{"id":4,"date":"2021-03-22T10:54:56","date_gmt":"2021-03-22T09:54:56","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/?p=4"},"modified":"2021-05-22T16:28:02","modified_gmt":"2021-05-22T14:28:02","slug":"eindruecke-nach-woche-unu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/2021\/03\/22\/eindruecke-nach-woche-unu\/","title":{"rendered":"Eindr\u00fccke nach Woche unu"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">So. Ich glaube jetzt ist der perfekte Zeitpunkt um mit dem Blog zu beginnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Liebe Gr\u00fc\u00dfe gehen raus an meine Familie und meine Freunde aus Deutschland, die sich entschieden haben mein Online- Reisetagebuches zu verfolgen. Ebenso, Gr\u00fc\u00dfe an andere Freiwillige und Neugierige die wahrscheinlich mehr oder weniger zuf\u00e4llig hier gelandet sind<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Als ich im November v\u00f6llig \u00fcberraschend das Stellenangebot f\u00fcr Oradea bekam habe ich irgendwie nicht verstanden, dass das Ganze ja wirklich stattfinden w\u00fcrde. Abgesehen von Corona- Unsicherheiten, war die Vorstellung nach Rum\u00e4nien zu ziehen und zu unterrichten ganz weit weg. Gestern war in einer Online Unterrichtsstunde ein Sch\u00fcler sehr stolz darauf, die Redewendung \u201adie Zeit vergeht wie im Flug\u2018 zu verwenden. Und das passt! Die Zeit verflog. Es f\u00fchlt sich an als w\u00e4re es gestern gewesen, dass ich meinen Freundinnen ein Bilderr\u00e4tsel gesendet habe und Verwirrung entstand. Die Flagge Rum\u00e4niens ist n\u00e4mlich fast identisch mit der des Tschads (Ich merke mir auch nie, welche die Rum\u00e4nische ist\u2026). Oder, dass mein Papa ungef\u00e4hr drei\u00dfigmal das Wort \u201aWahnsinn\u2018 verwendete, als ich ihm von der Zusage berichtete! Lange Rede, kurzer Sinn: sowohl die Zeit vor meiner Ausreise, als auch die Zeit seit meiner Ankunft sind verflogen. Heute ist es genau eine Woche her, dass ich morgens um dreiviertel Vier in Dessau aufgewacht bin und skeptisch meinen Rucksack be\u00e4ugt habe. Ich sage mal so viel: ich hatte mehr als einmal Angst, dass ich ihn nach dem Absetzten nicht mehr schultern kann. Ich habe dann noch viel zu schnell einen Tee geschl\u00fcrft und bin im Kopf durchgegangen ob ich alle relevanten Dokumente, Medikamente und Ladekabel (es sind mehr als ich dachte) eingepackt habe. Sehr stolz war ich, dass ich in unter f\u00fcnfzig Minuten am Frankfurter Flughafen zu meinem Gate gelangte UND sogar schon Geld gewechselt hatte. Der Kurs war mit Sicherheit total beschissen, aber das war mir egal. Ich hatte n\u00e4mlich Angst das in Cluj nach der Landung nicht rechtzeitig zu schaffen. Das Taxi und mein Busticket musste ich bar und in Lei, der rum\u00e4nischen W\u00e4hrung, bezahlen. Kurz hatte ich Angst, dass mir die Dame in Frankfurt Falschgeld unter der Plexiglasscheibe hindurch schob. Es f\u00fchlt sich im Gegensatz zum Euro n\u00e4mlich viel fester und glatter an.<br \/>\nAls ich dann fast sechzehn Stunden nach meiner Abfahrt in Deutschland in Oradea aus dem winzigen Bus gestiegen bin habe ich mich total gefreut Nicole (meine Mitfreiwillige, die schon seit Oktober in Oradea ist) nach monatelangem Sprachnachrichten- Kontakt endlich kennenzulernen! Sie und unsere Ansprechperson Emese haben mich dann aufgegabelt und noch rechtzeitig vor der Ausgangssperre (22 Uhr) waren wir in Nicoles Wohnung. Ich habe mit ihr dort meine ersten paar Tage verbracht und bin so dankbar, dass sie mich an die Hand genommen hat und mir wirklich immer mit Rat und Tat zur Seite steht (f\u00fchl dich gedr\u00fcckt, hihi). An meinem ersten Tag sind wir knapp 20 km durch Oradea gelaufen, haben Placinta gegessen und sind in die volle Dr\u00f6hnung Jugendstil eingetaucht (ich finde es wundersch\u00f6n!). Ich habe ein paar tolle Ufer am Fluss gefunden an denen man super relaxieren kann, wie der Mann von Emese mir erkl\u00e4rte. Ich freue mich ja schon so auf w\u00e4rmeres Wetter (als ich heute aus dem Haus ging schneite es).