{"id":50,"date":"2013-10-27T16:18:21","date_gmt":"2013-10-27T15:18:21","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/?p=50"},"modified":"2013-12-03T12:03:38","modified_gmt":"2013-12-03T11:03:38","slug":"50","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/2013\/10\/27\/50\/","title":{"rendered":"\u0130yi Kurban Bayram\u0131"},"content":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df, mein letzter Eintrag ist schon eine Weile her. Das liegt nicht etwa daran, dass ich nichts zu erz\u00e4hlen h\u00e4tte, ganz im Gegenteil. Ich habe nur sehr lange \u00fcberlegt, wie ich diesen Blogeintrag am besten formuliere. Vom 15.10. bis 18.10. war Kurban Bayram, das Opferfest und das wohl wichtigste Fest im muslimischen Glauben und mit 4Festtagen wohl auch das l\u00e4ngste.<\/p>\n<p>Der Hintergrund des Festes ist, das Ibrahim sein Gottvertrauen best\u00e4tigen sollte, in dem er seinen Sohn opferte. Als Gott die Bereitschaft erkannte, wurde Ibrahim von der Probe erl\u00f6st und sein Sohn durfte leben. Daraufhin opferten die beiden voller Dankbarkeit einen Widder. Eine \u00e4hnliche Geschichte findet sich \u00fcbrigens auch in der Bibel wieder und ist unter der Opferung Isaaks bekannt.<\/p>\n<p>Heute wird deswegen traditioneller Weise auch noch ein Tier geopfert. Jeder der sich sich finanziell leisten kann, sollte ein Tier schlachten und das Fleisch unter den Armen verteilen. Ich konnte nicht genau herausfinden, wie viel von dem Fleisch verschenkt werden soll. Ich habe Angaben zwischen einem Drittel bis zur H\u00e4lfte des Tieres geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Und nun kommt der Teil, bei dem ich lange \u00fcberlegt habe, wie ich das Ganze aufschreiben soll. Wem jetzt beim Lesen vielleicht schon ein kleiner Schauer \u00fcber den R\u00fccken gelaufen ist, als er daran dachte, wie ein Tier geschlachtet wird, dem empfehle ich den n\u00e4chsten Teil nicht zu lesen&#8230;<\/p>\n<p>Ich hatte nun also erfahren, wo ich mir hier in Istanbul anschauen konnte, wo die Tiere geschlachtet werden. Ich war bereits bei der Ey\u00fcp-Moschee gewesen, die ja auch ein Walfahrtsort ist und nat\u00fcrlich an Feiertagen auch gut besucht ist. Weinige Gehminuten von dort entfernt, war also ein Schlachthaus. Der Geruch f\u00fchrt mich schon dorthin, denn man konnte sich direkt vor dem Geb\u00e4ude zun\u00e4chst sein Tier aussuchen. Ich hatte schon in den Tagen vor Kurban Bayram zusammengezimmerte St\u00e4lle gesehen, in denen zahlreiche Tiere wohnten. Einige hatten schon Nummern auf ihr Fell gespr\u00fcht bekommen. Das hie\u00df also sie waren bereits verkauft worden. Auch trugen einige Tiere ein Tuch um ihre H\u00f6rner gebunden. Was das zu bedeuten hatte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.<\/p>\n<p>Einige Schritte weiter, stand ich dann also schon in der Schlachthalle. Viele andere Leute beobachteten auch, wie die Tiere geschlachtet wurden, auch viele Kinder waren dabei. Ich stand auf einer Erh\u00f6hung, so dass man runter in die Halle gucken konnte. Und dort ging es auch schon ziemlich zur Sache. Die Leute standen in einer f\u00fcr mich nicht ganz erkl\u00e4rlichen Weise in einer Schlange mit ihrem Tier in der Schubkarre und warteten, dass einer der Metzger ihre Nummer aufrief. Und dann ging es ziemlich schnell: Wurde die Nummer erst einmal aufgerufen, wurde das Tier hingelegt, get\u00f6tet, enth\u00e4utet, ausgenommen und in Einzelteile zerlegt. Das Tuch, dass einigen Tieren vorher um die H\u00f6rner gebunden wurde, wurde ihnen dann um die Augen gebunden, wahrscheinlich um sie zu beruhigen. Zu erw\u00e4hnen ist an dieser Stelle noch, dass die Tiere, durch das Sch\u00e4chten sterben. Dabei sterben die Tiere mit einem Schnitt durch die Kehle und bluten aus. Das ist auch die \u00fcbliche Schlachtung bei koscheren Tieren, in Deutschland aber verboten. Zugegeben, ich fand diesen Schritt der Schlachtung am schlimmsten, da die Tiere nicht sofort sterben, sondern noch einen Todeskampf erleiden, der furchtbar mit anzuschauen ist. Nun habe ich noch nie in einer deutschen Schlachthallte gestanden, dennoch stelle ich mir den restlichen Vorgang genauso vor, wie ich ihn gesehen habe. Als das Tier dann in seine Einzelteile zerlegt war, wurde das Fleisch in wei\u00dfe Plastikt\u00fcten verpackt, die Nummer des K\u00e4ufers wurde wieder aufgerufen und dieser konnte das Fleisch dann mit nach Hause nehmen.<\/p>\n<p>Die restlichen Tage von Kurban Bayram verbringt man traditioneller Weise im Kreise seiner Familien. Davon habe ich leider wenig mitbekommen. Einige Gesch\u00e4fte blieben die Zeit \u00fcber geschlossen, aber ansonsten war kaum eine Ver\u00e4nderung zu bemerken.<\/p>\n<div id=\"attachment_51\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060289.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-51\" class=\"size-medium wp-image-51\" alt=\"Die Tiere leben in St\u00e4llen.\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060289-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060289-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060289-160x120.jpg 160w, https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060289.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-51\" class=\"wp-caption-text\">Die Tiere leben in St\u00e4llen.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_52\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060330.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-52\" class=\"size-medium wp-image-52\" alt=\"Die Tiere k\u00f6nnen ausgesucht werden. Einer der Widder links hat ein Tuch um die H\u00f6rner gebundne. \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060330-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060330-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060330-160x120.jpg 160w, https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060330.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-52\" class=\"wp-caption-text\">Die Tiere k\u00f6nnen ausgesucht werden. Einer der Widder rechts hat ein Tuch um die H\u00f6rner gebunden.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_53\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060302.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-53\" class=\"size-medium wp-image-53\" alt=\"Die Menschen warten, dass die Nummern aufgerufen werden. \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060302-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060302-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060302-160x120.jpg 160w, https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060302.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-53\" class=\"wp-caption-text\">Die Menschen warten, dass die Nummern aufgerufen werden.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_54\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060303.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-54\" class=\"size-medium wp-image-54\" alt=\"(M)ein Blick in die Halle. \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060303-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060303-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060303-160x120.jpg 160w, https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060303.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-54\" class=\"wp-caption-text\">(M)ein Blick in die Halle.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_55\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060326.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-55\" class=\"size-medium wp-image-55\" alt=\"Das Fleisch wird nach Hause gebracht und verteilt.\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060326-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060326-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060326-160x120.jpg 160w, https:\/\/kulturweit.blog\/kristanbul\/files\/2013\/10\/P1060326.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-55\" class=\"wp-caption-text\">Das Fleisch wird nach Hause gebracht und verteilt.<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df, mein letzter Eintrag ist schon eine Weile her. 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