{"id":429,"date":"2013-02-26T12:08:56","date_gmt":"2013-02-26T11:08:56","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/?p=429"},"modified":"2013-03-04T06:21:49","modified_gmt":"2013-03-04T05:21:49","slug":"quer-durch-china-part-1-mr-kais-reise-zu-den-zauberbergen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/02\/26\/quer-durch-china-part-1-mr-kais-reise-zu-den-zauberbergen\/","title":{"rendered":"Quer durch China Part 1: Mr. Kais Reise zu den Zauberbergen"},"content":{"rendered":"<p>Im Februar wird in China das Fr\u00fchlingsfest gefeiert \u2013 und damit brechen auch die von vielen Sch\u00fclern und Lehrern gleicherma\u00dfen hei\u00dfersehnten Fr\u00fchlingsferien an. Aber wie sagt man so sch\u00f6n \u2013 zuerst die Arbeit(en) und dann das Vergn\u00fcgen. Bevor man in die wohlverdienten freien Tage entlassen wird, m\u00fcssen die Sch\u00fcler noch einen ganzen Haufen von Pr\u00fcfungen bestehen. Und wenn man in China von einem Haufen spricht, dann ist das meistens ein gro\u00dfer. Etwas besch\u00e4mt denke ich da an meine eigene Schulzeit zur\u00fcck, in der ich die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammengeschlagen habe, wenn mal mehr als zwei Klausuren pro Woche anstanden. An der Wuhan Middle School werden dagegen zwei Wochen lang fast ununterbrochen Klausuren geschrieben \u2013 Tag f\u00fcr Tag, von morgens bis abends, ohne Diskussion. Das ist hart, aber anscheinend n\u00f6tig, wie ich mir aus diversen Quellen best\u00e4tigen lassen habe. \u201eWir brauchen dieses pr\u00fcfungsorientierte Schulsystem \u2013 es gibt eben einfach zu viele Chinesen und irgendwie muss man ja aussortieren\u201c<\/p>\n<p>Das wird sicher entspannend f\u00fcr mich, dachte ich mir \u2013 wenn alle \u00fcber ihren Tests br\u00fcten, bedeutete das wohl kein Unterricht f\u00fcr Mr. Kai. Leider hat sich nur die zweite H\u00e4lfte meines Gedankengangs als richtig erwiesen. Unterricht vorbereiten musste ich tats\u00e4chlich nicht, stattdessen fragte mich Yang Xi, ob ich die m\u00fcndlichen Abfragen \u00fcbernehmen k\u00f6nnte. Mir war durchaus klar, dass das mal wieder ein bisschen an den Vorgaben von Kulturweit kratzen w\u00fcrde. Angesichts der Masse von Korrekturen und anderen Aufgaben, die die Deutsch-Lehrerinnen zu verrichten hatten, willigte ich letztendlich ein. In den n\u00e4chsten Tagen f\u00fchrte ich also Smalltalk mit 130 Sch\u00fclern \u2013 \u00fcber ihre Hobbys, ihren Alltag, ihre Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft, ihre Familie und was mir sonst noch so einfiel. F\u00fcr jeden der aufgeregten Pr\u00fcflinge durfte ich mir f\u00fcnf Minuten Zeit nehmen und das Ganze dann fachm\u00e4nnisch bewerten.<\/p>\n<p>Nach der drei\u00dfigsten Best\u00e4tigung, dass Deutsch zwar Spa\u00df macht, aber schwer ist und dass alle im Moment sehr hart arbeiten, wurde das Ganze zwar etwas eint\u00f6nig, aber dennoch erfuhr ich auch zahlreiche spannende Geschichten von meinen Sch\u00fclern. Da gab es einige, deren V\u00e4ter als Piloten und Matrosen arbeiteten und sich jedes Mal darauf freuten, wenn der Papa nach Monaten Abwesenheit heimkehrt. Andere lebten w\u00e4hrend der Schulzeit im Dormitory und durften jetzt zum Fr\u00fchlingsfest endlich selbst heimkehren. Weiterhin bekam ich gar lustige Aussagen zu h\u00f6ren wie: \u201eWeil ich so viel zu tun habe, bin ich gerade ganz stressig.\u201c oder \u201eEntschuldigung, dass ich zittere, Herr Kai, aber ich aufrege mich gerade furchtbar.\u201c Und mein pers\u00f6nlicher Liebling: \u201eIch bin sehr klug. Weil ich so viel denke, habe ich schon ein paar wei\u00dfe Haare.\u201c<\/p>\n<p>Bevor mir vom vielen Ausfragen selbst wei\u00dfe Haare wuchsen, standen pl\u00f6tzlich die Ferien vor der T\u00fcr \u2013 \u00e4hnlich unerwartet wie die Zwerge vor Bilbo Beutlins Hobbit-Loch. Lange Zeit war n\u00e4mlich noch nicht ganz klar gewesen, ob ich zwischen oder nach den Pr\u00fcfungen noch ein paar Stunden halten durfte. Die Sch\u00fcler und meine chinesischen Freunde w\u00fcrden nun bald zu ihren Familien fahren und f\u00fcr drei Wochen w\u00fcrde die Wuhan Middle School gewisserma\u00dfen brach liegen. Da ich ja nicht so ohne Weiteres meine eigene Familie besuchen konnte, musste ich mir einen Alternativplan zurechtlegen \u2013 und zwar ziemlich z\u00fcgig.