{"id":53,"date":"2012-09-13T03:52:07","date_gmt":"2012-09-13T01:52:07","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/?p=53"},"modified":"2012-10-25T12:08:37","modified_gmt":"2012-10-25T10:08:37","slug":"lets-go-to-the-mall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2012\/09\/13\/lets-go-to-the-mall\/","title":{"rendered":"Let&#8217;s go to the Mall!"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_57\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0779.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-57\" class=\"size-medium wp-image-57\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0779-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0779-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0779-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0779.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-57\" class=\"wp-caption-text\">Abendliche Tanzstunden im Pavillon<\/p><\/div>\n<p>Langsam neigt sich der Sonntag dem Ende zu und die laue Sommernacht ist bereits \u00fcber Wuhan hereingebrochen. Daran, dass man vielleicht langsam ins Bett gehen k\u00f6nnte, denkt allerdings keiner. Gerade sitze ich in einem ausladenden S\u00e4ulenrund auf dem Campus der Wuhan University, das zum Schauplatz von allerlei Aktivit\u00e4ten geworden ist. W\u00e4hrend im Astwerk der umliegenden B\u00e4ume die Grillen zirpen, herrscht hier noch reges Treiben. Ein St\u00fcckchen von mir entfernt steht ein Student, der auf der Gitarre vermutlich ein paar Wuhanner Evergreens improvisiert, was mich angenehm an unser Vorbereitungsseminar erinnert. F\u00fcr den gewohnt lebhaften Ger\u00e4uschpegel sorgen einige Kinder, die unter den wachsamen Augen ihrer Eltern auf Fahrr\u00e4dern \u00fcber den Platz d\u00fcsen, sich mit blinkenden Spritzpistolen verfolgen oder am\u00fcsiert quiekend haarscharf an mir vorbei \u00fcber die Steinb\u00e4nke springen. Lachend rennt eine junge Mutter ihrem inlineskatenden T\u00f6chterlein hinterher und beinahe stolpern sie dabei \u00fcber einen Dreij\u00e4hrigen, der eingehend eine winzige Hund-Meerschweinchen-Kreuzung inspiziert. Mir wird ein bisschen wehleidig zumute, als ich daran denke, wie schnell jene unbeschwerte Zeit f\u00fcr die Kinder ein Ende findet. Denn wie mir das Lesen in den deutschen Tageb\u00fcchern meiner Sch\u00fcler gezeigt hat, sind die Hausaufgaben in Deutschland ein schlechter Witz gegen das, was die Jugendlichen hier t\u00e4glich erwartet.<br \/>\nInteressiert schauen mir zwei kleine Jungen \u00fcber die Schulter in den Bildschirm, nichtwissend, dass ich gerade \u00fcber sie schreibe. Mittlerweile hat sich eine ganze Studentengruppe eingefunden, die das S\u00e4ulenrund als B\u00fchne f\u00fcr ihren Tanzkurs nutzt. Zuerst sind sie die einzigen, die noch etwas sch\u00fcchtern die Grundschritte des langsamen Walzer \u00fcben. Als dann jedoch die ersten Takte aus einem mitgebrachten Ghettoblaster erklingen, gesellen sich in Sekundenschnelle auch mehrere \u00e4ltere Paare zu der Tanzgesellschaft und fliegen breit grinsend in ge\u00fcbten Schritten an mir vor\u00fcber. Memo an mich selbst: n\u00e4chstes Wochenende muss ich unbedingt fr\u00fcher mit Reflektieren beginnen, damit ich mich abends ebenfalls zu den T\u00e4nzern gesellen kann. Womit wir endlich beim Thema w\u00e4ren. Hinter mir liegen n\u00e4mlich einige sehr interessante Tage, die es unbedingt zu reflektieren gilt.<\/p>\n<p>Tja, aber die hatten soeben noch ein bisschen zu warten. Inzwischen ist n\u00e4mlich eine Stunde vergangen, weil ich doch noch ein paar spontane Tanzstunden genommen habe. Dabei hat sich \u00fcbrigens herausgestellt, dass die da \u00fcberhaupt keinen Walzer, sondern einen sogenannten \u201eThree-Step\u201c getanzt haben. Den Grundschritt beherrsche ich mittlerweile trotz chinesischer Anleitung ganz gut, \u00fcbermorgen geht es dann weiter mit den etwas aufw\u00e4ndigeren Figuren. Meine so geschickt eingef\u00e4delte \u00dcberleitung zur Reflektion ist nun zwar dahin, aber den Spa\u00df war es mir definitiv wert.<\/p>\n<p>Jedenfalls kann ich heute auf drei tolle Tage zur\u00fcckblicken, deren jeweilige H\u00f6hepunkt sich, wie der Titel bereits vermuten l\u00e4sst, gr\u00f6\u00dftenteils in Shoppingmalls abgespielt haben. Meine Einkaufszentrum-Erlebnisse begannen am Donnerstagabend, als ich zusammen mit Lincoln (oder Mr. President, wie ich ihn lieber nenne), einem Englisch-Lehrer, aufbrach, um ein paar Klamotten einzukaufen. Kaum auf der Stra\u00dfe angekommen, wurden wir bereits von einem typischen Szenario empfangen: Menschenmassen, durch die sich laut hupend einige Motorbikes man\u00f6vrieren, eine vollkommen verstopfte Stra\u00dfe zur Rush-Hour, die einen L\u00e4rmpegel erzeugt, bei der jeder vorbeifliegende D\u00fcsenjet vor Neid erblassen w\u00fcrde und zu beiden Seiten schwitzende Bauarbeiter, die daf\u00fcr sorgen, dass Wuhan noch weiter in die H\u00f6he w\u00e4chst. Eine besondere Herausforderung erwartete uns aber erst beim \u00dcberqueren der Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke, an deren Zugang Mitglieder einer chinesischen Minderheit ihre gegrillten Lammspie\u00dfe verkauften. Diese Leute haben n\u00e4mlich die interessante Angewohnheit, nichtsahnenden Passanten mit einem F\u00e4cher den grauschwarzen Rauch ihres Kohlegrills ins Gesicht zu pusten. Ob sie das tun, um mit ihren Kollegen an der n\u00e4chsten Br\u00fccke per Rauchzeichen zu kommunizieren oder weil sie insgeheim all ihre Lammspie\u00dfe f\u00fcr sich behalten wollen, wei\u00df ich bis heute nicht. Jedenfalls werden sie wohl so schnell auch nicht damit aufh\u00f6ren, weil sie als Minderheit unter gesetzlichem Schutz stehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_77\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/Baoze.