{"id":879,"date":"2013-08-05T06:26:35","date_gmt":"2013-08-05T04:26:35","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/?p=879"},"modified":"2013-08-05T07:53:10","modified_gmt":"2013-08-05T05:53:10","slug":"einmal-durch-ganz-china-in-73-stunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/08\/05\/einmal-durch-ganz-china-in-73-stunden\/","title":{"rendered":"Einmal durch ganz China in 73 Stunden"},"content":{"rendered":"<p><!--[if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<div id=\"attachment_886\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3118.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-886\" class=\"size-medium wp-image-886\" alt=\"Diesen Anblick durften wir drei Tage am St\u00fcck genie\u00dfen!\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3118-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3118-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3118-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3118.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-886\" class=\"wp-caption-text\">Diesen Anblick durften wir drei Tage am St\u00fcck genie\u00dfen!<\/p><\/div>\n<p>Eine 73 Stunden lange Reise im Hardseater-Abteil eines Zuges von einem Ende Chinas zum anderen \u2013 ob das eine intelligente Idee war, bezweifelte ich ehrlich gesagt ein wenig, als ich vor ein paar Tagen alleine am Bahnhof von Kashgar stand und auf meinen Zug wartete. Schlie\u00dflich h\u00e4tte ich mich genauso in einen komfortablen Flieger nach Beijing setzen k\u00f6nnen. F\u00fcr unser letztes und mein bisher gr\u00f6\u00dftes Projekt innerhalb meines Freiwilligendiensts wollten wir es jedoch im wahrsten Sinne des Wortes auf die harte Tour versuchen. Damit wollten wir nat\u00fcrlich nicht nur schlichtweg Reisekosten sparen, sondern hatten zuvor schon einiges vorbereitet, was wir w\u00e4hrend der Zeit in die Tat umsetzen wollten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">In China spielt die Bahn als Transportmittel eine weit gr\u00f6\u00dfere Rolle als in Deutschland. T\u00e4glich \u00fcberwinden unz\u00e4hlige Chinesen aller Schichten damit kilometerweite Strecken auf dem Weg zur Arbeit, Freunden, Familie oder einem Reiseziel. Wir haben uns deshalb gedacht, dass sich so eine lange Fahrt vorz\u00fcglich dazu eignen w\u00fcrde, um mithilfe der anderen Passagiere einen Einblick in die chinesische Mentalit\u00e4t zu gestalten. Daf\u00fcr hatten wir zuvor einen Fragebogen konzipiert, der verschiedene Themengebiete abdeckte wie den Beruf, pers\u00f6nliche Zufriedenheit, die aktuelle Entwicklung des Landes aber auch das Bewusstsein \u00fcber Ausl\u00e4nder in China oder Umweltprobleme. Mit insgesamt einhundert B\u00f6gen im Handgep\u00e4ck erhofften wir uns, zu diesen Bereichen einige aussagekr\u00e4ftige Ergebnisse zu erhalten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Weiterhin lag in der Umsetzung dieser selbstgestellten Aufgabe auch ein pers\u00f6nlicher Nutzen f\u00fcr mich selbst: das Ganze eignete sich einerseits wunderbar, um meine Chinesisch-Kenntnisse in einem v\u00f6llig fremden Umfeld anzuwenden und herauszufinden, wie viel Kommunikation nach einem Jahr in China f\u00fcr mich m\u00f6glich war. In diesem Zusammenhang erhoffte ich mir, viele neue Menschen mit interessanten Geschichten kennenzulernen und zu testen, ob sich das Bild, das ich mir in den letzten Monaten von meinem Gastland gemacht hatte, als richtig erweisen w\u00fcrde. Insgesamt sah ich Reise vor allem als finale Pr\u00fcfung: wie belastbar bin ich durch China geworden, wie sehr habe ich mich weiterentwickelt, was habe ich gelernt? Habe ich meinen Freiwilligendienst richtig genutzt?<\/p>\n<div id=\"attachment_880\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3113.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-880\" class=\"size-medium wp-image-880\" alt=\"Erster Morgen im Zug\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3113-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3113-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3113-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3113.