{"id":395,"date":"2013-01-19T11:24:05","date_gmt":"2013-01-19T10:24:05","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/?p=395"},"modified":"2013-01-20T15:42:05","modified_gmt":"2013-01-20T14:42:05","slug":"erlebnisse-am-ende-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/","title":{"rendered":"Erlebnisse am Ende der Welt"},"content":{"rendered":"<p>Weil Hainan den s\u00fcdlichsten Zipfel des riesigen Landes bildet, nennen ihn viele Chinesen auch \u201eDas Ende der Welt\u201c. Gewisserma\u00dfen kam das sehns\u00fcchtig erwartete Ende der Welt f\u00fcr uns also tats\u00e4chlich am 21. Dezember. Wenigstens das Schicksal einiger Kulturweit-Freiwilligen hatten die Maya also richtig vorausgesagt. Immerhin. Wie am Ende der Welt f\u00fchlten wir uns allerdings die wenigste Zeit, die wir auf der Insel verbrachten.<\/p>\n<p>Viel mehr kommt man sich teilweise eher vor, als h\u00e4tte man Hawaii heimlich nach Russland verlegt. F\u00fcr zahlreiche Russen genie\u00dft Hainan n\u00e4mlich eine \u00e4hnlich gro\u00dfe Attraktivit\u00e4t wie Mallorca f\u00fcr die Deutschen und folglich ist die russische Sprache zumindest in Sanya allgegenw\u00e4rtig. Stra\u00dfenschilder sind sowohl Chinesisch als auch Kyrillisch beschriftet, es gibt russische Kneipen mit russischen Kellnerinnen in sehr freiz\u00fcgiger Arbeitskleidung und in vielen Restaurants wird jedem halbwegs ausl\u00e4ndisch aussehenden Gast erst einmal die russische Speisekarte gereicht.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen ist die Stadt (verst\u00e4ndlicherweise) sehr stark touristisch gepr\u00e4gt. \u00dcberall schie\u00dfen exquisite Luxushotels aus dem Boden und auch die Preise schie\u00dfen vor allem im Vergleich zu Wuhan in ungewohnte H\u00f6hen. F\u00fcr das unverzichtbare Eis am von Badeg\u00e4sten \u00fcberlaufenen Dadong Beach zahlt man beispielsweise so viel, wie f\u00fcr ein s\u00e4ttigendes Mittagsmahl in meiner Snack-Street um die Ecke. W\u00e4hrend man dann feststellt, dass man soeben mal wieder Schoko- mit Bohnenf\u00fcllung verwechselt hat, wedelt ein flei\u00dfiger Gesch\u00e4ftsmann mit Werbeflyern vor der Nase herum. \u201eDIVING???\u201c Nein danke! Zehn Minuten mit der Sauerstoffflasche an der Hand eines Profis sind mir doch irgendwie keine siebzig Euro wert. Genauso wie die verlockenden Restaurants, die die gesamte Strandpromenade s\u00e4umen und bei deren Angebot einem das Wasser unwillk\u00fcrlich im Mund zusammenl\u00e4uft. Leider mussten wir uns damit begn\u00fcgen, den wohlhabenden G\u00e4sten dabei zuzusehen, wie sie eine Languste nach der anderen knackten. Schlie\u00dflich wollte ja keiner von uns seinen gesamten Kulturweit-Zuschuss f\u00fcr ein paar Meeresfr\u00fcchte ausgeben.<\/p>\n<div id=\"attachment_397\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_1976a\/\" rel=\"attachment wp-att-397\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-397\" class=\"size-medium wp-image-397\" alt=\"SAM_1976a\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_1976a-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_1976a-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_1976a-399x300.jpg 399w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_1976a.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-397\" class=\"wp-caption-text\">Zwischen den Palmen das blaue Meer<\/p><\/div>\n<p>Ist Sanya also genauso authentisch wie ein sogenanntes German Hamburg Steak mit Spaghetti und Spiegelei in Wuhan? Im Gegenteil, wir mussten manchmal nur etwas genauer hinsehen. Beispielsweise auf dem Weg zu unserem Lieblingsstrand, dem Xiaodong Beach. Daf\u00fcr legten wir zwar immer eine etwas l\u00e4ngere Fu\u00dfstrecke zur\u00fccklegen, bekamen allerdings im Gegenzug wei\u00dfen Sand, kostenlose Schattenpl\u00e4tze unter Kokospalmen, relativ wenige Badeg\u00e4ste und azurblaues Wasser geboten. Nat\u00fcrlich blieb auch dieser Strand keinesfalls von Hochglanz-Luxus-Monstern verschont, aber ein gro\u00dfer Teil deren befand sich bei unserer Ankunft noch in der finalen Bauphase. Da es dort neben ein paar Touristen nicht mehr viel einheimisches Leben gibt, schienen die Stra\u00dfen dort verd\u00e4chtig klinisch rein und ebenso verd\u00e4chtig ausgestorben. Und leergefegte Stra\u00dfen habe ich bisher vor elf Uhr nachts in keiner chinesischen Gro\u00dfstadt gesehen (allerdings habe ich zugegebenerma\u00dfen auch noch nicht so viele chinesische St\u00e4dte gesehen).<\/p>\n<div id=\"attachment_391\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2327\/\" rel=\"attachment wp-att-391\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-391\" class=\"size-medium wp-image-391\" alt=\"SAM_2327\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2327-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2327-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2327-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2327.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-391\" class=\"wp-caption-text\">Chinesische Stra\u00dfenhochzeit mit Luxushotels im Hintergrund<\/p><\/div>\n<p>Doch pl\u00f6tzlich wechselt man die Stra\u00dfenseite und findet sich zwischen einer Ansammlung von bunt zusammengew\u00fcrfelten Tante-Emma-L\u00e4den und Gark\u00fcchen wieder. H\u00fchner und struppige Hundewelpen tollen unter den Tischen hindurch, an denen Menschen ihr Mittagessen zu sich nehmen. Die Menschen, die die Hochglanz-Luxus-Monster gebaut haben oder mittlerweile dort arbeiten. Die, die nicht nur in Sanya sind, um sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen und die, die sogar hier heiraten und sich niederlassen. Woher ich das so genau wei\u00df? Ganz einfach, als wir wieder einmal nach gebratenem Reis suchten, schien die Stra\u00dfe pl\u00f6tzlich so lebendig wie nie zuvor. \u00dcberall auf den Gehwegen hatte man Plastikhocker und Tische aufgestellt. Leckere Speisen dufteten verf\u00fchrerisch und mit den stillen, sterilen Hotelbauten im Hintergrund trank man ausgelassen Bai Jiu, warf mit Knochen und Garnelenk\u00f6pfen um sich und sorgte f\u00fcr einen sehr lebhaften Ger\u00e4uschpegel. Als ich das Ganze fasziniert begaffte, forderte mich sogar einer der G\u00e4ste auf, mich zu ihnen zu setzen und an der Hochzeit teilzunehmen. Allerdings konnte ich das Brautpaar nirgendwo sehen und ohne deren Segen wollte ich nicht einfach \u00fcber das ganze gute Essen herfallen.