{"id":46,"date":"2024-01-03T01:44:21","date_gmt":"2024-01-03T00:44:21","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/kenzagoesplaces\/?p=46"},"modified":"2024-01-03T01:44:21","modified_gmt":"2024-01-03T00:44:21","slug":"feiertage-in-argentinien-sind-nicht-zu-empfehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/kenzagoesplaces\/2024\/01\/03\/feiertage-in-argentinien-sind-nicht-zu-empfehlen\/","title":{"rendered":"Feiertage in Argentinien sind nicht zu empfehlen"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Ich sitze am hinteren Ende des gef\u00fchlt kilometerlangen Retiro-Busbahnhofs in Buenos Aires. Die Feiertage verbrachte ich wieder in der Hauptstadt Argentiniens (ist ja auch definitiv eine coolere Stadt als Montevideo\u2026). Aber Feiertage in Argentinien sind einfach nur mies. An Weihnachten war wirklich alles geschlossen. Und mit allem meine ich L\u00e4den, Restaurants und sogar Apotheken. Wir hatten kurzzeitig Angst, nichts zu essen zu bekommen, weil wir nat\u00fcrlich nichts eingekauft hatten. Die Naivit\u00e4t, an Weihnachten sch\u00f6n essen gehen zu k\u00f6nnen, wurde schnell von der Realit\u00e4t \u00fcberschattet. Es lief darauf hinaus, dass wir Pizza auf der Stra\u00dfe essen mussten, weil das der einzige Laden war, der offen hatte. Hier trafen wir sogar zuf\u00e4llig andere kulturweit-Freiwillige aus Brasilien, ich glaube, das sagt schon alles \u00fcber die Essenssituation an dem Abend aus. Auch an Geld zu kommen, stellte sich wieder schwierig heraus und so verbrachte ich nach Weihnachten 3h bei Western Union und verlie\u00df die Filiale mit 200 Scheinen \u00e0 umgerechnet 1\u20ac. Inflation l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Generell habe ich gemerkt, dass die Preise hier im Vergleich zu vor 6 Wochen wirklich angezogen haben. Mit einem Konto mit Euro oder Dollar ist es immer noch g\u00fcnstig, aber trotzdem merke ich die Ver\u00e4nderung. Mir tun die Leute hier aufgrund der wirtschaftlichen Lage sehr leid. Ich konnte auch einige Demonstrationen gegen den neuen Pr\u00e4sidenten beobachten. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Umso verwunderter war ich bei der F\u00fchrung durch den argentinischen Kongress. Wenn man nicht wei\u00df, wo man sich befindet, k\u00f6nnte man glatt meinen, ein prunkvolles Theater betreten zu haben. Das macht es noch mehr schade, zu wissen, dass das Land sich in so einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise befindet. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Woche hier l\u00e4sst sich vor allem mit dem Wort spontan beschreiben. Es waren sehr viele andere kulturweit-Freiwillige ebenfalls hier und so wurde es auf jeden Fall nicht langweilig. Von einer spontanen Geburtstagseinladung \u00fcber zwei Treffen mit den brasilianischen Freiwilligen und unz\u00e4hlige Caf\u00e9-reuniones bis zu einem Silvesterabend, der erst 6h vorher feststand, war alles dabei. Zwischendrin verbrachte ich auch Zeit alleine und besichtigte unter anderem das ESMA-Gel\u00e4nde, auf dem w\u00e4hrend der Milit\u00e4rdiktatur politische Gegner*innen festgehalten und gefoltert wurden, das Museo Malvinas e Islas del Atl\u00e1ntico Sur, das die territorialen Streitigkeiten zwischen Argentinien und Gro\u00dfbritannien \u00fcber die Kontrolle der Falklandinseln thematisiert, und die bunten H\u00e4user im Viertel La Boca und konnte somit meine letzten Touri-Bucketlist-Punkte f\u00fcr Buenos Aires auch abhaken.