{"id":502,"date":"2013-03-16T17:45:03","date_gmt":"2013-03-16T16:45:03","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/?p=502"},"modified":"2013-03-16T18:07:40","modified_gmt":"2013-03-16T17:07:40","slug":"quer-durch-china-part-3-macau-baby-zwischen-kirchen-tempeln-und-spielautomaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/03\/16\/quer-durch-china-part-3-macau-baby-zwischen-kirchen-tempeln-und-spielautomaten\/","title":{"rendered":"Quer durch China Part 3: Macau, Baby! Zwischen Kirchen, Tempeln und Spielautomaten"},"content":{"rendered":"<p>Wer h\u00e4tte gedacht, dass ich von allen Soft-Sleeper-Kabinen, in die man mich h\u00e4tte stecken k\u00f6nnen, gerade die erwischte, in der man deutsch sprach! Zum zweiten Mal auf meinem Trip waren das jedoch keine Deutschen, die sich da beinahe akzentfrei mit mir \u00fcber ihre China-Abenteuer unterhalten konnten. F\u00fcr diese Fahrt hatte ich die Ehre mit einem Franzosen und seiner Mutter (deren Mutter wiederum aus Deutschland kam). Die beiden waren auf der \u201ePorzellan-Stra\u00dfe\u201c unterwegs und besuchten Chinas wichtigste Porzellan-St\u00e4tten \u2013 nicht jedoch, um ihr K\u00fcchengeschirr um ein paar wertvolle, chinesische Einzelst\u00fccke aufzustocken. Der junge Mann hatte ein Jahr als Freiwilliger bei einem T\u00f6pfer in Japan gearbeitet und kannte sich dementsprechend im Metier aus. Immer wieder spannend, welchen Menschen man so \u00fcber den Weg l\u00e4uft!<\/p>\n<p>Ich freute mich jedenfalls schon sehr darauf, in Zhuhai meinen neuen Reisekumpanen \u00fcber den Weg zu laufen. Es stellte sich heraus, dass meine Freunde dort auch tats\u00e4chlich f\u00fcr mich die gr\u00f6\u00dfte Sehensw\u00fcrdigkeit darstellten, denn ansonsten entpuppte sich die f\u00fcr chinesische Verh\u00e4ltnisse relativ kleine K\u00fcstenstadt im Perlfluss-Delta als sch\u00f6n, aber ziemlich unspektakul\u00e4r. Immerhin blieb mir beim Entlang-Flanieren an der ausgedehnten Uferpromenade genug Zeit, um mit Sandra, Simon und Flo aus Shenzhen die neusten Reise-Geschichten auszutauschen. Eine h\u00fcbsche Geschichte barg auch das Wahrzeichen von Zhuhai, an dem wir alsbald vorbeischlenderten. Die Statue des Fischerm\u00e4dchens, die grazi\u00f6s \u00fcber den schlammigen Wellen des Perlflusses thront, erinnert an eine chinesische Volkssage.<\/p>\n<div id=\"attachment_485\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2937.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-485\" class=\"size-medium wp-image-485\" alt=\"Die Statue des Fischerm\u00e4dchens\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2937-199x300.jpg\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2937-199x300.jpg 199w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2937.jpg 682w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-485\" class=\"wp-caption-text\">Die Statue des Fischerm\u00e4dchens<\/p><\/div>\n<p>Der Legende nach stieg vor vielen Jahren ein Feenm\u00e4dchen vom Himmel herab, weil es der sch\u00f6nen Landschaft des Perlfluss-Deltas verfallen war. Als einfache Fischerin getarnt webte sie von da an Netze und suchte nach wertvollen Perlen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Bei den Menschen in der Umgebung war sie schnell beliebt, weil sie ihre magischen Kr\u00e4fte nutze, um Kranke zu heilen. Es dauerte nicht lange, da traf sie auf einen wackeren Fischersmann namens Hai Peng, und die beiden verliebten sich ineinander. Nun kamen dem Fischersmann aber nach einiger Zeit b\u00f6se Ger\u00fcchte um seine Angebetete zu Ohren und er verlangte, dass sie ihm ihr magisches Armband als Zeichen ihrer Zuneigung schenkte.<\/p>\n<p>Zutiefst erschrocken und betr\u00fcbt erz\u00e4hlte das M\u00e4dchen Hai Peng, was es mit diesem Band auf sich hatte. Bevor sie sich zur Erde aufmachte, befahl ihr Vater, der Drachenk\u00f6nig des S\u00fcdlichen Ozeans, acht Palast-Dienerinnen, seine Tochter zu bewachen. Jede der Dienerinnen hatte ihr eine Perle gegeben, um sie davor zu sch\u00fctzen, ihre Unsterblichkeit aufzugeben. Wenn sie auch nur eine Perle von ihrem Armband entfernte, w\u00fcrde sie sterben. Der aufgebrachte Hai Peng schenkte der Erz\u00e4hlung keinen Glauben und wollte sie verlassen. In ihrem Dilemma riss das M\u00e4dchen das Band von ihrem Arm, um ihre Liebe zu beweisen und fand umgehend den Tod in den Armen ihres Geliebten.