{"id":30,"date":"2023-03-27T14:46:09","date_gmt":"2023-03-27T12:46:09","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/juliusinbaku\/?p=30"},"modified":"2023-06-09T22:37:05","modified_gmt":"2023-06-09T20:37:05","slug":"ein-halbes-jahr-in-baku","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/juliusinbaku\/2023\/03\/27\/ein-halbes-jahr-in-baku\/","title":{"rendered":"Ein halbes Jahr in Baku"},"content":{"rendered":"<p>Inzwischen bin ich seit \u00fcber sechs Monaten in Baku, mehr als die H\u00e4lfte meiner Zeit in Aserbaidschan ist schon vorbei.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ein halbes Jahr nach meiner Ankunft hat sich mein Bild von der Stadt vollkommen ver\u00e4ndert; ich habe gelernt, dass sie viel mehr zu bieten hat als ein paar Wolkenkratzer um das internationale Image aufzupolieren. Ganz im Gegenteil, jeder Schritt hinaus aus der inszenierten Modernit\u00e4t und hinein in die Realit\u00e4t ist f\u00fcr mich befreiend und bereichernd gewesen. Baku ist chaotisch, verwinkelt, absurd und voller Widerspr\u00fcche, oft hat man das Gef\u00fchl, dass sich die Stadt in einem Zustand der permanenten Identit\u00e4tskrise befindet. Das spiegelt sich auch in ihrer Bev\u00f6lkerung wieder: viele Menschen hier reden \u00fcber Baku mit einer Mischung aus Abscheu und Liebe, oft habe ich das Gef\u00fchl sie gehen viel zu hart mit der Stadt ins Gericht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Einen Gro\u00dfteil meiner Freizeit verbringe ich inzwischen auf kleinen Konzerten und Ausstellungen, zusammen mit den Freunden, die ich mittlerweile gefunden habe, erkunde ich seit Monaten all die kleinen Buchcaf\u00e9s und schrulligen R\u00e4ume in denen Jugendkultur und Kunst in Aserbaidschan stattfindet. Zwischen alten M\u00e4nnern die Backgammon spielen und \u00e7ay trinken, streunenden Katzen und Sowjetblocks, mit dem Geruch des Meeres und des Erd\u00f6ls in der Nase f\u00fchle ich mich absurderweise sehr frei hier.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Und trotzdem ist das Leben in Baku nat\u00fcrlich manchmal auch wahnsinnig anstrengend und frustrierend.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die konservativen Familienstrukturen, der v\u00f6llig verr\u00fcckte Verkehr und nicht zuletzt die Spuren des Krieges, in den Aserbaidschan seit 30 Jahren verwickelt ist, haben mich durchaus an meiner Entscheidung hierher zu kommen zweifeln lassen. Auch die immer noch hohe Sprachbarriere und das Gef\u00fchl des fremd-seins sind eine Belastung, jedoch eine die dazu geh\u00f6rt, wenn man ins Ausland zieht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Inzwischen habe ich gelernt damit umzugehen, gerne w\u00fcrde ich noch \u00a0l\u00e4nger bleiben und freue mich auf die vor mir liegenden f\u00fcnf Monate in der Stadt des Windes und dem Land des Feuers.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Baku, M\u00e4rz 2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inzwischen bin ich seit \u00fcber sechs Monaten in Baku, mehr als die H\u00e4lfte meiner Zeit in Aserbaidschan ist schon vorbei.\u00a0 Ein halbes Jahr nach meiner Ankunft hat sich mein Bild von der Stadt vollkommen ver\u00e4ndert; ich habe gelernt, dass sie viel mehr zu bieten hat als ein paar Wolkenkratzer um das internationale Image aufzupolieren. 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