{"id":191,"date":"2010-10-11T15:51:40","date_gmt":"2010-10-11T13:51:40","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/?p=191"},"modified":"2010-10-11T15:51:40","modified_gmt":"2010-10-11T13:51:40","slug":"expo-2010-ich-war-da","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/2010\/10\/11\/expo-2010-ich-war-da\/","title":{"rendered":"Expo 2010 &#8211; Ich war da!"},"content":{"rendered":"<p>An meinem letzten Tag in SH, entschlie\u00df ich mich zur Expo zu gehen. Manche Leute rieten mir, es lieber zu lassen und mir stattdessen SH n\u00e4her anzuschauen, weil man auch in die L\u00e4nder selbst reisen kann, um sich das anzuschauen. Andere schw\u00e4rmten nur so von den tollen Pavillons. Ich hatte mir vorgenommen dorthin zu gehen, also bin ich auch hin.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck habe ich mir am Vortag das Ticket gekauft und musste so nicht noch beim Schalter anstehen. Unser Freiwilligenausweis ist echt Gold wert: Mit dem habe ich ein Sch\u00fclerticket f\u00fcr 100 Yuan (etwa 10 \u20ac) statt der \u00fcblichen 160 Yuan bekommen und auch sonst bringt er fast \u00fcberall Verg\u00fcnstigungen mit sich. Ich nahm den Eingang am europ\u00e4ischen Teil der Expo. Es war so was von voll! Auf der Shoppingstra\u00dfe Nanjing Dong Lu schlendern die Chinesen gem\u00fctlich und langsam und es f\u00e4llt schwer sich durch die Masse zu bewegen, wenn man es mal eiliger hatte. Aber auf dem Weg zum Eingang der Expo rannten sie f\u00f6rmlich. Jeder wollte der Erste sein. So schnell laufen hab ich die Chinesen noch nie gesehen&#8230; Angekommen rannten alle zu der k\u00fcrzesten Schange, die dann zur L\u00e4ngsten wurde. Ich folgte einem chinesischen Paar, dass sich eine Abk\u00fcrzung suchte und den Sicherheitsmann bequatschte. Tats\u00e4chlich lie\u00df er uns durch und wir ergatterten einen guten Platz, sodass ich nur etwa 15 min anstehen musste. Andere brauchten vielleicht eine halbe Stunde&#8230; Am Eingang musste man einen Sicherheitscheck durchlaufen, der dem am Flughafen in Nichts nachstand: Tasche rein in die R\u00f6ntgenkontrolle und man selbst durch einen Metalldetektor. Mein Wasser durfte ich mitnehmen, nachdem ich einen Schluck getrunken hatte, was aber eigentlich nicht n\u00f6tig, war, weil \u00fcberall auf dem Gel\u00e4nde Trinkbrunnen zug\u00e4nglich waren. Ich, froh endlich drin zu sein, marschiere Richtung deutschem Pavillon. Zuvor machte ich noch einen kurzen Stop beim niederl\u00e4ndischen Pavillon, der nicht soo spannend war. Ausgestellt wurden einige technische Errungenschaften und Kunst. So richtig ge\u00f6ffnet war der Pavillon anscheinend auch noch nicht. Es war angenehm leer, was sich zur Mittagsstunde aber ganz schnell \u00e4nderte.<\/p>\n<p>Danach bin ich zum deutschen Pavillon. Die Schlange davor war riesig! Ich h\u00e4tte nicht gedacht, dass der deutsche Pavillon so beliebt ist. Die Leute haben bestimmt mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Stunden, anstehen m\u00fcssen. Ich aber, bin total l\u00e4ssig und mit Sonnenbrille zu einem der Tausend Freiwilligen auf der Expo hin und hab mich erkundigt, wo denn der VIP Eingang w\u00e4re. Ja, da kam ich mir ziemlich toll vor :D! Mit den Wartenden hatte ich Mitleid, aber es war schon ein geiles Gef\u00fchl sich als &#8222;VIP&#8220; bezeichnen zu d\u00fcrfen, wenigstens f\u00fcr einen Pavillon ;). Angekommen beeindruckte ich die deutschen Mitarbeiter mit meinem fl\u00fcssigen Deutsch (nat\u00fcrlich hatten sie das nicht erwartet) und wedelte mit meinem deutschen Pass. Der Pavillon war echt gut gemacht. Es gab Ausstellungen \u00fcber Energiesparma\u00dfnahmen, die Entwicklung von deutschen St\u00e4dten wie Berlin zu einer infrastrukturell sehr gut ausgestatteten Metropole, Gartenzwerge, deutsche Literatur und Oper, Autos und andere technische Finessen aus Deutschland sowie die Show mit der Energiekugel, die angeblich durch dir Ener<\/p>\n<p>gie der Menschen in Bewegung gesetzt wird. Aber das glaub ich nicht so recht. Ich denke, das ist alles eine vorprogramierte Show und das Publikum ist nur Schein-beteiligt. Aber die Show ist gut. Auf der Kugel werden kurze Sequenzen \u00fcber Deutschland gezeigt, wie die Wiedervereinigung mit tanzenden Menschen auf der Mauer, Fu\u00dfball und Marathon. Au\u00dferdem f\u00e4ngt die Kugel auch an hin und her zu schwingen.