{"id":4,"date":"2023-02-26T13:06:45","date_gmt":"2023-02-26T12:06:45","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/kiaraausgoe\/?p=4"},"modified":"2024-07-13T01:13:57","modified_gmt":"2024-07-12T23:13:57","slug":"ein-neues-kapitel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/kiaraausgoe\/2023\/02\/26\/ein-neues-kapitel\/","title":{"rendered":"Ein neues Kapitel"},"content":{"rendered":"<div class=\"separator\" data-original-attrs=\"{&quot;style&quot;:&quot;&quot;}\"><b>Hall\u00f6chen!<\/b><\/div>\n<div><\/div>\n<div>In den letzten Jahren ist nicht viel passiert &#8211; schlie\u00dflich war zwischendrin ja auch eine drei Jahre lange Zwangspause durch die Covid-19 Pandemie. Aber jetzt soll ein neues Kapitel gestartet werden. Ich bin nun im Master und habe das Gef\u00fchl, nicht viel weiter gekommen zu sein seit dem Abitur. Einem gro\u00dfem Teil ist es mit Sicherheit Corona zu verschulden, vieles beruht aber auch auf anderen Dingen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>Nachdem die Pandemie sich verbessert hat und wieder mehr m\u00f6glich war wusste ich, dass ich eine Pause von G\u00f6ttingen und vor allem von dem Studium brauche. Ich habe mich also zum einen auf Erasmuspl\u00e4tze in Wien, Bern und Budapest beworben. F\u00fcr die beiden letzteren habe ich sogar ein Angebot bekommen, welche ich aber beide aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden abgesagt habe. Entweder war es zu teuer oder mir hat die Universit\u00e4t nicht zugesagt. Zeitgleich habe ich ich mich auf einen Freiwilligendienst \u00fcber kulturweit beworben. Ich habe schon wieder komplett vergessen gehabt, dass ich mich dort beworben habe, als die Mail kam, dass meine Bewerbung f\u00fcr die Platzvergabe in frage kommt. Anschlie\u00dfend gab es Interviews und es folgte ein Platzierungsangebot.<\/div>\n<div>Dadurch, dass ich schon sehr viel in meinem Leben gemacht habe und dadurch die M\u00f6glichkeit hatte zu begr\u00fcnden, warum ich da und dort gerne hin w\u00fcrde und was ich spezifisch gerne machen m\u00f6chte, hatte ich Gl\u00fcck und bin in ein spanischsprachiges Land, innerhalb Europa gekommen. Gleichzeitig arbeite sogar noch an einer Schule, wodurch ich mir einen Teil der Zeit als Fachpraktikum in meinem Master anrechnen lassen kann. Besser geht es eigentlich gar nicht.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Ich habe den Platz dann also angenommen und mich um die ganzen organisatorischen Sachen gek\u00fcmmert. Dadurch, dass ich in Europa bleibe, fielen viele Dinge weg, die mir sonst mein Leben erschwert h\u00e4tten. Ich hatte zus\u00e4tzlich das Gl\u00fcck schon relativ schnell ein Zimmer in einer WG gefunden zu haben. Ich werde mir drei anderen deutschen Zusammenwohnen, welche auch an der Schule von mir einen Freiwilligendienst machen. Die Wohnung hat meerblick, ist nah an der Schule und ist wirklich sch\u00f6n &#8211; dazu sogar noch bezahlbar. Meine Mitbewohner:innen sind zwar einige Jahre j\u00fcnger als ich, jedoch denke ich, dass es trotzdem gut klappen wird.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Eigentlich ist also alles perfekt. Die Fl\u00fcge sind gebucht, meine beste Freundin kommt mich dort besuchen, im Sommer bin ich mit Freunden auf einem Festival und ich habe auch einen Nachmieter f\u00fcr mein WG-Zimmer in G\u00f6ttingen. Abgesehen davon, dass ich im Studium in zeitliche Schwierigkeiten geraten bin, da ich alle Pr\u00fcfungen auf dem Ersttermin bestehen musste und die schriftlichen Arbeiten im Semester verfassen musste, da ich ab morgen nicht mehr dazu kommen w\u00fcrde sie zu schreiben, ist alles optimal. Ich habe auch nur einen kleinen Burnout gehabt, um das alles irgendwie zu schaffen.