<\/p>\n<p>Auch am Strand wurden wir bisweilen Zeuge von diversen Feierlichkeiten. T\u00e4glich schlugen die chinesischen Sonnenbadenden zwischen den Palmen ihre Zelte auf oder breiteten gro\u00dfe Plastikmatten aus, um darauf den halben Hausrat abzustellen. Besonders unterhaltsam fand ich die Seniorengruppe, die ihren Ghettoblaster mitgebracht hatte und mehrere Flaschen mit recht zweifelhaftem Inhalt leerte. Bald tanzten die braungebrannten Rentner so euphorisch miteinander im Sand, dass sogar die \u00e4ltere Dame, die von morgens bis abends den Sand kehrte, eine Weile neugierig von ihrer anspruchsvollen Arbeit innehielt.<\/p>\n<div id=\"attachment_393\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2008\/\" rel=\"attachment wp-att-393\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-393\" class=\"size-medium wp-image-393 \" alt=\"SAM_2008\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2008-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2008-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2008-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2008.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-393\" class=\"wp-caption-text\">Ein mutiger Kletterer<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_392\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2018\/\" rel=\"attachment wp-att-392\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-392\" class=\"size-medium wp-image-392\" alt=\"SAM_2018\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2018-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2018-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2018-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2018.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-392\" class=\"wp-caption-text\">Ahoi!<\/p><\/div>\n<p>Die Gute geh\u00f6rte ebenso zum Inventar der kleinen Bucht wie die Gruppe von einheimischen Kindern, die dort gelegentlich ihre F\u00e4higkeiten zur Schau stellten. Flink wie eine Katze kraxelte einer der Jungs mit einem Buschmesser zwischen den Z\u00e4hnen an den Palmen hoch und machte sich oben angekommen daran, eine Kokosnuss abzus\u00e4gen. Und im n\u00e4chsten Moment blieb mir beinahe das Herz stehen. W\u00e4hrend die anderen fr\u00f6hlich um den Stamm herum h\u00fcpften, st\u00fcrzte zuerst die gr\u00fcne Frucht und direkt danach das Messer in die Menge. Ach du Schei\u00dfe, das h\u00e4tte um ein Haar jemandem den Sch\u00e4del gespalten, dachte ich entsetzt. Aber jetzt, wo die Nuss schon mal unten war \u2013 konnte man da wohl auch eine abbekommen? Fragen kostet ja bekanntlich nichts. \u201eEin Yuan!\u201c, sagte einer der Kleinen grinsend und streckte erwartungsvoll seine Hand aus. Na, wenn\u2019s weiter nichts ist! \u00dcberraschenderweise schmeckte die Kokosnuss frisch vom Baum sogar viel \u00fcberzeugender als meine erste, die ich vor ein paar Monaten in der Hu Bu Xiang gegessen hatte. Abgesehen davon stellen die tropischen Fr\u00fcchte einen ganz vorz\u00fcglichen Energie- und Vitaminlieferanten nach einer langen Nacht dar. Was nat\u00fcrlich in keinerlei Zusammenhang mit der Masse an Kokosn\u00fcssen steht, die wir w\u00e4hrend unserem Aufenthalt in Sanya vernichtet haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_396\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_1962\/\" rel=\"attachment wp-att-396\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-396\" class=\"size-medium wp-image-396\" alt=\"SAM_1962\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_1962-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_1962-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_1962-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_1962.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-396\" class=\"wp-caption-text\">Zoohandlung oder Restaurant?<\/p><\/div>\n<p>Delizi\u00f6se lokale Spezialit\u00e4ten verk\u00f6stigten wir dar\u00fcber hinaus nicht nur am Strand. Gerade wenn man auf Meeresfr\u00fcchte steht, kann man es sich in Sanya wirklich gut gehen lassen. An jeder Ecke gibt es verlockende Restaurants, vor deren Eing\u00e4ngen reihenweise \u00fcberquellende Aquarien vor sich hin blubbern. Des \u00d6fteren mussten die armen anderen Freiwilligen auf mich warten, weil ich mal wieder irgendein exotisches Tierchen ersp\u00e4ht hatte, von dem ich nicht einmal wusste, dass man das essen kann. Von farbenpr\u00e4chtigen Papageienfischen \u00fcber Mur\u00e4nen, Langusten, Sandhaien, Schlangenkopffischen bis hin zu stachelbesetzen Igelfischen mit giftigen Innereien verkaufte man dort scheinbar einfach alles, was ins Netz ging. Das erkl\u00e4rt vielleicht, warum ich beim Schnorcheln au\u00dfer ein paar h\u00fcbschen Korallen, bunten Fischchen und angriffslustigen Krebsen nicht viel zu sehen bekam.<\/p>\n<div id=\"attachment_371\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2123\/\" rel=\"attachment wp-att-371\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-371\" class=\"size-medium wp-image-371\" alt=\"SAM_2123\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2123-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2123-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2123-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2123.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-371\" class=\"wp-caption-text\">Wer holt sich die besten Leckereien aus der Gefriertruhe?