<\/p>\n<p>Als Hai Peng begriff, was welche Untat er begangen hatte, trieben ihn Reue und Schmerz beinahe in den Wahnsinn. Gl\u00fccklicherweise h\u00f6rte ein m\u00e4chtiger Weiser von dem tragischen Paar und zeigte sich so ger\u00fchrt von deren traurigem Schicksal, dass er Hai Peng lehrte, wie er das M\u00e4dchen wieder zum Leben erwecken k\u00f6nnte. Hai Peng musste auf eine ferne Insel reisen, um dort das Auferstehungs-Gras zu finden. Dieses n\u00e4hrte er Tag f\u00fcr Tag mit seinem eigenen Blut, bis Jahre sp\u00e4ter endlich der Tag d\u00e4mmerte, an dem er endlich seine verstorbene Liebe von den Toten zur\u00fcckholen konnte und sie damit zu einer wahrhaftigen Sterblichen machte. Am Tag ihrer Hochzeit fand das M\u00e4dchen eine besonders gro\u00dfe Perle am Ufer und \u00fcberreichte sie dem Weisen als Zeichen ihrer unendlichen Dankbarkeit. Welchen Schluss ziehen wir daraus? Vertraue den Menschen, die du liebst und lass dich nicht von unbest\u00e4tigten Ger\u00fcchten dazu verleiten, die Beziehung zu diesen Menschen aufs Spiel zu setzen. Es ist eben nicht immer ein Weiser zur Stelle, der f\u00fcr alle Fehltritte eine L\u00f6sung kennt! China-Lektion Nr. 154 \u2013 gelernt!<\/p>\n<div id=\"attachment_484\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/IMG_8003.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-484\" class=\"size-medium wp-image-484\" alt=\"Macau bei Nacht\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/IMG_8003-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/IMG_8003-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/IMG_8003-450x300.jpg 450w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/IMG_8003.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-484\" class=\"wp-caption-text\">Macau bei Nacht<\/p><\/div>\n<p>Au\u00dfer Lebensweisheiten hatte die Promenade bei Nacht noch etwas ganz anderes zu bieten, n\u00e4mlich eine wunderbare Sicht auf die verhei\u00dfungsvoll am anderen Ufer leuchtende Skyline von Macau \u2013 und damit ein Ausblick auf das, was uns am n\u00e4chsten Morgen erwartete. Gemeinsam schlenderten wir zum \u201ePortas de Cerco\u201c, dem riesigen \u00dcbergangs-Geb\u00e4ude, durch das man zu Fu\u00df nach Macau laufen konnte. Hier verabschiedeten wir uns schon wieder von Flo und st\u00fcrzten uns in den Strom von Fu\u00dfg\u00e4ngern, der der Passkontrolle entgegen strebte. Kurz stieg der Puls, als der Blick des Grenzbeamten kritisch zwischen mir und meinen Ausweispapieren hin- und her wanderte. Schlie\u00dflich glaubte man mir jedoch, dass das ungemein \u00e4sthetische biometrische Passbild auch tats\u00e4chlich zu mir geh\u00f6rte und schon trat ich zum ersten Mal seit Monaten auf nicht-chinesischen Boden. Fast zumindest.<\/p>\n<div id=\"attachment_486\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2949.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-486\" class=\"size-medium wp-image-486\" alt=\"Auf dem Weg zum &quot;Portas de Cerco&quot;\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2949-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2949-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2949-450x300.jpg 450w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2949.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-486\" class=\"wp-caption-text\">Auf dem Weg zum &#8222;Portas de Cerco&#8220;<\/p><\/div>\n<p>Macau wird als sogenannte Sonderverwaltungszone der Volksrepublik bezeichnet, das hei\u00dft, dass die chinesische Regierung zwar f\u00fcr die Verteidigung und Au\u00dfenpolitik des Gebiets zust\u00e4ndig ist, die Stadt aber dennoch \u00fcber eine eigene Gesetzgebung, Polizei, W\u00e4hrung, Zoll- und Immigrationspolitik verf\u00fcgt. Das liegt daran, dass Macau die erste europ\u00e4ische Kolonie im fernen Osten war \u2013 und gleichzeitig auch die letzte. Im 16. Jahrhundert siedelten sich dort portugiesische H\u00e4ndler an und wenig sp\u00e4ter verlieh das chinesische Kaiserreich das Areal an Portugal, sodass sich Macau zu einem wichtigen Handelszentrum zwischen Europa und Ostasien entwickelte. Erst 1999 wurde die Stadt wieder in chinesische Obhut \u00fcbergeben, allerdings unter der Garantie, dass die Stadt in vielen Bereichen Unabh\u00e4ngigkeit von Festlandchina genie\u00dfen konnte.