<\/p>\n<div id=\"attachment_194\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"..\/files\/2010\/10\/P1070822.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-194\" class=\"size-full wp-image-194\" src=\"..\/files\/2010\/10\/P1070822.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1070822.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1070822-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><br \/>\n<p id=\"caption-attachment-194\" class=\"wp-caption-text\">Der Energieball. Der schwingt so im Kreis rum. Gerade wird ein Fu\u00dfbald gezeigt.<\/p><\/div>\n<p>Der Vietnam-Pavillon war mir auf Anhieb sympathisch: Sie hatten Kronleuchter an der Decke! In der Mitte spielte eine Live-Band vietnamesische Musik und es erinnerte mich an Mama und Papa&#8217;s Filmabende. Im Souvenirshop kaufte ich noch ein Geschenk f\u00fcr meine Eltern und sprach mit einem Vietnamesen auf Chinesisch, weil mein Vietnamesisch nur ausreichte, um ihm zu sagen, was ich kaufen wollte. Die Antwort verstand ich nicht und outete mich sogleich als Nicht-Vietnamese. Darauf folgte eine Diskussion \u00fcber meine Herkunft, mein Alter und was ich in China mache.<\/p>\n<div id=\"attachment_195\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1070836.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-195\" class=\"size-full wp-image-195\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1070836.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-195\" class=\"wp-caption-text\">Kronleuchter \ud83d\ude00<\/p><\/div>\n<p>Diese Sachen kann ich mittlerweile gut auf Chinesisch darstellen, weil ich sie so ziemlich jedem erz\u00e4hle, mit dem ich mehr als ein paar W\u00f6rter wechsel, da sich doch recht schnell herausstellt, dass ich keine Chinesin bin. Manche halten mich f\u00fcr eine Taiwanesin aufgrund meines Akzents im Chinesischen. Wenn ich ihnen aber erz\u00e4hle, dass ich aus Deutschland komme, gibt es fast immer erstaunte Gesichter und ein entsetztes &#8222;de guo?!?&#8220;. Manche sagen dann, dass ich aber chinesisch aussehe und dann sind wir wieder bei der Diskussion \u00fcber meine Wurzeln angelangt.<\/p>\n<p>Ich war noch im Mongolei-, Kombodscha-, Malediven-, Brunei-, Hongkong-, Irland- und USA-Pavillon. Der Hongkong-Pavillon war cool. Viel Glas und viele Spiegel drinnen und es gab eine 3D-Show \u00fcber Hongkong. Das Motto war auch sehr passend: Hongkong &#8211; potential unlimited.<\/p>\n<p>Zum Schluss bin ich nochmal in den deutschen Pavillon, weil ich unbedingt (!) diesen Pin mit der deutschen und der chinesischen Flagge haben wollte. Ich bequatschte die Frau am Infotresen und die Leute am VIP Eingang, aber sie hatten alle keinen Pin. Also suchte ich drinnen weiter. Der Security-Mann hatte einen,\u00a0 also versuchte ich ihn zu \u00fcberreden, ihn mir zu geben. Ich gab meinen Stammbaum zum besten und bot ihn einen meiner Goethe-Buttons an, die ich den Tag zuvor beim Sprachlernzentrum bekam. Leider erfolglos. Den zweiten Security-Mann mit Pin wollte mir seinen auch nicht geben. Ich versuchte es bei den Mitarbeitern. Die eine Mitarbeiterin beschrieb mir eine Kollegin, die angeblich noch viele haben sollte. Ich fragte alle, die mir begegneten. Zum Schluss sollte ich im Show-Raum nochmal gucken, aber als die T\u00fcren dazu aufgingen, dr\u00fckte mir einer der zuvor gefragten Mitarbeiter den gesuchten Pin in die Hand. Ich war so gl\u00fccklich. Eigentlich verr\u00fcckt einem Pin so hinterher zu laufen, aber er war was Besonderes f\u00fcr mich&#8230;lol. (H\u00f6rt sich irgendwie krank an xD) Ich bin jedenfalls super froh ihn zu haben. Ich hab mir auch einen I\u2665SH-Pin gekauft.<\/p>\n<div id=\"attachment_196\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1070939.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-196\" class=\"size-full wp-image-196\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1070939.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-196\" class=\"wp-caption-text\">Skyline Bilder konnte ich leider keine Guten schie\u00dfen, weil das Schiff so gewackelt hat. Aber hier eine sch\u00f6n beleuchtete Br\u00fccke.