{"id":17,"date":"2012-08-18T18:53:34","date_gmt":"2012-08-18T16:53:34","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/?p=17"},"modified":"2013-12-29T15:11:59","modified_gmt":"2013-12-29T14:11:59","slug":"reisefieber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/journey\/2012\/08\/18\/reisefieber\/","title":{"rendered":"Reisefieber"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hallo liebe Freunde, Verwandte und zuf\u00e4llig Vorbeigekommene,<\/strong><\/p>\n<p><!--[if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p><!--[if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p>sch\u00f6n, dass ihr euch die Zeit genommen habt, den ersten Eintrag in meinem Kulturweit-Blog zu lesen. Um das zu w\u00fcrdigen, werde ich euch auch gar nicht allzu lange mit \u00f6den Fakten langweilen. Hier aber dennoch einige Details vorab f\u00fcr diejenigen, mit denen ich noch keine ausschweifenden Diskussionen \u00fcber das mit Spannung erwartete Jahr nach dem Abitur f\u00fchren konnte:<\/p>\n<p>Mein Name ist Kai, ich bin 19 Jahre alt und gerade dabei, aus den traumhaften Tagen zu erwachen, die sich an die Ausgabe des letzten Schulzeugnisses anschlossen. Daf\u00fcr ist es auch h\u00f6chste Zeit, denn in genau zwei Wochen, das hei\u00dft am ersten September, werde ich das wohlbeh\u00fctete Hohenlohe f\u00fcr ein ganzes Jahr hinter mir lassen und in den Flieger nach Wuhan steigen. Wuhan, das ist eine Stadt mitten in China und mit ihren 8,3 Millionen Einwohnern so ziemlich das komplette Gegenteil von meinem Heimatort Rot am See, den gerade einmal f\u00fcnftausend Menschen ihr Zuhause nennen (demnach w\u00fcrde die Bev\u00f6lkerung von Rot am See schlappe 1660 Mal in Wuhan passen). In jeder Hinsicht also Kulturschock pur f\u00fcr ein Landei wie mich. Was sollte es dort f\u00fcr mich geben?, werden sich vielleicht manche fragen.<\/p>\n<p>Prim\u00e4r wird es dort die \u201eMiddle School Attached to Wuhan University\u201c f\u00fcr mich geben. An dieser darf ich den Sch\u00fclern Deutsch beibringen, deutsche Kultur vermitteln und andere lustige und meist, naja, deutsche Dinge unternehmen, von denen ich noch vor Ort erfahren werde. Erm\u00f6glicht wurde mir das Ganze \u00fcbrigens durch eine Bewerbung bei Kulturweit, bei der ich trotz zahlloser anderer brennend interessanter Einsatzl\u00e4nder recht unmissverst\u00e4ndlich angedeutet habe, dass ich gerne am Ende in China landen w\u00fcrde. \u201eDu wagst dich also freiwillig zur gelben Gefahr?\u201c, bekam ich daraufhin von einigen zu h\u00f6ren, teilweise mit besorgtem, teilweise mit verst\u00e4ndnislosem Unterton. Und ja &#8211; auch wenn die Aufregung vor der Abreise langsam immer gr\u00f6\u00dfer wird, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich das will. Denn ich will endlich mit eigenen Augen sehen, was meine liebe Chinesischlehrerin schon seit Jahren \u00fcber das Reich der Mitte erz\u00e4hlt. Ich will all die kulinarischen K\u00f6stlichkeiten probieren, die so gar nichts mit dem zu tun haben, was in unseren deutschen Chinarestaurants geboten wird (wer mich kennt, wei\u00df warum das ganz oben in meiner Liste steht). Ich will neue Denkweisen erfahren und viele spannende Bekanntschaften machen, ein Land zwischen Aufschwung und jahrtausendealter Tradition entdecken, eine faszinierende Sprache studieren, auf eigenen Beinen stehen, durch das Land reisen, ein unvergessliches Jahr erleben! Zwei Worte haben mir ein paar gute Freunde in meiner Abizeitung auf den Weg gegeben: MUT und VERTRAUEN. Nun liegt es bald an mir, Mut zu beweisen und Vertrauen zu lernen!