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen von so viel europ\u00e4ischer Pr\u00e4senz blieben uns dementsprechend nicht verborgen. Nachdem wir unsere chinesischen Yuan in Macau-Patacas umgetauscht hatten, fiel uns schnell auf, dass man hier mit \u201eRechts vor Links\u201c nicht weit kam \u2013 nicht, dass sich in Wuhan sonderlich viele Leute darum scheren w\u00fcrden, aber hier galt tats\u00e4chlich Linksverkehr. Folglich gestaltete sich das \u00dcberqueren der Stra\u00dfen f\u00fcr uns Neulinge noch lebensgef\u00e4hrlicher als wir es ohnehin schon gewohnt waren. Wenn man so (immer sch\u00f6n zuerst nach rechts schauend) durch ebenjene Stra\u00dfen spazierte, \u00a0schien immer eine leichte Brise Mittelmeer-Feeling zu wehen \u2013 was nicht nur mit den unglaublich angenehmen mediterranen Temperaturen zusammenhing.<\/p>\n<div id=\"attachment_487\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2959.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-487\" class=\"size-medium wp-image-487\" alt=\"Lampions und S\u00e4ulenbauten\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2959-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2959-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2959-450x300.jpg 450w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2959.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-487\" class=\"wp-caption-text\">Lampions und S\u00e4ulenbauten<\/p><\/div>\n<p>Chinesische und westliche, neo-klassische Architekturstile gingen flie\u00dfend ineinander \u00fcber und vereinigten sich teilweise sogar innerhalb eines Geb\u00e4udes. Das zweifellos imposanteste Beispiel daf\u00fcr: die St. Pauls Kathedrale beziehungsweise das, was noch von ihr \u00fcbrig ist. Da diese sich in der N\u00e4he unseres Hotels befand, wollten wir das ber\u00fchmteste historische Bauwerk der Stadt direkt nach unserer Ankunft inspizieren. Dazu bahnten wir uns zuerst den Weg \u00fcber den Largo de Senado, einem pulsierenden, von s\u00fcdl\u00e4ndisch anmutenden H\u00e4usern ges\u00e4umten Platz. \u00dcber den an Rio de Janeiro erinnernden Wellenmustern auf dem Boden schwebten hunderte bunte Lampions, die das nahende Fr\u00fchlingsfest deutlicher denn je ank\u00fcndigten. Mitten zwischen den gelben-wei\u00dfen Rundbogen-Fassaden lachten uns au\u00dferdem die zw\u00f6lf Tierkreiszeichen von einem extra f\u00fcr das chinesische Neujahr erbauten, monstr\u00f6sen Gestell an.<\/p>\n<div id=\"attachment_488\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2972.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-488\" class=\"size-medium wp-image-488\" alt=\"Die Ruinen von St. Pauls\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2972-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2972-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2972-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2972.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-488\" class=\"wp-caption-text\">Die Ruinen von St. Pauls<\/p><\/div>\n<p>Irgendwo hinter dieser stimmungsvollen Kombination aus Ost und West ging eine der Gassen schlie\u00dflich in eine breite Steintreppe \u00fcber, die zur St. Pauls Kathedrale hinauff\u00fchrte. Das eigentliche Bauwerk ist leider l\u00e4ngst abgebrannt, sodass nur noch die Schauseite wie ein gigantisches Tor zum Himmel (das zweite, das ich auf meiner Reise gesehen habe) erhaben auf dem H\u00fcgel prangt. Wer einmal davor gestanden ist, wei\u00df, warum diese Ruine zu den wichtigsten christlichen Denkm\u00e4lern Asiens z\u00e4hlt \u2013auch wenn die eingearbeiteten Symbole nicht nur von christlicher Herkunft stammen. So umrahmen die zentrale Marienstatue eine siebenk\u00f6pfige Hydra, ein portugiesisches Handelsschiff und mehrere chinesische L\u00f6wen. Zu lateinischen Versen gesellen sich dar\u00fcber hinaus chinesische Inskriptionen \u2013 eine majest\u00e4tische Fusion von verschiedensten Einfl\u00fcssen.