{"id":49,"date":"2024-02-04T18:51:46","date_gmt":"2024-02-04T17:51:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/kenzagoesplaces\/?p=49"},"modified":"2024-02-04T18:51:46","modified_gmt":"2024-02-04T17:51:46","slug":"viele-bunte-berge-und-viele-busfahrten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/kenzagoesplaces\/2024\/02\/04\/viele-bunte-berge-und-viele-busfahrten\/","title":{"rendered":"Viele bunte Berge und viele Busfahrten"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">F\u00fcr mich ging es mal wieder nach Argentinien. Irgendwie habe ich das Gef\u00fchl, ich schreibe nur dann Blogeintr\u00e4ge, aber um ehrlich zu sein, ist die Urlaubszeit auch am spannendsten. Doch diesmal stand eine l\u00e4ngere Reise an. Und so begab ich mich in der Nacht vom 21. auf den 22. Januar wieder zum Busterminal, um mal wieder nach Buenos Aires zu fahren. Nachdem unser Bus zehn Minuten vor der Endstation liegengeblieben war, war ich ziemlich froh, dass ich so viel Puffer vor meinem Flug eingeplant hatte. Dann ging es mit dem Uber zum Flughafen Ezeiza, der wirklich weit au\u00dferhalb liegt und der Weg morgens im Berufsverkehr deshalb ungef\u00e4hr 40 Minuten in Anspruch nahm. Nach einem schnellen Fr\u00fchst\u00fcck war ich erstmal verwirrt: Ich hatte am Vortag eine Mail bekommen, in der ich \u00fcber die Stornierung meines Fluges informiert wurde und mir ein neues Flugticket f\u00fcr einen Flug zehn Minuten sp\u00e4ter ausgestellt wurde. Also eigentlich alles entspannt. Nachdem ich erst aber zehn Minuten vor Schluss den neuen Check-In gemacht hatte, weil mir nicht bewusst war, dass der n\u00f6tig war, konnte ich den neuen Flug bei bestem Willen nicht auf den Anzeigetafeln entdecken. \u00dcberall stand nur, dass der urspr\u00fcngliche Flug gecancelt wurde. Trotzdem lief ich zum Securitybereich f\u00fcr die Inlandsfl\u00fcge und wurde ohne Probleme durchgelassen. Pl\u00f6tzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Der neue Flug war eigentlich die Maschine, die bereits um 4:30 morgens h\u00e4tte abfliegen sollen und aus unerkl\u00e4rlichen Gr\u00fcnden acht Stunden Versp\u00e4tung hatte. Ich vermute ja, dass beide Fl\u00fcge nicht voll waren und deshalb zusammengelegt wurden. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Und so \u00fcberquerte ich in zwei Stunden das flache Land bis pl\u00f6tzlich eine Wolkendecke auftauchte, aus der kurz vor der Landung einige gr\u00fcn bewaldete Berge herausragten. Wie lange hatte ich schon keine Berge mehr gesehen?! In Uruguay gibt es jedenfalls keine\u2026 Ich war in Salta, im Norden Argentiniens gelandet und staunte bei der Taxifahrt zum Hostel \u00fcber die gr\u00fcne Landschaft, die gar nicht w\u00fcstenartig war, wie ich mir sie vorgestellt hatte. Ich verbrachte einige Stunden im Hostel, um auf die Freiwillige aus Argentinien zu warten, mit der ich die n\u00e4chsten zwei Wochen verbringen sollte. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die n\u00e4chsten zwei Tage erkundeten wir die Stadt Salta (Salta capital), fuhren zum Beispiel mit der Seilbahn den Cerro San Bernardo hoch und probierten regionale Gerichte wie Humitas (in ein Maisblatt eingeh\u00fcllte K\u00e4se-Mais-Masse) oder Tamales (das Gleiche aber noch mit Fleisch, z.B. vom Lama). Wir besichtigten auch das Museo de Arqueolog\u00eda de Alta Monta\u00f1a, das vor allem die Anden- und Inkakultur thematisiert. Hier wird auch immer im Wechsel eine der drei Kindermumien, die auf dem Gipfel des Llullaillaco, eines Vulkans an der Grenze zu Chile, gefunden wurden, ausgestellt. Es war ein beklemmendes Gef\u00fchl, diese so gut konservierte 500 Jahre alte Mumie anzuschauen. Besonders vor dem Hintergrund, dass diese Kinder geopfert wurden und dort oben erfroren sind. Die indigene Bev\u00f6lkerung der Region hei\u00dft die Ausstellung der Mumien im Museum nicht gut. Generell kommt mir Argentinien hier im Norden nicht ganz so europ\u00e4isch vor wie Buenos Aires. An vielen Ecken sieht man die bunte Flagge der indigenen Bev\u00f6lkerung wehen, die hier noch einen gro\u00dfen Anteil der Menschen ausmacht. