{"id":12,"date":"2010-06-22T00:07:09","date_gmt":"2010-06-21T22:07:09","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/?p=12"},"modified":"2010-06-23T10:58:07","modified_gmt":"2010-06-23T08:58:07","slug":"12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/2010\/06\/22\/12\/","title":{"rendered":"Schildkr\u00f6tenentscheidungen"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"text-decoration: underline\"> <\/span><\/strong><\/p>\n<p>Und wieder ist eine ganze Zeit um, ich hatte mir fest vorgenommen, mich fr\u00fcher zu melden, aber wi<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/rundmail1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-16 alignleft\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/rundmail1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"247\" height=\"185\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/rundmail1-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/rundmail1-640x480.jpg 640w, https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/rundmail1.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/a>e das immer so ist mit den Vorhaben, kann man sie nur schwer halten. Dieses Mal habe ich sogar eine handfeste Ausrede. Nicht nur, dass ich unheimlich viel arbeiten und nebenbei noch Bewerbungen schreiben musste, ich war auch viel krank. Inzwischen habe ich die Aussage vom deutschen Arzt, dass ich sterben werde, da geht es mir doch gleich wieder besser. Mein K\u00f6rper hat offensichtlich einen solchen Schock gekriegt, dass er sich spontan erholt hat.<\/p>\n<p>Mit viel Erstaunen und vielleicht auch ein bisschen Erschrecken habe ich festgestellt, dass die meisten kamerunischen Realit\u00e4ten und Obskurit\u00e4ten f\u00fcr mich inzwischen Normalit\u00e4t und Gewohnheit geworden ist. Wenn man einen eigenen Platz im Bus hat und ihn nicht mit mindestens zwei Leuten teilt, kommt man sich doch sehr einsam vor, vor allem, weil man sich in den Kurven alleine grade halten muss und nicht von den anderen mitgehalten wird. Preise h\u00e4ngen vor allem von deiner Diskutierfreudigkeit (da habe ich\u2019s gut) und deiner kamerunischen Verbindung ab (auch da habe ich es gut, der Erfindungsfreudigkeit ist keine Grenzen gesetzt; meistens zieht die Geschichte am besten, dass ich mit einem Kameruner verheiratet bin und mindestens drei Kinder habe). Diskussionen \u00fcber die Hautfarbe sind ebenso h\u00e4ufig wie Diskussionen \u00fcber Politik und Fu\u00dfball.<\/p>\n<p>Es liegen auch wieder wunderbare Reisen hinter mir. Vor einigen Wochen fuhren wir das erste Mal in den Westen und entdeckten dort ein vollst\u00e4ndig anderes Kamerun. Die Bamil\u00e9k\u00e9 sind bekannt daf\u00fcr, dass sie H\u00e4ndler sind und genau diese Feststellung machten wir dort auch: Bamil\u00e9k\u00e9 k\u00f6nnen und wollen Geld aus allem und jedem mac<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/DSCF0259.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium  wp-image-17\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/DSCF0259-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/DSCF0259-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/DSCF0259-640x480.jpg 640w, https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/DSCF0259.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>hen. Ansonsten wurden wir einfach eingef\u00fchrt in die Welt der Mythen und Geschichten. Da die meisten meiner Freunde Bamil\u00e9k\u00e9 sind, war das f\u00fcr mich noch einmal besonders interessant. Regiert und verwaltet werden die meisten Regionen Kameruns noch durch Chefs oder K\u00f6nige. Titel werden dabei sehr beliebig vergeben und es scheint dazwischen auch keine Rangordnung zu geben. Im Westen sind die Chefferien, also K\u00f6nigt\u00fcmer besonders pr\u00e4chtig und die Rolle der K\u00f6nige wirklich noch ziemlich gro\u00df, sie werden von der Regierung auch wirklich daf\u00fcr bezahlt, die Region zu verwalten. Dass dabei wahrscheinlich das meiste Geld f\u00fcr die vielen Frauen draufgeht, ist dabei Nebensache. Wir besichtigten mehrere solcher Chefferien und aus allen Informationen, die man so erhielt, bastelte ich mir ein Bild zusammen. Auch wenn alle Chefferien nat\u00fcrlich so ihre eigenen Regeln haben, kann man vieles