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-77\" class=\"size-medium wp-image-77\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/Baoze-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/Baoze-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/Baoze-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/Baoze.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-77\" class=\"wp-caption-text\">Baoze in allen Variationen &#8211; man beachte vor allem die in Form eines Teddyb\u00e4rs!<\/p><\/div>\n<p>Nach diesem weniger begl\u00fcckenden Erlebnis war ich daraufhin froh, die Mall zu betreten und dort endlich wieder frei atmen zu k\u00f6nnen. Die ersten entspannten Atemz\u00fcge blieben mir beim Anblick der stattlichen Preise in den exquisiten Gesch\u00e4ften aber leider im Halse stecken, sodass wir uns darauf einigten, erst einmal etwas Essbares zu finden. In der obersten Etage mussten wir auch gar nicht lange suchen, weil sich dort praktisch ein Restaurant neben das andere reihte. Linc fragte mich h\u00f6flicherweise, auf was ich denn Lust h\u00e4tte, allerdings fand ich es ziemlich schwer, die Frage zu beantworten, da ich nach vier Tagen in Wuhan noch keinen allzu gro\u00dfen \u00dcberblick \u00fcber das lokale Speisenangebot hatte. Deshalb entschieden wir uns letztendlich f\u00fcr ein Restaurant, wo man die verschiedensten Dinge einfach vom Buffet ausw\u00e4hlen und sich zubereiten lassen konnte. Nach einem zehnmin\u00fctigen, h\u00f6chst intensiven Auswahlprozess wurden mir schlie\u00dflich wieder einmal die Vorz\u00fcge der chinesischen Esskultur zuteil, die man meiner Meinung nach auch gerne in Deutschland einf\u00fchren d\u00fcrfte. Hier bestellt n\u00e4mlich niemand f\u00fcr sich allein, stattdessen werden grunds\u00e4tzlich mehrere Speisen angerichtet, von denen jeder so viel auf sein Tellerchen schaufeln kann, wie er m\u00f6chte. Dabei wird nat\u00fcrlich kostenlos das Teeglas aufgef\u00fcllt, sobald man die Hand hebt und mit leicht n\u00f6rgelnder Stimme \u201eFuwuyuan!\u201c ( also \u201eKellner!\u201c) br\u00fcllt. Nach dem reichhaltigen Abendschmaus kann ich \u00fcbrigens besonders die ber\u00fchmten Baoze empfehlen. Das sind runde Teigtaschen, die mit allerhand Zeug vollgestopft werden, das man zwar wie bei einer Maultasche von au\u00dfen nicht sieht, aber verdammt lecker schmeckt. In unserem Fall hat man es sogar geschafft, ein wenig Suppe in die Baoze zu f\u00fcllen. Wie das gehen soll, ist mir allerdings ein R\u00e4tsel.<br \/>\nDer einzige Nachteil an der ganzen Sache war jedoch, dass wir uns am Ende selbst so vollgestopft und kugelrund wie zwei Baoze f\u00fchlten und sich deshalb unsere Shopping-Laune eher in Grenzen hielt (vermutlich h\u00e4tte ich sowieso nicht mehr in meine normale Kleidergr\u00f6\u00dfe gepasst). Also flanierten wir einfach faul und zufrieden durch eine Etage nach der anderen und unterhielten uns angeregt \u00fcber amerikanische und japanische Fernsehserien und wie man am besten an sie herankommt. Da die Gema noch keine Au\u00dfenstelle in China besitzt, geht das hier gl\u00fccklicherweise kosten- und problemlos im Internet. Trotz der spannenden Gespr\u00e4che und meiner nicht gerade ausgepr\u00e4gten Multitaskingf\u00e4higkeit entdeckte ich w\u00e4hrend unseres Spaziergangs noch einige andere auff\u00e4llige Dinge.<\/p>\n<p>Beispielsweise ein flaches, \u00fcber und \u00fcber mit Goldfischen gef\u00fclltes Aquarium, in dem kleine Kinder erfreut mit Keschern herumfuhrwerkten. Was ins Netz ging, wurde entweder umgehend zur\u00fcckgeworfen (leider nicht immer ins Aquarium, sondern gelegentlich auch auf den Boden), genauestens untersucht oder in einen Beutel gepackt. Nat\u00fcrlich wollte sich sofort der Tiersch\u00fctzer in mir zu Worte melden, aber da im selben Moment mein Magen vermeldete, dass er gerade dabei war, ein paar frittierte Fischchen zu verdauen, hielt ich lieber die Klappe. Von Klappe halten schienen dagegen die Angestellten der Model\u00e4den noch nichts geh\u00f6rt zu haben, denn die machten in einem Fort lautstark f\u00fcr ihre Angebote Werbung. Dass manche uns nicht gleich am Schlawittchen vor ihre neuste Modekreation gezerrt haben, kommt mir im Nachhinein beinahe verwunderlich vor. Bei den Preisen ist es aber auch weniger verwunderlich, dass die Schreih\u00e4lse ganz sch\u00f6n die Werbetrommel r\u00fchren m\u00fcssen, um Kunden zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Gelegenheit, mich an diese eher offensiven Marketing-Methoden zu gew\u00f6hnen, bot sich mir dann gleich am folgenden Tag. Freitagabend hatte ich mich n\u00e4mlich, sozusagen als Belohnung f\u00fcr die letzten drei Unterrichtsstunden der Woche mit Anna und ihrer Freundin zum n\u00e4chsten Shoppingversuch verabredet. Anna werde ich \u00fcbrigens ab jetzt bei ihrem richtigen chinesischen Namen, Jiao Jiao, nennen, denn den habe ich mir trotz Datenengpass in meinem Namensged\u00e4chtnis endlich gemerkt. Jiao Jiao und Hui Su nahmen mich also zu einem Geb\u00e4ude mit, dass den Namen Shopping-Mall eigentlich gar nicht mehr verdient. Passender w\u00e4re eher Perfektes Powershopping-Paradies und weil ich ja auf pr\u00e4gnante Abk\u00fcrzungen stehe, werde ich es fortan mit der Bezeichnung PPP betiteln.