{"id":822,"date":"2011-04-27T11:14:05","date_gmt":"2011-04-27T03:14:05","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/?p=822"},"modified":"2011-04-27T11:14:05","modified_gmt":"2011-04-27T03:14:05","slug":"fruhlingsfest-ruckkehr-zu-den-wurzeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/2011\/04\/27\/fruhlingsfest-ruckkehr-zu-den-wurzeln\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchlingsfest &#8211; R\u00fcckkehr zu den Wurzeln"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das diesj\u00e4hrige Fr\u00fchlingsfest war am 3. Februar. Ich bin zuerst nach Shenzhen\u00a0zu meinen Verwandten gefahren und dann zusammen nach Chaozhou, die Stadt meiner Vorfahren.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\">Annika und ich sind am Abend des 1. Februars in\u00a0heil Guangzhou angekommen. Nach einer tragischen Verabschiedung mit vielen Komplikationen, machte ich mich auf den Weg weiter nach Shenzhen, dass nur 2 Busstunden von Guangzhou entfernt liegt. Ich plante eigentlich den Schnellzug zu nehmen, aber aufgrund des Fr\u00fchlingsfestes, an dem sowieso alles anders war,\u00a0gab es abends keine Schnellz\u00fcge mehr. Wunderbar. Also fragte ich mich zum Busbahnhof durch und konnte noch ein Ticket f\u00fcr den n\u00e4chsten Bus bekommen.\u00a0Ich sagte meiner Tante Bescheid; meinem Handy ging langsam der Saft aus.<\/span><\/p>\n<p>Shenzhen ist nicht wirklich h\u00e4sslich, wie viele behaupten. Es ist einfach nur langweilig. Viele\u00a0sind zum Arbeiten hier.\u00a0Eine Stadt, die gerade mal 31 Jahre lang existiert, kann auf keine lange Geschichte zur\u00fcckblicken und mit ehrf\u00fcrchtigen Bauten aufwarten. Dennoch ist die Stadt sehr modern, sauber und statt den \u00fcblichen B\u00e4umen\u00a0s\u00e4umen\u00a0karibische Palmen die Stra\u00dfen.\u00a0Man kann\u00a0sich die Miniaturausstellung <em>Window of the World <\/em>anschauen, in der die wichtigsten Sehensw\u00fcrdigkeiten der\u00a0Welt,\u00a0wie das Colosseum\u00a0oder der Eiffelturm, im Ma\u00dfstab 1:3\u00a0errichtet\u00a0sind.\u00a0 Wenn man nicht gerade nach Hongkong will, kann man Shenzhen getrost weglassen.<\/p>\n<p>Am\u00a0n\u00e4chsten\u00a0Morgen ging es fr\u00fch mit dem Auto ins 5-Stunden entfernte Chaozhou. Ich hab mich schon die ganze Zeit auf die Stadt gefreut. Mir geht es weniger um die Stadt als solche, als vielmehr um die Menschen und den besonderen Dialekt Teochew, den sie hier sprechen&#8230; meinen Dialekt! Die Begegnungen mit ihm\u00a0fingen an der Autobahnrastst\u00e4tte statt, aber da waren es noch Freunde meiner Verwandten. Richtig krass war es dann in Chaozhou selbst, in der ja (fast) alle\u00a0Bewohner ihn sprechen.\u00a0Eine Mutter meckerte ihr Kind an, sich nicht auf die hohe Balustrade zu setzen&#8230; und ich habe alles\u00a0verstanden. Es war so, als w\u00fcrde meine Mutter mich anmeckern.\u00a0Heimatgef\u00fchle kamen auf. Hier umso mehr als irgendwo anders in China. Ich merkte, ich bin vielerorts &#8222;zu Hause&#8220;: sprachlich in Chaozhou, \u00e4u\u00dferlich in China und kulturell in Deutschland. Aber das Teochew der Einwohner hier ist bei weitem besser als meines.\u00a0Das macht es nicht gerade einfacher. In China\u00a0bin ich Ausl\u00e4nderin, kulturell sind Deutschland und China einfach zu weit voneinander entfernt. Selbst wenn ich behaupte ich w\u00e4re Chinesin, merkt man schnell, dass ich es doch nicht bin.\u00a0<\/p>\n<p>Wir besuchten vom Fr\u00fchst\u00fcck bis zum Abendessen Freunde und Verwandte. Immer sch\u00f6n l\u00e4cheln, nett sein. Meine Oma musste jedes Mal erneut meine Geschichte erz\u00e4hlen, aber zum Gl\u00fcck\u00a0\u00fcbernahm sie diesen Part f\u00fcr mich. Bei jeder Familie wurden wir zum Essen eingeladen. Am zweiten Tag war diese Besuchstour eine Tortour. Ich langweilte mich zu tode und wollte stattdessen etwas\u00a0spazieren gehen und den Leuten bei ihrem Smalltalk lauschen.\u00a0Ich hab mich mit einem Handyverk\u00e4ufer unterhalten und \u00f6rtliche Spezialit\u00e4ten probiert. Am vorletzten Tag kontaktierte ich spontan den Cousin meiner Mutter und stattete der m\u00fctterlichen Verwandtschaft auch mal einen Besuch ab.<\/p>\n<p>Obwohl ich sie alle gerade erst kennengelernt habe, waren sie \u00fcberaus herzlich. Chinesen halt, ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das diesj\u00e4hrige Fr\u00fchlingsfest war am 3. Februar. 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