<\/p><\/div>\n<p>Weil man in diesen Lokalen aber meist bereitsherausgefunden hat, wie viel Geld man aus ahnungslosen Touristen herausschlagen kann, mussten wir uns andere \u00d6rtlichkeiten suchen, um dennoch in den Genuss von Sanyas sensationellen Seebewohnern zu kommen. Was macht man in so einer Situation? Tom fragen nat\u00fcrlich. Und der wusste gleich, wohin wir unbedingt gehen sollten: zum Barbecue in der Fischersiedlung. In der D\u00e4mmerung begann in den Gassen am Fu\u00dfe des H\u00fcgels immer ein buntes Treiben, weil die Kneipen ins Abendgesch\u00e4ft \u00fcbergingen und die Grills angeworfen wurden. Direkt neben einer etwas dubiosen \u00d6rtlichkeit, wo man allem Anschein nach fangfrische Seepferdchen anbot, versammelten wir uns unter Toms Anleitung um eine gut gef\u00fcllte Gefriertruhe, aus der sich jeder sein individuelles Men\u00fc zusammenstellte. Als ich einen Blick hineinwarf, verliebte ich mich sofort den Stachelrochen, der mich ziemlich eisig angrinste (Rochen sehen wirklich aus, als w\u00fcrden sie l\u00e4cheln. Das ist ein bisschen unheimlich). Zwar warteten wir eine f\u00fcr chinesische Verh\u00e4ltnisse ungewohnt lange halbe Stunde, bis man unsere Bestellungen gebrutzelt hatte, aber es lohnte sich letztendlich voll und ganz. Ich h\u00e4tte nie gedacht, dass ein Tier, das aussieht wie ein etwas missratener, grinsender Pfannkuchen aussieht, derart auf der Zunge zergehen w\u00fcrde. Und das tat er nicht nur im \u00fcbertragenen Sinne, da das gute St\u00fcck keinerlei Knochen besitzt. Tats\u00e4chlich enthielt der Rochen gerade einmal ein paar Knorpel, die mich unfreiwilligerweise kaum daran hinderten, mein zweites Fischgehirn zu verspeisen. Immerhin hatte man es gut durchgebraten.<\/p>\n<div id=\"attachment_372\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2125\/\" rel=\"attachment wp-att-372\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-372\" class=\"size-medium wp-image-372 \" alt=\"SAM_2125\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2125-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2125-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2125.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-372\" class=\"wp-caption-text\">Mein Rochen vor dem Grillen&#8230;<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_373\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/stingray\/\" rel=\"attachment wp-att-373\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-373\" class=\"size-medium wp-image-373 \" alt=\"stingray\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/stingray-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/stingray-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/stingray.jpg 720w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-373\" class=\"wp-caption-text\">&#8230;und nach dem Grillen<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_386\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2393\/\" rel=\"attachment wp-att-386\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-386\" class=\"size-medium wp-image-386\" alt=\"SAM_2393\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2393-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2393-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2393-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2393.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-386\" class=\"wp-caption-text\">Panda beim Kochen<\/p><\/div>\n<p>Die eindeutig fragw\u00fcrdigste Spezialit\u00e4t probierte ich jedoch erst ein paar Tage sp\u00e4ter. Kurz nachdem wir mit M\u00fch und Not den Weg aus dem Bett in den Aufenthaltsraum gefunden hatten, lud uns Panda dazu ein, mit ihm und einigen anderen G\u00e4sten Meeresfr\u00fcchte zuzubereiten und zu essen. Panda war ein Langzeitgast in dem Hostel und hatte diesen liebevollen Spitznamen Tom zufolge aufgrund seines Heimatorts, der Panda-Hauptstadt Chengdu, und seiner, \u00e4h, knuffigen Erscheinung verpasst bekommen. Weil sich meine gesch\u00e4tzten Mitreisenden von Fisch zum Fr\u00fchst\u00fcck weniger begeistert zeigten, endete ich als einziger Nicht-Chinese im Koch-Team. In der kleinen Komb\u00fcse des Captain\u2019s House \u00fcbernahm ich die h\u00f6chst verantwortungsvolle Aufgabe, Oktopus-Arme und Jakobsmuscheln zu waschen, auf die im Dampf garenden Fische aufzupassen und das Ganze fotografisch festzuhalten. W\u00e4hrenddessen pr\u00e4parierte, w\u00fcrzte und briet Panda ein Gericht nach dem anderen und verarbeitete Chilli-Schoten in rauen Mengen, um seiner sichuanesischen Herkunft gerecht zu werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_387\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2399\/\" rel=\"attachment wp-att-387\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-387\" class=\"size-medium wp-image-387\" alt=\"SAM_2399\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2399-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2399-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2399-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2399.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-387\" class=\"wp-caption-text\">Pandas Sternemen\u00fc &#8211; rechts oben Seegurken<\/p><\/div>\n<p>Nach einer Stunde Hochleistungs-Gourmet-Kochen bzw. dekorativ in der Landschaft Herumstehen versammelten wir uns auf der Terrasse um eine verf\u00fchrerisch dampfende Auswahl an Meeresgetier. Bei den in tiefroter So\u00dfe schwimmenden Kraken-Tentakeln wurde mir doch ein bisschen warm um die Zungenspitze, aber mittlerweile war ich nach zahlreichen Hot-Pots mit meinen sch\u00e4rfeliebenden Kollegen einiges gewohnt. Als ziemlich gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig hingegen entpuppte sich ein weiterer, mit r\u00f6tlicher So\u00dfe gef\u00fcllter Topf. Darin schwammen scheinbar schwarzbraune Gummist\u00fccke, aus denen teilweise recht un\u00e4sthetische Pusteln hervorstanden. Seegurke. Warum man das \u00fcberhaupt als Delikatesse bezeichnen darf, ist mir bis heute ein R\u00e4tsel. Die Weichtiere kosten auf dem Markt unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viel, daf\u00fcr dass sie tats\u00e4chlich ein bisschen schmecken wie die letzte saure Gurke, die man im Glas vergessen hat \u2013 und zu allem \u00dcberfluss die Konsistenz von gekochtem Knorpel besitzen.