<\/p>\n<div id=\"attachment_62\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0681.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-62\" class=\"size-medium wp-image-62\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0681-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0681-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0681.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-62\" class=\"wp-caption-text\">Das PPP in seiner ganzen knallbunten Pracht<\/p><\/div>\n<p>Je l\u00e4nger wir uns im PPP aufhielten, desto mehr abgefahrene Dinge entdeckte ich. Einerseits erwarteten uns nat\u00fcrlich die teuren Modeboutiquen, die in altbekannter Marktschreier-Manier beworben wurden, weiterhin reihte sich ein Ramsch-Laden an den anderen, aus dem uns\u00e4glich laute Musik drang, und auch Geschenkartikelshops schienen dort recht popul\u00e4r. Warum, w\u00fcrde ich sp\u00e4ter noch herausfinden. Richtig spannend wurde die Sache aber erst in den oberen Stockwerken des runden, nach innen zum Himmel ge\u00f6ffneten Bauwerks. Hier bemerkte ich n\u00e4mlich pl\u00f6tzlich, dass ich trotz der schw\u00fclwarmen Au\u00dfentemperatur fr\u00f6steln musste. Als Ursache dessen entpuppte sich schlie\u00dflich eine riesige Eislaufhalle, in der man durch breite Glasscheiben zahlreiche P\u00e4rchen ihre Pirouetten drehen sah. Ich w\u00e4re nat\u00fcrlich sofort mit aufs Eis gegangen, aber weil meine beiden Ladies von der Idee eher wenig begeistert waren, musste ich mir das f\u00fcr einen anderen Tag aufsparen.<br \/>\nDoch die n\u00e4chste Attraktion lie\u00df nicht lange auf sich warten und pr\u00e4sentierte sich in Form eines Lochs in der Wand. Auf mein verwundertes Fragen hin stellte sich dann heraus, dass es sich dabei um eine Art Indoor-Geistertunnel handelte. Leider hatten meine Begleiterinnen auch darauf keine Lust oder eher keine Nerven, weswegen ich abermals unverrichteter Dinge weiterzog. Memo an mich selbst: n\u00e4chstes Mal unbedingt mit ebenso netten, aber etwas abenteuerlustigeren Leuten herkommen!<\/p>\n<div id=\"attachment_58\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0684.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-58\" class=\"size-medium wp-image-58 \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0684-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0684-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0684.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-58\" class=\"wp-caption-text\">Ein Haufen Long Maos<\/p><\/div>\n<p>Jiao Jiaos Interesse weckte ich allerdings danach unverz\u00fcglich, als ich fasziniert ein M\u00e4dchen betrachtete, das einen Pl\u00fcsch-Totoro hinter sich herschleppte. F\u00fcr all jene, die dieses Etwas noch nicht kennen: Totoro ist eine Art riesenhafter, flauschiger Baumgeist, der der Feder eines meiner Meinung nach genialen japanischen Filmmachers entsprang und in einigen asiatischen L\u00e4ndern mehr Anh\u00e4nger hat als Micky Maus bei uns im Westen. In China wird der knuffige Riese \u00fcbrigens liebevoll \u201eLong Mao\u201c genannt, was so viel hei\u00dft wie \u201eDrachenkatze\u201c und sein Aussehen ganz gut zusammenfasst.<br \/>\nWenige Minuten sp\u00e4ter fand ich mich dann in einem Laden wieder, der sich tats\u00e4chlich fast ausschlie\u00dflich dem Verkauf von Totoros verschrieben hatte. Und das in allen Variationen: da gab es stattliche Kuscheltotoros in den verschiedensten Gr\u00f6\u00dfen, Totoro-Geldbeutel, Totoro-Taschen, Totoro-Kalender, Porzellan-Totoros und sogar Totoro-Nackenkissen mit eingebauter Massagefunktion. Nachdem ich mich einige Zeit an diesem g\u00f6ttlichen Kitsch erg\u00f6tzt hatte, brummte mein Magen irgendwann so laut wie ein Totoro-Massagekissen, sodass ich mich schweren Herzens wieder nach drau\u00dfen begab. Schlie\u00dflich wollten wir die Verk\u00e4ufer ja nicht zu der Vermutung kommen lassen, dass ich heimlich ein solches Kissen unter mein T-Shirt gesteckt haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise war das n\u00e4chste Restaurant (wie fast \u00fcberall in Wuhan) nicht weit entfernt. Beim Bestellen vertraute ich nat\u00fcrlich meinen Begleiterinnen, da ich auf der Karte nur per Zufallsprinzip zu etwas Essbarem gekommen w\u00e4re. W\u00e4hrend Whitney Houston \u00fcber uns aus voller Kehle aus dem Lautsprecher pl\u00e4rrte, wurde ich nach einiger Zeit allerdings trotzdem ein wenig misstrauisch. Denn Jiao Jiao und Hui Sun lie\u00dfen bei der Kellnerin ein Gericht nach dem anderen aufschreiben und wollten gar nicht mehr damit aufh\u00f6ren, mich nach weiteren Dingen zu fragen, die ich gerne mag. Umso gespannter wartete ich anschlie\u00dfend, welch himmlisches Buffet uns da wohl aufgetischt werden w\u00fcrde. Letztendlich aber war alles, was wir erhielten, eine gro\u00dfe Sch\u00fcssel, in dem alle m\u00f6glichen Dinge zu einem etwas un\u00fcbersichtlichen, aber sehr delikaten Durcheinander vermengt