<\/p>\n<div id=\"attachment_489\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2986.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-489\" class=\"size-medium wp-image-489\" alt=\"Der kleine Na-Tcha-Tempel\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2986-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2986-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2986-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_2986.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-489\" class=\"wp-caption-text\">Der kleine Na-Tcha-Tempel<\/p><\/div>\n<p>Bescheiden im Schatten der Kathedrale stehend fanden wir den kleinen Na-Tcha-Tempel, der einer ber\u00fchmten chinesischen Legende gewidmet wurde. Auch in der Na-Tcha-Sage wurde mit den Kindern von einem der insgesamt vier Drachenk\u00f6nige \u00fcbel mitgespielt. Der Junge Na Tcha t\u00f6tete beim Spielen im Meer ganz aus Versehen den Sohn des \u00f6stlichen Drachenk\u00f6nigs. Dar\u00fcber nicht gerade erfreut ordnete dieser an, den r\u00fccksichtslosen Bengel in St\u00fccke zu schneiden. Na Tchas unsterblicher Lehrmeister rekonstruierte den K\u00f6rper des Jungen sp\u00e4ter aus Lotusbl\u00e4ttern, in dem Na Tchas Seele fortan weiterleben konnte und stattete ihn mit m\u00e4chtigen Waffen aus. Sp\u00e4ter wurde der kleine Drachent\u00f6ter zu einem legend\u00e4ren Krieger, der sogar meinem Son Wukong aus der Reise nach Westen Konkurrenz machte.<\/p>\n<p>Der Tempel und die Ruine, die sich direkt nebeneinander die H\u00fcgelkuppe teilen, zeigten uns auf, wie eintr\u00e4chtig verschiedene Religionen koexistieren k\u00f6nnen. W\u00e4hrend sich einige Touristen vor der Marienstatue verneigten, z\u00fcndeten andere ein R\u00e4ucherst\u00e4bchen im nur ein paar Meter entfernten Dreifu\u00dfkessel an \u2013 und keiner wurde f\u00fcr seine Art, dem Glauben Ausdruck zu verleihen, argw\u00f6hnisch oder missbilligend be\u00e4ugt. Eine der wohl fortschrittlichsten Eigenheiten der ohnehin fortschrittlichen Metropole.<\/p>\n<div id=\"attachment_499\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3136.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-499\" class=\"size-medium wp-image-499\" alt=\"Eine Gasse in Macau\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3136-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3136-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3136-450x300.jpg 450w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3136.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-499\" class=\"wp-caption-text\">Eine Gasse in Macau<\/p><\/div>\n<p>Diese inspirierende Mixtur begleitete uns stetig auf unseren Ausfl\u00fcgen, die wir \u00fcbrigens fast durchweg zu Fu\u00df bew\u00e4ltigten. Macau geh\u00f6rt zu den am dichtesten besiedelten Regionen der Welt und nicht nur die Bewohner, sondern auch die Attraktionen der Stadt dr\u00e4ngen sich hier regelrecht aufeinander. Als wanderfreudiger Touri muss man deshalb kaum Gebrauch von den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln machen. So folgten wir den immer wieder pr\u00e4senten Wellenmustern im Pflasterstein, schl\u00e4ngelten uns durch enge, verwinkelte Gassen, die sich immer wieder zu kleinen, von B\u00e4umen beschatteten Pl\u00e4tzchen \u00f6ffneten. Portugiesische Administrationsgeb\u00e4ude, Theater und Kirchen wechselten sich mit unz\u00e4hligen winzigen Opferschreinen am Stra\u00dfenrand und kleinen Tempeln ab.<\/p>\n<div id=\"attachment_500\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/111_2513.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-500\" class=\"size-medium wp-image-500\" alt=\"Eine Buddha-Statue auf einem christlichen Friedhof\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/111_2513-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/111_2513-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/111_2513-500x281.jpg 500w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/111_2513.