<\/p>\n<p>Nach dem gewohnten Hin und Her, einigem Abw\u00e4gen und Skype-Gespr\u00e4chen hatte ich mir schlie\u00dflich eine Route abgesteckt. Drei Wochen lang quer durch China, lautete der Plan. Zuerst zu den Zauberbergen um Guilin und Yangshuo, anschlie\u00dfend an die Ostk\u00fcste auf einen kurzen Abstecher in die Hafenstadt Zhuhai, von dort aus \u201eraus\u201c aus China ins \u201eLas Vegas des Ostens\u201c Macau, weiter nach Hongkong \u00fcber das chinesische Neujahr, zur\u00fcck ans Festland nach Guangzhou und zum Abschluss ohne genauere Pl\u00e4ne in die s\u00fcdliche Provinz Yunnan. Natur, hochmoderne Mega-Metropolen und wieder Natur. Ob ich mich da nicht ein wenig \u00fcbernommen hatte? Naja, das w\u00fcrde ich ja bald genug herausfinden.<\/p>\n<p>Jedenfalls reichte mein damaliges Reise-Equipment f\u00fcr so einen Trip definitiv nicht aus. Ein Rucksack und Wanderschuhe mussten her, denn meinen Riesenkoffer konnte ich wohl eher weniger in meinen ausgedienten Sneakers durch halb China schleppen. Das mit den Schuhen gestaltete sich leider etwas schwieriger, als ich mir erhofft hatte. Scheinbar teilten nicht allzu viele Menschen meine Schuhgr\u00f6\u00dfe in Wuhan \u2013 Hobbitf\u00fc\u00dfe m\u00fcsste man haben, dann k\u00f6nnte man einfach drauf los laufen, dachte ich mir! Doch am Tag der Abreise stand unverhofft ein Paar nagelneuer Wanderstiefel und ein etwas unheimlich gro\u00dfer, prallgef\u00fcllter Rucksack vor meinem Bett. Zum Abschied lud mich Chang E, die Gute, zum reichhaltigsten Hot Pot meines bisherigen China-Jahrs ein, bei dem ich noch einmal ordentlich Kraft f\u00fcr die bevorstehenden Tage sammelte.<\/p>\n<p>Die Aufregung stieg unwillk\u00fcrlich, als ich mir anschlie\u00dfend meine Ausr\u00fcstung f\u00fcr die n\u00e4chsten paar Wochen auf den R\u00fccken schnallte. W\u00e4hrend ich mich auf Hangzhou, Shanghai und Sanya schlichtweg wahnsinnig gefreut hatte, f\u00fchlte ich mich dieses Mal doch ein bisschen unsicher. Ich war noch nie so lange Zeit nur mit einem Rucksack unterwegs gewesen. W\u00fcrde ich das durchhalten? W\u00fcrde mit den Zugverbindungen und den Hostels alles hinhauen? Hatte ich auch wirklich nur das Wichtigste eingepackt? Geh\u00f6rte ein Laptop zum Wichtigsten? Tausend Fragen schossen mir durch den Kopf, als ich den Gang des Wohnheims entlang schritt. Seit Tagen lag hier ein recht eigent\u00fcmlicher Duft in der Luft, weil Tante Tao wohl irgendetwas f\u00fcr das Fr\u00fchlingsfest vorbereitete \u2013 woher der kam, w\u00fcrde ich aber erst sp\u00e4ter auf meiner Reise herausfinden.<\/p>\n<p>All meine Bef\u00fcrchtungen verga\u00df ich in dem Moment, als ich meine Reisekumpanen traf und zum Bahnhof aufbrach. Auf ins Vergn\u00fcgen! Mit Flo und David, einem amerikanischen Studenten, der seit Neustem an unserer Schule Englisch unterrichtet, ging es am Abend des 24. Januars im Hardsleeper nach Guilin. Lustigerweise gestaltete sich meine erste Fahrt in dieser Zugklasse angenehmer als die Nacht im Softsleeper nach Hangzhou. Zwar lagerten sich hier drei Etagen von Stockbetten \u00fcbereinander und jedes Sechs-Betten-Abteil wurde durch einen offenen Gang mit den anderen verbunden. Allerdings waren wohl nur recht wenige Leute ebenfalls auf die Idee gekommen, nach Guilin zu ziehen, denn letztendlich hatten wir ein ganzes Abteil f\u00fcr uns und nirgendwo eine hyperaktive Super-Mutti in der N\u00e4he, die die ganze Nacht ihr Kind bespa\u00dfte.<\/p>\n<div id=\"attachment_428\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2452.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-428\" class=\"size-medium wp-image-428\" alt=\"W\u00e4chter \u00fcber Guilin\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2452-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2452-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2452-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2452.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-428\" class=\"wp-caption-text\">W\u00e4chter \u00fcber Guilin<\/p><\/div>\n<p>So kamen wir am n\u00e4chsten Morgen entspannt in der Stadt an, die \u00fcbersetzt so viel wie \u201eDuftbl\u00fctenwald\u201c bedeutet. Von Duftbl\u00fcten sahen wir allerdings bei unserer Ankunft nicht sonderlich viel, denn die namensgebenden Osmanthus-B\u00e4ume, die hier \u00fcberall wuchsen, trieben gerade erst ihre Knospen aus. Wenn man aber erst einmal am Bahnhof die Schw\u00e4rme von nervt\u00f6tenden, semiprofessionellen Reiseanbietern abgewimmelt hat, bietet die Stadt durchaus selbst ohne Duftbl\u00fcten ein einigerma\u00dfen beeindruckendes Bild. Vor Urzeiten war das gesamte Areal n\u00e4mlich von einem Ozean \u00fcberflutet, aus dessen abgelagerten Sedimenten durch Abtragung heutzutage beeindruckende Karstberge gewachsen sind. Diese meist sehr steil abfallenden, bewachsenen Gesteinsformationen pr\u00e4gen das Bild der Stadt Guilin, da sie sich wie gigantische W\u00e4chter an einigen Stellen mitten aus dem H\u00e4usermeer erheben und der Siedlungsgebiet ein recht gr\u00fcnes Gesamtbild verleihen.