waren. Auch gut. Die M\u00e4dels hatten demnach nicht tr\u00f6lftausend verschiedene Speisen beordert, sondern nur die Zutaten f\u00fcr dieses beeindruckende Endprodukt, bei dessen Anblick jeder deutsche Bauerntopf vor Ehrfurcht eingebrannt w\u00e4re. Zu gerne h\u00e4tte ich euch ein Bild davon gezeigt, leider hat sich meine Kamera mal wieder selbstst\u00e4ndig gemacht und das Foto dank irgendeines Dateifehlers unbrauchbar gemacht. Ich kann jedenfalls garantieren, dass das meiste, was ich aus der Sch\u00fcssel fischte, tats\u00e4chlich himmlisch gut und zugleich h\u00f6llisch scharf geschmeckt hat. Bei Jiao Jiaos Aussage \u201eWir haben es extra nicht zu scharf bestellt\u201c konnte ich mir nach einiger Zeit nur noch m\u00fcde l\u00e4chelnd den Schwei\u00df von der Stirn wischen und tapfer zum n\u00e4chsten Tintenfischarm greifen.<\/p>\n<p>Den Rest des Abends h\u00e4tte ich am liebsten mit Verdauen verbracht, aber Jiao Jioa und Hui Su hatten bereits andere Pl\u00e4ne. Weil es unter Chinesen sehr beliebt ist, sich gegenseitig kleine Pr\u00e4sente zu machen, wurde mir alsbald bewusst, wof\u00fcr man die hundert Geschenkartikelshops brauchte. Die beiden Damen wollten mir n\u00e4mlich unter allen Umst\u00e4nden noch etwas Nettes kaufen, was dann bedeutete, einen Ramschladen nach dem anderen abzuklappern. Am Ende kehrte durfte ich schlie\u00dflich mit einem Sto\u00df h\u00fcbscher Postkarten und zwei Sprichwort-H\u00f6lzern von dannen ziehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_60\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0690.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-60\" class=\"size-medium wp-image-60 \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0690-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0690-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0690-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0690.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-60\" class=\"wp-caption-text\">Fast fangfrischer Wuchang Yu<\/p><\/div>\n<p>Neuer Tag, neue Spezialit\u00e4tenverk\u00f6stigung. Mit dem gleichen Ensemble ging es am Samstag gleich mittags weiter zum n\u00e4chsten Restaurant in der N\u00e4he des East Lakes. Mittlerweile habt ihr euch sicher daran gew\u00f6hnt, dass ich gerne mal \u00fcbers Essen schreibe, da dies zweifelsohne auch beziehungsweise vor allem in China zu meinen Lieblingsbesch\u00e4ftigungen z\u00e4hlt. Deshalb m\u00f6chte ich abermals etwas mehr ins Detail gehen. Im Restaurant Nr. 3 des vergangenen Wochenendes lie\u00dfen sich gleich zwei lokale Besonderheiten genie\u00dfen. Einerseits probierte ich den karpfengro\u00dfen Wuchang Yu, ein Fisch, der seinen Namen von dem Distrikt hat, in dem ich wohne. Mir ist zwar schleierhaft, wie in der giftig gr\u00fcnen Br\u00fche, die am Fenster entlang floss, \u00fcberhaupt irgendetwas \u00fcberleben kann, aber seine \u00fcbelriechende Herkunft merkte man dem Tierchen in keinster Weise an. Das gute St\u00fcck schmeckte sogar \u00fcberraschend frisch und w\u00fcrzig. Ich hoffe allerdings, dass die W\u00fcrze von der So\u00dfe stammt, in der er gebraten wurde und nicht von der, in der er vermutlich aufgewachsen ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_59\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0689.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-59\" class=\"size-medium wp-image-59 \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0689-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0689-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0689-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0689.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-59\" class=\"wp-caption-text\">Ein Blumenstrau\u00df?<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_76\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0691.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-76\" class=\"wp-image-76 \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0691-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0691-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0691-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0691.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-76\" class=\"wp-caption-text\">Nein, Suppengr\u00fcn!<\/p><\/div>\n<p>Sei\u2019s drum, sehr gesund habe ich mich trotzdem ern\u00e4hrt. Die andere Spezialit\u00e4t, die man uns hier servierte, bestand n\u00e4mlich aus einem \u00e4u\u00dferst dekorativ angerichteten Haufen Gr\u00fcnzeug, den ich zuerst f\u00fcr eine etwas \u00fcbertrieben geratene Tischdekoration hielt. Als dann aber ein gro\u00dfer, brodelnder Suppentopf vor meiner Langnase platziert wurde, ging mir allm\u00e4hlich ein Licht auf. Die Kr\u00e4uter und Pilze warf man n\u00e4mlich in bestimmten Abst\u00e4nden in ebenjenen Kessel, wodurch allm\u00e4hlich ein wohlschmeckender Sud entstand. Das Ganze erinnerte zwar ein bisschen an Zaubertrankunterricht in Hogwarts, gestaltete sich jedoch um einiges am\u00fcsanter, weil mir meine Lehrerinnen bei einem Fehler selbstverst\u00e4ndlich nicht gleich die Speisekarte auf den Kopf donnerten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_70\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0694.