<\/p>\n<p>Aufgrund ihrer gar magischen Wirkung gegen Gelenkschmerzen und Potenzprobleme gelten sie in vielen asiatischen L\u00e4ndern trotzdem als Wundermittel, dass man oft zu speziellen Anl\u00e4ssen isst. So bekam Franzi zum Beispiel w\u00e4hrend ihres Aufenthalts in Indien zur Feier des Tages einmal eine ganze Seegurke vorgesetzt, die die Arme aus H\u00f6flichkeitsgr\u00fcnden bis auf den letzten schleimigen Bissen herunterw\u00fcrgen musste \u2013 und sich anschlie\u00dfend die Seele aus dem Leib\u2026 Wie auch immer, wenigstens brauchte ich bei den seltsamen Kreaturen nicht bef\u00fcrchten, schon wieder\u00a0 versehentlich ein Gehirn zu verspeisen, denn die Natur hatte wohl beschlossen, dass Seegurken auch ganz gut ohne ein solches auskommen. Beim grandiosen Rest des Men\u00fcs wunderte mich \u00fcbrigens, warum Robert und Tom unseren Panda nicht wirklich als Gourmet-Koch anstellten.<\/p>\n<div id=\"attachment_388\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2400\/\" rel=\"attachment wp-att-388\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-388\" class=\"size-medium wp-image-388\" alt=\"SAM_2400\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2400-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2400-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2400-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2400.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-388\" class=\"wp-caption-text\">Haifisch in allen Variationen &#8211; lecker, aber wenig nachhaltig<\/p><\/div>\n<p>Am Abend des gleichen Tages erhielt der sympathische Sichuanese abermals die Gelegenheit, seine F\u00e4higkeiten unter Beweis zu stellen. Im K\u00fchlschrank warteten n\u00e4mlich noch zwei Kilo Haifisch darauf, verarbeitet zu werden. Leider nicht gerade das nachhaltigste Abendmahl, denn einerseits sind viele Hai-Arten bedroht und andererseits ist nur ein kleiner Teil des Fischs wirklich essbar. Lediglich die Flossen trennt man beim Fang ab, der ungenie\u00dfbare Rest wird wieder zur\u00fcck ins Meer geworfen. Dennoch muss ich gestehen, dass das zarte und zugleich feste Fleisch sowohl gekocht, als auch frittiert und gebraten fantastisch schmeckte. Wie Rochen sind n\u00e4mlich auch Haifische Knorpelfische, sodass man nicht st\u00e4ndig von Gr\u00e4ten gepiekt wird. Trotzdem habe ich meinem Gewissen zuliebe nicht vor, das so schnell zu wiederholen.<\/p>\n<p>Hainan hatte noch mehr zu bieten als massenhaft Gelegenheiten, sich die B\u00e4uche mit Meeresfr\u00fcchten vollzuschlagen. Nachdem unsere gro\u00dfen Abenteurer Franzi und Maurice (diesmal lieber gleich mit dem Flugzeug) nach Hongkong abgereist waren, brachen wir zu unserer eigenen Adventure Tour auf. In aller Fr\u00fche machten wir \u00dcbriggebliebenen uns auf den Weg zu einem anderen Hostel, bei dem wir den Trip gebucht hatten. Im Minibus mit unserem chinesischen Guide Chris und sechs weiteren Abenteuerlustigen lie\u00dfen wir die Stadt hinter uns und fuhren weit hinein ins Inland. Hinter den Scheiben wurden die modernen Hotels stetig von Kokospalmen-Feldern, der Haupt-Einnahmequelle Hainans verdr\u00e4ngt. Jenseits der wenig befahrenen Autobahn kamen uns anstelle von Autos Wasserb\u00fcffel entgegen, die Holzkarren hinter sich herzogen. Weiter ging es durch ein paar kleine D\u00f6rfer, w\u00e4hrend sich die Landschaft immer mehr in h\u00fcgelige Wildnis verwandelte und die Ausl\u00e4ufer des Regenwalds Einzug hielten. Am Ende einer verlassenen Serpentinenstra\u00dfe hielten wir nach drei Stunden Fahrt schlie\u00dflich vor dem Fu\u00df eines hakenf\u00f6rmigen Berges an.<\/p>\n<p>Unser Ziel: hinauf auf den Gipfel. Von dem trennten uns allerdings vierhundert H\u00f6henmeter. Das mag nach nicht allzu viel klingen, aber wir hatten uns vorgenommen, das Ganze innerhalb von eineinhalb Stunden zu schaffen. Irgendwie musste man ja schlie\u00dflich die ganze beim Sonnenbaden angestaute Energie abbauen. Im Stechschritt erklommen wir unz\u00e4hlige steinerne Stufen, umgeben von dichter Vegetation und selbst f\u00fcr Hainan-Verh\u00e4ltnisse ungewohnter Stille. Stille im Regenwald? Warum wir nicht einmal das leiseste Vogelzwitschern h\u00f6rten, bleibt f\u00fcr mich bis heute ein unklar, doch vielleicht waren die bei unserer Ankunft ja noch nicht wach. Die Schenkel hatten jedenfalls bereits ordentlich zu ziepen begonnen, als Julian, Simon, Flo und ich als erste auf dem R\u00fcckgrat des Berges endlich in den Sonnenschein traten. Die letzten Holzstufen f\u00fchrten uns auf eine Aussichtsplattform, erwartungsvoll erreichten wir das Gel\u00e4nder und sahen \u2013 eine wei\u00dfe Wand. Na toll. Die W\u00e4rme der Morgensonne hatte die Verdunstung derma\u00dfen angekurbelt, dass vor uns nun undurchdringbare Dampfschwaden aufstiegen.<\/p>\n<div id=\"attachment_374\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2233\/\" rel=\"attachment wp-att-374\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-374\" class=\"size-medium wp-image-374\" alt=\"SAM_2233\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2233-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2233-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2233-450x300.jpg 450w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2233.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-374\" class=\"wp-caption-text\">50 Shades of Green<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_376\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2213\/\" rel=\"attachment wp-att-376\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-376\" class=\"size-medium wp-image-376\" alt=\"SAM_2213\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2213-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2213-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2213-450x300.jpg 450w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2213.