{"id":671,"date":"2013-05-17T15:53:13","date_gmt":"2013-05-17T13:53:13","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/?p=671"},"modified":"2013-06-24T10:40:54","modified_gmt":"2013-06-24T08:40:54","slug":"ein-unerwarteter-neuer-freund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/05\/17\/ein-unerwarteter-neuer-freund\/","title":{"rendered":"Ein unerwarteter neuer Freund"},"content":{"rendered":"<p><!--[if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">In all den Monaten, die ich mittlerweile in China verbracht habe, durfte ich Freunde aus allen Ecken und Enden der Welt kennenlernen. Obwohl ich einen gro\u00dfen Teil meiner Zeit hier an der Wuhan Universtity Attached Middle School verbringe, sind nur wenige von ihnen tats\u00e4chlich Sch\u00fcler an meiner Schule. Das mag wohl einerseits daran liegen, dass ich meine Sch\u00fctzlinge zwar wirklich ins Herz geschlossen habe, aber die meisten wohl noch ein bisschen zu jung sind, um meine Interessen zu teilen \u2013 sicherlich w\u00e4re es nicht gerade die prestigetr\u00e4chtigste Idee, ein paar von ihnen mal dem Kulturaustausch halber auf ein Bierchen in eine Bar einzuladen! Andererseits gibt es zwar genug High School Sch\u00fcler beinahe in meinem Alter, doch die meisten wagen nicht, ihre Englischkenntnisse vor dem Laowai unter Beweis zu stellen, um ihr Gesicht zu wahren. Nebenbei gew\u00e4hren ihnen die intensiven Vorbereitungen auf das \u201eGaokao\u201c (das chinesische Abitur) nicht allzu viel Freizeit, um diese mit dem ausl\u00e4ndischen Lehrer totzuschlagen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Ein Sch\u00fcler schien sich allerdings vorgenommen zu haben, mir das Gegenteil zu beweisen \u2013 f\u00fcr jede Regel gibt es eben bekanntlich eine Ausnahme. Vor ein paar Wochen hatte ich beschlossen, mich an einem<span>\u00a0 <\/span>Samstagnachmittag in den Pausenhof zu setzen und in der herrlichen Sonne ein paar Zeichnungen anzufertigen. Wie gewohnt herrschte trotz der eigentlich freien Tage reges Treiben auf dem Gel\u00e4nde. Man b\u00fcffelte flei\u00dfig f\u00fcr das Gaokao, nahm Nachhilfestunden, traf sich zum Basketball, Fu\u00dfball oder Tischtennisspielen oder genoss ebenfalls mit einem Eis in der Hand das sommerliche Wetter. W\u00e4hrend ich hochkonzentriert vor mich hin skizzierte, lie\u00df mich pl\u00f6tzlich ein leicht aufgeregt klingendes: \u201eHey, may I sit down here and look at your drawings?\u201c aufsehen. Vor mir stand ein High School Sch\u00fcler, den ich vorher noch nie gesehen hatte (was bei einer so gro\u00dfen Schule ja auch nicht weiter verwunderlich ist) und nat\u00fcrlich hatte ich nichts dagegen, dass er sich meine etwas ungelenken Kritzeleien ansah. Als wir ins Gespr\u00e4ch kamen, stellte sich schnell heraus, dass so etwas wie chinesische Namensvettern waren \u2013 Wang Kai teilte das zweite Schriftzeichen seines Namens mit<span>\u00a0 <\/span>dem, das ich mir ausgesucht hatte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Am Rande bemerkt kann ich \u00fcbrigens von Gl\u00fcck sagen, dass sich \u201eKai\u201c ganz wunderbar ins Chinesische \u00fcberf\u00fchren l\u00e4sst. Andere mussten daf\u00fcr eine etwas l\u00e4ngere Sinnfindungs-Suche durchmachen als ich. Wenn man seinen Namen schlicht Silbe f\u00fcr Silbe in \u00e4hnlich klingende chinesische Worte umsetzt, kommt dabei n\u00e4mlich meistens ziemlicher Schwachsinn heraus. So besuchte meinen Kurs an der Universit\u00e4t zum Beispiel eine kenianische Studentin, die es tats\u00e4chlich geschafft hatte, \u201eHe Ma\u201c zu hei\u00dfen. Entweder hatte die Gute einen Hang zur Selbst-Ironie oder der Chinese, der ihr bei der Namensgebung geholfen hatte, hatte sich einen \u00fcblen Scherz erlaubt, denn \u201eHe Ma\u201c bedeutet \u00fcbersetzt \u201eNilpferd\u201c. Meistens ist es deshalb ratsam, sich vom urspr\u00fcnglichen Klang des eigenen Namens etwas zu entfernen \u2013und sich vor allem einen vertrauensw\u00fcrdigen Berater zur Seite zu ziehen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Wie ich bereits in einem anderen Artikel angedeutet habe, kann es aber auch umgekehrt zu recht am\u00fcsanten Ergebnissen f\u00fchren, wenn sich Chinesen einen westlichen Namen zulegen. Einige l\u00f6sen sich dabei komplett von ihrem urspr\u00fcnglichen Namen und greifen einfach tief in die Kiste der ber\u00fchmten Pers\u00f6nlichkeiten oder dramatisch klingenden Worte. <span>\u00a0<\/span>Da reicht die Liste von Vorbildern wie \u201eAdele\u201c oder \u201eSchweinsteiger\u201c \u00fcber \u201eSonnenschein\u201c und \u201eStarlight\u201c bis hin zu \u201eAslan\u201c oder \u201eSulky\u201c (was so viel hei\u00dft wie \u201eschwabbelig\u201c \u2013 nicht eben dramatisch, aber um ehrlich zu sein ziemlich akkurat).