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-500\" class=\"wp-caption-text\">Eine Buddha-Statue auf einem christlichen Friedhof<\/p><\/div>\n<p>Sowohl in den christlichen, als auch den buddhistischen Glaubensst\u00e4tten erlebten wir immer wieder kleine \u00dcberraschungen, die man wohl nur in Macau finden konnte. Nachdem ich in Yangshuo bereits einen chinesischen Friedhof besucht hatte, verirrten wir uns hier auf ein christliches \u00c4quivalent. \u00c4hnlich wie in der St. Pauls Ruine tauchten dort wieder komplett verschiedene Symbole auf. In einem Meer aus wei\u00dfen Grabsteinen wachten Engel und Buddhas gemeinsam friedlich \u00fcber die Verstorbenen auf ihrem Weg ins Jenseits, wohin auch immer der sie letztendlich f\u00fchren mochte.<\/p>\n<div id=\"attachment_490\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3037.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-490\" class=\"size-medium wp-image-490\" alt=\"Ein Verkaufstisch f\u00fcr alle F\u00e4lle\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3037-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3037-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3037-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3037.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-490\" class=\"wp-caption-text\">Ein Verkaufstisch f\u00fcr alle F\u00e4lle<\/p><\/div>\n<p>Andernorts verkaufte ein Stra\u00dfenh\u00e4ndler direkt vor einer Kirche Merchandising-Artikel beider Glaubensparteien. Da versammelten sich auf demselben Verkaufstisch Kruzifixe, Mao-B\u00fcsten, mythische Kreaturen und aus unerfindlichen Gr\u00fcnden fette Messingbuddhas in den unm\u00f6glichsten Posen. Sehr schlau, dieses Gesch\u00e4ftskonzept, da konnte man einfach f\u00fcr alle F\u00e4lle vorsorgen \u2013 obwohl ich mir schwer vorstellen kann, was ein fetter Buddha bringen soll, der sich selbst am Allerwertesten leckt.<\/p>\n<p>Ebenfalls ein bisschen fragw\u00fcrdig erschienen mir die chinesischen Touristen, die sich wie Jesus mit dramatisch ausgebreiteten Armen vor ein steinernes Kreuz stellten \u2013 immerhin nagelten die ihre H\u00e4nde nicht daran, denn die mussten schlie\u00dflich noch f\u00fcrs obligatorische Peace-Zeichen herhalten. Nun ja, der Respekt f\u00fcr die fremde Religion schien wohl doch noch nicht \u00fcberall entwickelt zu sein. Aber es soll ja auch ein paar Laowais gegeben haben, die vor der Kulisse des wundersch\u00f6nen A-Ma-Tempels gar epische Kung-Fu-Posen mimten, weil sie sich an ein Setting aus Kung-Fu-Panda erinnert f\u00fchlten. Die spinnen doch, diese Touristen!<\/p>\n<div id=\"attachment_503\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3165.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-503\" class=\"size-medium wp-image-503\" alt=\"Der Weg hinauf zum beeindruckenden A-Ma-Tempel\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3165-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3165-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3165-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3165.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-503\" class=\"wp-caption-text\">Der Weg hinauf zum beeindruckenden A-Ma-Tempel<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_498\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/Gamble.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-498\" class=\"size-medium wp-image-498\" alt=\"Everybody was Kung Fu fighting!\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/Gamble-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/Gamble-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/Gamble-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/Gamble.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-498\" class=\"wp-caption-text\">Everybody was Kung Fu fighting!<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_493\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3132.