u00fcnn,<br \/>\nhach Br\u00fcnn<\/p>\n<p>Noch immer ist der Abschied nicht so richtig verdaut. Die Entt\u00e4uschung ist gro\u00df, na klar, und von dem \u00fcberrumpelten Gef\u00fchl des Abbruchs, der Perplexe beim Packen k\u00f6nnen sicher alle Freiwilligen gerade ein Lied singen. Viele wissen ja nicht einmal wie sie es in absehbarer Zeit zur\u00fcck nachhause schaffen sollen. Insofern nein, ich bin nicht ungl\u00fccklich hier zu sein, meine Gedanken sind zurzeit vorwiegend von gro\u00dfer Dankbarkeit gef\u00fcllt. Daf\u00fcr, dass ich jetzt bei meiner Familie sein darf, daf\u00fcr, wie gut und z\u00fcgig unsere Reise aus Tschechien \u00fcber lediglich EINE Grenze verlaufen ist und vor allem aber daf\u00fcr, dass in meinem Umfeld noch alle gesund und wohlauf sind. Ich glaube, um das abrupte Ende unseres Freiwilligendienstes richtig zu begreifen, m\u00fcssen sich erstmal die sich \u00fcberschlagenden Ereignisse und Ver\u00e4nderungungen dieses skurrilen Moments etwas einstellen. Bisher lag mir nichts ferner, als mich hinzusetzen und mit dem Schreiben zu beginnen. Zu unruhig war ich innerlich, zu unbegreiflich, geschweigedenn schriftlich erfassbar schien mir diese Welle an Ver\u00e4nderungen, die uns da \u00fcberrollt. Und sie \u00fcberschl\u00e4gt sich noch immer, deshalb glaube ich, habe ich unseren &#8222;Schiffbruch&#8220; auch nach wie vor nicht so richtig realisiert. In diesem Gerade, in dem sich nichts wie ein Jetzt anf\u00fchlt, in dem man mal ausharren und sich besinnen k\u00f6nnte, wird es einem gl\u00fccklicherweise unversch\u00e4mt einfach gemacht &#8222;Absagen&#8220; zu akzeptieren und die Dinge pl\u00f6tzlich und sehr schnell in ganz anderen Relationen zu sehen. Meine Gedanken sind zurzeit vor allem bei denen, die wirklich in Gefahr schweben, egal ob wegen des Virus selbst, oder wegen der Folgen, die sich aus den zu ergreifenden Ma\u00dfnahmen ergeben. Sie sind bei den Menschen, die gerade funktionieren wie Superpowermaschinen und aus Ressourcen sch\u00f6pfen, die sie zum Teil garnicht haben. Und sie sind nat\u00fcrlich bei meinen Freunden und anderen Menschen, die noch irgendwo anders in so mieser Ungewissheit ausharren m\u00fcssen. Ein paar dahinschwindende Pl\u00e4ne, Ideen, Projekte erscheinen da auf einmal ganz und gar untragisch- nichtig. Und noch blieb irgendwie auch keine Ruhe um ihnen nachzutrauern. Wenn ich ehrlich bin l\u00e4chle ich sogar manchmal dar\u00fcber, weil sie mir noch bis vor wenigen Tagen in anhaltender Frequenz im Kopf aufploppten, um mit &#8222;ach nee, geht ja nicht&#8220; liquidiert zu werden, und mir mein sonst so freiheitlich gepr\u00e4gtes Denken und die Privilegiertheit seiner Uneingeschr\u00e4nktheit einmal mehr bewusst machen. Ja, das ist es auch was ich sehr an kultuweit sch\u00e4tze. Dass man uns Jugendlichen stets die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit dieser Freiheit und unserer zahlreichen M\u00f6glichkeiten suggeriert hat. Mit geradezu verkl\u00e4rtem Blick spreche ich von diesem Programm und der Organisation dahinter, wenn ich gefragt werde. Denn trotz der final notwendig gewordenen Beendung unseres Freiwilligendienstes haben wir in jeder besorgten Email, jeder Entscheidung bis zuletzt die Respektierung unserer Freiheit zu sp\u00fcren bekommen, die