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Wang Kai hatte sich jedenfalls noch keinen westlichen Namen ausgesucht, dennoch war ich von seinen Sprachkenntnissen einigerma\u00dfen beeindruckt, sodass wir uns lange mehr auf Englisch als auf Chinesisch unterhielten. Das Ganze endete schlie\u00dflich damit, dass Wang Kai mich f\u00fcr den darauf folgenden Sonntag zum Abendessen einlud, als es f\u00fcr mich Zeit wurde, zu einem Billard-Match mit Flo, David und ein paar anderen aufzubrechen. Das \u00fcberraschte mich zugegebenerma\u00dfen ein wenig, denn ich hatte zwar schon einige sch\u00f6ne Abende bei anderen chinesischen Freunden verbracht, aber ein Sch\u00fcler hatte <span>\u00a0<\/span>mich noch nie eingeladen. Nat\u00fcrlich nahm ich das Angebot trotzdem mit Freuden an und so trafen wir uns eine Woche sp\u00e4ter am selben Ort wieder.<\/p>\n<div id=\"attachment_672\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0937.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-672\" class=\"size-medium wp-image-672\" alt=\"Mein Shifu\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0937-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0937-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0937-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0937.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-672\" class=\"wp-caption-text\">Mein Shifu<\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal\">Anstatt gleich zu Wang Kais Wohnung zu fahren, wurde ich erst einmal zu einer Runde Billard herausgefordert. Leider wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich nicht halbwegs so talentiert war, wie er sich das vorgestellt hatte. Zwar hatte ich das Spiel wirklich lieben gelernt, aber die paar Abende voller versehentlich versenkter schwarzer Kugeln und abrutschenden Queues hatten nicht wirklich einen Meister aus mir gemacht. Nach einigen haushohen Niederlagen beschloss der Sch\u00fcler schlie\u00dflich, mein Lehrer zu werden \u2013 und wie sich herausstellte, konnte er das sogar ziemlich gut. Zwei Stunden sp\u00e4ter gelang es mir (gelegentlich), eine Strategie erfolgreich in die Tat umzusetzen und gewann sogar das letzte Spiel (was \u00fcberhaupt nicht daran lag, dass mich Wang Kai absichtlich gewinnen lie\u00df, damit ich mein Gesicht nicht verliere).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Ziemlich selbstzufrieden schlenderte ich daraufhin mit meinem neuen Shifu zur\u00fcck zum Wohnheim, um noch ein paar Dinge aus meiner Wohnung zu holen. W\u00e4hrend ich dort meinen Rucksack packte, wurde ich Zeuge eines ziemlich am\u00fcsanten Spektakels: Wang Kai schien so fasziniert von meinem angeblich unglaublich westlich eingerichteten Zimmers, dass er begann, Bilder von allen m\u00f6glichen Dingen zu schie\u00dfen, die mir nie ein Foto wert gewesen w\u00e4ren: meine M\u00fcsli-Packung, meine Ahoj-Brause-Packungen, Schokolade und sogar meine Spr\u00fch-Deo-Dose (versteht mich nicht falsch, ich hab mich \u00fcber die jede einzelne dieser Gr\u00fc\u00dfe aus Deutschland riesig gefreut, aber Erinnerungsfotos brauche ich davon auch wieder nicht). Wenn ich es mir allerdings recht \u00fcberlege, muss ich doch feststellen, dass man dieses Verhalten mitnichten als seltsam bewerten darf. Bilder von allen kleinen und gro\u00dfen Neuentdeckungen schie\u00dfen \u2013 das kommt mir doch irgendwie selbst ziemlich bekannt vor, vor allem wenn ich an die ersten Wochen zur\u00fcckdenke. Mittlerweile w\u00fcrde ich das Huhn, das mit dem Fu\u00df an der Laternenpfosten angebunden ist oder dem Mann, der neben seinem T\u00f6chterlein noch drei f\u00fcnf riesige Pakete auf seinem Elektro-Roller balanciert kaum noch wahrnehmen, doch vor ein gar nicht allzu langer Zeit sah das noch ganz anders aus.