{"id":18,"date":"2023-10-17T00:33:05","date_gmt":"2023-10-16T22:33:05","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/kenzagoesplaces\/?p=18"},"modified":"2023-10-17T00:33:05","modified_gmt":"2023-10-16T22:33:05","slug":"vom-platzangebot-bis-zur-fahrt-in-die-einsatzstelle-was-bisher-geschah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/kenzagoesplaces\/2023\/10\/17\/vom-platzangebot-bis-zur-fahrt-in-die-einsatzstelle-was-bisher-geschah\/","title":{"rendered":"Vom Platzangebot bis zur Fahrt in die Einsatzstelle &#8211; Was bisher geschah\u2026"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Am 12. April 2023 war es endlich soweit. Fast ein halbes Jahr, nachdem ich meine Bewerbung auf dem kulturweit-Onlineportal eingereicht hatte, erhielt ich endlich die langersehnte E-Mail mit dem Platzangebot. F\u00fcr mich sollte es nach Uruguay gehen. In Anbetracht der Tatsache, dass ich schon seit einigen Jahren den Wunsch versp\u00fcrte, nach S\u00fcdamerika zu reisen, war ich somit unglaublich gl\u00fccklich \u00fcber diese M\u00f6glichkeit. Zugegebenerma\u00dfen kam zun\u00e4chst jedoch auch erst etwas Entt\u00e4uschung auf, da ich eigentlich damit gerechnet hatte, durch meine NatCom-Einsatzstelle in der Hauptstadt zu landen und ich mich schon auf das Gro\u00dfstadtleben gefreut hatte, das einen willkommenen Kontrast zu meinem Leben in Deutschland in einem 2000-Seelen-Dorf dargestellt h\u00e4tte.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Meine Einsatzstelle ist allerdings keine klassische NatCom-Stelle, was ich dann nach etwas Recherche herausgefunden habe. Vielmehr bin ich hier in der sogenannten \u201eFray Bentos Industrial Landscape\u201c eingesetzt, eine ehemalige Fleisch-und Konservenfabrik aus dem 19. Jahrhundert, die 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde. Hier wurden von 1861 bis 1979, erst unter deutscher, dann unter englischer F\u00fchrung, Fleischextrakt nach dem Verfahren des deutschen Chemikers Justus von Liebig, Corned Beef und allerlei andere Konservenprodukte hergestellt. Hierbei handelte es sich nicht nur um Fleisch, sondern auch eingelegtes Obst und Gem\u00fcse oder Marmeladen geh\u00f6rten zum Produktionskader. Insgesamt wurden in der Geschichte der Fabrik mehr als 200 verschiedene Produkte hergestellt. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Dementsprechend liegt meine Einsatzstelle nicht in einer lebendigen Millionenstadt, wie ich mir erst erhofft hatte, sondern in der beschaulichen 24.000 Einwohner*innenstadt Fray Bentos, in der das Leben \u201etranquilo\u201c ist, wie hier im Gespr\u00e4ch mit Einheimischen st\u00e4ndig betont wird.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Aber nochmal ganz von vorne, offiziell begann mein FSJ ja bereits am 1. September. In diesen Tag bin ich nach kaum 2 Stunden Schlaf aus dem Nachtzug aus Karlsruhe nach Berlin gestartet. Der Dienst begann schlie\u00dflich mit einem 10-t\u00e4gigen Vorbereitungsseminar in der N\u00e4he der Hauptstadt und zu sp\u00e4t kommen wollte ich da nat\u00fcrlich nicht. Wir wissen schlie\u00dflich alle, wie zuverl\u00e4ssig die Deutschen Bahn ist, wenn es darauf ankommt und deswegen entschied ich mich, bereits am 31. August um 23 Uhr in den Zug zu steigen. Nachdem ich im Anschlusszug nach Eberswalde bereits Bekanntschaft mit einigen Mitfreiwilligen machen konnte, wurden wir dort am Bahnhof von Shuttlebussen abgeholt und zur Tagungsst\u00e4tte gebracht. Ich hatte mich schon gefragt, wo 315 Freiwillige + Trainer*innen untergebracht werden sollten, aber das \u201eSeezeit Resort am Werbellinsee\u201c hatte sogar noch Kapazit\u00e4t f\u00fcr weitere Gruppen, so weitl\u00e4ufig ist das Gel\u00e4nde. Und so verbrachten wir die kommenden Tage besonders mit dem Kennenlernen unserer \u201eHomezone\u201c, die meist aus Freiwilligen bestand, die in das gleiche Einsatzland bzw. die gleiche Region reisen, und die besonders in unserer 12-k\u00f6pfigen Uruguay-Gruppe bereits nach einigen Tagen zu Freundschaften gef\u00fchrt hat und wir das Gef\u00fchl hatten, uns schon viel l\u00e4nger zu kennen. Au\u00dferdem nutzten wir das wundersch\u00f6ne Gel\u00e4nde, um im Werbellinsee baden zu gehen oder abends auf dem Steg zu sitzen und zu quatschen. Zudem wurden jeden Tag verschiedene Workshops zur Vorbereitung auf den Vorbereitungsdienst angeboten, die sich mit Begebenheiten vor Ort und pers\u00f6nlichen Aspekten wie der Rolle als Freiwillige besch\u00e4ftigten. Wir besuchten zudem Einheiten \u00fcber Kolonialismus und m\u00f6glichen Schwierigkeiten im