{"id":5,"date":"2012-09-01T17:52:30","date_gmt":"2012-09-01T15:52:30","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/kaninchendraht\/?p=5"},"modified":"2012-09-06T17:52:55","modified_gmt":"2012-09-06T15:52:55","slug":"travelling-by-train-kulturweit-extreme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/kaninchendraht\/2012\/09\/01\/travelling-by-train-kulturweit-extreme\/","title":{"rendered":"Travelling by Train &#8211; kulturweit extreme!"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>01.09.2012<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die erste H\u00fcrde meines Freiwilligendienstes habe ich gemeistert &#8211; ich bin in Kaliningrad angekommen und ich leeebe!<\/p>\n<p>Dabei war das alles gar nicht so einfach.<br \/>\nWer nach Russland gehen will, darf sich erst einmal um ein Visum bem\u00fchen. Was man genau braucht, was man genau beantragen will &#8211; daf\u00fcr gibt es bislang wohl noch keine Patentl\u00f6sung.<br \/>\nAber die Visa-Geschichte f\u00fcge ich bei Gelegenheit an &#8211; und wer noch etwas wissen mag, darf mich auch gerne selbst anmailen.<\/p>\n<p><strong>Next step: How to travel<\/strong><\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte jetzt sagen aus Umweltschutzgr\u00fcnden, aber was mich eigentlich dazu bewegt hat, mich f\u00fcr den Zug zu entscheiden, war das Interesse an einem internationalen Schlafwagen und den Leuten im Zug und einfach die lange Reisezeit (etwa 18 Stunden) \u2013 so hatte ich wirklich Zeit, Abschied zu nehmen und mich im Kopf ein bisschen auf das Neue einzulassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Los geht\u2019s<\/strong><\/p>\n<p>Von Berlin verkehrt ein Kurswagen direkt nach Kaliningrad. F\u00fcr knapp 70\u20ac kann man dann 18 Stunden im Schlafwagen bespa\u00dft werden \u2013 w\u00fcsste irgendjemand, wo und wie man dieses Ticket buchen kann\u2026 Aber die lieben Bahnmitarbeiter haben sich 90 Minuten mit mir, dem PC und dem russischen Reservierungssystem auseinandergesetzt und siehe da \u2013 es funktioniert. Was nicht funktioniert ist, herauszufinden, wo der Zug dann letztendlich eintreffen wird. Selbst die Anzeigetafel am Hauptbahnhof konnte noch 5 Minuten vor Abfahrt keine Gewissheit verschaffen, sodass der Zug dann doch nicht wie gedacht auf Gleis 11 ankam, sondern wir w\u00e4hrend der Zug einfuhr noch mit meinen zwei Koffern, Handgep\u00e4ck und gaaanz viel Proviant zu Gleis 12 hetzen durften.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kaninchendraht\/files\/2012\/09\/121.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7\" title=\"Mein Zug - aber nicht auf Gleis 11\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kaninchendraht\/files\/2012\/09\/121-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kaninchendraht\/files\/2012\/09\/121-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/kaninchendraht\/files\/2012\/09\/121-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/kaninchendraht\/files\/2012\/09\/121.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nNachdem ich mein Megagep\u00e4ck in den Waggon gehievt hatte, h\u00f6rte der Stress aber nicht auf:<br \/>\nAuf Russisch, Englisch und Deutsch mussten meine beiden Abteil-Kommilitoninnen und ich eine Stunde lang die Gep\u00e4ckaufbewahrung koordinieren, so ein Abteil ist n\u00e4mlich ganz sch\u00f6n eng!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kaninchendraht\/files\/2012\/09\/Mein-Bett-im-Schlafwagen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Einblick in mein Abteil\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kaninchendraht\/files\/2012\/09\/Mein-Bett-im-Schlafwagen-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das machte sich auch beim Schlafen-gehen bemerkbar. Eine Mitfahrerin hatte uns schon in Polen verlassen, die andere verbannte mich kurzerhand auf das obere Bett \u2013 im Liegen hatte ich ganze 30cm Platz zur Decke und passte in der L\u00e4nge nichtmals ganz auf das Bett, Problem nur: anwinkeln konnte man die Beine wegen Platzmangel auch nicht.