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Gelegenheit, selbst wieder einmal die Kamera zu z\u00fccken, erhielt ich dennoch, als wir endlich bei Wang Kais Zuhause angelangten. Die D\u00e4mmerung hatte sich bereits \u00fcber Wuhan gelegt, aber die Stra\u00dfe war noch erf\u00fcllt von Leben. Kinder rannten auf den Stufen zu den kleinen Wohnungen umher, gegrillter Bacon brutzelte auf dem Grill und zahlreiche Menschen hatten sich versammelt, um nach der Arbeit ein ordentliches Mahl oder ein paar Gl\u00e4ser Bai Jiu in der warmen Nacht zu genie\u00dfen. Unser Abendessen lie\u00df noch ein wenig auf sich warten, da Wang Kais Eltern selbst ein Restaurant besa\u00dfen und noch damit besch\u00e4ftigt waren, alle Kunden zu bedienen. Genug Zeit f\u00fcr den Sch\u00fcler, ein zweites Mal an diesem Tage mein Lehrer zu werden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Dieses Mal gab er mir eine Einf\u00fchrung in die chinesische Kalligrafie, eine hohe Kunst, die ich schon immer einmal ausprobieren wollte. Und wieder einmal \u00fcbersch\u00e4tzte ich mich gnadenlos. Nein, gut zeichnen zu k\u00f6nnen bedeutet nicht automatisch, dass man zu einer Karriere als Kalligraf pr\u00e4destiniert ist. Ich fand sehr schnell heraus, dass mehr dazu geh\u00f6rte als nur eine h\u00fcbsche Handschrift, um die \u201eVier Sch\u00e4tze des Gelehrtenzimmers\u201c, Schreibpinsel, Stangentusche, Reibstein und Papier richtig zu benutzen. F\u00fcr mich erwies es sich bereits als kleine Herausforderung, den Pinsel richtig zu halten, ohne mir einen Krampf im Unterarm zuzuziehen. <span>\u00a0<\/span>W\u00e4hrend Wang Kai jeden perfekt gezogenen Strich zu einem wundersch\u00f6nen Zeichen vereinigte, resultierten meine Versuche, ihn zu imitieren, immer wieder in deformierten Kr\u00fcppeln.<\/p>\n<div id=\"attachment_673\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0941.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-673\" class=\"size-medium wp-image-673\" alt=\"Nur nicht die Konzentration verlieren!\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0941-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0941-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0941-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0941.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-673\" class=\"wp-caption-text\">Nur nicht die Konzentration verlieren!<\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal\">Selbst als ich endlich dachte, langsam den Bogen rauszuhaben, zeigte sich mein Shifu als nicht gerade beeindruckt mit meiner Arbeit, weil ich einfach nicht \u201ein Ordnung\u201c war \u2013 und das ist schlie\u00dflich die wichtigste Grundlage! Das bedeutet nicht nur, die Strichfolgen in der richtigen Reihenfolge zu Papier zu bringen, sondern auch, mit sich selbst und der Umgebung im Reinen zu sein, bevor man zum Pinsel greift. Langsam begann ich zu verstehen, warum Wang Kai seit fr\u00fchester Kindheit ge\u00fcbt hatte, um sein Talent zu perfektionieren.<span>\u00a0 <\/span>Wenn man sich wirklich ernsthaft dem Studium der Kalligrafie hingeben m\u00f6chte, orientiert man sich auf der Suche nach dem eigenen Stil \u00fcbrigens meisten zuerst an den gro\u00dfen, alten Meistern und versucht, deren Werke so genau wie m\u00f6glich zu kopieren. Da ich mich mit denen zu so sp\u00e4ter Stunde lieber nicht mehr messen wollte, zeigte ich Wang Kai lieber, dass sich der Pinsel auch wunderbar eignete, um Kalligrafie in lateinischer Schrift hervorzubringen.<\/p>\n<div id=\"attachment_675\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0951.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-675\" class=\"size-medium wp-image-675\" alt=\"Zwei hart arbeitende K\u00f6che\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0951-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0951-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0951-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0951.