{"id":33,"date":"2014-03-27T23:14:48","date_gmt":"2014-03-27T15:14:48","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/kathrinhoernchen\/?p=33"},"modified":"2014-03-27T23:14:48","modified_gmt":"2014-03-27T15:14:48","slug":"hallo-alltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/kathrinhoernchen\/2014\/03\/27\/hallo-alltag\/","title":{"rendered":"Hallo Alltag!"},"content":{"rendered":"<p>\u201eUnd hast du neue Abenteuer erlebt?\u201c &#8211; Innehalten \u2013 \u201eAbenteuer? Wie meinst du das? So richtig gro\u00dfe?- Nein!\u201c Nach kurzem Nachdenken bemerke ich: \u201eAber doch, jeder Tag bringt mir aufs neue ein Abenteuer!\u201c<\/p>\n<p>Fast vier\u00a0Wochen sind vergangen, seit dem ich mich von meinen Liebsten verabschiedet habe. Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit, aber sicherlich nicht, weil die Zeit so langsam vergeht, sondern weil ich mich bereits so gut eingelebt habe, dass alles schon zur Normalit\u00e4t geworden ist und ich mich f\u00fchle, als sei ich schon ewig hier.<\/p>\n<p>Alltag! Lass ich mir dieses Wort auf der Zunge zergehen, so assoziiere ich damit eher negativ belastete Dinge: Arbeit, Stress, Hektik, Eint\u00f6nigkeit, Gewohnheit. Wie geht es euch dabei?<\/p>\n<p>Trotz der negativ aufkommenden Assoziationen habe ich bereits nach wenigen Wochen meinen Alltag gefunden. Ich kann mich diesen negativen Assoziationen, die dieses Wort bei mir ausl\u00f6st jedoch nicht anschlie\u00dfen. In meinem Alltag entdecke ich immer wieder neue, spannende, faszinierende, wunderbare Dinge, die mir den Tag versch\u00f6nern. Auch entdecke ich verwunderliche, komische, unverst\u00e4ndliche Dinge, die mich zum Schmunzeln, Nachdenken oder zur\u00a0 Unverst\u00e4ndnis bringen.<\/p>\n<blockquote><p>Die Entdeckung des Wunderbaren im Allt\u00e4glichen bedarf der F\u00e4higkeit, mit den Augen des Herzens sehen zu k\u00f6nnen. -Ernst Ferst-<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun m\u00f6chte ich euch aber nicht vorenthalten, aus welchen Dingen sich mein Alltag zusammensetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Meine Arbeit:<\/strong><\/p>\n<p>Meinen Freiwilligendienst absolviere ich an der Schule 1 in Ulaanbaatar und arbeite dort im Deutschunterricht mit.<\/p>\n<p>Die Schule ist die \u00e4lteste und auch eine sehr gute Schule in UB. Das Grundschulgeb\u00e4ude, ist sehr neu und wird dementsprechend auch noch sehr gut gepflegt. St\u00e4ndig wird geputzt, beim Betreten muss man sogar die Schuhe wechseln etc. Die Treppen sind teilweise mit Teppich \u00fcberzogen. Insgesamt bietet dieses Geb\u00e4ude eine sehr angenehme Lernatmosph\u00e4re, in welcher ich mich sicherlich auch sehr wohlgef\u00fchlt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Der Deutschunterricht an der Schule 1 wurde erst im letzten Schuljahr (Sept. 2013) f\u00fcr die Klassen 3 und 4 eingef\u00fchrt. So gibt es zur Zeit jeweils zwei 3. und zwei 4. Deutschkurse, die montags- freitags jeweils 40 Minuten Deutschunterricht haben.<\/p>\n<p>Meine Aufgabe ist es vor allem, Unterrichtsmaterialien vorzubereiten, Korrekturen von Hausaufgaben oder Tests zu erledigen und die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen (SuS) bei Unterrichtsaufgaben zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>In meiner zweiten Woche habe ich bereits bei einem Probeunterricht f\u00fcr die 2. Klasse (es wird ausgew\u00e4hlt, wer sich f\u00fcr den neuen Deutschkurs eignet, da nur 32 Pl\u00e4tze vorhanden sind.) mitgeholfen. Ich habe meine eigene Unterrichtsstunde zum Thema:&#8220; Begr\u00fc\u00dfung und Farben&#8220; vorbereitet. Eine tolle Erfahrung, mit Kindern eine neue Sprache zu lernen, dessen Sprache ich absolut nicht spreche bzw. verstehe. Nachdem mich\u00a0 anfangs die Kinder noch sehr fragend anschauten lief es dann doch erstaunlich gut. Mit einer Gruppe lernte ich sogar das Kinderlied \u201eGr\u00fcn, gr\u00fcn, gr\u00fcn sind alle meine Kleider\u2026\u201c<\/p>\n<p>Die Grundschulmanagerin, welcher das Fach Deutsch sehr wichtig ist, so glaube ich, hat uns nun noch einen zweiten Raum zur Verf\u00fcgung gestellt, in welchem ich in zwei Wochen mit meiner eigenen \u201eDeutsch-AG\u201c beginnen werde. Die SuS haben die M\u00f6glichkeit freiwillig zweimal pro Woche zu meinen zus\u00e4tzlichen Deutschstunden zu kommen. Das Sch\u00f6ne ist, dass ich sehr frei in der Gestaltung der Stunden bin. Der Schwerpunkt wird vor allem beim Lesen liegen. F\u00fcr den Anfang werde ich sehr wahrscheinlich ein kleines Osterbuch mit den Kindern erstellen und Osterlieder singen. So kann ich sie schon mal auf das Osterfest vorbereiten, welches wir an Ostersamstag in der Schule feiern werden.