<\/p>\n<div id=\"attachment_410\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2454.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-410\" class=\"size-medium wp-image-410\" alt=\"Rote Lampions f\u00fcr das Fr\u00fchlingsfest\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2454-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2454-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2454-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2454.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-410\" class=\"wp-caption-text\">Rote Lampions f\u00fcr das Fr\u00fchlingsfest<\/p><\/div>\n<p>Als erstes Ziel unseres zweit\u00e4gigen Aufenthalts hatten wir uns hier eine der \u00e4ltesten Attraktionen \u00fcberhaupt ausgesucht \u2013 den weitl\u00e4ufigen Seven-Stars-Park, der seine Tore bereits seit der Sui-Dynastie f\u00fcr Touristen \u00f6ffnet. Am Eingang traf man bereits die ersten Vorbereitungen f\u00fcr das nahende Fr\u00fchlingsfest, indem man die B\u00e4ume mit knallroten Lampions schm\u00fcckte. Mein pers\u00f6nliches Highlight dort fand ich in den wildlebenden, rotgesichtigen Affen, die den Park unsicher machten und sich wahrscheinlich pr\u00e4chtig \u00fcber die zahlreichen Besucher am\u00fcsierten, die versuchten, das beste Affenfoto zu schie\u00dfen. Viel leichter vor die Linse bekam man stattdessen das \u201eKamel\u201c, eine von den unz\u00e4hligen Steinformationen der Region Guangxi, die scheinbar an irgendein Wesen erinnern sollen. Meist ist daf\u00fcr eine geh\u00f6rige Portion Fantasie von N\u00f6ten, doch der Camel Rock machte es auch den weniger kreativen Beobachtern ausgesprochen einfach. Weiterhin spazierten wir durch einen Figurenwald voller unglaublich missratener Nachbildungen von verschiedenen Zeichentrickfiguren aus Stoff und Drahtb\u00f6gen. Ein Gl\u00fcck habe ich die in einem Alter gesehen, wo mir verkr\u00fcppelte Versionen meiner Kindheits-Helden keine Alptr\u00e4ume mehr bescheren. Viel kunstvoller wirkten hingegen die (vermutlich) h\u00f6chst poetischen Inschriften in einer kleinen H\u00f6hle, die der Fluss in den Berg gegraben hatte. Tausende Schriftzeichen bedeckten die steil abfallenden W\u00e4nde, versteinerte Gedanken von Soldaten, die dort irgendwann einmal bei einer Belagerung zu viel Zeit gehabt hatten.<\/p>\n<div id=\"attachment_409\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2471.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-409\" class=\"size-medium wp-image-409\" alt=\"Mitglied der Affenkolonie\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2471-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2471-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2471-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2471.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-409\" class=\"wp-caption-text\">Mitglied der Affenkolonie<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_412\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2485.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-412\" class=\"size-medium wp-image-412\" alt=\"Camel Rock\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2485-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2485-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2485-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2485.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-412\" class=\"wp-caption-text\">Camel Rock<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_411\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2484.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-411\" class=\"size-medium wp-image-411\" alt=\"H\u00f6hlenmalerei\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2484-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2484-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2484-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2484.