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">In der Woche vor Weihnachten, in der mein Mitfreiwilliger bereits nach Brasilien abgereist war und ich in den 5 Tagen genau eine Touristin empfangen konnte, dachte ich erst, dass ich doch besser schon eine Woche fr\u00fcher gefahren w\u00e4re. Doch im Endeffekt war es doch besser gewesen, dageblieben zu sein. Ich musste leider die unsch\u00f6ne Erfahrung machen, dass meine Apple-ID gehackt wurde und ich somit die ganze Woche damit verbrachte, meine Daten zu sichern und dann meine Ger\u00e4te zur\u00fccksetzen zu lassen, was ein ziemliches Heckmeck darstellte und mir die Zeit hier in Argentinien nicht gerade versch\u00f6nert h\u00e4tte. Aber danke nochmal an dieser Stelle an Emma, dass ich deinen Laptop daf\u00fcr ausleihen durfte! &lt;3 Gut gemeinter Rat an alle mit Apple-Ger\u00e4ten, die das lesen: Richtet euch einen Wiederherstellungskontakt ein, falls noch nicht geschehen! Das erspart euch das \u00c4rgernis, dass ihr euch ein neues Konto machen m\u00fcsst und gegebenenfalls alle Daten verliert\u2026 <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Au\u00dferdem hat es in Fray Bentos 4 Tage so stark geregnet, dass ich eines Morgens meine Zimmert\u00fcr \u00f6ffnete und der ganze Flur, das Wohnzimmer und die K\u00fcche mit Wasser bedeckt waren. Nach einigen Stunden war das Wasser ein bisschen getrocknet und meine Vermieterin hat den Rest noch geputzt, aber das w\u00e4re unsch\u00f6n geworden, wenn ich nicht dagewesen w\u00e4re und es niemand bemerkt h\u00e4tte.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Nun sitze ich im Nachtbus zur\u00fcck nach Fray Bentos. Dieser existiert n\u00e4mlich wie anfangs anders angenommen doch, kostet zwar etwas mehr als der Bus nach Gualeguaych\u00fa vor der Grenze, spart mir aber eine Person, die mich abholen muss und gew\u00e4hrt mir somit eine tolle Flexibilit\u00e4t. Bei der Hinfahrt war ich schon verwundert, dass um 3 Uhr nachts in Fray Bentos immer noch so viel am Busbahnhof los war, da um diese Uhrzeit Busse sowohl nach Montevideo als auch nach Buenos Aires fahren. Als ich hier eben einstieg, wurde ich sogar von einem Carepaket mit Empanadas, Sandwiches, einem Orangensaft und einem Alfajor \u00fcberrascht. So lassen sich die knapp 4 Stunden Fahrt doch echt gut aushalten! Ich komme gegen 2 Uhr nachts an. Hoffentlich geht es an der Grenze schnell. Ein paar Stunden Schlaf h\u00e4tte ich dann doch noch gerne, bevor ich morgen wieder arbeiten muss. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">In weniger als 3 Wochen geht es f\u00fcr mich schon wieder auf Tour. Nach Salta und Jujuy um genau zu sein und danach vielleicht noch weiter, mal schauen, wo es uns noch so hintreibt. Spontanit\u00e4t wird hier wie gesagt gro\u00df geschrieben. Ich werde das erste Mal ganz alleine fliegen, ich bin gespannt, wie das wird. Dort treffe ich mich dann mit einer anderen Freiwilligen und wir reisen gemeinsam weiter.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Ich finde es unglaublich, dass mittlerweile schon mehr als ein Drittel meines Aufenthalts vorbei ist. Ich bin schon 112 Tage hier. Die Zeit vergeht wie im Flug. Gef\u00fchlt kann ich schon gar nicht mehr alles anschauen und machen, was ich mir vorgenommen hatte. Das ist verr\u00fcckt. Aber ich hoffe, dass die restlichen Monate noch genau aufregend und lehrreich werden, wie der Anfang.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sitze am hinteren Ende des gef\u00fchlt kilometerlangen Retiro-Busbahnhofs in Buenos Aires. Die Feiertage verbrachte ich wieder in der Hauptstadt Argentiniens (ist ja auch definitiv eine coolere Stadt als Montevideo\u2026). Aber Feiertage in Argentinien sind einfach nur mies. An Weihnachten war wirklich alles geschlossen. Und mit allem meine ich L\u00e4den, Restaurants und sogar Apotheken. 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