{"id":1567,"date":"2012-08-08T11:15:07","date_gmt":"2012-08-08T03:15:07","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/?p=1567"},"modified":"2012-08-10T18:01:08","modified_gmt":"2012-08-10T10:01:08","slug":"olympische-spiele-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/2012\/08\/08\/olympische-spiele-2012\/","title":{"rendered":"Olympische Spiele 2012"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Da ich im Moment Artikel f\u00fcr die Homepage des Deutschen Radio Ulaanbaatars schreibe, ver\u00f6ffentliche ich auch hier meine Olympiaberichterstattung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/files\/2012\/08\/olympia-werbung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1569 alignleft\" title=\"olympia werbung\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/files\/2012\/08\/olympia-werbung-e1344395389997.jpg\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"231\" \/><\/a>Seit vielen Wochen sieht man in Ulaanbaatar Werbeplakate, auf denen die mongolischen Olympiateilnehmer zu sehen sind, die zuversichtlich l\u00e4cheln. Einige Plakate tragen Aufschriften auf mongolisch wie \u201eein Land, ein Team\u201c und \u201eOlympia, auf geht\u2019s!\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 27. Juli haben die 30. Olympischen Spiele in London begonnen, erst am 12. August werden alle Ergebnisse feststehen. 10500 Athleten k\u00e4mpfen bei den 30. Olympischen Spielen um 302 Goldmedaillen in 26 Sportarten. Darunter sind 392 deutsche sowie 29 mongolische SportlerInnen. Die 16 M\u00e4nner und 13 Frauen aus der Mongolei treten in sieben Sportarten an: Ringen, Boxen, Judo, Bogenschie\u00dfen, Marathon, Schwimmen und Schie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der mongolische Pr\u00e4sident Ts. Elbegdorj traf das mongolische Nationalteam im olympischen Dorf in London und vergewisserte sich, dass die SportlerInnen physisch und moralisch gut vorbereitet und zuversichtlich sind, in London Erfolg zu haben. Er sagte: \u201eDie Teilnahme an den Spielen als Repr\u00e4sentant der Mongolei ist wichtig, noch wichtiger ist es aber, Medaillen zu gewinnen.\u201c Au\u00dferdem w\u00fcnsche er sich, dass die Athleten ihre Nationalfahne in Londons Himmel erscheinen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Vorfeld \u00e4u\u00dferte sich schon Judo-Nationaltrainer Baltschinjam: \u201eWir haben nur eine sehr kleine Einwohnerzahl und wir treten gegen sehr ber\u00fchmte internationale Sportler an, das ist jede Medaille f\u00fcr uns ein gro\u00dfes Ereignis.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro\u00dfe Hoffnungen lagen auf den Judoka, die diese auch nicht entt\u00e4uscht haben.\u00a0 W\u00e4hrend der K\u00e4mpfe und den beiden Medaillengewinnen konnte man \u00fcberall auf den Stra\u00dfen Ulaanbaatars lauten Jubel vernehmen. Auch die anderen K\u00e4mpfe wurden und werden mit gro\u00dfer Begeisterung verfolgt, ganz dem Motto \u201eein Land, ein Team\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">___________________________________________________________________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/files\/2012\/08\/judoka-nyam-ochir.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1568 alignright\" title=\"judoka nyam-ochir\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/files\/2012\/08\/judoka-nyam-ochir.jpg\" alt=\"\" width=\"263\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/files\/2012\/08\/judoka-nyam-ochir.jpg 263w, https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/files\/2012\/08\/judoka-nyam-ochir-210x153.jpg 210w\" sizes=\"(max-width: 263px) 100vw, 263px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Judoka S. Nyam-Ochir war der erste mongolische Athlet in diesem Jahr, der eine Medaille gewann. Er erhielt die Bronzemedaille in der Leichtsgewichtsklasse (bis 73 kg). Die folgenden Interview-Ausz\u00fcge sind der Tavan Tsagarig Zeitung entnommen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was war Ihr pers\u00f6nliches Ziel, bevor Sie an den Spielen teilnahmen?<\/strong> Nat\u00fcrlich w\u00fcnscht sich jeder Athlet die Spitze zu reichen. Wie auch immer, es ist sehr schwierig unter den besten Vier in der Welt zu sein. Ich bin mit dem Gedanken an gro\u00dfen Erfolg hierhergekommen. M\u00f6glicherweise habe ich die Bronzemedaille gewonnen, weil ich so eingestellt war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie ist es nun im R\u00fcckblick auf den Kampf zu blicken, in dem Sie die Bronzemedaille gewonnen haben?<\/strong> An diesem Tag habe gef\u00fchlt, dass ich stark war und nicht verlieren w\u00fcrde, au\u00dferdem dass es sehr sicher sein w\u00fcrde, Tricks anzuwenden. Ich habe genau so gehandelt, wie ich gedacht habe und schlug den amerikanischen Judoka mit einem Strafpunkt. Im Kampf um die Bronzemedaille trat ich gegen den Niederl\u00e4nder D. Elmont an. Er ist zweifacher Silbermedaillentr\u00e4ger der Judoweltmeisterschaften. Als ich mit Elmont w\u00e4hrend der Weltmeisterschaft 2010 k\u00e4mpfte, brach ich mir meinen Arm. Deswegen konnte ich damals nicht um die Bronzemedaille k\u00e4mpfen und \u00fcberlie\u00df sie meinem Gegner aus Japan. Au\u00dferdem verlor der mongolische Joduka D. Nyamkhuu gegen Elmonts Bruder w\u00e4hrend der olympischen Spiele in Peking. Der Pr\u00e4sident der nationalen Judovereinigung sagte zu mir: \u201eD. Nyamkhuu hat schon gegen seinen Bruder verloren. Diesmal hast du kein Recht zu verlieren.