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-880\" class=\"wp-caption-text\">Erster Morgen im Zug<\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal\">Trotz all jener hochgesteckten Ziele beschlich mich ein leicht mulmiges Gef\u00fchl, als ich ohne meine gewohnten Begleiter in den Zug stieg, der mich nach Tulufan bringen w\u00fcrde. Doch kaum hatte ich mich auf meiner ergonomisch perfekt im 90-Grad-Winkel geformten Sitzbank niedergelassen, stellte ich fest, dass es das Schicksal wohl mal wieder gut mit mir gemeint hatte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Meine beiden Gegen\u00fcber waren n\u00e4mlich zwei chinesische Studenten, die wie wir zuvor durch die Xinjiang-Provinz gereist waren und flie\u00dfend englisch sprechen konnten. Die ersten beiden Frageb\u00f6gen hatte ich damit bald ausgef\u00fcllt und anschlie\u00dfend erhielt ich sogar Unterst\u00fctzung beim Befragen meiner n\u00e4chsten Kandidaten. Dennoch fiel es mir zugegebenerma\u00dfen nicht immer leicht, auf die Leute zuzugehen und ihnen nach ein bisschen Smalltalk und einigen einf\u00fchrenden Worten gleich eine 20 Fragen starke Umfrage aufzudr\u00fccken. Bevor ich mich zum Ansprechen meines n\u00e4chsten Opfers \u00fcberwinden konnte, schwangen vor allem zu Beginn immer einige Bedenken mit: wie w\u00fcrden die Leute reagieren? W\u00fcrden sich manche durch bestimmte Formulierungen angegriffen f\u00fchlen? W\u00fcrde ich alles verstehen, wenn es zu R\u00fcckfragen kam?<\/p>\n<div id=\"attachment_881\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3122.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-881\" class=\"size-medium wp-image-881\" alt=\"Meine beiden Lieblingsstudenten im Zug\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3122-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3122-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3122-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3122.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-881\" class=\"wp-caption-text\">Meine beiden Lieblingsstudenten im Zug<\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal\">Meistens erwiesen sich meine Bef\u00fcrchtungen jedoch als unbegr\u00fcndet. Ein Gro\u00dfteil der Menschen zeigte sich \u00e4u\u00dferst interessiert an unserem Projekt und hatte teilweise ordentlich Spa\u00df beim Beantworten der Fragen. Irgendwann gesellten sich sogar zwei Bahnbeamte zur Fragerunde und halfen mir tatkr\u00e4ftig bei der Fertigstellung meiner Aufgabe. So begegnete ich immer wieder neuen, liebenswerten Charakteren und verst\u00e4ndigte mich irgendwann nicht nur in Worten, sondern auch in Bildern. Mein treuer Zeichenblock half mir dabei, <span>\u00a0<\/span>auch mit denjenigen, die kein Mandarin sprachen, ergiebige Konversationen zu f\u00fchren. Bereits am ersten Abend hatte ich so ein paar Skizzen als \u201eBelohnung\u201c f\u00fcr die Teilnahme am Projekt verschenkt und der eine oder andere hatte sich k\u00fcnstlerisch in meinem Block verewigt. Bei alldem entdeckte ich zwei Dinge f\u00fcr mich: 1. Wenn man stundenlang wartend auf dem Hintern sitzt und nichts zu tun hat, entdeckt selbst ein grobschl\u00e4chtiger Bauarbeiter Freude am Herumkritzeln. 2. Zeichnen ist manchmal wirklich ein wunderbares Mittel, um zu kommunizieren, wenn einem die Worte fehlen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Trotz vieler netter Begegnungen schlug bereits die Reise nach Tulufan ein wenig aufs Gem\u00fct. W\u00e4hrend wir durch karge W\u00fcstenlandschaften kurvten, f\u00fchlte man sich bei ge\u00f6ffnetem Fenster zunehmend sandig und auch hei\u00dfes Wasser schien wie immer ein rares Gut zu sein, sodass man sich auf der Suche danach durch zahlreiche vollbesetzte Zugabteile quetschen musste. Weiterhin lastete dauerhaft der Druck auf mir, mich st\u00e4ndig nach weiteren Projekt-Teilnehmern umzusehen bis ich schlie\u00dflich die H\u00e4lfte geschafft hatte.<\/p>\n<div id=\"attachment_882\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3125.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-882\" class=\"size-medium wp-image-882\" alt=\"Stillgestanden f\u00fcr ein Foto mit meinen neuen Freunden aus der Armee\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3125-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3125-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3125-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3125.