<br \/>\nDaher lie\u00df ich diese einfach rechts aus dem Bett h\u00e4ngen. F\u00fchrte allerdings dazu, dass ich bei jedem Stopp mehr oder weniger aus dem Bett rutschte. Einen Abschluss der Schlafgelegenheit (Bett ist ja eigentlich doch \u00fcbertrieben \ud83d\ude09 ) gab es n\u00e4mlich nicht. Und von diesen Stopps gab es einige.<\/p>\n<p>Bitte fragt nicht, warum (das erste russische Wort, was ich in der Freiwilligenzeit lernte: \u043f\u043e\u0447\u0435\u043c\u0443 [potschemu] \u2013 warum). Das konnte n\u00e4mlich niemand erkl\u00e4ren. Auch nicht, warum der Zug nach 3 Stunden Halt 20 Minuten wieder Richtung Heimat f\u00e4hrt, 10 Minuten h\u00e4lt, denselben Weg wieder zur\u00fcck f\u00e4hrt und am 3-Stunden-Halte-Punkt nochmal 30 Minuten verweilt. \u042f \u043d\u0435 \u0437\u043d\u0430\u044e \u2013 ich wei\u00df es nicht.<\/p>\n<p><strong>Und trotzdem Zug?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, ganz ehrlich \u2013 das h\u00f6rt sich alles vielleicht etwas anstrengend und chaotisch an. War es auch. Aber ich kann jedem, der die Zeit hat und vor der Wahl steht, mit diesem Zug zu fahren nur dazu raten. (Aber einmal reicht mir \u2013 zur\u00fcck geht es mit dem Flugzeug, der Zug f\u00e4hrt n\u00e4mlich nur in den Sommermonaten, phu\u2026).<\/p>\n<p>Einmal aus den Gr\u00fcnden oben \u2013 ich sa\u00df wirklich 18 Stunden im Zug und war zun\u00e4chst sehr deprimiert vom Abschiednehmen, aber als wir endlich \u00fcber die russische Grenze waren, wollte ich wirklich langsam ankommen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem habe ich im Zug einfach total interessante Menschen kennengelernt. Das Abteil zum Beispiel habe ich mir geteilt mit einer 25 j\u00e4hrigen Israelin und einer 67 j\u00e4hrigen Tadschikin (hat sich sp\u00e4ter selbst zu \u201emeiner russischen Babuschka\u201c ernannt). Die Tadschikin versuchte zwar durchgehend, mich in gebrochenem Deutsch dazu zu bewegen, blo\u00df nicht nach Kaliningrad zu gehen, Deutschland sei doch viel besser und Kaliningrad \u201eniiicht gut, niiicht gut.\u201c (\u00dcbrigens sehr erbaulich, wenn man gerade Familie und Freunde sooo vermisst \ud83d\ude09 ). Meine russische Babuschka ist auch nur wegen dem Krieg in Kaliningrad. Deswegen hasse sie Muslime. Und Juden.<br \/>\nDie Israelin war J\u00fcdin, nahm das aber relativ gelassen hin und konnte die Omi dann doch runterhandeln, nur Fundamentalisten zu hassen.<\/p>\n<p>Ich glaube man muss solche Situationen mit einem Augenzwinkern hinnehmen und das f\u00fcr sich mitnehmen, was man gebrauchen kann.<\/p>\n<p>So war ich zum Beispiel begeistert von der Art meiner israelischen Mitfahrerin, wie sie von ihrem Land erz\u00e4hlte, auch davon, dass ihre Freunde im Krieg gestorben seien und in Israel eine Wehrpflicht sogar f\u00fcr Frauen besteht.<br \/>\nEs sind einfach Dinge, die in Deutschland so fern scheinen und die ich auch nicht erleben m\u00f6chte, aber dennoch ist es einfach endlos spannend, mit solch verschiedenen Menschen zu erleben und deren Erfahrungen zu teilen.<br \/>\nUnd das wohlgemerkt ohne, dass wir dieselbe Sprache sprechen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kaninchendraht\/files\/2012\/09\/Israelisch-Wie-hei\u00dft-die-Schrift.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Kulturerfahrung Israel\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/kaninchendraht\/files\/2012\/09\/Israelisch-Wie-hei\u00dft-die-Schrift-300x179.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"179\" \/><\/a><\/p>\n<p>Fazit: International Zugfahren ist kulturweit extrem!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>01.09.2012 Die erste H\u00fcrde meines Freiwilligendienstes habe ich gemeistert &#8211; ich bin in Kaliningrad angekommen und ich leeebe! 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