{"id":373,"date":"2020-01-12T12:49:13","date_gmt":"2020-01-12T11:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/krtekaemma\/?p=373"},"modified":"2020-01-12T12:49:13","modified_gmt":"2020-01-12T11:49:13","slug":"silvestr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/krtekaemma\/2020\/01\/12\/silvestr\/","title":{"rendered":"Silvestr"},"content":{"rendered":"<p>Man sagt ja immer so wie du das Jahr beginnst, so wirst du es auch verbringen. Ich will nicht l\u00fcgen: genaugenommen bin ich kein Fan davon, Silvester und dem Neujahrsbeginn zu viel Bedeutung zuzumessen. Oft habe ich das Gef\u00fchl es l\u00f6st einen ungeheuerlichen Druck bei den Leuten aus und zudem ist es ja auch v\u00f6llig unrealistisch zu denken man w\u00fcrde zusammen mit der Ziffer in der Datumsspalte am oberen Heftrand NEU. Wann genau soll dieser Transformation stattfinden? W\u00e4hrend dem zweiten und dritten Glas Prosecco am Silvesterabend? Mit dem lauten Geb\u00f6ller, das um 11:53 irgendwo einsetzt? Der Funke, der unseren Freund vor zwei Jahren traf, l\u00f6ste jedenfalls keine solche Erleuchtung oder totale Neuorientierung im kommenden Jahr aus. Alles was sie hinterlie\u00df war eine kleine kahle Stelle in seinem Haar- ein gutes Jahr hatte er denke ich trotzdem.<br \/>\nGut, mir ist bewusst, dass es hier um Br\u00e4uche und unseren Hang zur Romantisierung geht, von dem ich ja nun auch nicht ganz frei bin. Ich finde diese Vorstellung zun\u00e4chst sogar sch\u00f6n, vorausgesetzt man erh\u00e4lt ein wenig Interpretationsspielraum was den &#8222;Anfang&#8220; betrifft. Schlie\u00dflich w\u00fcrde ich mein Jahr 2019 nicht unbedingt mit einer verkaterten Zugfahrt ins Oberjoch verbinden, daf\u00fcr aber gerne mit den sehr wohltuenden Tagen die ich zusammen mit Lorenz dort verbracht habe. Gef\u00fcllt mit neuen Erfahrungen wie dem Gef\u00fchl sich auf zun\u00e4chst wackeligen Beinen mit Skiern durch den Schnee zu bewegen: nennen wir es mal belebend gef\u00e4hrlich- und nat\u00fcrlich ganz viel Gem\u00fctlichkeit zur\u00fcck am Kamin im Hotel. Gleichzeitig spreche ich sicher nicht f\u00fcr mich allein, wenn ich sage dass dieses Jahr sich keineswegs in einem genauSO fortzog, wie die Bahn, eines Schwimmers, der zielstrebig und innerlich &#8222;gesettled&#8220; ohne einen Blick nach links oder rechts das Becken durchquert, straightforwards sozusagen. Es gab Hochs, Tiefs, aber auch das in v\u00f6lliger Unregelm\u00e4\u00dfigkeit. So w\u00fcrde ich mein Jahr vielleicht eher wie eine Art Kreis beschreiben, dessen Au\u00dfenkanten nicht von jedem Punkt aus absehbar sind, was auch gut so ist. Ich finde den Gedanken sch\u00f6n, sich das Ende eines Jahres als kleinen Reminder zu nehmen, als Anlass die letzten Zeiten Revue passieren zu lassen und sich m\u00f6glicherweise mal wieder ein bisschen mit sich selbst und seiner Umwelt zu befassen. Mal achtsam in sich zu horchen, wo man steht und abzuchecken, was stimmt und was nicht. Es ist ein Ding der Unm\u00f6glichkeit sich eine To Do Liste mit &#8211; daran habe ich keinen Zweifel- guten Intentionen zu machen und diesen allen nachzukommen. Ein so durchmischtes Jahr, das so vielseitig und abwechlungsreich ist -und das ist es am Ende f\u00fcr jeden, der 365 Tage davon mitbekommt- ist einfach viel zu schade, um es am Ende mit hochgesteckten Zielen f\u00fcr das kommende Jahr so abzuwerten. Wozu muss man so einen harten Schlussstrich ziehen? Wenn ich jetzt so an Anfang Januar 2019 zur\u00fcckdenke werde ich vielleicht sagen meine aktuelle Bahn verl\u00e4uft in sch\u00f6ner Parallele zum letzten Jahr, in etwa so wie bei einem Schnirkelschneckenh\u00e4usschen. Auch ein Jahr sp\u00e4ter, nach vielen weiteren Eindr\u00fccken, Begebenheiten und neuen Bekanntschaften, einem Neustart hier in Tschechien, welches sich \u00e4hnlich wie die Skipiste im Oberjoch zun\u00e4chst wie ein v\u00f6llig neues Terrain anf\u00fchlte und sich schnell als sehr zug\u00e4nglich entpuppte, habe ich \u00e4hnlich stolz wie zuvor meine Liebsten um mich und kann meine ersten Fortschritte hier mit ihnen teilen, auf sicheren F\u00fc\u00dfen und ganz ohne zu wackeln. Dieser Prozess stagniert nie, nicht erreichte Ziele sind mit dem Ende eines Kalenderjahres nicht vertan, geschweigedenn das Jahr selbst, ich m\u00f6chte diesen Moment einfach mal nutzen, um zu sagen wie gut es mir geht, wie dankbar ich bin f\u00fcr alles was ich habe und wie sehr ich mich dar\u00fcber freue, jeden Tag so viel Neues zu lernen oder auch nicht.<\/p>\n<p>Unser Start ins neue Jahr begann tiefenentspannt w\u00fcrde ich sagen.<br \/>\nZusammen mit Julia und Lorenz machten wir ein Raclette ertser G\u00fcte, h\u00f6rten Boogie Wonderland, tranken einen edlen Tropfen Cr\u00e9mant zu unseren albert-Muffins und hatten einfach eine gute Zeit. Ehe wir uns versahen ging das Feuerwerk drau\u00dfen los und wir beschauten den bunten Himmel von den Dachfenstern meiner Wohnung aus. (Mittlerweile mit Tee) stie\u00dfen wir auf ein erfolgreiches 2019 und 2020 an: &#8222;V\u0161echno nejlep\u0161\u00ed do nov\u00e9ho roku!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/krtekaemma\/files\/2020\/01\/IMG_20200112_1234501452.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-380 aligncenter\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/krtekaemma\/files\/2020\/01\/IMG_20200112_1234501452-300x130.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"130\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/krtekaemma\/files\/2020\/01\/IMG_20200112_1234501452-300x130.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/krtekaemma\/files\/2020\/01\/IMG_20200112_1234501452-768x333.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/krtekaemma\/files\/2020\/01\/IMG_20200112_1234501452.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man sagt ja immer so wie du das Jahr beginnst, so wirst du es auch verbringen. 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