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-882\" class=\"wp-caption-text\">Stillgestanden f\u00fcr ein Foto mit meinen neuen Freunden aus der Armee<\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal\">In Tulufan angekommen war allerdings erst ein Drittel der Strecke \u00fcberstanden und nach einem herzlichen Abschied von den beiden Studenten bereitete ich mich auf den zweiten Teil des Ganzen vor und landete zuf\u00e4llig am Bahnhof einen richtigen Gl\u00fcckstreffer. Hier begegnete ich einem netten chinesischen Soldaten, der gerade von seiner Stationierung in der Xinjiang-Region zur\u00fcckkehrte und mich gleich seinen vier Kollegen vorstellte. Auf diese Weise hatte ich im Handumdrehen ein weiteres Viertel meiner Projektarbeit abgeschlossen, eine Einladung nach Kashgar erhalten und ein bisschen Englischlehrer gespielt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Die restliche Strecke nach Beijing konnte ich somit um einiges entspannter antreten. Im T-Zug, in dem man im Sitzabteil noch weniger Platz hat als im Vorg\u00e4ngermodell, stie\u00df ich au\u00dferdem auf einen etwas eigenartigen, aber durchaus praktischen Nebensitzer. Der gute Mann wiederholte das selbe Schema w\u00e4hrend der ganzen Zugfahrt in Endlosschleife: unter meinen Sitz kriechen, schlafen, aufwachen, geh\u00f6rig mit dem Sch\u00e4del gegen die Tischplatte knallen, darauf einen ordentlichen Schluck Schnaps trinken, rauchen gehen. Dank des freundlichen Wanderarbeiters bot sich mir hin und wieder immerhin die Gelegenheit, mich ein wenig auszustrecken und die vollkommen verspannten Muskeln ein wenig zu entlasten<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Dennoch wurden das st\u00e4ndige Sitzen und die unm\u00f6gliche Herausforderung, eine bequeme Schlafposition zu finden, irgendwann ziemlich anstrengend. Die Knie begannen zu stechen, die Aufnahmef\u00e4higkeit nahm stetig ab, und Dinge, auf die ich normalerweise kaum achtete, begannen pl\u00f6tzlich, mich unglaublich zu nerven. Warum steht der Typ die ganze Zeit lauernd vor meinem Sitz, als wollte er sich auf meinen Scho\u00df setzen, warum kann ich nicht zur Toilette laufen, ohne vom halben Abteil angestarrt zu werden, wieso sitzt auf dem Waschbecken ein fetter schlafender Kerl, der das Waschbecken verstopft wie eine Kr\u00f6te einen Brunnen, warum hat der Typ der mich st\u00e4ndig anquatscht, so furchtbaren Mundgeruch?<\/p>\n<div id=\"attachment_885\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3121.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-885\" class=\"size-medium wp-image-885\" alt=\"Von der kargen Ein\u00f6de...\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3121-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3121-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3121-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3121.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-885\" class=\"wp-caption-text\">Von der kargen Ein\u00f6de&#8230;<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_883\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3155.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-883\" class=\"size-medium wp-image-883\" alt=\"...zu gr\u00fcnen Flusst\u00e4lern\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3155-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3155-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3155-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3155.