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-411\" class=\"wp-caption-text\">H\u00f6hlenmalerei<\/p><\/div>\n<p>Auch der darauf folgende Ausflug f\u00fchrte uns in eine H\u00f6hle, die \u201eReed Flute Cave\u201c, in der wir zum \u201eSpelunking\u201c abtauchen wollten. Diese h\u00fcbsche Vokabel hat mir David beigebracht und bezeichnet \u2013 wer h\u00e4tte es gedacht \u2013 das Erkunden von unterirdischen G\u00e4ngen und H\u00f6hlen. Wirklich gerecht wurden wir dieser Definition allerdings nicht, denn letzen Endes trabten wir die ganze Zeit im Stechschritt einer chinesischen Touristenf\u00fchrerin hinterher, die zu jedem Steinh\u00e4ufchen einiges zu erz\u00e4hlen wusste. \u00dcberw\u00e4ltigend war das Ganze aber trotzdem. Es w\u00e4re ja auch zu langweilig, einfach mit der Taschenlampe die verschiedenen interessanten Gebilde anzuleuchten. Stattdessen hatte man \u00fcberall geschickt LED-B\u00e4nder und Strahler installiert, die die Stalagmiten und Stalagtiten in allen Farben ausleuchteten. So f\u00fchlte man sich ein bisschen, wie als w\u00fcrde man durch Alice\u2019s Wunderland wandern, w\u00e4hrend im Sekundentakt die Blitze von Fotoapparaten im Dunkel aufzucken.<\/p>\n<p>Zu jeder imposanten Auft\u00fcrmung von Kalkstein gab es zur zus\u00e4tzlichen Erheiterung noch anregende Geschichtchen und Betitelungen zu verk\u00fcnden, so dass man an Schneem\u00e4nnern, pr\u00e4historischen W\u00e4ldern und einem \u201eTausendf\u00fc\u00dfler, der vor einem magischen Spiegel zur\u00fcckschreckt\u201c vor\u00fcberging. Der\u00a0 H\u00f6hepunkt der Expedition folgte schlie\u00dflich, als der Gang in einen riesigen nat\u00fcrlichen Saal m\u00fcndete, wieder komplett ausgestattet mit dem poetischen Titel \u201eCrystal Palace of the Dragon King\u201c. W\u00e4hrend man dort heute die Lichtreflexionen auf der spiegelglatten Oberfl\u00e4che eines wahrscheinlich weniger nat\u00fcrlichen Sees bewundern kann, diente die Halle fr\u00fcher als Kriegsbunker diente.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt entdeckten wir die unfreiwilligen Bewohner des H\u00f6hlenkomplexes. In einem etwas abgetrennten Bereich befanden sich ein paar kleine Steinbecken, in denen Schnappschildkr\u00f6ten und sogar einer majest\u00e4tischen Karett-Schildr\u00f6te missgelaunt hin- und herschwammen. Die hatte es allerdings immer noch besser getroffen als zwei ihrer Verwandten, welche sich als lebendiger Verkaufstisch keinen Zentimeter r\u00fchren durften und gef\u00e4lschte Jade-Anh\u00e4nger auf ihrem Panzer trugen. Was sich wohl die schlauen K\u00f6pfe gedacht hatten, die die touristische Erschlie\u00dfung der Reed Flute Cave geplant hatten? Wohl frei nach dem Motto: \u201eFaszinierende Tropfsteine sind definitiv zu \u00f6de, lasst uns Schildkr\u00f6ten ins ewige Dunkel werfen, damit sich da unten wenigstens irgendwas bewegt \u201c. Aus Mitleid f\u00fcr die armen Kreaturen sah ich jedenfalls trotz w\u00e4rmster Erinnerung an die goldene Woche in Wuhan davon ab, ihre Sch\u00e4del mit M\u00fcnzen einzuschlagen (ich h\u00e4tte sie ja gerne gerettet, Marie, aber leider haben die Armen nicht ganz ins Handgep\u00e4ck gepasst!).<\/p>\n<div id=\"attachment_415\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2522.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-415\" class=\"size-medium wp-image-415\" alt=\"Bunte Tropfsteine\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2522-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2522-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2522-500x281.jpg 500w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2522.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-415\" class=\"wp-caption-text\">Bunte Tropfsteine<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_430\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2535.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-430\" class=\"size-medium wp-image-430\" alt=\"Wo ist wohl der Hundertf\u00fc\u00dfer, der vor einem magischen Spiegel zur\u00fcckschreckt?\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2535-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2535-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2535-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2535.