<\/p><\/div>\n<p>Danach wollte ich noch nach Puxi (die andere Seite des Flusses) und mir den Hannover-Stand anschauen. Ich bin zur F\u00e4hre hin und habe mich mit einer Masse von Chinesen auf das Schiff gequetscht. W\u00e4hrend der \u00dcberfahrt konnte man viele wundersch\u00f6n beleuchtete Pavillons sehen. Auf der anderen Seite angekommen st\u00fcrmten alle raus und quetschten sich in den Bus, ich mitten drin.<\/p>\n<p>Die Chinesen sind echt gut im Dr\u00e4ngeln, Quetschen und gratis Give-aways ergattern. Besonders die \u00e4lteren Frauen haben&#8217;s echt drauf. Beim Schlange stehen versuchte eine \u00e4ltere Dame immer, sich an mir vorbei zu quetschen, aber ich versperrte ich h\u00f6flich den Weg. Ich mags ja \u00fcberhaupt nicht, wenn man so dicht gedr\u00e4ngt steht und zu allen m\u00f6glichen Leuten K\u00f6rperkontakt hat. Deshalb bin ich von der Frau hinter mir auch immer weggerutscht; leider ist sie jedes Mal nachgerutscht. Und Busse scheinen st\u00e4ndig \u00fcberf\u00fcllt zu sein. Schlimmer als beim Altenbekener Damm morgens. Denn die T\u00fcren haben keinen Sensor, der die bei Gegendruck wieder \u00f6ffnet. Also versuchen die T\u00fcren unter jeglichen Bedingungen zu zu gehen und die Menschen versuchen dabei auf der richtigen Seite der T\u00fcr zu stehen. Ich war froh, dass ich einen Sitzplatz auf der Gep\u00e4ckablage hatte. Bei den Give-Aways schlagen sich die Leute f\u00f6rmlich drum. Und sei es nur eine Werbe-CD mit den Filmen, die sie soeben im Pavillon gesehen haben. Touristen eben.<\/p>\n<div id=\"attachment_197\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1070976.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-197\" class=\"size-full wp-image-197\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1070976.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-197\" class=\"wp-caption-text\">digitales Deckengem\u00e4lde<\/p><\/div>\n<p>Jedenfalls bin ich dann irgendwann am Pavillon angekommen, in dem der Hannover-Stand sein sollte. Es war erst 19.30 Uhr und die Pavillons schlie\u00dfen gew\u00f6hnlich um 21 Uhr. Also fragte ich einen Freiwilligen, wie ich denn zum Hannover-Stand komme, woraufhin er antwortete, dass der Pavillon schon geschlossen hatte. Komisch, dachte ich und hab mich trotzdem mal auf die Suche danach gemacht. Ich bin bei einem Ausgang rein und wurde sogleich vom Security-Mann gefragt was ich denn suche. Der f\u00fchrte mich zu einem anderen Freiwilligen, der mir wiederum best\u00e4tigte, dass der Pavillon schon seit 18 Uhr zu hatte. Frustriert und etwas entt\u00e4uscht machte ich mich somit auf den Heimweg. H\u00e4tte ich das gewusst, w\u00e4re ich fr\u00fcher gekommen. Aber ich tr\u00f6stete mich mit meinem sch\u00f6nen Deutschland-China-Pin :).<\/p>\n<div id=\"attachment_199\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1080055.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-199\" class=\"size-full wp-image-199\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1080055.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-199\" class=\"wp-caption-text\">Meine Pins \u2665 \ud83d\ude00<\/p><\/div>\n<p>Ich wurde noch von einem Bekannten aus Xian zum Essen eingeladen und er erz\u00e4hlte mir Einiges \u00fcber SH. Dann war ich auch bettfertig, denn am n\u00e4chsten Tag hie\u00df es um 5.45 Uhr aufstehen, um den Heimzug zu kriegen. Leider versch\u00e4tzte ich mich ein wenig mit der Zeit (wie immer eigentlich) und musste das letzte St\u00fcck ziemlich rennen, um meinen Zug noch zu erwischen. Aber mit massig Gep\u00e4ck auf dem R\u00fccken war das nicht grade einfach. Die Zugfahrt verbrachte ich damit mein neues chinesisches Handy mit Kontakten zu f\u00fcllen,Musik zu h\u00f6ren und Fotos vom Sonnenuntergang zu schie\u00dfen.<\/p>\n<div id=\"attachment_198\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1080006.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-198\" class=\"size-full wp-image-198\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/juliagoeseast\/files\/2010\/10\/P1080006.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-198\" class=\"wp-caption-text\">Sonnenuntergang<\/p><\/div>\n<p>Morgen geht&#8217;s mit dem Flieger nach Beijing.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An meinem letzten Tag in SH, entschlie\u00df ich mich zur Expo zu gehen. 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