<\/div>\n<div>Trotzdem habe ich Bedenken. Wobei es das nicht richtig beschreibt. Ich habe Angst. Ich bef\u00fcrchte, dass die Auslandserfahrung wieder so wird wie damals in den USA. Des Weiteren f\u00fchle ich mich in G\u00f6ttingen grade wieder so richtig wohl. Ich habe tolle Leute hier, denen ich wirklich was bedeute und auf die ich z\u00e4hlen kann. Jetzt einfach zu gehen ist hart und schwer. Von allen Seiten bekomme ich immer zu h\u00f6ren, dass ich mir keinen Kopf zu machen brauche, dass ich das schon schaffe und ja auch nicht auf den Mund gefallen sei. Aber das hilft mir nicht. Ich wei\u00df, dass ich das (ganz rational) schon irgendwie schaffe und auch, dass ich keine Probleme dabei habe neue Leute kennenzulernen. Jedoch beseitigt das nicht das ungute Gef\u00fchl alleine zu sein und nicht einfach die M\u00f6glichkeit zu haben meine Freund:innen zu sehen. Es sind knapp 4000 Kilometer zwischen mir und meinem Zuhause.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>So kommt es jetzt auch dazu, dass ich diesen Beitrag mitten in der Nacht schreibe. Bis vor zwei Stunden waren noch Freunde hier f\u00fcr einen Spieleabend. Dann waren sie weg und ich alleine. Statt meine Sachen weiter zu packen (was ich sowieso schon die ganze Zeit vor mir aufschiebe) sitze ich hier und lenke mich mit diesem Eintrag ab. Morgen ist mein letzter Tag in G\u00f6ttingen. Noch nicht der letzte Tag in Deutschland, aber der letzte Tag in der Wohnung, die ich seit mehr als zwei Jahren mein Zuhause nenne. Inzwischen bin ich mir (emotional gesehen) auch nicht mehr sicher, ob ich wirklich ins Ausland gehen m\u00f6chte. Sehr wahrscheinlich wird es eine gute Zeit und ich w\u00fcrde es langfristig bereuen nicht gegangen zu sein. Aber was ist, wenn es so endet wie damals? Ich habe sehr bereut gegangen zu sein. Ich habe mich alleine und nicht verstanden gef\u00fchlt. Ich war einfach so unfassbar froh, als ich wieder in Deutschland war und dieses Kapitel beenden konnte. Ich denke heute noch manchmal zur\u00fcck und kann nur den Kopf \u00fcber das sch\u00fctteln, was mir damals passiert ist.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Aber jetzt bin ich \u00e4lter. Ich bin reifer. Eigentlich sollte ich damit umgehen k\u00f6nnen. Aber ich mag meine Komfortzone. Ich m\u00f6chte sie eigentlich nicht verlassen. In Spanien habe ich keine Konstante, anders in Deutschland auf Festivals, wo nur die Umgebung und die Leute neu sind, aber die Sprache meine eigene ist und ich mindestens eine Person schon lange kenne. Das wird alles anders sein.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Eben, als ich meine Vorh\u00e4nge zuziehen wollte, ist mir meine Gardinenstange aus der Wand gerissen. Es ist nun ein riesiger Akt, dies wieder hinzubekommen. Eigentlich wollte ich ja morgen Vormittag aus G\u00f6ttingen fahren. Bei solchen Sachen stelle ich mir dann die Frage, ob das wohl ein Zeichen ist. An sowas glaube ich nicht &#8211; aber irgendwie best\u00e4tigt es mein Bauchgef\u00fchl, dass ich hier bleiben sollte. Nat\u00fcrlich werde ich trotzdem fahren und ich bekomme morgen von einem Freund Hilfe, um diese widerspenstige Stange wieder an der Wand zu bel\u00e4stigen. Aber was ist, wenn es doch nicht nur ein bl\u00f6der Zufall war?<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Ab dem 1. M\u00e4rz findet f\u00fcr 10 Tage ein Vorbereitungsseminar von kulturweit in der N\u00e4he von Berlin statt. Am 14. M\u00e4rz geht dann der Flieger aus Hamburg. Ich werde also im n\u00e4chsten Beitrag berichten wie mir die letzte Woche in Braunschweig bei meinen Eltern ergangen ist (ich habe auch noch ein Pfadfinderlager, was die Zeit nochmal sch\u00f6n abrundet). Au\u00dferdem war mein Gedankengang, dass ich etwas mehr den Bewerbungsprozess bei kulturweit ausf\u00fchren k\u00f6nnte (f\u00fcr die, die auch \u00fcberlegen in der Richtung etwas zu machen) und \u00fcber das Vorbereitungsseminar berichte.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Also vielleicht liest man sich im n\u00e4chsten Blogeintrag.<\/div>\n<div>Sch\u00f6nen Tag, sch\u00f6ne Woche, sch\u00f6nes Leben.<\/div>\n<div>Kiara<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hall\u00f6chen! In den letzten Jahren ist nicht viel passiert &#8211; schlie\u00dflich war zwischendrin ja auch eine drei Jahre lange Zwangspause durch die Covid-19 Pandemie. Aber jetzt soll ein neues Kapitel gestartet werden. Ich bin nun im Master und habe das Gef\u00fchl, nicht viel weiter gekommen zu sein seit dem Abitur. 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