doch verallgemeinern. So der Initiationsritus des K\u00f6nigs: dieser wird mit seinem Assistenten und vier seiner Frauen f\u00fcr neun Wochen isoliert und muss mehrere Riten durchmachen. Wenn nach den neun Wochen keine der Frauen schwanger ist, wird er gek\u00f6pft und sein Assistent K\u00f6nig. Er hatte dann bewiesen, dass er als K\u00f6nig nicht geeignet ist. Die Frauen der K\u00f6nige werden vererbt an den Thronfolger, meist einer der S\u00f6hne. Die Frauen des Vaters d\u00fcrfen jedoch nicht ber\u00fchrt werden, sondern haben sozusagen schon ihren Dienst abgeleistet. So unvorstellbar und f\u00fcr die Frauen unertr\u00e4glich uns das alles vorkommt, kamerunische Frauen sehen das oft anders. Die Konzeption von Beziehung und vor allem von Ehe ist einfach eine ganz andere. Ich habe mich im Bus lange mit polygamen \u00e4lteren Frauen unterhalten, die sich wunderten, dass ich nicht wollte, dass mein Mann noch andere Frauen hatte. Sie wunderten sich daraufhin nur und meinten, dass man so doch, sobald die Kinder gro\u00df sind, machen kann, was man will und sich nicht mehr um den Mann k\u00fcmmern muss, weil das ja die j\u00fcngeren Frauen \u00fcbernehmen. Die beiden waren auch wirklich frei in allen ihren Aktivit\u00e4ten. Nur ist das eben nicht die Art von Ehe, die man sich als Mitteleurop\u00e4er vorstellt. Aber ich versuche einfach, zu verstehen, zu akzeptieren, zu tolerieren und vor allem, die ganze Zeit so zu tun, als sei das alles komplett normal und gar nichts Besonderes.<\/p>\n<p>Ein interessantes Erlebnis war auch der wirklich gelebte Magieglaube, von dem mich meine Freunde in Yaound\u00e9 schon immer \u00fcberzeugen wollten, der einem aber nat\u00fcrlich auf den D\u00f6rfern noch viel mehr \u00fcber den Weg l\u00e4uft. Die Schildkr\u00f6te, die entscheidet, wer der Schuldige ist; die Spinne, die den Dieb findet; der Totemwald, der nicht betreten werden darf; magische Seen und Hexerei \u2013 dies alles sind nur einige der Geschichten, die einem so \u00fcber den Weg laufen. Wahrscheinlich sch\u00fctteln auch wieder einige von euch die K\u00f6pfe vor Unglauben, aber andererseits funktionieren die Dinge seit Jahrhunderten hier so und unerkl\u00e4rbare Dinge werden eben durch Magie erkl\u00e4rt. Tradition und Moderne werden hier einfach komplett ineinander verwoben, so beim K\u00f6nigspalast in Bandjoun, der vor drei Jahren abgebrannt ist und jetzt wieder aufgebaut wird. Die Schnitzereien der S\u00e4ulen wurden eben einfach an das moderne Leben angepasst und bilden jetzt eben Eto\u2019o (der ber\u00fchmteste kamerunische Fu\u00dfballer), Paul Byia (der Pr\u00e4sident), Eko Roosevelt (ein kamerunischer Musiker) und andere Bekanntheiten wie Ronaldinho und den Papst ab. Alle unproblematisch nebeneinander und neben traditionellen Figuren.<\/p>\n<p>Durch die zahlreichen Frauen gibt es auch unheimlich viele Menschen, die irgendwie mit der K\u00f6nigsfamilie verwandt sind. Der K\u00f6nig in Bafoussam bildete den H\u00f6hepunkt mit \u00fcber 120 Frauen, laut eigenen Aussagen wei\u00df er es selbst gar nicht so genau. Auch wenn das vielleicht alles nicht so klingt, die K\u00f6nige sind meistens sehr gebildete M\u00e4nner, viele von ihnen haben in Europa oder zumindest in einer kamerunischen Gro\u00dfstadt studiert und sind dann eben, als ihr Vater starb und sie das K\u00f6nigsamt geerbt haben, in ihr Dorf zur\u00fcckgekehrt \u2013 meist offensichtlich ohne gro\u00dfe Probleme sich wieder in diesen Traditionen zurechtzufinden. Diese sind einfach wahnsinnig tief verwurzelt. Auch meine Freunde sind doch relativ \u00fcberzeugt von dem System der Chefferien, weil sie meinen, dass ein K\u00f6nig es sich nicht leisten kann, ungerecht zu richten oder unbedacht zu handeln, da er sofort s\u00e4mtlichen Respekt verlieren w\u00fcrde. Das sei das Schlimmste, das passieren k\u00f6nnte, denn dann w\u00fcrde er auch nicht mehr als f\u00e4hig angesehen werden, um Rituale durchzuf\u00fchren und dann sp\u00e4testens treten die sieben Assistenten, die so genannten Notablen, in Aktion. Zu werten habe ich mir abgew\u00f6hnt, weil das System und das gesamte Verst\u00e4ndnis einfach so unterschiedlich sind und ich m\u00f6chte nicht dar\u00fcber urteilen, was besser und was schlechter ist. Anders ist es jedenfalls, das ist sicher.