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-70\" class=\"size-medium wp-image-70\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0694-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0694-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0694-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0694.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-70\" class=\"wp-caption-text\">Das Hauptgeb\u00e4ude des Museums<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_71\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0698.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-71\" class=\"size-medium wp-image-71 \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0698-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0698-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0698-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0698.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-71\" class=\"wp-caption-text\">Das Glockenspiel<\/p><\/div>\n<p>Gest\u00e4rkt und ohne Sch\u00e4delbruch machten wir uns anschlie\u00dfend auf den Weg zum Geschichtsmuseum, das wir zusammen besichtigen wollten. Einer der vielen Vorteile dieser Sehensw\u00fcrdigkeit bestand darin, dass man f\u00fcr den Spa\u00df nicht einmal zahlen musste. Bereits die Bauweise des Museums war durchaus sehenswert. Um zu den Ausstellungsst\u00fccken zu gelangen, \u00fcberquerten wir einen weitl\u00e4ufigen Platz, dessen Mitte ein sehr akkurat angelegter Gr\u00fcnstreifen mit einem Springbrunnen zierte. Zum Hauptgeb\u00e4ude stiegen wir dann eine imposante Steintreppe hinauf und konnten uns dann auf ganzen vier Stockwerken austoben. Zuerst widmeten wir unsere Aufmerksamkeit den Resultaten von Ausgrabungen an der Grabst\u00e4tte eines alten, m\u00e4chtigen Herrschers, den man mit allerhand Grabbeigaben versehen hatte. Nachdem wir seinen beeindruckend ehebettgro\u00dfen Sarkophag bestaunt hatten, lernten wir, dass man auf der Reise ins Jenseits offenbar unbedingt mit haufenweise Wein, dutzenden Dreifu\u00dfkesseln (die die Macht des Besitzers symbolisieren) und sogar bestenfalls mehreren Nachtt\u00f6pfen ausgestattet sein sollte. Sehr f\u00fcrsorglich, falls die Blase auf dem Weg dann doch mal anf\u00e4ngt, zu dr\u00fccken. Wof\u00fcr man dabei allerdings ein \u00fcberdimensionales Glockenspiel mit \u00fcber hundertf\u00fcnfzig riesigen Bronzeglocken brauchen sollte, ist mir bis heute nicht ganz klar. F\u00fcrs Handgep\u00e4ck waren die garantiert ein bisschen zu gro\u00df, aber vielleicht habe ich da ja auch etwas falsch verstanden, weil sich die englischen Beschreibungen auf den Lesetafeln teilweise eher als verwirrend erwiesen.<\/p>\n<div id=\"attachment_69\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0703.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-69\" class=\"size-medium wp-image-69\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0703-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0703-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0703-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0703.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-69\" class=\"wp-caption-text\">Der heilige Gral<\/p><\/div>\n<p>Aus diesem Grund konzentrierte ich mich bald mehr aufs Schauen als aufs Lesen, denn anzuschauen gab es ja mehr als genug. So inspizierten wir beispielsweise zahllose Porzellanarbeiten, die bewiesen, dass Porzellan seinen Ursprung und seine h\u00f6chste Bl\u00fctezeit tats\u00e4chlich in China gefunden hatte. Einerseits schien jede der unglaublich feingliedrigen Bemalungen ihre eigene Geschichte zu erz\u00e4hlen, andererseits waren einige der Ausstellungsst\u00fccke derart filigran gefertigt, dass man in deren Inneren die Muster auf der Au\u00dfenseite durchscheinen sah. Weiterhin sahen wir die versteinerten Gebeine der urzeitlichen Bewohner der Region Wuhan,den heiligen Gral und als eines der Herzst\u00fccke der Ausstellung das Schwert eines ber\u00fchmten Soldaten, welches so scharf sein soll, dass es ein vor\u00fcberfliegendes Haar ohne jegliche Bewegung zu zerteilen vermag. \u00c4u\u00dferst sehenswert war meiner Meinung nach dar\u00fcber hinaus aber auch die Vorgehensweise, die manche Museumsbesucher beim Besichtigen an den Tag legten. Ich m\u00f6chte sie im Folgenden kurz erl\u00e4utern.<\/p>\n<ol>\n<li>Man nehme die Kamera des aufklappbaren Handys und betrete damit im Stechschritt einen Ausstellungsraum.<\/li>\n<li>Man stelle sich vor eine Vitrine, schie\u00dfe ein wunderbar \u00fcberbelichtetes Foto von einem Ausstellungsst\u00fcck und renne dann umgehend weiter zum n\u00e4chsten Objekt ohne das vorhergehende genauer zu betrachten geschweige dem die Beschreibung zu lesen.<\/li>\n<li>Man wiederhole 2. systematisch im Sekundentakt mit jedwedem Ausstellungsst\u00fcck im Raum und knipse im Idealfall noch ein Portrait von dem \u00fcberrascht dreinblickenden Wachmann.<\/li>\n<li>Man stelle sich an den Ausgang, klicke sich durch seine erbeuteten Bilder und denke zufrieden: \u201eHach, genau so hat das Foto auf der Website des Museums auch ausgesehen!\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Naja, jedem das Seine. Mir pers\u00f6nlich w\u00e4re das sicherlich zu anstrengend gewesen, denn mein Hirn wird ja neuerdings sowieso st\u00e4ndig an die Grenzen seiner Aufnahmef\u00e4higkeit getrieben. Als ich diese Tagesgrenze erreicht zu haben glaubte, entschlossen wir uns zum Gl\u00fcck, unsere Expedition zu beenden und abermals das PPP zum Abendessen aufzusuchen.