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-883\" class=\"wp-caption-text\">&#8230;zu gr\u00fcnen Flusst\u00e4lern<\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal\">Nach zahlreichen, teilweise etwas anstrengenden Gespr\u00e4chen, entwickelte sich auch mein Bed\u00fcrfnis, mich mit anderen auf Chinesisch zu unterhalten, stetig zur\u00fcck und dennoch machte sich ein merkw\u00fcrdiger Zustand der Ausgeglichenheit in mir breit. Ich gab mich mit dem manchmal einsetzenden, wenig erholsamen Halbschlaf zufrieden, knabberte gen\u00fcsslich ein paar Sonnenblumenkerne zum Zeitvertreib vor mich hin und lie\u00df den Blick aus dem Fenster schweifen, wo die Landschaft sich langsam und unmerklich von sandigen Ein\u00f6den in riesige St\u00e4dte und weite gr\u00fcne Felder verwandelte. Selten zuvor hatte ich so viel Zeit gehabt, in teilweise dank meiner \u00dcberm\u00fcdung recht wirren Gedankeng\u00e4ngen zu versinken und mich auf mich selbst zu besinnen. Vermutlich hatte ich mich noch nie zuvor nicht nur derart entkr\u00e4ftet, sondern gleichzeitig so ausgiebig reflektiert gef\u00fchlt (ein paar Ergebnisse meiner Gedankenexperimente werdet ihr dann in meinem \u00fcbern\u00e4chsten und vermutlich vorletzten Blogeintrag vorgesetzt bekommen).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>\u00a0<\/span>Auf den letzten Kilometern hingen die meisten Passagiere nur halblebig in ihren Sitzen, standen tr\u00e4ge in den G\u00e4ngen und schliefen kreuz und quer \u00fcbereinander ein. Doch pl\u00f6tzlich brachte eine elektronische Ansage mit einem Mal wieder Leben ins Abteil: \u201eN\u00e4chster Halt \u2013 Beijing!\u201c. Endlich! Mit ungeahnter Motivation packte man auf einmal sein Gep\u00e4ck zusammen, ich verabschiedete mich von meinen neuen Bekanntschaften und trat hinaus ins Get\u00fcmmel am Bahnhof.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Wenn man so lange Zeit in einem verrauchten Zug verbracht hat, erscheint einem sogar die Luft in Beijing mit Rekord-Verschmutzungswerten als frisch! Und mit soviel unverbrauchtem Sauerstoff in den Lungen begann ich, umgeben von zahlreichen taschenschleppenden Passagieren, zu realisieren: ich hatte es tats\u00e4chlich geschafft! Nach drei Tagen Hochleistungs-Hocken durfte ich mich endlich wieder frei bewegen! Tief durchatmend lie\u00df ich mich einfach von dem Menschenstrom in Richtung Ausgang mitrei\u00dfen und trieb so erleichtert wie nie zuvor meinem wohlverdienten Bett entgegen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Insgesamt war ich anschlie\u00dfend nicht nur aufgrund einer bequemen Matratze recht zufrieden: ich hatte 73 Stunden im Hardseater einigerma\u00dfen unbeschadet bew\u00e4ltigt, hatte viele nette Menschen getroffen und war ein ums andere Mal \u00fcber meinen Schatten gesprungen und an der Herausforderung gewachsen. Finale Pr\u00fcfung meines Auslandsjahrs \u2013 bestanden!<\/p>\n<div id=\"attachment_884\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3158.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-884\" class=\"size-full wp-image-884\" alt=\"Beijing - dao le!\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3158.jpg\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3158.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3158-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/08\/SAM_3158-400x300.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-884\" class=\"wp-caption-text\">Beijing &#8211; dao le!<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine 73 Stunden lange Reise im Hardseater-Abteil eines Zuges von einem Ende Chinas zum anderen \u2013 ob das eine intelligente Idee war, bezweifelte ich ehrlich gesagt ein wenig, als ich vor ein paar Tagen alleine am Bahnhof von Kashgar stand &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/08\/05\/einmal-durch-ganz-china-in-73-stunden\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":886,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,114,164,65,138],"tags":[375,55116,55118,55114,672,55119,395],"class_list":["post-879","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-freiwillige","category-freiwilligenarbeit","category-kulturweit","category-reise","tag-beijing","tag-hartseater","tag-herausforderung","tag-kashgar","tag-projekt","tag-pruefung","tag-zug"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/879"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=879"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/879\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/media\/886"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=879"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=879"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=879"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}