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-493\" class=\"size-medium wp-image-493\" alt=\"R\u00e4ucherspiralen\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3132-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3132-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3132-450x300.jpg 450w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3132.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-493\" class=\"wp-caption-text\">R\u00e4ucherspiralen<\/p><\/div>\n<p>Weit mehr Respekt erwiesen stattdessen viele Chinesen ihren Ahnen, indem sie traditionell vor dem Fr\u00fchlingsfest Unmengen an R\u00e4ucherst\u00e4bchen entfachten. Deren Duft soll den Vorfahren den Weg zu den ehrf\u00fcrchtig dargebrachten Opfergaben zeigen \u2013 und bei den Rauchschwaden, die beizeiten aus den Tempeln und Opferschreinen stiegen, h\u00e4tte wohl selbst ein Ahne den Weg gefunden, dem man zu Lebzeiten die Nase abgehackt hatte. Weil R\u00e4ucherst\u00e4bchen zu allem \u00dcberfluss gegen die verschiedensten Gebrechen helfen (man bittet n\u00e4mlich durch sie die Ahnen um Hilfe) und zus\u00e4tzlich\u00a0 massenweise R\u00e4ucherspiralen vor sich hin kokelten, war die Luft in manchen Tempeln wohl dicker als der Smog in Peking. Da h\u00e4tten wir vielleicht besser gleich noch ein R\u00e4ucherst\u00e4bchen gegen die Raucherlunge entz\u00fcnden sollen \u2013 oder f\u00fcr ein gutes H\u00e4ndchen im Gl\u00fccksspiel!<\/p>\n<div id=\"attachment_504\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3121.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-504\" class=\"size-medium wp-image-504\" alt=\"Ein Ausschnitt der zentralen Casino-Meile\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3121-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3121-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3121-450x300.jpg 450w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3121.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-504\" class=\"wp-caption-text\">Ein Ausschnitt der zentralen Casino-Meile<\/p><\/div>\n<p>Trotz dem gro\u00dfen kulturellen Angebot wird Macau nicht zu Unrecht das \u201eVegas des Ostens\u201c genannt. Um genau zu sein hat Macau sein Vorbild mittlerweile bereits \u00fcbertrumpft, was Spieleinnahmen betrifft. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Gl\u00fccksspiel in Festlandchina und auch Hongkong verboten ist, viele Chinesen aber seit jeher f\u00fcr ihr Leben gerne zocken. Wer also einmal richtig der Spielsucht verfallen will, der reist nach Macau, denn hier wurde das Gl\u00fcckspiel 1874 legalisiert, um die Wirtschaft anzukurbeln. Seit vor einigen Jahren das Gl\u00fcckspielmonopol fiel, schie\u00dft ein luxuri\u00f6ses Casino nach dem anderen aus dem Boden und das Gesch\u00e4ft boomt. Das \u201eSands Macau\u201c etwa hat seine enormen Baukosten binnen eines halben Jahres wieder eingefahren und man baut immer gr\u00f6\u00dfere, ausgefallenere Schuppen,\u00a0 sodass Las Vegas beinahe zum Macau des Westens verkommt.<\/p>\n<div id=\"attachment_494\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3150.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-494\" class=\"size-medium wp-image-494\" alt=\"Die Fassade des Venetian und sein zuk\u00fcnftiger Manager\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3150-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3150-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3150-450x300.jpg 450w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3150.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-494\" class=\"wp-caption-text\">Die Fassade des Venetian und sein zuk\u00fcnftiger Manager<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_495\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3156.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-495\" class=\"size-medium wp-image-495\" alt=\"In der pomp\u00f6sen Eingangshalle des Venetian\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3156-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3156-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3156-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3156.