<\/p>\n<p>Zuvor allerdings musste ich noch eine weitere Herausforderung meistern. Und die kam in Form der Busfahrt, auf der wir noch eine weitere Freundin von Jiao Jiao abholen wollten. \u00c4hnlich wie die Betten scheinen vor allem die Doppelstockbusse nicht gerade auf Passagiere meiner Gr\u00f6\u00dfe ausgelegt zu sein. Weil das Fahrzeug zur Rushhour ohnehin unter hoffnungsloser \u00dcberf\u00fcllung litt, quetschte ich mich unbeholfen in den Eingangsbereich. Da dieser ein bisschen herabgesetzt war, musste ich hier wenigstens nicht bei jeder Unebenheit, \u00fcber die wir rumpelten, um eine Kollision meines Sch\u00e4dels mit der Decke f\u00fcrchten. Dummerweise sah ich mich aber an den Haltestellen der Gefahr ausgesetzt, von der pl\u00f6tzlich aufschwingenden T\u00fcr erschlagen zu werden. Zudem hatte ich durch die Frontscheibe perfekte Aussicht auf den uns\u00e4glichen Fahrstil des missgelaunten Fahrers, nennen wir ihn Ying Yan (das hei\u00dft so viel wie Adlerauge). Mehrmals trat mir der Angstschwei\u00df auf die Stirn, da ich bef\u00fcrchtete, gleich durch ebenjene Frontscheibe ins Heck des vorausfahrenden Autos geschleudert zu werden. Irgendwie schaffte es unser Ying Yan aber zum Gl\u00fcck immer, im letzten Moment eine kunstvolle Vollbremsung hinzulegen. Gutes Augenma\u00df. Mit Augenma\u00df hatte es allerdings nicht mehr viel zu tun, als wir laut hupend \u00fcber einen von Leuten \u00fcberquellenden Zebrastreifen rasten. Ich bin mir sicher, dass wir noch den Rockzipfel einer bed\u00e4chtigen alten Dame streiften, bevor es dann weiter an der n\u00e4chsten roten Ampel vorbei ging. Naja, aber das Missachten von Ampeln konnte man dem armen Ying Yan nicht wirklich ankreiden, weil das in Wuhan fast jeder macht. Ich glaube, man k\u00f6nnte viel Strom sparen, wenn man die Ampeln einfach abschaffen w\u00fcrde \u2013 einen gro\u00dfen Unterschied, was den Verkehrsfluss betrifft, h\u00e4tte das eh nicht zur Folge.<\/p>\n<p>Wie auch immer, das PPP erreichten wir schlie\u00dflich unfallfrei und ohne eine unfreiwillige Begegnung mit der Frontscheibe. Noch etwas wackelig auf den Beinen lie\u00df ich mich von meinen mittlerweile drei Begleiterinnen durch das zur Abendzeit gewohnt gut besuchte Kaufhaus navigieren. Die Wuhanner (und ich glaube, die meisten anderen Chinesen auch) lieben es n\u00e4mlich laut eigener Aussage, in netter Gesellschaft ohne Ziel an den hell erleuchteten Schaufenstern vorbei zu schlendern und sich unter fortw\u00e4hrendem Geschnatter gelegentlich ein P\u00e4uschen auf einer der vielen Sitzgelegenheiten zu g\u00f6nnen. Aber wer w\u00fcrde das nicht m\u00f6gen?<\/p>\n<p>Mir hat jene Art, den Abend zu verbringen, jedenfalls sehr gut gefallen, doch trotzdem war ich froh, als wir uns dann nach einiger Zeit dem Dinieren zuwandten. Daf\u00fcr nahmen wir einen bestimmten Aufzug in ein Stockwerk, das nur f\u00fcr einen ganz bestimmten Zweck ausgelegt war: Hot Pot essen. Und das schien eine sehr beliebte Besch\u00e4ftigung unter den Besuchern des PPP zu sein, denn als sich die Aufzugt\u00fcren \u00f6ffneten, erwartete uns bereits eine riesige Menschenansammlung, die darauf hoffte, bald einen hei\u00dfbegehrten Platz ergattern zu k\u00f6nnen. Die Zeit, bis wir ebenfalls zum Zug kamen nutzte ich zuerst, um mich mit einem freundlichen Studentenp\u00e4rchen bekanntzumachen, die beide bereits ein Jahr in den USA verbracht hatten. Ein bisschen beunruhigend wirkte zuerst auf mich, dass eine der ersten Fragen des Jungen lautete \u201eDo you smoke weed?\u201c. Es stellte sich jedoch heraus, dass er das nur wissen wollte, weil er mich zuerst f\u00fcr einen Holl\u00e4nder gehalten hatte und dar\u00fcber hinaus in Amerika an der mexikanischen Grenze gelebt hatte, wo man angeblich problemlos an solche Schabutzkis rankommt.<\/p>\n<div style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0747.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0747-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Gusteau&#8217;s<\/p><\/div>\n<p>Nachdem wir unsere E-Mail-Adressen ausgetauscht hatten, traten wir hinaus auf den Balkon des Restaurants,von dem aus man eine wunderbare Aussicht auf den im spanischen (oder eher kitschig spanisch\/italienisch\/s\u00fcdeurop\u00e4ischen) Stil angelegten Teil des PPPs hatte. Da unten standen sogar lebensgro\u00dfe Statuen von Stieren, Toreros und Flamengo-T\u00e4nzerinnen. Sehr originell. Au\u00dferdem entdeckte ich, dass Gusteau, der Sternekoch aus dem Pixar-Streifen Ratatouille hier ebenfalls eine Filiale er\u00f6ffnet hatte. Vielleicht werde ich mir die bei Gelegenheit mal ansehen und nachschauen, ob dort auch M\u00e4use (oder gar meine Kakerlakenfamilie?) in der K\u00fcche herumwirtschaften.<\/p>\n<div id=\"attachment_65\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0736.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65\" class=\"size-medium wp-image-65 \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0736-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0736-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0736-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0736.