<\/p>\n<p>Um von diesem sentimentalen und \u00fcberdramatisierten Ausbruch abzulenken (gew\u00f6hnt euch besser schon mal dran, das wird garantiert nicht der einzige bleiben), erkl\u00e4re ich besser an der Stelle, warum ich mich zu der vielleicht etwas irref\u00fchrenden Betitelung meines Blogs hinrei\u00dfen lie\u00df. Dummerweise fand ich erst nach dessen Taufe heraus, dass er sich seinen Namen mit der englischen Benennung von Hermann Hesses Erz\u00e4hlung \u201eDie Morgenlandfahrt\u201c teilt. Auf ein Buch soll \u201eJourney to the East\u201c dennoch anspielen, allerdings auf ein vollkommen anderes. Bei dem Titel zu meinem Blog handelt es sich eigentlich um ein kleines Wortspiel mit dem Namen von einem der vier ber\u00fchmtesten chinesischen Romane.<\/p>\n<p>Das Werk, von dem ich spreche, hei\u00dft \u201eJourney to the West\u201c oder etwas deutscher \u201eDie Reise nach dem Westen\u201c, und jeder, der glaubt, China zu kennen, sollte es mal gelesen haben (wozu ich mich nicht z\u00e4hlen darf, aber gl\u00fccklicherweise gibt es ja Wikipedia). In der ebenso komischen wie fantastischen Geschichte begibt sich der M\u00f6nch Guanyin auf eine lange Reise und wird dabei begleitet von seinen himmlischen Helfern Sun Wukong (dem Affenk\u00f6nig, dessen etwas freiz\u00fcgige Interpretation auch vielen weniger Belesenen als Son Goku bekannt ist), Zhu Bajie (einem Schwein-Mensch-Hybrid) und Sha Wujing (einem Wasserd\u00e4mon). Gemeinsam wollen die vier nach Indien, um die buddhistischen Schriften nach China zu bringen. Und da ich ja sozusagen die deutsche Kultur nach China bringen darf (allerdings ohne diese verr\u00fcckten Viecher im Schlepptau, sondern zusammen mit 21 netten Mitfreiwilligen), dachte ich, passt diese Hommage an die klassische chinesische Literatur ganz gut.<\/p>\n<p>Um weiterhin kurz auf den Untertitel einzugehen: in China bezeichnet man die werten Ausl\u00e4nder neben dem etwas g\u00e4ngigeren Wort \u201cLaowai\u201d als Langnasen (\u201eDa Bizi\u201c). Naja, und wer mich schon mal gesehen hat, der wei\u00df, dass ich nicht eben nach China gehe, um dieses Klischee zu widerlegen.<\/p>\n<p>Das waren wohl doch ein paar Details mehr, als ich urspr\u00fcnglich anberaumt hatte (ich glaube, auch daran solltet ihr euch lieber gew\u00f6hnen). Ich w\u00fcrde mich jedenfalls freuen, wenn sich \u00a0mancher dazu hinrei\u00dfen l\u00e4sst, hin und wieder mein Geschwafel zu lesen! Behaltet dennoch dabei im Hinterkopf, dass es sich hier um rein subjektive Erfahrungen und Eindr\u00fccke handeln wird, die man nicht auf ein ganzes Land beziehen kann, vor allem nicht auf eines, das fast so gro\u00df ist wie ganz Europa zusammengenommen. Um meiner Aufgabe als Freiwilliger auch im umgekehrten Sinne nachzukommen, werde ich au\u00dferdem ein wenig chinesische Kultur, Eigenheiten und Traditionen an den Westen vermitteln und diese hoffentlich wohlportioniert in meinen Blog einflie\u00dfen lassen. Bitte behandelt jedoch diese Aussagen genauso mit Bedacht und verwechselt mich nicht mit einem abgekl\u00e4rten China-Experten, denn ein solcher werde ich vermutlich selbst in zw\u00f6lf Monaten noch nicht sein. Vielleicht kann ich trotzdem dazu beitragen, dass der eine oder andere das mit der gelben Gefahr nochmal \u00fcberdenkt.<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df beim Mitreisen und beste Gr\u00fc\u00dfe (noch aus Deutschland)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kai<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo liebe Freunde, Verwandte und zuf\u00e4llig Vorbeigekommene, sch\u00f6n, dass ihr euch die Zeit genommen habt, den ersten Eintrag in meinem Kulturweit-Blog zu lesen. Um das zu w\u00fcrdigen, werde ich euch auch gar nicht allzu lange mit \u00f6den Fakten langweilen. 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