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-376\" class=\"wp-caption-text\">Wutb\u00fcrger in China<\/p><\/div>\n<p>Wir waren also den ganzen Weg auf den Gipfel geklettert, um ein paar Wolken von Nahem betrachten zu d\u00fcrfen? Zum Gl\u00fcck nicht. Ein Windhauch schob den Nebel beiseite und offenbarte endlich die wohlverdiente Aussicht. \u00dcber und \u00fcber mit allen Nuancen von Gr\u00fcn bedeckte Berge, soweit das Auge reichte und am Horizont irgendwo die Stadt Sanya und das Meer. Eine faszinierende Kombination. Ebenfalls faszinierend war der Fund, den wir machten, w\u00e4hrend wir auf den Rest unserer Adventure-Gruppe warteten. Auf einem Hinweisschild prangte tats\u00e4chlich ein Anti-Stuttgart-21-Aufkleber. Selbst bis hierher hatten es die deutschen Wutb\u00fcrger geschafft! Weniger w\u00fctend, sondern eher ersch\u00f6pft und zufrieden stie\u00df auch Sandra einige Minuten sp\u00e4ter zu uns, sodass wir das obligatorische Gruppenfoto schie\u00dfen konnten \u2013 \u201eFreiwillige freuen sich \u00fcber den erklommenen Gipfel, kurz bevor sie realisieren, dass sie da auch wieder runter m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_375\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2216\/\" rel=\"attachment wp-att-375\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-375\" class=\" wp-image-375\" alt=\"SAM_2216\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2216.jpg\" width=\"1024\" height=\"682\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2216.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2216-300x199.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2216-450x300.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-375\" class=\"wp-caption-text\">Auf dem Gipfel<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_398\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2247\/\" rel=\"attachment wp-att-398\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-398\" class=\"size-medium wp-image-398\" alt=\"SAM_2247\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2247-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2247-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2247-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2247.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-398\" class=\"wp-caption-text\">Regenwald und Baumfarn<\/p><\/div>\n<p>Mit dem erfolgreich \u00fcberstandenen Abstieg endete unser Ausflug aber noch lange nicht. Bevor wir jedoch zum besten Teil des Tages \u00fcbergehen konnten, mussten wir erst einmal feststellen, dass von unserem Minibus jede Spur fehlte. Die Tatsache, dass er zur Reparatur hinunter ins Dorf gefahren war, nutzen wir, um ein wenig die Stra\u00dfe entlang zu marschieren und im Regenwald unter uns nach den ber\u00fcchtigten Baumfarnen Ausschau zu halten. Diese lebenden Fossilien geh\u00f6ren zu den \u00e4ltesten Pflanzenarten und sehen aus wie urt\u00fcmliche Palmen. Noch mehr Spa\u00df mit der tropischen Vegetation hatten wir, indem wir die Mimosen am Wegrand \u00e4rgerten, bis wir schlie\u00dflich unseren Minibus fanden. Dessen Batterie hatte scheinbar leider versagt, bevor er im Tal angelangt war und so mussten wir warten, bis der Ersatz geliefert wurde. Genug Zeit, um den Reiseproviant zu pl\u00fcndern und uns f\u00fcr die n\u00e4chste Etappe zu st\u00e4rken.<\/p>\n<div id=\"attachment_402\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2252\/\" rel=\"attachment wp-att-402\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-402\" class=\"size-medium wp-image-402\" alt=\"SAM_2252\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2252-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2252-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2252-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2252.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-402\" class=\"wp-caption-text\">Ein Bachlauf durch den Regenwald<\/p><\/div>\n<p>Mit einer neuen Batterie ausger\u00fcstet brachte uns der Bus zu einem Erholungsresort, das abseits der Zivilisation versteckt in den Bergen lag. Erholen wollten wir uns dort aber mitnichten, stattdessen durchquerten wir die h\u00fcbschen Teichanlagen zielstrebig und st\u00fcrzten uns ins Unterholz. W\u00e4hrend wir uns auf einem kaum erkennbaren Trampelpfad an einem Flusslauf entlang hangelten, f\u00fchlte ich mich zum ersten Mal an diesem Tag wirklich wie im Regenwald. Wir k\u00e4mpften uns furchtlos durch meterhohes Gestr\u00fcpp, stolperten \u00fcber Wurzeln und balancierten auf einem umgest\u00fcrzten Baum \u00fcber einen Bach.<\/p>\n<div id=\"attachment_377\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2256\/\" rel=\"attachment wp-att-377\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-377\" class=\"size-medium wp-image-377\" alt=\"SAM_2256\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2256-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2256-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2256-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2256.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-377\" class=\"wp-caption-text\">Wasserfall im Dschungel<\/p><\/div>\n<p>Schlie\u00dflich rutschten wir einen steilen Hang hinunter und hatten mit einem Mal unser Ziel vor Augen: Vor uns st\u00fcrzte rauschend ein beeindruckender Wasserfall in einen kleinen, klaren See mitten im Dschungel. Ein Warnschild wies zwar darauf hin, dass man darin nicht schwimmen durfte, aber ehe ich mir dar\u00fcber Gedanken machen konnte, vernahm man die ersten Aufschreie der besonders Mutigen. Schnell breiteten wir unsere Handt\u00fccher auf den rundgeschliffenen Felsen am Ufer aus und st\u00fcrzten uns ins Vergn\u00fcgen. Ehrlich gesagt beneidete ich die kleinen bunten Fische nicht wirklich, die ihr ganzes Leben in dem recht k\u00fchlen Nass verbringen m\u00fcssen. Aber mit ausgebreiteten Armen unter einem nat\u00fcrlichen Wasserfall zu stehen f\u00fchlte sich dagegen doch ziemlich legend\u00e4r an.