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-430\" class=\"wp-caption-text\">Wo ist wohl der Hundertf\u00fc\u00dfer, der vor einem magischen Spiegel zur\u00fcckschreckt?<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_413\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2524.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-413\" class=\"size-medium wp-image-413\" alt=\"Der Kristallpalast des Drachenk\u00f6nigs\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2524-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2524-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2524-500x281.jpg 500w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2524.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-413\" class=\"wp-caption-text\">Der Kristallpalast des Drachenk\u00f6nigs<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_414\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2528.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-414\" class=\"size-medium wp-image-414\" alt=\"Schildkr\u00f6ten-Verkaufstisch\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2528-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2528-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2528-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2528.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-414\" class=\"wp-caption-text\">Schildkr\u00f6ten-Verkaufstisch<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_431\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/310036_4833383905722_820152191_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-431\" class=\"size-medium wp-image-431\" alt=\"Besser als jedes Proteinshake!\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/310036_4833383905722_820152191_n-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/310036_4833383905722_820152191_n-300x200.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/310036_4833383905722_820152191_n-450x300.jpg 450w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/310036_4833383905722_820152191_n.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-431\" class=\"wp-caption-text\">Besser als jedes Proteinshake!<\/p><\/div>\n<p>Bevor wir unsere Reise fortsetzen, erfuhr ich noch vom \u00e4hnlich ungl\u00fccklichen Schicksal einer ganz anderen Tierart. In einer der h\u00fcbsch angelegten Snack-Streets der Stadt sahen wir dabei zu, wie eine Frau vor einem Laden Seide herstellte. Dazu muss man die Seidenraupen-Kokons erst einmal auskochen, sodass sich das sterbende Insekt von seinen Spinnf\u00e4den l\u00f6st. Anschlie\u00dfend trennt man den feinen Stoff und die toten K\u00f6rper voneinander. Und einen dieser br\u00e4unlichen, glitschigen Leichname hielt mir die Seidenspinnerin auf einmal vor meine neugierige Nase. Was sollte ich den jetzt damit? Grinsend nahm die nette Dame eine der Raupen und biss einmal herzhaft hinein. W\u00e4re ja auch wenig nachhaltig gewesen, die armen Tierchen einfach wegzuwerfen. Um zu verhindern, dass die Gute mich am Ende noch eine davon h\u00f6chstpers\u00f6nlich in den Mund steckte, nahm ich also dankend ein paar davon entgegen und legte sie mir auf die Zunge. Recht mehlig, das Ganze, mit einem an Shrimps erinnernden Chitin-Panzer leicht nussig im Abgang. Naja, aber wie uns Timon und Pumbaa so sch\u00f6n lehrten: Schleimig, aber vitaminreich! Und immerhin kostenlos!<\/p>\n<div id=\"attachment_432\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2503.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-432\" class=\"size-medium wp-image-432\" alt=\"SAM_2503\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2503-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2503-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2503.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-432\" class=\"wp-caption-text\">Das etwas andere Gew\u00fcrz &#8211; auch gut gegen Rheuma<\/p><\/div>\n<p>Wie die Ameisen schmeckten, die in den Spezialit\u00e4ten-L\u00e4den feilgeboten wurden, wollte ich anschlie\u00dfend allerdings nicht mehr austesten. Die gab es aber auch nur in viel zu gro\u00dfen Packungen und mein Hunger nach Insekten war f\u00fcrs Erste gestillt. Flo meinte jedoch, dass man die zum W\u00fcrzen von Suppen benutzen konnte und sie dem Essen aufgrund der enthaltenen S\u00e4ure eine leichte Sch\u00e4rfe verliehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fr\u00fch am Morgen unseres dritten