{"id":41,"date":"2023-12-12T01:04:37","date_gmt":"2023-12-12T00:04:37","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/kenzagoesplaces\/?p=41"},"modified":"2023-12-13T16:26:28","modified_gmt":"2023-12-13T15:26:28","slug":"ein-bisschen-heimat-in-uruguay-oder-suedamerika-ist-wenn-der-hauptact-erst-um-6-uhr-morgens-beginnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/kenzagoesplaces\/2023\/12\/12\/ein-bisschen-heimat-in-uruguay-oder-suedamerika-ist-wenn-der-hauptact-erst-um-6-uhr-morgens-beginnt\/","title":{"rendered":"Ein bisschen Heimat in Uruguay oder S\u00fcdamerika ist, wenn der Hauptact erst um 6 Uhr morgens beginnt"},"content":{"rendered":"<p>Seit Buenos Aires sind gerade einmal drei Wochen vergangen und doch ist schon wieder einiges passiert. Zuerst das vielleicht Wichtigste: Wir sind umgezogen! Das Ganze passierte eher zuf\u00e4llig und ziemlich schnell. Wir hatten mit unserem Kollegen in einem Moment ohne Arbeit ganz prinzipiell noch mal \u00fcber unsere Wohnsituation und die damit einhergehende Unzufriedenheit gesprochen. Empfohlen wurde uns dann, mal auf Facebook zu schauen (was ja in Deutschland eher ein \u00dc50 Ding ist, aber in anderen L\u00e4ndern wirklich noch sehr hilfreich f\u00fcr solche Dinge ist). Eine Immobilienagentur aus Fray Bentos hatte auch einige Wohnungen gepostet und so schauten wir am n\u00e4chsten Tag dort vorbei, um direkt nachzufragen, ob etwas f\u00fcr uns infrage kommen w\u00fcrde. Die Mitarbeiterin zeigte uns daraufhin ein neues Studierendenwohnheim, das ein paar Tage sp\u00e4ter \u00f6ffnen sollte. Wir besichtigten dieses direkt einen Tag sp\u00e4ter und wir konnten nur Vorteile feststellen: 3000 Pesos g\u00fcnstiger (etwa 70-80 \u20ac), direkt im Zentrum mit Gem\u00fcseladen und Supermarkt vor der Haust\u00fcr und ein eigenes Zimmer f\u00fcr uns beide. Gesagt, getan und so zogen wir 5 Tage sp\u00e4ter direkt um. Aktuell haben wir das ganze Haus f\u00fcr uns, da die Uni hier erst im M\u00e4rz wieder losgeht. Nur die K\u00fcche teilen wir mit einem Mitbewohner, der in einem Anbau im Garten wohnt. Er ist wohl der einzige internationale Student in Fray Bentos, da er urspr\u00fcnglich aus Panama kommt. Wir verstanden uns auf Anhieb gut mit ihm und sind generell unfassbar happy \u00fcber die neue Unterkunft! Das zeigte uns wieder mal, dass man in S\u00fcdamerika einfach ein bisschen spontaner und flexibler sein muss als in Deutschland.<br \/>\nNoch eine gute Nachricht, mein Paket ist angekommen! Ich h\u00e4tte es ja schon nicht mehr gedacht, aber war dann sehr erfreut, dass sich die ganze M\u00fche mit dem Zoll gelohnt hat. Jetzt habe ich auch eine sch\u00f6ne Thermoskanne und kann mit dem Mate-Lifestyle nun endlich richtig durchstarten.<\/p>\n<p>Irgendwie ist es ein seltsames Gef\u00fchl, dass in zwei Wochen Weihnachten ist\u2026 W\u00e4hrend es hier immer hei\u00dfer und hei\u00dfer wird, hat es in Deutschland sogar bei mir zuhause in der Rheinebene geschneit. Das Einzige, was hier an Weihnachten erinnert, ist die Deko, die sporadisch im Supermarkt oder an manchen H\u00e4usern zu finden ist. Nichtsdestotrotz legten Emil und ich am Freitag einen Backtag ein und zauberten Butterpl\u00e4tzchen, Hildabr\u00f6tchen mit Pflaumenmarmelade und Schwarz-Wei\u00df-Geb\u00e4ck, was alles wunderbar gelungen ist. Auch die Uruguay@s sind ganz angetan von dieser Tradition.