<\/p>\n<p>Und es wurde noch besser. Unter Chris\u2018 wachsamen Augen kraxelten Simon und ich den Hang wieder hinauf und standen bald auf der Klippe, von der aus die Wassermassen sch\u00e4umend herab donnerten. Oha, von unten hatte das aber nicht so hoch ausgesehen! Egal, ein letztes Mal tief durchatmen, Anlauf nehmen und in bester Pocahontas-Manier br\u00fcllend in den Abgrund springen! Wer gerne sehen m\u00f6chte, dass bei Weitem nicht alle dabei so verwegen aussehen wie Pocahontas, kann meinen Sprung hier mitverfolgen:<\/p>\n<p>http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=k40FQf6aBSQ<\/p>\n<p>Was haben wir nochmal \u00fcber das Springen in unbekannte Gew\u00e4sser gelernt? Wenn man das erste Mal \u00fcberlebt hat, am besten gleich nochmal machen! Als Flo und ich den zweiten Sprung \u00fcberstanden hatten, mussten wir leider schon wieder zum Bus zur\u00fcckgehen. Auf der Heimfahrt erwartete uns anschlie\u00dfend ein Abenteuer, das eigentlich nicht im Preis mit einbegriffen war. Pl\u00f6tzlich fielen n\u00e4mlich in der Abendd\u00e4mmerung die Scheinwerfer aus. Das st\u00f6rte unseren Fahrer allerdings nicht sonderlich, denn der bog seelenruhig in die Autobahn ein. Hier klammerte er sich an die R\u00fccklichter der LKWs, um nicht vom Weg abzukommen, doch von den Strapazen des Tages erm\u00fcdet, brachte niemand die Kraft auf, sich dar\u00fcber gro\u00df Sorgen zu machen. It\u2019s China, after all! Irgendwann begann es dann, zu regnen. Wie w\u00e4re es mit Scheibenwischern? Ging nicht. Langsam wurde mir doch ein bisschen unwohl bei der Sache. Die Regentropfen auf der Windschutzs-Scheibe reflektierten die Scheinwerfer der anderen Fahrzeuge blendend, sodass ich mich fragte, woher unser Fahrer \u00fcberhaupt wissen konnte, wo es lang ging.<\/p>\n<p>Nach einiger Zeit tauchten die ersten st\u00e4dtischen Geb\u00e4ude in der Dunkelheit auf und ich glaubte schon, dass wir es bald \u00fcberstanden h\u00e4tten. Weit gefehlt! Der Bus verlangsamte sich stetig und kam schlie\u00dflich vollkommen zum Stillstand. Was war denn nun schon wieder los? Offenbar lag das Problem in Wahrheit gar nicht an der Batterie, sondern am Recharger, der nicht mehr funktionierte. Wunderbar. So standen wir nun also ohne Licht mitten auf der Autobahn und mussten an die Leitplanken gelehnt ausharren. Irgendwie schienen sich Busreisen und Freiwillige einfach nicht so recht zu vertragen! Aber wir w\u00e4ren ja nicht in China, wenn sich f\u00fcr jedes spontan auftretende Problem auch eine spontane L\u00f6sung finden w\u00fcrde. Einige Zeit sp\u00e4ter durften wir pl\u00f6tzlich wieder in das Fahrzeug steigen und legten den Rest der Strecke ohne Licht und ohne weitere Probleme zur\u00fcck. Als wir es uns endlich \u00fcberm\u00fcdet im Aufenthaltsraum des Captain\u2019s House bequem machten, waren wir uns einig: trotz schmerzender F\u00fc\u00dfe und weichen Knien von unserem letzten ungewollten Abenteuer hatte sich unser Adventure-Trip definitiv gelohnt!<\/p>\n<p>Einmal Abenteuerluft geschnuppert, lie\u00df das n\u00e4chste Erlebnis dank Tom nicht lange auf sich warten. In der N\u00e4he des Hostels lag idyllisch auf einer H\u00fcgelspitze angelegt der Luhuitou-Park. Aus verschiedenen Quellen hatten wir allerdings bereits geh\u00f6rt, dass sich der Eintrittspreis nicht wirklich lohnte. Doch abermals erhielten wir von Tom den Tipp des Tages: auf der anderen Seite des H\u00fcgels befand sich, in einer Bauarbeiter-Siedlung versteckt, der alte, stillgelegte Zugang zum Park. Und dort musste man nat\u00fcrlich keinen Eintritt zahlen \u2013 wenn man ihn denn fand. Einen Versuch war\u2019s wert. Mit einer detaillierten Beschreibung von Tom im Hinterkopf bogen wir auf dem Heimweg vom Strand in den Trampelpfad zu der Siedlung am Fu\u00df des Berges ein. Leider ohne Sandra, denn die war ebenfalls nach Hongkong weitergezogen. Ob man es hier wohl so gerne sah, wenn vier neugierige Laowais in Badehosen auftauchten?<\/p>\n<div id=\"attachment_379\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2334\/\" rel=\"attachment wp-att-379\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-379\" class=\"size-medium wp-image-379\" alt=\"SAM_2334\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2334-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2334-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2334-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2334.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-379\" class=\"wp-caption-text\">Lieber nicht so genau hinsehen&#8230;<\/p><\/div>\n<p>Doch die wei\u00dfen, schmucklosen Bauten schienen ziemlich verlassen. Nur ein \u00e4lterer Mann hatte im Schatten eines Vordachs angefangen, einen toten Hund zu h\u00e4uten. An dieser Stelle sollte kurz klargestellt werden, dass Hund eben nicht das Leibgericht der gesamten chinesischen Bev\u00f6lkerung darstellt. Die meisten Chinesen, die ich bisher kennengelernt habe, w\u00fcrden es nie \u00fcbers Herz bringen, den besten Freund des Menschen zu verspeisen. Viele sehen das geradezu als barbarisch an &#8211; Hund wird lediglich von jenen gegessen, die keine andere Wahl haben. Und ihnen sollte man es wiederum nicht \u00fcbel nehmen.<\/p>\n<div id=\"attachment_380\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2335\/\" rel=\"attachment wp-att-380\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-380\" class=\"size-medium wp-image-380\" alt=\"SAM_2335\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2335-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2335-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2335-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2335.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-380\" class=\"wp-caption-text\">Eingang zu einer anderen Welt?<\/p><\/div>\n<p>Jedenfalls schien man sich nicht sonderlich an unserer Anwesenheit zu st\u00f6ren, sodass wir in aller Ruhe nach dem Eingang suchen konnten. Es dauerte nicht lange, da hatten wir es auch schon gefunden. Etwas abseits erhob sich ein Holzgeb\u00e4ude mit traditionell geschwungenen Dachr\u00e4ndern aus der Wildnis. Eine seltsame Anziehungskraft, die verlassene H\u00e4user so an sich haben, ging von ihm aus. Ein bisschen erinnerte es an den Tunnel, durch den man in \u201eChihiros Reise ins Zauberland\u201c in eine fremde Welt gelangte. Aber wie kamen wir dort hin? Ein blauer Bauzaun versperrte uns den Weg, doch in einer L\u00fccke stand eine unscheinbare Holzh\u00fctte, die fast vollkommen von Palmwedeln verdeckt wurde. Davon hatte uns Tom erz\u00e4hlt! Erfreut schoben wir uns an der L\u00fccke vorbei und zw\u00e4ngten uns durch ein kleines Fenster. Nach ein paar Stufen kraxelten wir schlie\u00dflich \u00fcber ein kaputtes Drehkreuz in das mysteri\u00f6se, verlassene Geb\u00e4ude. Das entpuppte sich zwar nicht als Weg in ein Fantasie-Land, aber daf\u00fcr als alte Talstation einer Rodelbahn.