Tages stiegen wir in einen Touri-Bus, der uns nach Yangshuo bringen sollte. Unser Reisef\u00fchrer stellte sich mit dem einpr\u00e4gsamen Namen \u201eKFC\u201c vor, mit der schlagfertigen Begr\u00fcndung, das seine Lieblings-Fastfood-Kette \u00fcberall den gleichen Qualit\u00e4ts-Standard bietet. Das konnte ja nur gut werden. Wir d\u00fcsten n\u00e4mlich nicht nur geradewegs zum n\u00e4chsten Bestimmungsort, sondern hielten auf halben Weg in einem Dorf am Li-Fluss an, der von Guilin nach Yangshuo flie\u00dft. Hier stiegen wir an jeweils zu viert auf ein Boot, das aus ein paar langen, hohlen Plastikrohren und einem kleinen Sonnenschutz zusammengebaut war. Nachdem wir vom Ufer abgelegt hatten, bot sich uns zum ersten Mal die Gelegenheit, die \u00fcberw\u00e4ltigende Landschaft der Region Guangxi zu bewundern.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir sanft auf dem Fluss entlang glitten, t\u00fcrmten in unmittelbarer N\u00e4he des Wasserlaufs gewaltige Felsw\u00e4nde auf, von denen Wasserf\u00e4lle st\u00fcrzten und vor denen sich Bambusw\u00e4lder im Wind wiegten. Durch den morgendlichen Dunst erhoben sich die weiter entfernten H\u00fcgel als m\u00e4chtige, scharf umrissene Silhouetten in verschiedenen zarten Graut\u00f6nen und man meinte fast, direkt auf ein chinesisches Tuschegem\u00e4lde zuzufahren. Als die Sonne ihre Strahlen durch den Dunst sandte, fiel es nicht schwer, in den steinernen T\u00fcrmen, B\u00f6gen, Kuppen und Graten irgendwelche Figuren zu erkennen, auf die uns KFC zuvor hingewiesen hatte und die Bezeichnung \u201eZauberberge\u201c erkl\u00e4rte sich ganz von selbst. Wie unser Guide so sch\u00f6n gesagt hatte: \u201e20 Prozent der Sch\u00f6nheit der Berge erschlie\u00dfen sich durch das simple Beglotzen, f\u00fcr weitere 10 Prozent ist der Touristenf\u00fchrer zust\u00e4ndig und die restlichen 70 Prozent entspringen der Fantasie des Beobachters.\u201c Ein Mann, der sich zu einem M\u00e4dchen hinunter beugt, ein Haufen Pferde und das Motiv des 20-Yuan-Scheins hatten wir gesehen, als wir wieder zur\u00fcck zum Bus kehrten und unsere Reise fortsetzten. Wenn es so weitergeht, werde ich bis zum Ende meines Aufenthalts alle Geldscheine abgearbeitet haben!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2544.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-416\" alt=\"\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2544-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2544-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2544-500x281.jpg 500w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2544.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2545.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-417\" alt=\"SAM_2545\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2545-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2545-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2545-500x281.jpg 500w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2545.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2574.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-420\" alt=\"SAM_2574\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2574-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2574-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2574-500x281.jpg 500w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2574.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2548.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-419\" alt=\"SAM_2548\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2548-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2548-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2548-500x281.jpg 500w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2548.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als ge\u00fcbter Reisef\u00fchrer hatte uns KFC \u00fcberzeugt, dass wir unbedingt noch einen zus\u00e4tzlichen Stopp in einem Dorf einlegen und einen gesalzenen Touri-Preis daf\u00fcr bezahlen m\u00fcssen. Anscheinend herrscht dort die Tradition, dass junge M\u00e4dchen eine besondere Kleidung tragen, einen Seidenball anfertigen und in die Luft werfen. Der gl\u00fcckliche Freier, der diesen Ball f\u00e4ngt, muss eine Nacht im Dorf verbringen darf das M\u00e4dchen heiraten. Mit der Erwartung, von einem Seidenball-Regen willkommen gehei\u00dfen zu werden, stiegen wir aus dem Bus \u2013 und erfuhren wenig sp\u00e4ter, dass das nur am Fr\u00fchlingsfest der Fall war. Reingelegt!