Statusbericht

Ach ja, wie die Zeit verfliegt. Ich bin nun schon fünf Monate in Breclav und es fühlt sich wie ein Wimpernschlag an. Wenn ich jedoch auf diese Zeit zurückblicke, kommt es mir vor, als ob ich schon ewig hier wäre. Vielleicht ist das ein gutes Zeichen. Es heißt, wenn es einem gut geht, vergeht die Zeit schneller. Rückblickend kann ich aber jetzt schon sagen, dass ich einiges über das Leben im Ausland, speziell Tschechien, das Lehren, die Selbstständigkeit, aber auch über mich selbst gelernt habe. Es sind meist die kleinen Erfahrungen, die alltäglichen Situationen, die zu unwichtig erscheinen, als dass ich eben diese hier erwähnen würde, aber in der Summe haben sie mich weitergebracht.

 

Ich will jetzt nicht zu philosophisch werden, deswegen: Was ist von November bis Januar passiert?

Viel. Sehr Viel. Die wichtigsten Ereignisse folgen.

Ich habe angefangen einem Jungen in der Schule Einzelunterricht in Deutsch zu geben. Nicht als Nachhilfe, sondern als Förderungsmaßnahme. Er lernt momentan neun verschiedene Sprachen und langweilt sich im normalen Unterricht. Da trifft es sich natürlich, dass zufällig ein Muttersprachler vor Ort ist und ihm das ein oder andere in Deutsch beibringen kann. Er spricht nicht perfekt, sonst wäre ich ja auch überflüssig,  aber er gibt sich Mühe und arbeitet an seinen Fehlern, setzt meine Verbesserungsvorschläge eifrig um und zeigt ein riesiges Interesse. Am 16.01.19 war die Schulrunde in einem Konversationswettbewerb, bei welchem er mitgemacht und den ersten Platz belegt hat. Ich muss zugeben, ich war ein wenig stolz.

So, was kam noch? Anfang Dezember war das Zwischenseminar. Es war schön, alle tschechischen Freiwilligen auf einem Haufen wiederzusehen und die russischen Freiwilligen kennenzulernen. Es war interessant, aber einige Einheiten sind einfach für mich nicht umsetzbar. Trotzdem ein schönes Zusammentreffen.

Dann kam mein Projekt! Jetzt wird sich der ein oder andere fragen: „Was hat er wohl spektakuläres gemacht?“ Die Weihnachtszeit rückte heran, der erste Schnee fiel und überall wurden Lichterketten aufgehängt. Ich habe also diese Gelegenheit genutzt und den SuS erzählt, wie man in Deutschland Weihnachten feiert. Das ganze mit einer Präsentation, an deren Schluss wir ein deutsches Weihnachtslied gesungen haben. Ich bin also mit besagter Präsentation die letzten zwei Wochen vor den Ferien durch die Klassen getourt und habe wieder und wieder vom gleichen Thema erzählt. Das Erfrischende ist, wenn man mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, ist es irgendwie immer anders. Wenn wir am Ende der Stunde noch etwas Zeit übrig hatten, wurde mir freudig erzählt, wie man Weihnachten in Tschechien feiern würde. Im Grunde ist es ähnlich, aber hier und da finden sich kleinere Unterschiede.

Über Weihnachten war ich in Deutschland und habe die Gelegenheit genutzt, um eine schöne Zeit mit meiner Familie zu verbringen und einige Freunde zu treffen. Eine Zeit, die ich auch durchaus genossen habe.

Ich bin jetzt schon wieder zwei Wochen in Tschechien und ich freue mich auf die letzten kommenden Wochen. Ich hoffe mich bis dahin noch einmal zu melden.

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