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-495\" class=\"wp-caption-text\">In der pomp\u00f6sen Eingangshalle des Venetian<\/p><\/div>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich wollten auch Simon, Sandra und ich uns das Ganze einmal aus der N\u00e4he ansehen \u2013 und wurden beinahe erschlagen von der teilweise beinahe ins Absurde ausufernden Gestaltung der Casinos. Das schwimmende Drachencasino aus dem neuen Bond-Film war \u00fcbrigens leider nicht dabei. Nach einer zweist\u00fcndigen Recherche verriet mir Professor Google n\u00e4mlich, dass das \u00fcberhaupt nicht existiert. Diese Eventualit\u00e4t sollte ich vielleicht Mal in Betracht ziehen wenn, wenn ich das n\u00e4chste Mal eine ber\u00fchmte Film-Location besuchen will &#8211; bevor ich irgendwann in einem Wandschrank ende, weil der doch im Kino nach Narnia f\u00fchrte. Trotzdem fand ich schnell einen neuen pers\u00f6nlichen Liebling: das \u201eVenetian Macau\u201c, das seinen amerikanischen \u00e4lteren Bruder um L\u00e4ngen \u00fcbertrifft und an der Nutzungsfl\u00e4che gemessen zu den vier gr\u00f6\u00dften Geb\u00e4uden der Welt z\u00e4hlt. Um einen riesigen, abgewinkelten Wohnkomplex hatte man hier ein St\u00fcck Venedig nachgebaut, faszinierend und befremdlich zugleich f\u00fcr jemanden wie mich, der schon immer nach Venedig wollte. Allein die pr\u00e4chtige Deko im kuppelf\u00f6rmigen Eingangsbereich schien jegliche reale Vorbilder in den Schatten stellen zu wollen und im Inneren h\u00e4tte man sogar auf einer Gondel Kan\u00e4le entlang schippern k\u00f6nnen unter dem ewigen Sonnenuntergang eines k\u00fcnstlichen Himmels. Leider verwehrte man uns dieses Schmankerl hartn\u00e4ckig, da man das abgesperrte Areal erst mit 21 betreten durfte. Halb so schlimm, denn das Innere eines Casinos hatten wir zu dem Zeitpunkt schon l\u00e4ngst gesehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_496\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3222.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-496\" class=\"size-medium wp-image-496\" alt=\"Das Grand Lisboa - so kitschig, dass es fast schon wieder sch\u00f6n ist\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3222-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3222-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3222.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-496\" class=\"wp-caption-text\">Das Grand Lisboa &#8211; so kitschig, dass es fast schon wieder sch\u00f6n ist<\/p><\/div>\n<p>Am vorigen Abend hatten wir uns ordentlich in Schale geworfen, um ein m\u00f6glichst gutes Bild von drei reichen, pokerfreudigen Touristen abzugeben und waren zur nahe gelegenen Casinomeile aufgebrochen. Eines dieser blinkenden LED-Unget\u00fcme wollte ich auf jeden Fall einmal besucht haben, wenn ich schon mal hier war \u2013 und das \u201eGrand Lisboa\u201c, Macaus bekannteste Spielbank schlechthin, erschien mir daf\u00fcr genau richtig. Etwas nerv\u00f6s standen wir bald vor dem komplett goldenen Wolkenkratzer, der ein bisschen wie eine misshandelte Lotusbl\u00fcte anmutete. Sollten wir da wirklich rein gehen? Selbstverst\u00e4ndlich!, fand zumindest ich. Simon und Sandra wollten jedoch lieber drau\u00dfen warten, w\u00e4hrend ich mich allein hinein wagte. Also setzte ich einen m\u00f6glichst schn\u00f6seligen Gesichtsausdruck auf, schenkte den T\u00fcrw\u00e4chtern mein s\u00fcffisantestes L\u00e4cheln und schon hie\u00df es \u201eWelcome to Grand Lisboa!\u201c.\u00a0 Endlich einmal Casino-Atmosph\u00e4re live erleben!<\/p>\n<div id=\"attachment_492\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3107.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-492\" class=\"size-medium wp-image-492\" alt=\"Casino Royale\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3107-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3107-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3107-450x300.jpg 450w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3107.