<\/p>\n<div id=\"attachment_421\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2586.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-421\" class=\"size-medium wp-image-421\" alt=\"Chinesische Haust\u00fcr mit D\u00e4monen-Abwehr-System\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2586-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2586-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2586-500x281.jpg 500w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2586.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-421\" class=\"wp-caption-text\">Chinesische Haust\u00fcr mit D\u00e4monen-Abwehr-System<\/p><\/div>\n<p>Wenigstens erfuhren wir ein paar weitere interessante Details der chinesischen Kultur, die mir bisher noch nie aufgefallen waren, weil sie in der Stadt nicht mehr so h\u00e4ufig ausgelebt werden. An den Hauseing\u00e4ngen hier sind \u00fcblicherweise auf den T\u00fcrfl\u00fcgeln die Abbildungen von zwei sch\u00fctzenden g\u00f6ttlichen Kriegern und ein Spiegel direkt \u00fcber dem Eingang angebracht. Etwa, damit geladene G\u00e4ste vor dem Betreten noch einmal checken k\u00f6nnen, ob das Make Up auch sitzt? So \u00e4hnlich. D\u00e4monen, die das Haus heimsuchen wollen, m\u00fcssen in China scheinbar immer den Haupteingang nehmen. Und sobald sie sich im Spiegel erblicken, erschrecken sie derart \u00fcber ihre eigene h\u00e4ssliche Fratze, dass sie lieber auf der Schwelle kehrt machen.<\/p>\n<div id=\"attachment_423\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2593.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-423\" class=\"size-medium wp-image-423\" alt=\"Kormoran-Fischer\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2593-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2593-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2593-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2593.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-423\" class=\"wp-caption-text\">Kormoran-Fischer<\/p><\/div>\n<p>Anschlie\u00dfend durften wir in der Nachmittags-Sonne eine kleine Bambus-Flo\u00dffahrt antreten, diesmal auch tats\u00e4chlich auf einem Boot, das nur Platz f\u00fcr zwei Personen bot und ausschlie\u00dflich aus ein paar Bambusstangen angefertigt war. W\u00e4hrend unser Steuermann sachte immer wieder einen langen Bambusstab auf den Flussgrund stie\u00df, sahen wir einem Fischer zu, der einige effiziente Gehilfen ausgebildet hatte: drei Kormorane halfen ihm gekonnt bei seiner Arbeit. Nur noch wenige nehmen die B\u00fcrde auf sich, jahrelang einen der gro\u00dfen, schwarzen V\u00f6gel zu trainieren, doch angesichts der Tatsache, dass Kormorane t\u00e4glich bis zu f\u00fcnfzig Kilogramm Fisch fangen k\u00f6nnen, lohnt sich die M\u00fche am Ende vermutlich.<\/p>\n<div id=\"attachment_426\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2615.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-426\" class=\"size-medium wp-image-426\" alt=\"Wasserb\u00fcffel-Nachwuchs\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2615-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2615-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2615-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2615.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-426\" class=\"wp-caption-text\">Wasserb\u00fcffel-Nachwuchs<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_424\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2602.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-424\" class=\"size-medium wp-image-424\" alt=\"Wasserb\u00fcffel-Reiten\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2602-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2602-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2602-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2602.