Córdoba

Wie schon erwähnt fand unser Zwischenseminar in Villa General Belgrano statt, dass bei Córdoba in Argentinien liegt.  Da die Seminare verpflichtend zum Freiwilligendienst gehören, konnte ich diesen Flug nicht vermeiden; und so haben wir die Chance genutzt und sind etwas früher an- bzw. später abgereist, um Córdoba kennenzulernen.

Freitagnacht ging es also mit Nadim und Antonia zum Flughafen, wo wir Leonie und Ida getroffen haben; einige Stunden Warten (und eine nervige Umfrage zum Thema Tourismus in Peru) später saßen wir im Flieger nach Córdoba. Die Reise hätte unbequemer kaum sein können (eingequetscht zwischen zwei großen Männern), und da wir über Nacht geflogen sind, war ich wie die anderen Freiwilligen richtig fit, als wir morgens in Córdoba ankamen.

Dort wurden wir auf einmal mit einem Problem konfrontiert, das wohl keiner von uns kommen sah: Geld! Geld ist in Argentinien nämlich tatsächlich eine recht komplizierte Sache. Wie in ganz Südamerika wird viel bar bezahlt, mit unseren Kreditkarten konnten wir allerdings an keinem Bankautomaten Geld abheben. Zahlen mit Kreditkarte ist eher schwierig, da viele Geschäfte nur Debitkarten annehmen, und dass Argentinien gerade mit einer Hyperinflation zu kämpfen hat, macht die Sache nunmal auch nicht einfacher (1€ entspricht im Moment 65 – 70 Argentinischen Pesos; es kam zu skurrilen Szenen, als Clara und Saskia, die durch viel Glück Geld abheben konnten, mit 1000-Pesos-Stapeln auf dem Tisch sortierten). Im Endeffekt haben wir mit ein bisschen suchen aber doch immer Supermärkte und Cafes gefunden, bei denen mit Kreditkarte bezahlt werden konnte, nervig war es trotzdem.

Für das Wochenende vor – und nach dem Zwischenseminar haben Antonia und ich uns ein sehr süßes kleines AirBnB gemietet, das recht zentral lag und von dem aus man einen tollen Blick auf die Stadt hatte. Es war total ungewohnt, zu Fuß unterwegs sein zu können, nachdem die Strecken in Lima einfach gigantisch sind!

Wir haben das Wochenende vor-und nach dem Zwischenseminar in Córdoba verbracht, und hatten so drei ganze Tage, um die Stadt zu erkunden.

Im Stadtzentrum liegt die Plaza San Martin, an der wir an unserem ersten Tag vom Flughafen ankamen, und die zu Fuß zum Glück nur 25min von unserem AirBnB entfernt war. Neben einer imposanten Statue gibt es vor allem die Kathedrale und das Gebäude des Stadtrats zu bestaunen, außerdem lohnt sind ein Ausflug in die Seitengassen bzw. Fußgängerzone. In der ganzen Stadt riecht es immer wieder nach frischem Gebäck, und ich hatte den Eindruck, dass es auch an jeder Ecke eine Bäckerei gab, in der neben Medialunas (ein kleines halbmondförmiges Croissant mit Zuckerguss, für das Argentinien bekannt ist) jede Menge andere kleine Gebäckstücke verkauft wurden. Und Medialunas sind wirklich zu empfehlen – ich weiß wirklich nicht, wie viele Leonie (https://kulturweit.blog/leonieinperu/cordoba-suedamerika-mal-anders/) und ich in dieser einen Woche gegessen haben!

Ansonsten waren wir beim Museo Evita Palacio Ferreyra, dem Museum für Moderne Kunst in Córdoba, aber leider nicht drin – zahlen nur bar oder mit Debitkarte möglich. Zuerst war ich ziemlich enttäuscht, der tolle Garten voller Palmen hat es dann aber fast wettgemacht! Außerdem sehenswert ist der Paseo del buen pastor und die Inglesia del Sagrado Corazon (Kirche des heiligen Herzens), die mit ihren bunten Ziegeln wirklich auffällt.

Doch was das absolute Highlight Córdobas war, sind wir uns alle einig: Das Künstlerviertel Güemes! Jeden Abend machten wir uns wieder auf, um Essen zu gehen, über den Kunstmarkt zu schlendern und einen Cocktail zu trinken. Die „Hauptstraße“ war gesäumt von kleinen Läden voller Deko, Schmuck, Souvenirs und Krimskrams, und gerade im Dunkeln hatte das ganze Viertel einen besonderen Flair. Auf dem Markt konnte man wirklich alles finden, und dank der entspannten Atmosphäre kam man total schnell mit den Verkäufern ins Gespräch! Abgerundet wurden die Abende meist mit einem Cocktail, gerne auch in einer Rooftop-Bar. Natürlich mussten wir auch Fernet probieren, einen starken Kräuterschnaps, der als Spezialität Córdobas bekannt ist und mit Cola getrunken wird – ein bisschen wie Jägermeister, nur deutlich stärker!

Abschließend kann ich nur sagen, dass mir Córdoba unglaublich gut gefallen hat; die Stadt hat absolut Charme und ist meiner Meinung nach fast mit Städten am Mittelmeer zu vergleichen! Während der Zeit in Argentinien ist mir außerdem aufgefallen, wie grün alles war: Da in Lima nur wächst, was gegossen wird, hält sich die Vegetation in Grenzen; im vergleich zu Córdoba wirkt es fast, als hätte man eine dünne Schicht aus Staub und Sand über die Stadt gelegt (und das ist nicht mal so weit hergeholt). Was außerdem auffiel, war die ganz andere Zusammensetzung der Gesellschaft: meinem Eindruck nach sah in Córdoba eine deutliche Mehrheit der Menschen, die mir begegnet sind, europäisch aus; während ich als gringa (Weiße) auch in der Hauptstadt Lima auffalle, sobald ich mich nicht in den Touristenvierteln am Meer bewege.

Fotos – schaut rein, es lohnt sich!

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