{"id":31,"date":"2023-10-31T00:25:09","date_gmt":"2023-10-30T23:25:09","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/kenzagoesplaces\/?p=31"},"modified":"2023-10-31T00:25:09","modified_gmt":"2023-10-30T23:25:09","slug":"warum-man-keine-pakete-ans-andere-ende-der-welt-schicken-sollte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/kenzagoesplaces\/2023\/10\/31\/warum-man-keine-pakete-ans-andere-ende-der-welt-schicken-sollte\/","title":{"rendered":"Warum man keine Pakete ans andere Ende der Welt schicken sollte"},"content":{"rendered":"<p>Wow, mittlerweile sind bereits fast 7 Wochen vergangen, seit ich uruguayischen Boden betreten habe. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug und gleichzeitig f\u00fchlt es sich so an, als w\u00fcrde ich schon ein halbes Jahr hier leben. Zeit ist eine seltsame Sache\u2026<br \/>\n<span style=\"font-size: 1rem\">Seit meinem letzten Blogartikel hat sich auch schon wieder einiges getan. Ich kann jetzt recht stolz von mir behaupten, endlich eine Routine f\u00fcr das Kochen gefunden zu haben, was sich am Anfang f\u00fcr eine einzelne Person wirklich etwas schwierig herausgestellt hat, wenn ich nicht drei Tage Reis essen wollte. Mittlerweile macht es mir sogar Spa\u00df, mir Sachen zuzubereiten und daf\u00fcr einkaufen zu gehen (auch wenn mich so manche Preise hier wirklich immer noch vom Hocker hauen).\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Mit unserem Chef haben wir mittlerweile auch einige Aufgabenbereiche f\u00fcr uns genauer definiert und sind so dabei, Materialien aus dem Museumsarchiv, die auf Deutsch und Englisch sind, durchzugehen und spanische Zusammenfassungen zu erstellen. Auch die F\u00fchrungen f\u00fcr Tourist*innen zu machen, ist immer wieder sch\u00f6n und abwechslungsreich. Die Phasen, in denen wir planlos in unserem B\u00fcro rumsitzen, werden auf jeden Fall zunehmend weniger. Und wenn bei 30 Grad samstags im Museum nichts los ist, wird von den Kolleginnen im B\u00fcro auch gerne mal ein Picknick ausgebreitet und Tarotkarten werden gelegt, um sich die Zeit zu vertreiben.<br \/>\nAn einem Wochenende bekamen wir auch das erste Mal Besuch von zwei Freiwilligen aus Trinidad im Zentrum des Landes und wir konnten ihnen unsere Einsatzstelle zeigen. Ich nehme aus dem Austausch mit anderen ist schon immer sehr viel mit und in persona ist das Ganze dann nat\u00fcrlich nochmal um Welten besser. Darum freue ich mich schon sehr auf das Ende der kommenden Woche, wenn es f\u00fcr uns am 11.11. f\u00fcr 8 Tage nach Buenos Aires geht, wo wir nach dann \u00fcber 6 Wochen endlich wieder fast alle der Freiwilligen aus Uruguay wiedersehen werden, mit denen wir auch die erste Zeit in Montevideo verbracht haben. In Buenos Aires werden wir das Zwischenseminar absolvieren und nat\u00fcrlich auch viel Zeit f\u00fcr Sightseeing einplanen (f\u00fcr Emil und mich steht ein Besuch im Asiamarkt auf jeden Fall fest auf der Agenda).<\/p>\n<p>Am 25. Oktober hatte ich dann noch Geburtstag. Mein erster im Ausland und mein erster ohne meine Familie und Freund*innen. Aber im Endeffekt war es ein sch\u00f6ner Tag. Ich hatte mir freigenommen und verbrachte dementsprechend erstmal damit, mit Familie zu telefonieren, was schon locker den halben Tag in Anspruch genommen hat. Danach verbrachten Emil und ich den Nachmittag in einem Caf\u00e9 hier in Fray Bentos mit traumhaft leckerem Red Velvet und Carrot Cake und endlich mal wieder einem Kaffee f\u00fcr mich (Ich bin hier etwas auf Entzug). Den Abend lie\u00dfen wir dann gem\u00fctlich an der Rambla ausklingen.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag wurden wir dann noch von der s\u00fcdamerikanischen Spontanit\u00e4t \u00fcberrumpelt und abends von unserem Chef zum Pizzaessen mit zwei weiteren Kolleginnen in ein verranztes, aber sehr leckeres, Restaurant in der Stadt eingeladen, um meinen Geburtstag nachzufeiern.