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-65\" class=\"wp-caption-text\">Der Hot Pot, meist in Form des Yin-Yang-Zeichens<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_66\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0746.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-66\" class=\"size-medium wp-image-66 \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0746-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0746-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0746-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0746.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-66\" class=\"wp-caption-text\">You Yu &#8211; vor und nach dem Kochen<\/p><\/div>\n<p>Vorerst freute ich mich aber auf den Hot Pot, der uns als Belohnung f\u00fcr eine halbe Stunde Warten endlich aufgetischt wurde. F\u00fcr jene, die noch nicht wissen, was man sich genau darunter vorstellen soll, erkl\u00e4re ich das Ganze kurz. Grunds\u00e4tzlich versteht man unter einem Hot Pot eine zweigeteilte Sch\u00fcssel mit zweierlei Arten hei\u00df blubbernder Suppe, die die st\u00e4ndig erhitzt wird. Eine H\u00e4lfte schmeckt angenehm w\u00fcrzig, die andere einfach nur schwei\u00dftreibend scharf, aber sehr lecker. In diesen Topf wirft man nun allerlei rohes Gem\u00fcse, Fleisch, Pilze oder sonstige Zutaten, die man zuvor ausgew\u00e4hlt hat und fischt diese wieder heraus, sobald sie gar sind. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund war wohl aus dem gestrigen Abendessen die Annahme hervorgegangen, ich esse nichts lieber als \u201eYou Yu\u201c, also Tintenfisch. Deswegen hatte mir Jiao Jiao vorsorglich gleich sechs ganze Tintenfische bestellt, die mich nun aus ihren toten Kameraaugen anglotzten. Zuckers\u00fc\u00df grinsend lie\u00df ich sodann einen nach dem anderen wahllos in die Br\u00fche fallen, in der Hoffnung, dass sie sich vielleicht aufl\u00f6sen w\u00fcrden. Falsch gedacht. Hilfsbereit, wie meine Freundinnen nun einmal sind, legten sie mir die Kopff\u00fc\u00dfer einfach in einem unaufmerksamen Moment auf den Teller. Das Gute an meinem Versuch, die Viecher loszuwerden, \u00e4h, zu kochen, bestand darin, dass sie danach auf ein Zehntel ihrer urspr\u00fcnglichen Gr\u00f6\u00dfe zusammengeschrumpft waren. Eigentlich sahen sie jetzt sogar ganz putzig aus, schmeckten allerdings trotzdem meiner Meinung wie scharf gew\u00fcrzter Fahrradreifen. Letztlich schwammen dann aber Ende dieses sch\u00f6nen Tages tats\u00e4chlich alle sechs You Yus in meinem Magen und ich hoffe innig, dass sie sich dort nicht festgesaugt haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_55\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0762.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-55\" class=\"size-medium wp-image-55\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0762-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0762-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0762-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0762.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-55\" class=\"wp-caption-text\">Der Eingang zur ersten Tempelhalle<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_56\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0775.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-56\" class=\"size-medium wp-image-56\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0775-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0775-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0775-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0775.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-56\" class=\"wp-caption-text\">Zwischen Tradition und Moderne<\/p><\/div>\n<p>Um mir noch den letzten Kultur-Overkill zu geben, ging es am n\u00e4chsten Tag munter weiter mit einer Besichtigung des daoistischen Tempel des Wuchang Districts. Dieses Mal aber machte ich mich mit meinen sehr gesch\u00e4tzten Wuhanner Mitfreiwilligen Flo, Simon und Philipp auf den Weg, wodurch wir flei\u00dfig Fotos schie\u00dfend sicher ein gutes Touristen-Bild abgaben. An einen innerst\u00e4dtischen Berg geschmiegt und vollkommen von modernen Hochh\u00e4usern eingerahmt, gab der Tempel wirklich ein beeindruckendes Bild ab. \u00dcber steinerne Treppenstufen stiegen wir von einem Haus zum n\u00e4chsten, den Finger nat\u00fcrlich immer in der N\u00e4he des Abzugs. Das Detailreichtum, das sich uns dort bot, ist in Worten kaum zu beschreiben. In den knalligsten Farben pr\u00e4sentierten sich uns aufw\u00e4ndige Holzverzierungen an W\u00e4nden und Giebeln, zahllose h\u00fcnenhafte und recht unzufrieden dreinblickende G\u00f6tterstatuen und fein gearbeitete Wandbeh\u00e4nge. In einer Halle fand gerade sogar eine Art Gottesdienst statt (ich bin mir nicht sicher, ob man das so nennen kann). In einer ewig langen Prozession schritten die umhangtragenden Frauen und M\u00e4nner w\u00fcrdevoll durch den Raum. Dabei gab die vorderste Dame durch ein Mikro einen sich st\u00e4ndig wiederholden Singsang vor, den die anderen sich stetig vor und zur\u00fcckwiegend nachsangen. Ganz im Takt \u00fcbrigens mit dem H\u00e4mmern der Bauarbeiter, die direkt nebenan flei\u00dfig ein Geb\u00e4ude einrissen. Ein wunderbares Sinnbild daf\u00fcr, wie nahe sich in China Tradition und Fortschritt stehen. Ebenfalls lustig anzusehen waren die S\u00e4ulen eines kleinen Unterstands, die mit schreiend knalligen Werbeplakaten f\u00fcr irgendein Softgetr\u00e4nk beklebt waren. Naja, aber warum sollte sich ein M\u00f6nch auch nicht von Zeit zu Zeit eine Cola genehmigen?