<br \/>\nUnd dann ist da ja noch die Arbeit\u2026<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ich habe mir viel zu viele Gedanken gemacht (viiel zu viele). Ich habe Nicole st\u00e4ndig mit Fragen gel\u00f6chert, um mich vermeidlich besser vorbereitet zu f\u00fchlen. Ich dachte: wie soll Ich, unausgebildete Achtzehnj\u00e4hrige, die bis ins Abi hinein st\u00e4ndig Grammatikfehler gemacht hat, denn vor lauter pubert\u00e4ren Menschen und hyperaktiven Drittkl\u00e4sslern spontan eine lehrende Rolle einnehmen? Und schon jetzt ist mir mal wieder klar geworden, dass ich mich zu oft untersch\u00e4tze. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde in den Klassen, die vor Ort waren, setzte ich mich in eine zweite Klasse um mir mal den Unterricht anzuschauen und einen Einblick zu gewinnen. Die Lehrerin dr\u00fcckte mir aber sofort eine Heft in die Hand, klopfte mir auf die Schulter und schwuppdiwupp hatte ich mal eben eine Gruppe achtj\u00e4hriger &#8222;unterrichtet&#8222;. Alle Gr\u00fcbeleien waren so sinnlos. Ich hab es geliebt! Die Arbeit mit Kindern hat mir schon immer total viel Spa\u00df gemacht, und zu sehen wie zwanzig Sch\u00fcler*innen genauso Freude am Unterricht haben ist ein verr\u00fccktes Gef\u00fchl. Ich habe in den darauffolgenden Tagen auch erlebt, dass der Pr\u00e4senzunterricht mit einer zweiten Klasse eine ganz andere Energie hat als der Online- Unterricht mit einer sechsten, aber das ist auch voll okay\u2026 Ihr k\u00f6nnt euch bestimmt vorstellen wie verschieden die Motivation und die Menge der Redebeitr\u00e4ge waren.<br \/>\nErkenntnisse nach Woche eins:<br \/>\n&#8211; Ich habe gar nicht viel gemacht und war dennoch total besch\u00e4ftigt.<br \/>\n&#8211; Ich habe es untersch\u00e4tzt w\u00e4hrend einer Pandemie in einem fremden Land alleine zu\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0wohnen.<br \/>\n&#8211; Die meisten Lichtschalter sind viel h\u00f6her angebracht als in Deutschland. Oft muss ich\u00a0 \u00a0meinen Arm daf\u00fcr heben.<br \/>\n&#8211; In Deutschland das Wasser aus der Leitung trinken zu k\u00f6nnen ist Luxus.<br \/>\n&#8211; In Stra\u00dfenbahnen einzusteigen ohne zu wissen wo sie hinfahren, kann klappen. Eventuell\u00a0 \u00a0muss man aber auch die doppelte Strecke zur\u00fcck rennen.<br \/>\n&#8211; Mein Rum\u00e4nien Reisef\u00fchrer w\u00fcrde mir mehr bringen, wenn er nicht Zuhause auf meinem\u00a0 \u00a0Schreibtisch liegen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ich bin jeden Tag noch total platt von dem Gedanken, dass ich hier erst mal bleiben darf. Rum\u00e4nien begeistert mich schon jetzt und ich bin (noch) total motiviert hier die ein oder andere Erkenntnis und Erfahrung festzuhalten. Ich freue mich voll, wenn ihr euch die Zeit genommen habt diese Zeilen zu lesen :)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So. Ich glaube jetzt ist der perfekte Zeitpunkt um mit dem Blog zu beginnen. Liebe&hellip;<a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/2021\/03\/22\/eindruecke-nach-woche-unu\/\">read more<span>&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2945,"featured_media":87,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[576,578,48,563,164,565,65,574,138],"tags":[],"class_list":["post-4","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kulturweitblog","category-arbeitmitkindern","category-bildungsarbeit","category-erlebnis","category-freiwilligenarbeit","category-gastland","category-kulturweit","category-pad","category-reise"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2945"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":91,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4\/revisions\/91"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/wp-json\/wp\/v2\/media\/87"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/klarafallro\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}