<\/p>\n<p>Neben dem Osterfest, werde ich auch bei der Planung eines Lesewettbewerbs\/ Lesenacht mithelfen. Immer wieder werden kleine Aktionen\/ Feste f\u00fcr die motivierten Kinder angeboten, bei denen den Kindern die deutsche Kultur n\u00e4her gebracht werden kann. Dies ist\u00a0u.a. einer meiner Aufgaben, diese Aktionen zu planen.<\/p>\n<p>Neben meinen Aufgaben in der Schule helfe ich auch immer wieder bei anstehenden Terminen mit.\u00a0\u00a0So habe ich bei der Vor- und Nachbereitung der DSD 1 (Deutsches- Sprachdiplom) Pr\u00fcfungen mitgeholfen. Ein Highlight war sicherlich auch letzte Woche, als ich als \u201ekulturweit- Freiwillige\u201c in einer Jury eines Sch\u00fclerreisewettbewerbs sitzen durfte und dar\u00fcber mitentscheiden durfte, wer eine einmonatige Reise durch Deutschland gewinnt.<\/p>\n<p>Zum 40j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Mongolei hatten\u00a0Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen\u00a0die M\u00f6glichkeit die Spuren der Deutschen in der Mongolei zu erforschen und ein kleines Projekt dazu zu erstellen. Ich fand es sehr spannend, was\u00a0sie alles zusammengetragen haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verkehr:<\/strong><\/p>\n<p>Ein tolles Erlebnis.<\/p>\n<p>Ich bin mir nicht sicher, ob es lediglich an der (mangelnden) Infrastruktur der Stadt oder an dem Fahrverhalten der Mongolen liegt- wahrscheinlich an der Kombination beider Aspekte-, dass hier st\u00e4ndig Chaos auf den Stra\u00dfen herrscht. Die Stra\u00dfen sind voller Autos, so dass bereits dies, das z\u00fcgige Vorw\u00e4rtskommen erschwert. Hinzu kommt dann noch, dass Stra\u00dfenverkehrsregeln hier keine gro\u00dfe Bedeutung haben. So biegt man ab, indem man sich einfach lebensm\u00fcde in den Gegenverkehr schmei\u00dft, parkt, dort wo Platz ist, egal ob das die anderen Autofahrer hindert vorbei zu kommen oder sich mit drei Autos nebeneinander auf eine Stra\u00dfe quetscht, die h\u00f6chstens f\u00fcr zwei Autos gemacht ist. Als Fu\u00dfg\u00e4nger schaue ich mir dieses Spektakel manchmal ganz gerne an, aber sobald ich selbst die Stra\u00dfe \u00fcberqueren muss, hei\u00dft es: &#8222;Augen zu und durch!&#8220; Oder: &#8222;No risk, no fun!\u201c<\/p>\n<p>Da ich t\u00e4glich selbst von Bus oder Taxi abh\u00e4ngig bin, nervt es nach einiger Zeit dann doch, dass man teilweise eine halbe Std. f\u00fcr einen 10 min\u00fctigen\u00a0 Weg ben\u00f6tigt. Aber gl\u00fccklicherweise wird der Bus von wundervoller Musik beschallt, was die Nerven der Insassen eventuell entspannen soll. Sp\u00e4testens ab dem Nachmittag h\u00f6rt man diese Musik dann auch nicht mehr, da der Bus dann so voll gestopft ist, dass man nicht einmal eine M\u00f6glichkeit zum Festhalten ben\u00f6tigt, da dies schon von der Masse erledigt wird.<\/p>\n<p>Der einzige Trost bleibt dann wohl doch das Geld, da man f\u00fcr ca. 20 Cent beliebig weite Strecken durch die gesamte Stadt zur\u00fccklegen kann.<\/p>\n<p>Neben dem Bus ist das Taxi vor allem am Abend eine Alternative. Aufgrund der mangelnden Sprachkenntnisse wird jede Fahrt zu einem kleinen Abenteuer, so hatte ich zuletzt bereits Angst entf\u00fchrt zu werden, da der Fahrer eine andere Route einschlug, mir etwas auf mongolisch erz\u00e4hlte und auf mein Bitten anzuhalten, dies einfach nicht machte. Im Endeffekt stellte sich heraus, dass er einfach nur eine Kiste Bier in einer Bar abliefern musste und er mich dann nach Hause fahren wollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wo wir auch schon bei den <strong>Sprachkenntnissen<\/strong> w\u00e4ren:<\/p>\n<p>Naja, drei Wochen Mongolei-\u00a03 W\u00f6rter mongolisch! Hallo- Danke- Ja!<\/p>\n<p>Mit meiner Gastfamilie unterhalte ich mich auf Englisch und in der Schule spreche ich nur Deutsch. Am Wochenende komme ich dann auch mit Deutsch oder Englisch bestens klar. Eigentlich schade, da meine Motivation mongolisch zu lernen etwas verschwunden ist. Aber ab n\u00e4chster Woche beginnt der Sprachkurs und ich hoffe, dass es von da an zu einem kleinen Selbstl\u00e4ufer wird!!!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Fortsetzung und vor allem Fotos folgen hoffentlich bald;)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eUnd hast du neue Abenteuer erlebt?\u201c &#8211; Innehalten \u2013 \u201eAbenteuer? 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