Freiwilligendienst sowie eine Infoveranstaltung unserer jeweiligen Partnerorganisation (z.B. die Nationalkommissionen, der P\u00e4dagogische Austauschdienst oder das Goethe-Institut). F\u00fcr mich war das Seminar durch den intensiven und wundersch\u00f6nen Austausch mit den anderen Freiwilligen die perfekte Einstimmung auf den Dienst und best\u00e4rkte mich noch mal mehr, die Entscheidung f\u00fcr diesen sehr gro\u00dfen Schritt aus der Komfortzone getroffen zu haben. Getr\u00fcbt wurde diese Erfahrung jedoch durch einen gro\u00dfen Corona-Ausbruch unter den Freiwillige. Eigentlich war das doch etwas, womit man mittlerweile nichts mehr am Hut haben will\u2026 Einige mussten deshalb fr\u00fcher abreisen, im Speisesaal wurden Masken getragen und auch die Tests am Morgen w\u00e4ren etwas gewesen, das man sich gerne h\u00e4tte ersparen k\u00f6nnen. Ich kann mir auch nicht erkl\u00e4ren, wie das m\u00f6glich war, aber ich hatte das riesige Gl\u00fcck, dass ich mich nicht infiziert habe und somit meine Reise ohne Verschiebung und topfit antreten konnte. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Nach einem letzten ganzen Tag zur\u00fcck zuhause, an dem noch einmal die ganze W\u00e4sche gewaschen wurde und die letzten Dinge erledigt wurden, ging es f\u00fcr mich nach vielen Verabschiedungen auf den Tag genau 5 Monate nach meiner Platzzusage von kulturweit gegen 15:30 auf den Weg zum Frankfurter Flughafen. Zuf\u00e4lligerweise hatte ich den gleichen Flieger wie 3 weitere Freiwillige gebucht und so war ich nach der finalen Verabschiedung von meiner Familie doch nicht ganz auf mich alleine gestellt. Eigentlich h\u00e4tte das Flugzeug um 21:25 den deutschen Boden verlassen sollen, aufgrund eines starken Gewitters verz\u00f6gerte sich unser Start leider jedoch um fast 3 Stunden. Auf dem Flug \u00fcber dem Atlantik konnten wir immerhin noch etwas Zeit aufholen und wir landeten um kurz vor 6 Uhr morgens Ortszeit in S\u00e3o Paulo, Brasilien. Man w\u00fcrde denken, 1h15 Umstiegszeit sollten noch reichen, wenn man sich beeilt, allerdings durften wir \u00e4rgerlicherweise \u00fcber eine Stunde das Flugzeug nicht verlassen und somit verpassten wir den Anschlussflug nach Montevideo. Ich hatte Gl\u00fcck und erhielt kurz darauf eine E-Mail der Fluggesellschaft, dass ich den n\u00e4chsten Flug gegen 14 Uhr nehmen kann und wartete dementsprechend mit einem Mitfreiwilligen, der diesen Flug von Anfang an gebucht hatte. Die anderen beiden mussten eine Nacht in S\u00e3o Paulo verbringen und konnten erst am n\u00e4chsten Morgen fliegen\u2026 <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Und so betraten wir am 13. September gegen 17 Uhr Ortszeit nach 31 Stunden Reise endlich uruguayischen Boden! Nach einer kurzen unkomplizierten Sicherheitskontrolle und ausgestattet mit einer SIM-Karte und einigen bunten uruguayischen Peso-Scheinen verlie\u00dfen wir das Flughafengeb\u00e4ude und waren erstaunt dar\u00fcber, wie kalt es war. Aber logisch, auf der S\u00fcdhalbkugel wird es ja gerade erst Fr\u00fchling. Dadurch, dass wir zu viele Koffer hatten, war es uns leider nicht erlaubt, einen Bus in die Innenstadt zu nehmen und wir stiegen letztendlich in ein Uber, um endlich zur Unterkunft zu gelangen. Die 10 darauffolgenden Tage versuchten wir uns n\u00e4mlich an einer 9-Personen-WG mit dem Gro\u00dfteil der anderen uruguayischen Freiwilligen, um die Stadt zu erkunden und unseren verpflichtenden Sprachkurs zu absolvieren. Die Tage in Montevideo waren sehr sch\u00f6n und wir unternahmen bereits einen ersten Ausflug nach Punta del Este, einen bekannten Badeort an der Atlantikk\u00fcste. Der Sprachkurs war sehr hilfreich, um in die Sprache reinzufinden, die viele von uns zwar schon in der Schule gelernt hatten, Konversationen allerdings bisher eher vermieden haben. Hier kamen wir auch das erste Mal in den Genuss des \u201eMate\u201c, den die Uruguayos hier wie Wasser trinken. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Nach dieser sch\u00f6nen Zeit in Montevideo ging es f\u00fcr meinen Mitfreiwilligen Emil und mich am 23. September dann endlich mit dem Bus nach Fray Bentos, das wir f\u00fcr die n\u00e4chsten 10 Monate unser Zuhause nennen werden. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 12. April 2023 war es endlich soweit. Fast ein halbes Jahr, nachdem ich meine Bewerbung auf dem kulturweit-Onlineportal eingereicht hatte, erhielt ich endlich die langersehnte E-Mail mit dem Platzangebot. F\u00fcr mich sollte es nach Uruguay gehen. 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