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Da donnerstags ein Generalstreik gegen die neue Regierung angek\u00fcndigt war, konnten wir einen geplanten Ausflug nicht machen und verbrachten den Tag nochmal in der Stadt. Am n\u00e4chsten Tag nahmen wir einen Bus nach Tilcara, ein s\u00fc\u00dfes Bergdorf, in dem wir in einem Hostel mit einer super Dachterrasse \u00fcbernachteten. In Tilcara besuchten wir die Pucar\u00e1, ein ehemaliges nachgebautes Inkadorf und einen Kaktusgarten. Allgemein merkten wir bei der Fahrt nach Tilcara, dass es immer h\u00f6her in die Berge ging und die Landschaft viel trockener und w\u00fcstenartiger wurde. Die umliegenden Berge sind dort von Kakteen \u00fcbers\u00e4t, was eine mir bisher v\u00f6llig unbekannte Landschaft ist. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Freitags ging es f\u00fcr uns mit dem Bus nach Purmamarca, ein anderes Bergdorf in der N\u00e4he von Tilcara, um von dort eine Exkursion zu den Salinas Grandes zu starten. Das sind riesige Salzw\u00fcsten, die vor ein paar Millionen Jahren auf einem Hochplateau in den Anden entstanden sind und die es zum Beispiel auch in Bolivien gibt. Zwischendurch befanden wir uns schon auf 4170 Metern. Die Salinas waren sehr beeindruckend und die professionellen Fotos, die dort von Mitarbeitenden f\u00fcr 50 Cent Eintritt von uns geschossen wurden, machten den Ausflug noch besser. Traurig ist jedoch, dass \u00fcberall Schilder stehen m\u00fcssen, auf denen gefordert wird, dass die Massenf\u00f6rderung von Lithium in der Region aufh\u00f6ren muss. Dies stellt dort ein riesiges Problem dar. Danach liefen wir in Purmamarca noch den Rundweg um den \u201eBerg der sieben Farben\u201c.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Abends kehrten wir nach Tilcara zur\u00fcck und konnten auf dem Dorfplatz noch eine Tanzgruppe bewundern, die traditionelle bolivianische T\u00e4nze auff\u00fchrte. Am n\u00e4chsten Tag brachen wir schon wieder auf und es ging nach Humahuaca, noch weiter n\u00f6rdlich, wo wir eine Exkursion in einem Gel\u00e4ndewagen zum Hornocal unternahmen. Der Hornocal ist ein Berg, der vor allem als \u201eCerro de los 14 colores\u201c, also H\u00fcgel der 14 Farben, bekannt ist. Hier befindet man sich auf 4.350 Meter, der h\u00f6chste Punkt auf unserer Reise. Das haben wir auch gemerkt, als wir runter zum Aussichtspunkt liefen, da die Luft sp\u00fcrbar d\u00fcnner ist als weiter unten im Tal. Wir waren so beeindruckt von dem Berg, dass wir mit den anderen Reisenden etwa 15 Minuten einfach nur da sa\u00dfen und ihn bewundert waren. Die Gesteinsformation hat sich schon vor etwa 115 Millionen Jahren gebildet und die verschiedenen Sedimente sorgen f\u00fcr die vielen Farben des Berges. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Auf dieser Reise ist uns positiv aufgefallen, dass in der Gegend sehr viele Argentinier*innen Urlaub machen und auch viele junge Menschen unterwegs sind. Deshalb haben wir an so gut wie jedem Stopp tolle Menschen kennengelernt und alle waren sehr offen und interessiert, zum Beispiel eine Tour gemeinsam zu unternehmen oder essen zu gehen. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Den zweiten Tag in Humahuaca nutzen wir, um zum Inca Cueva Weg zu fahren, eine Wanderung, die uns vom Hostel empfohlen wurde. Der Bus, der Richtung bolivianische Grenze f\u00e4hrt, schmei\u00dft einen daf\u00fcr mitten im Nirgendwo raus und wir folgten einem Schild, auf dem \u201eInca Cueva\u201c stand. Zum Gl\u00fcck waren wir eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe mit dem gleichen Ziel und so liefen wir etwa eine Stunde durch eine ehemaliges Flussbett bis wir die eigentliche H\u00f6hlenformation aus rotem Stein erreichten. Auf dem Weg begegneten wir auch freilaufenden Lamas! Am Ziel angekommen erz\u00e4hlte uns ein Local etwas \u00fcber die H\u00f6hlen, in denen auch eine der \u00e4ltesten Mumien weltweit gefunden wurde. Im Anschluss machten wir Mittagspause an einer kleinen Oase. Danach gab es optional die M\u00f6glichkeit, an einer verl\u00e4ngerten Wanderung mit