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1rem\">Jetzt aber mal zum Titel des Blogposts\u2026 Hinterher ist man immer schlauer, sagt man ja so gerne. Das durfte ich jetzt ziemlich eindr\u00fccklich erleben. Da ich in Deutschland schon mit \u00dcbergep\u00e4ck zu k\u00e4mpfen hatte, dachten meine Mutter und ich, es sei die bessere Option, ein Paket nachzuschicken, anstatt f\u00fcr das \u00dcbergep\u00e4ck zu zahlen. Falsch gedacht\u2026 Das Paket kam zwar nach drei Wochen in Montevideo an, steckt nun aber im Zoll fest. Abgesehen davon, dass ich online erneut eine gesamte Zollinhaltserkl\u00e4rung mitsamt Angabe des Paketwertes (den wir auch nur sch\u00e4tzen k\u00f6nnen\u2026) abgeben und 60 % dieses Wertes blechen muss, sind das gr\u00f6\u00dfere Problem die Nahrungserg\u00e4nzungsmittel\/medizinischen Produkte, die im Paket sind. Und somit muss ich nun von einer \u00c4rztin bescheinigen lassen, warum ich diese Sachen nehmen muss und dann noch eine Erlaubnis beim Gesundheitsministerium f\u00fcr das Einf\u00fchren dieser beantragen. Wenn diese genehmigt wird, sollte das Paket dann hoffentlich bald ankommen. Aber da glaube ich erst dran, wenn es dann auch wirklich hier ist\u2026<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: 1rem\">Deswegen ein gut gemeinter Tipp, niemals Pakete um die halbe Welt schicken, wenn es nicht unbedingt sein muss, den Stress spart man sich echt lieber!\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auch sozial finde ich hier langsam Anschluss. Die Uruguayos sind wirklich unglaublich herzliche und hilfsbereite Menschen, nur Leute gerade in meinem Alter kennenzulernen, war bisher irgendwie noch etwas schwierig. Am Wochenende kam es aber zu einem Treffen mit einem Kumpel des letzten Freiwilligen hier, mit dem ich mich auf Anhieb gut verstanden habe. Und diese Woche werde ich mich mit einer Bekannten einer Kollegin treffen. Die wichtigste Frage nat\u00fcrlich zuerst: \u201eTrinkst du Mate?\u201c Das ist hier das Nonplusultra f\u00fcr soziale Interaktionen. Gut, dass ich mich bereits an den bitteren hei\u00dfen Tee gew\u00f6hnt habe. Irgendwie ist es auch eine total sch\u00f6ne Geste, sich den Becher zu teilen und immer wieder zu fragen, ob die andere Person Wasser aus der riesigen Thermoskanne nachschenken m\u00f6chte. Zum Spanisch \u00fcben sind diese Treffen nat\u00fcrlich auch perfekt und ich f\u00fchle mich immer sicherer, die Sprache auch in ungewohnten Kontexten zu sprechen und mich \u00fcber neue kompliziertere Themen zu unterhalten.<br \/>\nAm Halloweenwochenende haben wir dann auch mal den Club hier ausgecheckt, die Location mit dem riesigen Outdoor-Bereich direkt am Fluss bekommt von mir auf jeden Fall eine 10\/10. Dadurch, dass es noch eine andere Party in der Stadt gab, war zwar nicht so viel los, wie es vielleicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen, aber es lohnt sich auf jeden Fall wiederzukommen. Gerade jetzt, wo es auf den Sommer zugeht, findet hier in der Stadt an den Wochenenden wohl einiges statt, man muss nur wissen, wo man hingehen kann. Und sich nat\u00fcrlich an die Ausgehzeiten gew\u00f6hnen. Vielleicht sollte ich doch nochmal ausprobieren, vorher zu schlafen? Oder lieber gar nicht? Mal gucken\u2026<\/p>\n<p>Auf jeden Fall zeigt mir diese Kleinstadt am R\u00edo Uruguay immer mehr, warum ich hier noch ein paar Monate l\u00e4nger bleiben sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wow, mittlerweile sind bereits fast 7 Wochen vergangen, seit ich uruguayischen Boden betreten habe. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug und gleichzeitig f\u00fchlt es sich so an, als w\u00fcrde ich schon ein halbes Jahr hier leben. Zeit ist eine seltsame Sache\u2026 Seit meinem letzten Blogartikel hat sich auch schon wieder einiges getan. 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