<br \/>\nDas Wochenende des 8. Dezember verbrachten wir in Nueva Helvecia, einer Kleinstadt im S\u00fcden Uruguays, um eine andere Freiwillige zu besuchen. Wir wurden unfassbar herzlich, wie die Uruguay@s nun mal sind, von ihrer Gastfamilie empfangen und durften bei ihnen \u00fcbernachten, den Pool benutzen und tonnenweise K\u00e4se essen (die Familie stellt auf ihrem Bauernhof eigenen her und deshalb ist ungelogen die H\u00e4lfte des K\u00fchlschranks voll mit K\u00e4se). Der eigentliche Grund, warum wir kamen, war aber das \u201eBierfest\u201c, was wirklich den deutschen Namen tr\u00e4gt. Nueva Helvecia tr\u00e4gt den Beinamen \u201eColonia Suiza\u201c (schweizerische Kolonie), da sich im 19. Jahrhundert eine betr\u00e4chtliche Anzahl an Schweizer*innen und generell deutschsprachigen Menschen hier niedergelassen hat, um der Hungersnot in Europa zu entfliehen. Das deutsche Erbe ist \u00fcberall in der Stadt noch zu sp\u00fcren, obwohl kaum noch jemand Deutsch spricht. Dazu geh\u00f6ren das allj\u00e4hrliche Bierfest, die teils schweizerisch angehauchten H\u00e4user, melodische Stra\u00dfennamen wie \u201eGuillermo Tell\u201c und ein Caf\u00e9 namens \u201eTante Eva\u201c, was an von der Einrichtung her an eine Bergh\u00fctte erinnert. Zudem wird an zwei Schulen auch Deutsch unterrichtet, weswegen es hier eine kulturweit-Einsatzstelle gibt.<\/p>\n<p>Das Highlight war f\u00fcr mich aber die Parade als Abschluss des Bierfests, bei der die Bewohner*innen der Stadt mit traditioneller Tracht aus dem Kanton bzw. der Region mitlaufen, aus der ihre Vorfahren nach Uruguay kamen. Eine ganz tolle und spannende Tradition!<br \/>\nZudem waren wir samstags noch im \u201eCaf\u00e9 del Bosque\u201c, einem Outdoor-Club am Strand des R\u00edo de la Plata. Vorher lernten wir noch die Freundesgruppe unserer Mitfreiwilligen kennen, mit denen wir den Abend verbrachten. Nach einer spannenden Hinfahrt (zwei von uns mussten hinten auf der Ladefl\u00e4che des Pick-ups liegen und sich nicht von der Polizei erwischen lassen), verbrachten wir wohl unseren bisher intensivsten Clubabend. Wir kamen gegen 2 Uhr an und es war bereits brechend voll. Um 3 Uhr spielte die erste Band, die an dem Abend angek\u00fcndigt war und die Stimmung wurde besser und besser. Die Uruguay@s wissen einfach, wie man feiert. Gegen 5 Uhr konnten wir dann die Sonne aufgehen sehen, was befremdlich, aber echt cool war. Etwa gegen 6 Uhr sp\u00fcrten wir die lange Nacht aber auch wirklich und wollten uns gerade auf den Weg machen, als der zweite S\u00e4nger tats\u00e4chlich gerade erst mit seiner Performance anfing. S\u00fcdamerika ist, wenn der Hauptact erst um 6 Uhr morgens beginnt, wir waren sehr erstaunt. Tats\u00e4chlich handelte es sich um einen recht bekannten argentinischen S\u00e4nger, dessen Songs auf Partys rauf und runter laufen. Das konnten wir uns nat\u00fcrlich nicht entgehen lassen und nahmen diese Erfahrung auch noch mit.<br \/>\nBald darauf waren wir aber wirklich fix und fertig und wurden von einer Freundin wieder zur\u00fcck nach Hause gebracht, wo wir todm\u00fcde ins Bett fielen. Alles in allem aber ein Abend, der im Ged\u00e4chtnis bleiben wird und ein mega Erlebnis!<br \/>\nGerade sitzen wir im Bus zur\u00fcck nach Fray Bentos, um morgen wieder arbeiten zu gehen. Das Wochenende hat sich aber wirklich mehr als gelohnt! Mal schauen, was ich in n\u00e4chster Zeit noch so alles erleben werde. Es bleibt spannend!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Buenos Aires sind gerade einmal drei Wochen vergangen und doch ist schon wieder einiges passiert. Zuerst das vielleicht Wichtigste: Wir sind umgezogen! Das Ganze passierte eher zuf\u00e4llig und ziemlich schnell. 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