<\/p>\n<div id=\"attachment_381\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2346\/\" rel=\"attachment wp-att-381\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-381\" class=\"size-medium wp-image-381\" alt=\"SAM_2346\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2346-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2346-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2346-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2346.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-381\" class=\"wp-caption-text\">Auf durchs Gestr\u00fcpp!<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_382\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2357\/\" rel=\"attachment wp-att-382\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-382\" class=\"size-medium wp-image-382\" alt=\"SAM_2357\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2357-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2357-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2357-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2357.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-382\" class=\"wp-caption-text\">Die alte Rodelbahn<\/p><\/div>\n<p>Trotz der gro\u00dfen Versuchung sahen wir davon ab, die Schienen hinaufzuklettern, sondern folgten lieber den verwilderten Steinstufen. Der Aufstieg f\u00fchlte sich beinahe mehr nach Regenwald an als unser erster. Die Vegetation hatte die Treppe zum gr\u00f6\u00dften Teil zur\u00fcckerobert, immer wieder mussten wir unter umgest\u00fcrzten B\u00e4umen wegtauchen und aufpassen, dass wir uns nicht an Dornenranken aufrissen. In den Sonnenstrahlen, die durch das Bl\u00e4tterdach drangen, tanzten haufenweise bunte und beeindruckend gro\u00dfe Schmetterlinge und gelegentlich schwirrte sogar ein Kolibri vorbei. \u00dcber uns schl\u00e4ngelte sich reflektierend das Stahlgerippe der Rodelbahn durch den Wald, w\u00e4hrend wir uns vorank\u00e4mpften und immer mehr ins Schwitzen gerieten.<\/p>\n<div id=\"attachment_384\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2373\/\" rel=\"attachment wp-att-384\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-384\" class=\"size-medium wp-image-384\" alt=\"SAM_2373\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2373-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2373-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2373-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2373.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-384\" class=\"wp-caption-text\">Die Statue des Rehs<\/p><\/div>\n<p>Doch schlie\u00dflich erreichten wir, verkratzt und au\u00dfer Puste, die Bergstation. Wir blickten uns verstohlen um und h\u00fcpften dann m\u00f6glichst unauff\u00e4llig auf die offizielle Stra\u00dfe zur H\u00fcgelspitze. Oben auf dem Gipfel thronte die imposante Statue eines Rehs, das seinen Kopf nach hinten wendet und dem Berg einst seinen Namen gab. Der Legende nach wurde ein tapferer Li-Krieger namens Ahei einst von einem Tyrannen dazu gezwungen, Rehe zu jagen. Eines Tages ersp\u00e4hte er ein besonders h\u00fcbsches Exemplar und verfolgte es f\u00fcr viele Tage und N\u00e4chte. Als sie 99 H\u00fcgel \u00fcberquert hatten, erreichten sie die Korallenklippe. In die Enge gedr\u00e4ngt, blieb dem Reh keine andere Wahl, als in das Meer hinter ihm zu springen. Doch als Ahei seinen Bogen spannte, wendete es seinen Kopf zu ihm und verwandelte sich in ein wundersch\u00f6nes M\u00e4dchen. Ahei verliebte sich in sie, die beiden heirateten und das M\u00e4dchen rief all seine Br\u00fcder zusammen, um den Tyrannen zu st\u00fcrzen. Schlie\u00dflich errichteten die beiden einen paradiesischen Garten auf der Korallenklippe, die seitdem Louhuito-Shan (\u201eReh, das seinen Kopf umdreht\u201c-Berg) genannt wird. Ach, ich liebe chinesische M\u00e4rchen!<\/p>\n<div id=\"attachment_383\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2371\/\" rel=\"attachment wp-att-383\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-383\" class=\"size-medium wp-image-383\" alt=\"SAM_2371\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2371-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2371-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2371-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2371.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-383\" class=\"wp-caption-text\">Sanya von oben &#8211; links die Dubai-Hotels<\/p><\/div>\n<p>Aufgrund dieser Geschichte hatte man bei der Errichtung des Parks auch speziell auf junge P\u00e4rchen abgezielt. So gab es dort einen Mondschein-Liebespfad und einen Baum, an dem die Liebenden rote B\u00e4nder mit ihren Namen aufh\u00e4ngen konnten. Wir begn\u00fcgten uns damit, den Blick auf Sanyas K\u00fcste zu genie\u00dfen und \u00fcber die k\u00fcnstliche Insel zu staunen, auf der man gerade die neusten Luxushotels fertigstellte. F\u00fcr die hatte man wohl ein paar Baupl\u00e4ne aus Dubai stibitzt, denn sie erinnerten verd\u00e4chtig an das \u201eBurj Al Arab\u201c. Mal abgesehen davon, dass \u00fcber die gesamte Glasfront der vier Geb\u00e4ude ununterbrochen leuchtende chinesische Drachen flogen und andere beeindruckende Lichtspiele flimmerten.<\/p>\n<div id=\"attachment_385\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2387a\/\" rel=\"attachment wp-att-385\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-385\" class=\"size-medium wp-image-385\" alt=\"SAM_2387a\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2387a-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2387a-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2387a-400x300.jpg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2387a.