<\/p>\n<p>Aber oft auch lustig. Ich nehme die meisten Sachen einfach mit Humor, was nicht immer leicht f\u00e4llt, vor allem, wenn einem wieder einmal die Hautfarbe im Weg steht. Ein paar Tage sp\u00e4ter im Bus an der Busstation jedoch wurde mir bescheinigt, dass ich schon mindestens so gut diskutiere wie eine Kamerunerin. Wir wollten eigentlich in ein benachbartes Dorf fahren, um dort die Wasserf\u00e4lle zu sehen. Aber irgendwie hatte wie immer alles ein bisschen l\u00e4nger gedauert und so entschieden wir uns, nachdem wir eine Stunde vergeblich im Bus gewartet hatten, doch gleich zur\u00fcck nach Yaound\u00e9 zu fahren. Dabei bekamen wir mit, dass die anderen schon viel l\u00e4nger warteten. Also beschloss ich, mit dem Busfahrer zu diskutieren, um das Geld zur\u00fcckzubekommen. Und Geld, das man einmal ausgegeben hat, bekommt man nur schwerlich zur\u00fcck. Aber laut werden und mit der Polizei drohen hilft da schon viel. Das Ganze wurde immer absurder und es scharten sich immer mehr Kameruner, unter ihnen auch Stra\u00dfenverk\u00e4ufer, andere Busfahrer und Guthabenverk\u00e4ufer um mich herum, um die Wei\u00dfe zu sehen, die den Busfahrer zur Schnecke macht. Die M\u00e4nner im Bus misch<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/IMG_8298.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium  wp-image-18\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/IMG_8298-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/IMG_8298-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/IMG_8298-640x480.jpg 640w, https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/IMG_8298.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>ten sich dann irgendwann auch ein, zuerst war nicht so ganz entschieden, gegen wen sich eigentlich der Hass richtete, sie entschieden sich dann aber doch, dass man sich mit einer Frau nicht schl\u00e4gt und gingen auf den Busfahrer los. Und ich mittendrin mit den Tickets in der Hand und der st\u00e4ndigen Aussage, dass ich sofort gehe und ihn in Ruhe lasse, sobald er mir das Geld zur\u00fcckgibt. Ich wei\u00df nicht, was wozu gef\u00fchrt hat: letztendlich bekam ich jedenfalls das Geld wieder und den Applaus von 50 Kamerunern dazu \u2013 was f\u00fcr ein Erfolgserlebnis. Und zu den Wasserf\u00e4llen und zus\u00e4tzlich noch zu einem wundersch\u00f6nen Kratersee fuhren wir eben ein paar Wochen sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Letztens kam ich nach Hause, traf auf mehrere bekannte Gesichter und wie jeden Abend auf die vielen Kinder, die Fu\u00dfball, auf-der-Klobrille-den-H\u00fcgel-Runterrutschen oder Papiertiere basteln spielten. Sie begr\u00fc\u00dften mich wie immer und ein kleiner, vielleicht vierj\u00e4hriger (wobei das hier immer schwer zu sch\u00e4tzen ist, manche Kinder sind im Wachstum sehr zur\u00fcck) Junge blickte von seinem Kamel aus Zeitungspapier hoch und musterte mich von oben bis unten mit sowohl kritischem als auch sehr erstaunten Blick. Nachdem ich mir, wie immer, alle Tiere betrachtet hatte, wollte ich eigentlich weitergehen. Auf einmal kam der Junge, strich mir mit fester Hand \u00fcber den Arm und schaute sich dann die Innenfl\u00e4chen seiner Hand an, dann erstaunt mich und strich mir noch einmal \u00fcber den Arm. Gleicher Effekt. Daraufhin traute er sich endlich den Mund aufzumachen und fragte: \u201eAber, geht das denn nicht ab?\u201c<\/p>\n<p>Sonst kennt mich inzwischen nahezu jeder im Viertel, wei\u00df, dass man mit mir nicht \u00fcber Preise diskutieren kann, dass ich \u201ewei\u00dfe Preise\u201c sowieso nicht akzeptiere, weil ich die \u201eschwarzen Preise\u201c kenne. Eine der Mamas auf dem Markt kam letztens sehr ungl\u00fccklich zu mir, weil sie von einer meiner \u201eSchwestern\u201c (also einer anderen Wei\u00dfen) betrogen worden sei. Daraufhin zeigte sie mir ein Geldst\u00fcck, das sie f\u00fcr 500 Francs gehalten hatte, dass in Wirklichkeit chinesisches oder japanisches Geld war. So viel zur wei\u00dfen Ehrlichkeit, von der hier immer ausgegangen wird. Sie meinte, ich sollte doch meine Schwester mal fragen, ob sie ihr richtiges Geld geben k\u00f6nne \u2013 denn es kennen sich ja alle Wei\u00dfen in der Stadt.