es auch so schwer machte uns zuletzt doch zu unserer Heimreise aufzufordern. Die Reflektiertheit dieser Entscheidung, die Behutsamkeit und die Sensibilit\u00e4t mit welcher sie getroffen wurde, f\u00fchrte mir noch einmal vor Augen, was f\u00fcr eine gro\u00dfartige Chance es f\u00fcr mich war, mit kulturweit meine erste gro\u00dfe Auslandserfahrung zu machen. Auch wenn in diesem Jahr alles ein bisschen anders kam, als wir gedacht h\u00e4tten, habe ich mich bis zuletzt aufgefangen und unterst\u00fctzt gef\u00fchlt und daf\u00fcr m\u00f6chte ich dieser ganzen gro\u00dfartigen Community einfach mal meine Bewunderung und Dankbarkeit aussprechen.<\/p>\n<p>Gestern habe ich einenText gefunden, den ich ganz zu Anfang unseres Freiwilligendienstes geschrieben hatte, nachdem ich mit Julia ein bisschen durch die fr\u00fchherbstliche Sonne spaziert war, beseelt von diesem ganz neuen Freiheitsgef\u00fchl. Seine Akkuratheit zu diesem Zeitpunkt ist fast schon von tragischer Sch\u00f6nheit..<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen irgendwie lustig aussehen, von da unten<\/p>\n<p>Nun ist bereits ein wenig Zeit vergangen, seit wir jungen Menschen unser liebes Deutschland verlassen haben und uns in alle Himmelsrichtungen davon gemacht haben. Gerade wenn ich mich an meine ersten Tage zu erinnern versuche, f\u00e4llt mir auf, dass ich mich wie in einer Art Trancezustand befunden haben muss, nicht in der Lage Erinnerungen zu schaffen, die ich jetzt in aller Klarheit wiedergeben k\u00f6nnte. Es war ein gutes Gef\u00fchl! Versteht mich nicht falsch. Auf einmal realisierte ich diese riesige Freiheit tun und lassen zu k\u00f6nnen, was ich wollte.. Wonach steht mir denn mein Gusto? Prag? Wien? Na dann los! Nichts w\u00fcrde mich stoppen.. Und dann unterhielt ich mich mit meiner Freundin hier in Br\u00fcnn \u00fcber dieses v\u00f6llig absurde Freiheitsgef\u00fchl und wir begriffen, wie gl\u00fccklich wir sind: Letzendlich f\u00fchlen wir uns vielleicht wie auf einer Slackline: Einerseits voller Adrenalin und diesem belebenden Gef\u00fchl in der Luft zu schweben, andererseits auch eingesch\u00fcchtert von dem Gef\u00fchl dort oben so allein gelassen zu sein. Dabei ist dort ein riesiges Netz zu unseren F\u00fc\u00dfen, was uns auffangen wird, wenn wir das Gleichgewicht verlieren und fallen sollten. Woraufhin ich dachte: Stimmt. Was ist es doch f\u00fcr ein beh\u00fctetes Gef\u00fchl von allen Seiten unterst\u00fctzt und wohlwollend in jeder neuen Erfahrung best\u00e4rkt zu werden. Nun denke ich doch wir m\u00fcssen irgendwie lustig aussehen von da unten, wie wir so einen Fu\u00df vor den anderen setzen, in dem Glauben als wahre Seilakrobaten unterwegs und so ganz auf uns allein gestellt zu sein.<\/p>\n<p>Nur, dass da eben wirklich ein ganzes Team sa\u00df und uns schmunzelnd beobachtete &#8211; und im richtigen Moment das Sprungtuch ausbreitete.<\/p>\n<p>Mit der offiziellen Nachricht, dass sich die Grenzen zumindest zu Tschechien aber bis zum Herbst schonmal sicher nicht mehr \u00f6ffnen werden, macht sich doch so langsam das Bed\u00fcrfnis in mir breit f\u00fcr eine l\u00e4ngere Zeit Abschied von dem sch\u00f6nen Land, das ich mitsamt seinem &#8222;Spirit&#8220; in den letzten Monaten so lieb gewonnen habe, zu nehmen und meine wunderbaren Erinnerungen der letzten Wochen mal festzuhalten und einfach ein bisschen dankbar daf\u00fcr zu sein, was ich alles mitgenommen habe.