einem Guide teilzunehmen, die wir nutzten. Mit einer Gruppe bestehend aus 5 Personen und dem Guide machten wir uns also auf zu einer weiter entfernten Lagune. Zwischendurch regnete es und ich wurde ziemlich demotiviert, doch nach einer Klettereinheit an einer quasi vertikalen Felswand, wurden wir mit einem tollen Ausblick belohnt und konnten auch nat\u00fcrliche Wasserbecken und Pflanzen bewundern, die in dieser Umgebung bestehen k\u00f6nnen. Auf dem R\u00fcckweg lie\u00df uns der Guide das letzte St\u00fcck alleine gehen, da er bereits nach Hause ging. Ein Haus mitten in dieser Bergw\u00fcste, eine Stunde von der n\u00e4chsten Stra\u00dfe entfernt und mit dem Auto kaum erreichbar! Leider fing es dann schon an zu d\u00e4mmern und zu regnen und wir waren alle bereits ziemlich durchgefroren, als wir die Stra\u00dfe erreichten. Wir wussten zwar ungef\u00e4hr, wann der Bus kommen sollte, da es ja aber schlie\u00dflich keine richtige Bushaltestelle gibt und er schon Versp\u00e4tung hatte, spielten wir kurz mit dem Gedanken, zu trampen. Doch dann kam der Bus zum Gl\u00fcck noch und wir konnten durchgefroren, aber happy, unsere Kekse miteinander teilen. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Abends planten wir unsere zweite Woche der Reise und beschlossen, am n\u00e4chsten Tag nach Iruya, ein winziges Dorf, zu fahren, von dem alle, die wir auf der Reise bisher getroffen hatten, geschw\u00e4rmt haben. Die Busfahrt war ziemlich ruckelig, weil es von der Schnellstra\u00dfe aus drei Stunden \u00fcber unbefestigte Stra\u00dfen geht, die zwischendurch auch von Eseln versperrt wurden. Iruya selbst hat mich nicht so wirklich umgehauen, die lange Fahrt w\u00fcrde ich nicht nochmal auf mich nehmen. Wir kletterten auf den \u201eMirador del Condor\u201c (Kondoraussichtspunkt), eine Wanderung, die ich vor Anstrengung kaum beenden konnte. Aber immerhin sahen wir einige Kondore, also hat es sich schon gelohnt!<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Hier blieben wir zum Gl\u00fcck auch nur eine Nacht, da wir es auch mit einer unfreundlichen Hostelbesitzerin zu tun hatten. Dann sa\u00dfen wir wieder im Bus, der uns in sechs Stunden nach San Salvador de Jujuy (Jujuy capital) bringen sollte. Eine anstrengende und ungem\u00fctliche Fahrt, die aber ein Ende nahm und wir in San Salvador mit einem s\u00fc\u00dfen AirBnB belohnt wurden. Es tat gut, endlich mal wieder alle Sachen ausbreiten zu k\u00f6nnen und nicht direkt sp\u00fclen zu m\u00fcssen. Wir g\u00f6nnten uns ein ausgiebiges Fr\u00fchst\u00fcck in der Wohnung und gingen ins Kino. Die zwei Tage ausruhen waren definitiv n\u00f6tig. Danach hatten wir uns entschieden, wieder nach Salta zur\u00fcck zu fahren, da man von dort am besten Ausfl\u00fcge in die Umgebung unternehmen kann. Deshalb ging es f\u00fcr uns noch als Tagestrips nach Cach\u00ed und Cafayate, die zwar mit einem Minibus als gef\u00fchrte Tour stattfinden, was eigentlich \u00fcberhaupt nicht meine Art ist, zu reisen, aber irgendwie tat es auch gut, mal nichts organisieren zu m\u00fcssen und sich einfach rumfahren lassen zu k\u00f6nnen. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Unsere Reise neigt sich schon dem Ende zu. Wir sitzen gerade im Bus nach San Miguel de Tucum\u00e1n, unserem letzten Stopp. Von dort aus geht es f\u00fcr mich morgen Nachmittag mit dem Flieger wieder zur\u00fcck nach Buenos Aires und dann nach Uruguay. Ich habe das Gef\u00fchl, ich sollte mir Uruguay auch bald mal richtig anschauen\u2026 Am Wochenende geht es jedenfalls f\u00fcr Karneval mit anderen Freiwilligen wieder nach Montevideo, darauf freue ich mich schon! Generell werden die n\u00e4chsten Wochen wieder sehr spannend. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr mich ging es mal wieder nach Argentinien. Irgendwie habe ich das Gef\u00fchl, ich schreibe nur dann Blogeintr\u00e4ge, aber um ehrlich zu sein, ist die Urlaubszeit auch am spannendsten. Doch diesmal stand eine l\u00e4ngere Reise an. Und so begab ich mich in der Nacht vom 21. auf den 22. 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