<\/p>\n<p>Trotz der faszinierenden Einblicke in die Glaubensgemeinschaft der Daoisten mussten wir unseren Besuch einige Zeit sp\u00e4ter beenden, da es im Klostergarten dieselben kriegerischen Insektenschw\u00e4rme gab wie in meinem Zimmer. Praktischerweise hatte mir Chang Ge, die Englischlehrerin, zuvor ein kleines Fl\u00e4schen traditioneller chinesischer Medizin geschenkt, die nicht nur perfekt gegen Kopfweh wirkt, sondern auch Stechfliegen auf Distanz h\u00e4lt. Ich frage mich wirklich, warum es das nicht in Deutschland gibt. Flo hatte weniger Gl\u00fcck und nachdem er irgendwann seinen drei\u00dfigsten Stich z\u00e4hlte, hielten wir es f\u00fcr besser, lieber aufzubrechen.<\/p>\n<p>Auf dem Heimweg stellten Flo und ich fest, dass ich mir mein Taxi zu seiner Wohnung h\u00e4tte sparen k\u00f6nnen. Als wir n\u00e4mlich so auf der Stra\u00dfe entlang schlenderten, begannen die H\u00e4user pl\u00f6tzlich, mir immer bekannter vorzukommen, bis ich irgendwann merkte, dass ich bald zu Hause war. Die Taxifahrt zu Flo, bei der ich hilflos mit einem Wisch mit Flos Adresse vor der Nase des Taxifahrers herum gewedelt hatte, h\u00e4tte ich mir also getrost sparen k\u00f6nnen. Das war f\u00fcr mich gleichzeitig eine kleine Lektion dar\u00fcber, dass man sich hier lieber mehr als eine Meinung einholen sollte, wenn man nach dem Weg fragen will. Linc hatte mir\u00a0 erz\u00e4hlt, dass er nicht genau wei\u00df, wo Flos Schule liegt, aber sie sich wohl mindestens zwei Stunden von meiner eigenen entfernt bef\u00e4nde. Dass Chinesen lieber eine falsche Antwort geben als gar keine, um nicht durch Unwissenheit ihr Gesicht zu verlieren, ist ein Klischee, das mir hier zumindest teilweise best\u00e4tigt wurde. Denn letztendlich brauchte ich insgesamt zwanzig Minuten, um (zu Fu\u00df!) zu dem Supermarkt in der N\u00e4he unseres Campus zu gelangen. Zu dem machte ich bei der Gelegenheit gleich noch einen kurzen Abstecher, denn bei so viel Kontakt mit Deutschen versp\u00fcrte ich auf einmal gro\u00dfe Lust darauf, mir Cornflakes mit Milch zum Fr\u00fchst\u00fcck zu kaufen.<\/p>\n<div id=\"attachment_72\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0793.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-72\" class=\"size-medium wp-image-72\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0793-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0793-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0793-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0793.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-72\" class=\"wp-caption-text\">Ein n\u00e4chtlicher Besucher<\/p><\/div>\n<p>Seit Kurzem sitze ich nun wieder auf dem Bett in meinem Zimmer und habe bereits best\u00fcrzt festgestellt, dass mein Kakerlakenp\u00e4rchen leider keine Anstellung bei Gusteau\u2019s gefunden hat. Stattdessen waren sie mal wieder bei mir auf einen kleinen Spontanbesuch vorbeigekommen, dem ich aber ebenso spontan ein Ende gesetzt habe. Endlich Ruhe, hab ich mir gedacht. Ach ja? Falsch gedacht. Denn ein paar Minuten sp\u00e4ter krabbelte mir ein h\u00fcbscher, schwarzgl\u00e4nzender Kumpel von Familie Schabe den Arm hinauf. Darauf erst mal eine ordentliche Sch\u00fcssel M\u00fcsli mit Milch. Wieder Fehlanzeige. Aus der vermeintlichen Milchpackung floss n\u00e4mlich eine zuckers\u00fc\u00dfe, helle Pampe, die hoffentlich Jogurt darstellen soll. H\u00f6chste Zeit, dass ich mit dem Chinesischkurs anfange! Mal sehen, was die n\u00e4chste Woche f\u00fcr mich bereith\u00e4lt\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_81\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0732.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81\" class=\"size-medium wp-image-81\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0732-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0732-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0732-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2012\/09\/SAM_0732.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-81\" class=\"wp-caption-text\">Eine Begegnung von Alltag und Legende<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langsam neigt sich der Sonntag dem Ende zu und die laue Sommernacht ist bereits \u00fcber Wuhan hereingebrochen. Daran, dass man vielleicht langsam ins Bett gehen k\u00f6nnte, denkt allerdings keiner. Gerade sitze ich in einem ausladenden S\u00e4ulenrund auf dem Campus der &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2012\/09\/13\/lets-go-to-the-mall\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":74,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[563,565,299,577],"tags":[54989,54983,14959,54986,54955,54987,54985,54984],"class_list":["post-53","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erlebnis","category-gastland","category-kulinarisch","category-menschen","tag-bao-zi","tag-dao-tempel","tag-geschenke","tag-gruntee-tanzstunde","tag-hubei-museum","tag-shopping-mall","tag-suppe","tag-wuchang-yu"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":84,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53\/revisions\/84"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}