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/krtekaemma\/files\/2020\/04\/9961-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-434 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/krtekaemma\/files\/2020\/04\/9961-1.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"512\" \/><\/a><\/p>\n<p>ICH WERDE EUCH VERMISSEN<\/p>\n<p>Dich Otto, unsere sch\u00f6nen und hochinteressanten Gespr\u00e4che und deine super Kartenspielskills nat\u00fcrlich (:<\/p>\n<p>Dich Clara, unsere langen Kaffeemittagspausenplauschs in meiner Wohnung, unser gemeinsames Musik- Faible und unser 100 % have-your-back Gef\u00fchl<\/p>\n<p>Dich K\u00e1ja und die Tatsache, dass wir direkt auf einer Wave waren (egal ob bei einer Tasse Sva\u0159\u00e1k auf dem Weihnachtsmarkt oder im Wake up Wellness Hostel, auch wenn es verflucht war)<\/p>\n<p>Dich Igor und unsere gemeinsame Zeit, egal ob auf der Party oder so und nat\u00fcrlich unsere Chats, die mich regelm\u00e4\u00dfig vergessen lassen haben, dass du trotz deiner spitzen Deutschskills vielleicht doch keine deutschen Abk\u00fcrzungen wie &#8222;vllt&#8220; oder &#8222;bg&#8220; verstehst \ud83d\ude00<\/p>\n<p>You, Kuba, our good talks and your Craft Beer recommendations!!<\/p>\n<p>Noch viel mehr tolle Leute, die ich jetzt nicht alle nennen kann, die aber sicher sein k\u00f6nnen, wieder von mir angesteuert zu werden, wenn ich back in the hood bin!<\/p>\n<p>Und all die lieben und kreativen Klassen, die ich besuchen durfte. Das hat so viel Spa\u00df gemacht mit euch und ich bin vielleicht ein kleines bisschen traurig, weil ich noch ein paar echt coole Ideen hatte, die mir mit euch wirklich viel Spa\u00df gemacht h\u00e4tten!!<\/p>\n<p>Mein WUNDERBARES Kabinet und alle anderen lieben Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich zu tun hatte und alles m\u00f6gliche teilen und bequatschen konnte. (&#8222;Bis morgen macht ihr bitte die Aufgabe (..)&#8220; &#8211; &#8222;Ale, pan Sturma je p\u0159\u00edsn\u00fd. M\u00e1me moc prace..&#8220; &#8211; &#8222;Ich bin AUCH streng!&#8220;)<\/p>\n<p>Selbstgeschriebene M\u00e4rchen<\/p>\n<p>Wortneusch\u00f6pfungen wie den &#8222;Schweinsmann&#8220; (Metzger)<\/p>\n<p>Vokabelneuerrungenschaften wie &#8222;Schluckauf&#8220;<\/p>\n<p>Und sogar Assoziationsketten wie &#8222;Haus&#8220; &#8230; &#8222;FRAU&#8220;<\/p>\n<p>Alles ist noch irgendwo behutsam in meinen Erinnerungen verwahrt und kommt manchmal wieder auf, wenn ich mit dem neunj\u00e4hrigen Anton Schule spiele. (Er liest und schreibt nicht SOOO gerne deutsch wie ihr \ud83d\ude42 also falls ihr ein paar Motivations &#8211; Tipps habt&#8230;)<\/p>\n<p>Hezk\u00fd den,<\/p>\n<p>Emma<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen guten Abend aus Mainz, in Deutschland von zuhause also zuhause zuhause, mit Familie meine ich nicht Br\u00fcnn, hach Br\u00fcnn Noch immer ist der Abschied nicht so richtig verdaut. Die Entt\u00e4uschung ist gro\u00df, na klar, und von dem \u00fcberrumpelten Gef\u00fchl des Abbruchs, der Perplexe beim Packen k\u00f6nnen sicher alle Freiwilligen gerade ein Lied singen. 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