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-424\" class=\"wp-caption-text\">Wasserb\u00fcffel-Reiten<\/p><\/div>\n<p>Einen weiteren Gehilfen der lokalen Bev\u00f6lkerung lernten wir auf einer kleinen Insel imFluss kennen. Dort grasten ein paar Wasserb\u00fcffel vor sich hin, die normalerweise bei der Feldarbeit mit anpacken. Den Exemplaren auf der Insel wurde jedoch die h\u00f6chst ehrenvolle Aufgabe zuteil, Touristen auf dem R\u00fccken herumzutragen. Als ich es ebenfalls geschafft hatte, auf einen der Huftr\u00e4ger zu klettern, begriff ich recht schnell, warum kein mir bekanntes Volk der Welt K\u00fche als Reittiere nutzte. Auch wenn mir nicht gerade ein Rodeo-Ritt beschert wurde, schwankte man obenauf wie ein Betrunkener und konnte nicht wirklich bestimmen, in welche Richtung der Gute denn jetzt gehen sollte. W\u00e4re da nicht der chinesische Aufpasser gewesen, h\u00e4tte ich meine Reise vermutlich auf einem Wasserb\u00fcffel fortsetzen m\u00fcssen. Halb so schlimm, denn man konnte einfach nicht anders, als die gem\u00fctlichen Riesen mit den langen, geschwungenen H\u00f6rnern und den treuherzigen dunklen Augen ins Herz zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wieder auf dem sicheren Bambusboot tuckerten wir flussabw\u00e4rts unter der Drachenbr\u00fccke hindurch, die zwar als einfach Steinkonstruktion nicht die entfernteste \u00c4hnlichkeit zu einem Drachen teilte, daf\u00fcr jedoch wahrscheinlich \u00e4lter war, als die meisten chinesischen Tempel, die alle paar Jahre rundum erneuert zu werden scheinen. W\u00e4hrend wir uns von der Nachmittagssonne bescheinen lie\u00dfen, posierten auf vorbeigleitenden Fl\u00f6\u00dfen flei\u00dfig Brautpaare, die erfahrungsgem\u00e4\u00df an sch\u00f6nen Tagen vor jedem halbwegs malerischen Panorama auftauchen, um ihre besiegelte Liebe auf wahnsinnig teuren Bildern festzuhalten. F\u00fcr das obligatorische Stromschnellen-Foto wollte allerdings keiner der jungen Liebenden posieren \u2013 da w\u00e4re ja auch das wunderbar stimmig giftgr\u00fcn-pinke Brautkleid (passend zum Kermit-der-Frosch-Anzug) gar nicht richtig zur Geltung gekommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_434\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2587.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-434\" class=\"size-medium wp-image-434\" alt=\"Ausblick von der Drachenbr\u00fccke 1\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2587-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2587-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2587-500x281.jpg 500w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2587.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-434\" class=\"wp-caption-text\">Ausblick von der Drachenbr\u00fccke 1<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_425\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2617.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-425\" class=\"size-medium wp-image-425\" alt=\"Die Drachenbr\u00fccke\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2617-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2617-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2617-500x281.jpg 500w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2617.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-425\" class=\"wp-caption-text\">Die Drachenbr\u00fccke<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_422\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2588.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-422\" class=\"size-medium wp-image-422\" alt=\"Ausblick von der Drachenbr\u00fccke 2\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2588-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2588-300x168.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2588-500x281.jpg 500w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/02\/SAM_2588.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-422\" class=\"wp-caption-text\">Ausblick von der Drachenbr\u00fccke 2<\/p><\/div>\n<p>Anstatt uns danach noch Zeit zu geben, das Dorf zu erkunden, lotste uns KFC schlie\u00dflich direkt zum Bus nach Yangshuo zur\u00fcck. So hatte sich sein Name irgendwie best\u00e4tigt. Chinesische Touri-Ausfl\u00fcge schienen wohl einiges mit Fastfood gemein zu haben \u2013 zwar recht gut, aber \u00fcberteuert und nicht gerade s\u00e4ttigend. In Yangshuo angelangt w\u00fcrde sich uns allerdings noch ausreichend Gelegenheit bieten, unseren Erkundungshunger zu stillen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Februar wird in China das Fr\u00fchlingsfest gefeiert \u2013 und damit brechen auch die von vielen Sch\u00fclern und Lehrern gleicherma\u00dfen hei\u00dfersehnten Fr\u00fchlingsferien an. Aber wie sagt man so sch\u00f6n \u2013 zuerst die Arbeit(en) und dann das Vergn\u00fcgen. 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