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-385\" class=\"wp-caption-text\">Sonnenuntergang \u00fcber dem Meer<\/p><\/div>\n<p>Auf der Aussichtsterrasse lie\u00dfen wir uns nieder und beobachteten am\u00fcsiert, wie chinesische Touristengruppen von ihren Megaphon-schwingenden Guides im Minutentakt von einer Attraktion zur n\u00e4chsten gescheucht wurden. Sehr romantisch. Wir hingegen konnten in aller Ruhe unseren Proviant leeren und abwarten, bis die Sonne \u00fcber dem Meer unterging. W\u00e4hrend die Lichter der Stadt unter uns zu leuchten begannen, machten wir uns schlie\u00dflich an den Abstieg \u2013 dieses Mal auf der offiziellen Stra\u00dfe. Die erwies sich als g\u00e4hnend langweilig &#8211; is wir die Affenhorde entdeckten, die wohl darauf getrimmt war, Touristen zu \u00e4rgern. Um ein Haar w\u00e4re mir mein Handtuch gestohlen worden und Julian legte sich eher unfreiwillig mit dem mies gelaunten Alpha-M\u00e4nnchen an, sodass wir lieber schleunigst Abstand gewannen.<\/p>\n<div id=\"attachment_389\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2418\/\" rel=\"attachment wp-att-389\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-389\" class=\"size-medium wp-image-389\" alt=\"SAM_2418\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2418-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2418-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2418.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-389\" class=\"wp-caption-text\">Chris mit echten China-B\u00f6llern<\/p><\/div>\n<p>Bald darauf brach bereits unsere letzte Nacht in Sanya an \u2013 doch diese musste noch einmal ordentlich gefeiert werden. Immerhin begann in jener Nacht das neue Jahr und unser Lieblings-Adventure-Guide Chris hatte uns daf\u00fcr in seinem Hostel zum Barbecue eingeladen. Zusammen mit den anderen G\u00e4sten schaufelten wir uns die Teller voll und folgten gerne Chris\u2018 Hinweis, den Barkeeper f\u00fcr eine Dose Freibier zu umarmen. Kurz vor Mitternacht liefen wir schlie\u00dflich zum Strand in der N\u00e4he und stie\u00dfen mit einer Flasche deutschem Sekt auf ein weiteres legend\u00e4res Jahr und viele zuk\u00fcnftige Abenteuer in China an.<\/p>\n<div id=\"attachment_390\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2423\/\" rel=\"attachment wp-att-390\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-390\" class=\" wp-image-390\" alt=\"SAM_2423\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2423.jpg\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2423.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2423-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2423-400x300.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-390\" class=\"wp-caption-text\">Silvester am Strand<\/p><\/div>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen genossen wir eine letzte Tasse Kokosnuss-Kaffee, tankten zum letzten Mal Sonne am Strand und bestellten uns zum letzten Mal gegen Abend eine Portion von Hainans ph\u00e4nomenalen Meeresfr\u00fcchten. Schweren Herzens mussten wir uns von Robert, Tom und Panda verabschieden, die uns w\u00e4hrend unserer Woche an Chinas Ende der Welt sehr ans Herz gewachsen waren und brachen auf ins kalte Wuhan.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit habe ich den K\u00e4lteschock bereits verarbeitet, die Badehosen liegen wieder ganz hinten im Schrank und Sanyas Sand hat sich endg\u00fcltig aus meiner Kleidung verfl\u00fcchtigt. Ausger\u00fcstet mit zwei neuen Decken und einem frisch gekauften Standheizer k\u00e4mpfe ich gegen den manchmal doch ein wenig unangenehmen Winter in Wuhan an und versuche, nach einer hei\u00dfen Dusche so schnell wie m\u00f6glich von meinem BBB zu fl\u00fcchten. Im B\u00fcro muss ich mich mit meinem neuen, \u00fcberhaupt nicht rassistischen Spitznamen \u201eAfrikaner\u201c anfreunden und werde gelegentlich von meinen besorgten Sch\u00fclerchen gefragt, ob ich krank sei, weil meine Haut so ungesund braun aussehe. Doch wenn man hin und wieder mit seinen Freunden Karaoke singt, bei Flo zu lecker Pfannkuchen eingeladen wird oder beim Korean BBQ haufenweise Fleisch grillt, wird selbst die dunkelste Jahreszeit in Wuhan einigerma\u00dfen ertr\u00e4glich. Nur ab und zu genehmige ich mir eine Tasse Kokosnuss-Kaffee und denke zur\u00fcck an mein erstes Weihnachtsfest am Strand und unsere Erlebnisse am Ende der Welt.<\/p>\n<div id=\"attachment_401\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/sam_2290\/\" rel=\"attachment wp-att-401\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-401\" class=\" wp-image-401\" alt=\"SAM_2290\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2290.jpg\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2290.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2290-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/files\/2013\/01\/SAM_2290-400x300.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-401\" class=\"wp-caption-text\">Vor unserem geliebten Captain&#8217;s House mit Robert (links) und Tom<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weil Hainan den s\u00fcdlichsten Zipfel des riesigen Landes bildet, nennen ihn viele Chinesen auch \u201eDas Ende der Welt\u201c. Gewisserma\u00dfen kam das sehns\u00fcchtig erwartete Ende der Welt f\u00fcr uns also tats\u00e4chlich am 21. Dezember. Wenigstens das Schicksal einiger Kulturweit-Freiwilligen hatten die &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2013\/01\/19\/erlebnisse-am-ende-der-welt\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":400,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,341,563,114,565],"tags":[55030,55035,55027,55034,55033,55029,55036,487,55038],"class_list":["post-395","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-ausflug","category-erlebnis","category-freiwillige","category-gastland","tag-captains-house","tag-haifisch","tag-hainan","tag-meeresfruchte","tag-regenwald","tag-sanya","tag-seegurke","tag-silvester","tag-wasserfall"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/395"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=395"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/395\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":406,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/395\/revisions\/406"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/media\/400"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=395"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=395"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=395"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}