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-675\" class=\"wp-caption-text\">Zwei hart arbeitende K\u00f6che<\/p><\/div>\n<p class=\"MsoNormal\">Von all den Errungenschaften begann mein Magen langsam ganz sch\u00f6n zu knurren. Gl\u00fccklicherweise hatten Wang Kais Eltern gerade damit angefangen, unser Abendessen vorzubereiten. In der kleinen K\u00fcche des Restaurants arbeiteten die beiden hart, um f\u00fcr uns ein reichhaltiges Men\u00fc zu zaubern. Innerhalb von gerade einmal zehn Minuten landete ein dampfender Topf nach dem anderen auf unserem Tisch. Da die Familie urspr\u00fcnglich aus der Sichuan-Provinz nach Wuha \u00fcbergesiedelt war, bef\u00fcrchtete ich schon, mir mal wieder ordentlich den Gaumen zu verbrennen, doch auch wenn ich den Schweinemagen etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig fand, entpuppte sich der Rest als wahrer Gaumenschmaus. Insbesondere der reichhaltig gew\u00fcrzte Fisch trug dazu bei, dass ich gar nicht so recht wusste, wie ich den Eltern meinen Dank aussprechen sollte, denn immerhin hatten die soeben jemanden gratis bekocht, den sie vorher noch nie getroffen hatten!<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Da es bereits ziemlich sp\u00e4t war, als wir unser Bankett beendeten, bot mir Wang Kai an, bei seiner Familie zu \u00fcbernachten \u2013 dem Himmel sei Dank, denn alleine h\u00e4tte ich den Weg nie aus der Wohnsiedlung zur Hauptstra\u00dfe gefunden! Ein leicht schlechtes Gewissen beschlich mich bei der Sache allerdings, als man mir einfach ein ganzes Zimmer \u00fcberlassen wollte. Da blieb bei einer Zweizimmerwohnung mit einer kleinen K\u00fcche und einem noch kleineren Bad nicht mehr allzu viel Platz f\u00fcr den Rest der Familie.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">So erlebte ich immerhin noch ein interessantes chinesisches Alltagsritual, das ich vorher noch nie gesehen hatte. Man nehme eine gro\u00dfe Sch\u00fcssel, gie\u00dfe siedend hei\u00dfes Wasser hinein und versuche dann nicht laut zu schreien, w\u00e4hrend man seine F\u00fc\u00dfe zehn Minuten lang darin versenkt. Nicht, dass ich noch nie in meinem Leben darauf gekommen w\u00e4re, mir die F\u00fc\u00dfe zu waschen, aber sie mir dabei beinahe zu versengen, h\u00e4tte ich ansonsten nicht als sonderlich kluge Idee erachtet. Dennoch bewies sich mal wieder, dass hei\u00dfes Wasser als chinesisches Allheilmittel Nummer 1 nicht nur als Getr\u00e4nk wahre Wunder wirken kann, zumindest wenn man darauf vertraut, dass man sich nicht die Zehen garkocht. Danach beschloss ich sogar, dieses h\u00fcbsche kleine Ritual ebenfalls in meine t\u00e4gliche Routine aufzunehmen \u2013 denn nach einem langen Tag wirkt das erfrischender und entspannender, als man denkt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Nach dem heutigen langen Tag erschien mir selbst das original brettharte chinesische Bett wie eine Wohltat. Mein letzter Gedanke, bevor mich die M\u00fcdigkeit vollends \u00fcbermannte: man lernt einfach nie aus. Jede neue Bekanntschaft kann dazu beitragen, die andere Kultur besser zu verstehen und neue Erfahrungen \u00fcber die Eigenheiten des Landes zu sammeln, egal wie lange man sich schon dort aufh\u00e4lt!<\/p>\n<div id=\"attachment_674\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0948.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-674\" class=\"size-full wp-image-674\" alt=\"Schreiben verbindet!\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0948.jpg\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0948.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0948-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/05\/SAM_0948-400x300.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-674\" class=\"wp-caption-text\">Schreiben verbindet! Eine chinesische Weisheit links in ihrer Originalsprache, rechts in meiner vagen deutschen \u00dcbersetzung<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In all den Monaten, die ich mittlerweile in China verbracht habe, durfte ich Freunde aus allen Ecken und Enden der Welt kennenlernen. 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