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-492\" class=\"wp-caption-text\">Casino Royale<\/p><\/div>\n<p>Zu diskreter Jazzmusik ratterten im Untergeschoss die einarmigen Banditen,\u00a0 vor denen sich noch das einfachere Volk tummelte. Im Licht der klimpernden Slot-Automaten freuten sich Touristen \u00fcber ihre ersten Gl\u00fccksspielerfolge, anderen konnte man deutlich ansehen, dass sie bereits mehr als nur ihr Urlaubsgeld aufs Spiel gesetzt hatten. Je weiter man sich von hier aus nach oben arbeitete, desto exquisiter wurde die Szenerie. In einem gigantischen Saal reihten sich dutzende Black-Jack-Tische unter kristallenen Kronleuchtern aneinander, uniformierte Angestellte lie\u00dfen Kartenstapel rauschen, Spielchips klackerten aneinander und Geldscheine wurden \u00fcber die Theken gereicht. Die Abendkleidung tragenden Kunden schwenkten absch\u00e4tzend ihre Cocktails, sahen ab und zu gelangweilt zu den Variet\u00e9-T\u00e4nzerinnen auf der B\u00fchne hin\u00fcber oder starrten gebannt in den sich drehenden Roulette-Kreisel. F\u00fcr einen Neuling wie mich schienen die Hallen mit einer angespannten, beinahe elektrischen Stimmung geladen, die einen f\u00f6rmlich dazu trieb, ebenfalls einen Haufen Spielchips zu erwerben.<\/p>\n<p>Da ich mein Geld auf meiner Reise noch f\u00fcr lohnenswertere Dinge einsetzen wollte, verzichtete ich jedoch darauf, mich dieser Versuchung hinzugeben und verlie\u00df das Casino schweren Herzens wieder. Auf dem Vorplatz musste ich prompt feststellen, dass Simon und Sandra verschwunden waren. Ups, da hatte ich mir wohl ein bisschen zu viel Zeit gelassen, die Atmosph\u00e4re zu genie\u00dfen. Oder suchten die mich etwa, weil sie dachten, man h\u00e4tte mich beim Z\u00e4hlen erwischt? Letztendlich trafen wir uns nach einer l\u00e4ngeren, beidseitigen Suchaktion unversehrt im Hotel wieder. Gl\u00fcck gehabt, wenn auch nicht im Spiel!<\/p>\n<p>Bevor wir doch noch in Versuchung kommen konnten, unseren Kulturweit-Zuschuss zu verzocken, machten wir uns auf den Weg, Macaus gro\u00dfe Schwester Hongkong zu besuchen. Und auch wenn sich das Vegas des Ostens mit seinem charmanten Mix der Kulturen und dem anregenden Nachtleben gelohnt hatte, unser n\u00e4chstes Ziel w\u00fcrde noch einiges mehr zu bieten haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_491\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3081.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-491\" class=\"size-full wp-image-491\" alt=\"Macau - links die Kirche, rechts die Versuchung des Gl\u00fccksspiels\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3081.jpg\" width=\"1024\" height=\"682\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3081.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3081-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/03\/SAM_3081-450x300.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-491\" class=\"wp-caption-text\">Macau &#8211; links die Kirche, rechts die Versuchung des Gl\u00fccksspiels<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer h\u00e4tte gedacht, dass ich von allen Soft-Sleeper-Kabinen, in die man mich h\u00e4tte stecken k\u00f6nnen, gerade die erwischte, in der man deutsch sprach! Zum zweiten Mal auf meinem Trip waren das jedoch keine Deutschen, die sich da beinahe akzentfrei mit &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/03\/16\/quer-durch-china-part-3-macau-baby-zwischen-kirchen-tempeln-und-spielautomaten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":505,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,341,138,564],"tags":[471,55040,477,55043,55041,55044],"class_list":["post-502","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-ausflug","category-reise","category-religion","tag-casino","tag-grand-lisboa","tag-macau","tag-na-tcha","tag-the-venetian","tag-zhuhai"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=502"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":511,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/502\/revisions\/511"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/media\/505"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=502"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=502"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=502"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}