<\/p>\n<p>Kamerun \u2013 ein Zwischenfazit?<\/p>\n<p>Es geht mir gut hier, die Lautst\u00e4rke der Leute entspricht ungef\u00e4hr meiner, wobei Ohrst\u00f6psel auf Reisen immer noch mein wichtigstes Accessoire darstellen. Auch so dieses absolute nicht darauf Achten, wie andere aussehen oder wie sie sich kleiden. Ich dachte immer schon, ich w\u00fcrde da wenig drauf achten, wurde aber e<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/CIMG0869.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-19\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/CIMG0869-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/CIMG0869-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/CIMG0869-640x480.jpg 640w, https:\/\/kulturweit.blog\/karininkamerun\/files\/2010\/06\/CIMG0869.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>ines Besseren belehrt. Meinen Eindruck der ersten Monate, dass hier alle wahnsinnig egoistisch sind, muss ich ein wenig berichtigen. Hier herrscht einfach die Einstellung: wenn dich etwas st\u00f6rt oder Du etwas willst, dann kannst Du es ja sagen. Wer nichts sagt, der braucht offensichtlich auch nichts. Inzwischen bin ich da auch schon weniger diplomatisch und viel direkter. So habe ich letztens klipp und klar gesagt, dass man mich gef\u00e4lligst am Wochenende nicht vor 7 Uhr morgens anrufen darf, weil ich doch ein wenig ausschlafen m\u00f6chte. Was zu gro\u00dfem Unverst\u00e4ndnis f\u00fchrte und Fragen wie: Schl\u00e4fst Du in Deutschland auch so viel? Mit der Erwartungshaltung der Leute habe ich immer noch Probleme, da bei einem Angebot eher nicht nur die ganze Hand genommen wird, sondern man komplett aufgegessen wird. Der Ausdruck: Je veux pas que tu me manges! (Ich m\u00f6chte nicht, dass du mich aufisst!!) ist inzwischen schon fester Bestandteil meines Repertoires. Und immer noch versuche ich den kamerunischen M\u00e4nnern klar zu machen, dass sie bestimmt keine wei\u00dfe Frau wollen, weil die sich nicht um die Kinder k\u00fcmmern, kein Essen machen und sich auch sonst nicht anst\u00e4ndig um die M\u00e4nner k\u00fcmmern. Meistens ernte ich gro\u00dfe und erstaunte Blicke. Auch mein Standardsatz auf eine Liebeserkl\u00e4rung: \u201eL\u2019amour n\u2019est pas une question de couleur de peau!\u201c (Die Liebe ist keine Frage der Hautfarbe.) zieht nur bedingt.<\/p>\n<p>Ansonsten mag ich einfach die offene und direkte Art, die Spontaneit\u00e4t und Flexibilit\u00e4t meiner Freunde, zu jeder Zeit f\u00fcr jede Schandtat bereit zu sein. Wenn wir abends noch mal einen trinken gehen, gibt es \u00fcberhaupt gar keine Diskussionen, wer mich nach Hause bringt, bzw. die M\u00e4nner machen das unter sich aus und teilen es mir dann nur noch mit.Sie gehen einfach davon aus, dass ich hier ohne Familie ganz sch\u00f6n einsam bin und kommen mich deshalb st\u00e4ndig besuchen, fragen, ob es mir gut geht und als ich krank war, war auch immer jemand da. Auch wenn die Heilmethoden ein wenig verwunderlich sind: \u201eKarin, lass uns mal ein Bier trinken gehen, das tut dir sicher gut.\u201c Na, da ich noch nicht ernsthaft krank war, wird es wohl geholfen haben.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Wochen werden ruhiger und ich komme vielleicht mal \u00f6fter dazu, etwas zu schreiben. Andererseits mache ich auch einfach mehr Urlaub, nachdem die letzten Wochen doch arg anstrengend waren. Da das Goethe-Institut mit die einzige Kulturinstitution ist, nimmt die Arbeit kein Ende. Es gibt gen\u00fcgend Anfragen und Bed\u00fcrfnisse, diese alle zu erf\u00fcllen, ist nicht unbedingt das Leichteste. Deshalb genie\u00dfe ich jetzt noch ein wenig die Ruhe in Kenia und melde mich, wenn ich wieder zur\u00fcck bin.<\/p>\n<p>B\u012dkele mvoi ai madi\u014b mekobo ai wo!<\/p>\n<p>(Tsch\u00fcss und ich m\u00f6chte mit euch reden!) Naja, mein Wortschatz ist doch noch sehr beschr\u00e4nkt, aber es wird besser und besser!<\/p>\n<p>Alles Liebe<\/p>\n<p>Karin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wieder ist eine ganze Zeit um, ich hatte mir fest vorgenommen, mich fr\u00fcher zu melden, aber wie das immer so ist mit den Vorhaben, kann man sie nur schwer halten. Dieses Mal habe ich sogar eine handfeste Ausrede. 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