\u201c Ich wusste, wie ich Elmont schlagen kann und handelte entsprechend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>K\u00f6nnen Sie uns Ihre Gedanken mitteilen, die Sie hatten, als der Gewinner verk\u00fcndet wurde und die Zeit vorbei war?<\/strong> Es war sehr sch\u00f6n. Ich dachte, jetzt bin ich zu einem Athlet mit einer Olympiamedaille geworden. Ich war so aufgeregt, dass ich verga\u00df, mich zu verbeugen, als ich die B\u00fchne verlie\u00df. W\u00e4hrend des Kampfs lie\u00dfen mich all die Anfeuerungsrufe des Publikums, die mir applaudierten, daran denken, dass ich gewinnen muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der mongolische Pr\u00e4sident hat sich den Kampf angesehen. Es muss eine sehr seltene Gelegenheit sein, eine Olympiamedaille vor Ihrem Staatsoberhaupt zu erhalten?<\/strong> Ja. An diesem Tag sollte der Pr\u00e4sident verschiedene K\u00e4mpfe ansehen. Ich bin sehr froh, dass ich ihm meine Medaille zum Geschenk machen konnte. Ich sehe es als einen sehr gl\u00fccklichen Umstand an, hat doch nicht jeder die Gelegenheit dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie wurden beim Telefonieren gesehen, nachdem Sie die B\u00fchne verlassen hatten. Mit wem haben Sie zuerst gesprochen, nachdem Sie die Bronzemedaille gewonnen hatten?<\/strong> Ich habe mit meinen Eltern gesprochen. Sie konnten nicht wirklich sprechen, weil sie Freudentr\u00e4nen weinten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">___________________________________________________________________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/files\/2012\/08\/Battsetseg-bronze-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"London Olympics Wrestling Women\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/files\/2012\/08\/Battsetseg-bronze-2-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> Nachdem die Judoka S. Nyam-Ochir Bronze und N. Tuvshinbayar Silber gewonnen haben, hat nun eine Frau eine Medaille f\u00fcr die Mongolei errungen \u2013 und das im wortw\u00f6rtlichen Sinn. Die Freistil-Ringerin S. Battsetseg gewann in der 63 Kilo-Gewichtsklasse die Bronzemedaille. Der 22-j\u00e4hrigen waren ihre Freude und Stolz \u00fcber den Sieg \u00fcber ihre kanadische Gegnerin und den dadurch erreichten Gewinn der Bronzemedaille deutlich anzusehen. Denn lange stand ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen auf wackligen Beinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Jugendliche begann S. Battsetseg im Jahr 2005 mit dem Ringen in der 59 Kilo-Gewichtsklasse. Sie beschritt im Juniorenbereich mehrere internationale Meisterschaften und gewann u.a. 2007 sowie 2008 den 2. Platz und 2009 den 1. Platz der asiatischen Juniorenmeisterschaft. Im selben Jahr trat sie auch erstmals bei einer Weltmeisterschaft der Damen an. 2010 wurde sie Asienmeisterin und belegte den 5. Platz bei der Junioren-Weltmeisterschaft, bei der sie letztmals antrat. Kurz darauf \u00fcberraschte sie die ganze Fachwelt, indem sie Damen-Weltmeisterschaft in Moskau gewann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als frischgebackene Weltmeisterin in der Gewichtsklasse bis 59 kg wechselte S. Battsetseg 2011 in die 63 Kilo-Gewichtsklasse. Hier konnte sie sich jedoch nicht gegen ihre mongolische Rivalin O. Nasanburmaa durchsetzen, weshalb sie bei keinen internationalen Meisterschaften eingesetzt wurde. So war auch ihre Teilnahme an den jetzigen Spielen unsicher. Doch mit dem Gewinn der Bronzemedaille hat S. Battsetseg wieder einmal ihr K\u00f6nnen gezeigt und dem mongolischen Ringerverband bewiesen, dass es eine gute Einscheidung war, sie zu den Olympischen Spielen 2012 in London zu schicken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">___________________________________________________________________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/files\/2012\/08\/boxen-olympia-2012.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1627\" title=\"boxen olympia 2012\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/files\/2012\/08\/boxen-olympia-2012-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Vier mongolische Boxer nehmen an den Olympischen Spielen 2012 in London teil. W\u00e4hrend zwei noch eine Chance auf eine Medaille haben, haben die anderen beiden Boxer der mongolischen Mannschaft ihre K\u00e4mpfe bereits verloren. Am 3. August unterlag B. Tuvshinbat mit einem Endergebnis von 13:12 knapp dem Franzosen A. Vastine. Am n\u00e4chsten Tag trat P. Serdamba, Silbermedaillentr\u00e4ger der Spiele in Peking und Weltmeister von 2009, gegen D.S. Laishram in der Superleichtgewichtsklasse an. Er verlor, womit auch f\u00fcr ihn die Olympischen Spiele 2012 beendet waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit nur 17 Jahren erhielt N. Tugstsogt 2009 die Silbermedaille bei der Amateur-Boxer-Weltmeisterschaft. Nun erk\u00e4mpfte er sich einen Platz im Halbfinale der Fliegengewichtsklasse. Gewann er seinen ersten Kampf schon in der ersten Runde, lief es in seinem zweiten Kampf gegen den Italiener V. Picardi zun\u00e4chst nicht so gut. Doch aufgrund seines eindrucksvollen Kinnhakens konnte N. Tugstsogt die Kontrolle \u00fcber den Kampf \u00fcbernehmen und gewann in den beiden darauffolgenden Runden. Im Viertelfinale setzte er sich gegen den Usbeken J. Latipov durch. Am 10. August wird er auf M. Aloian aus Russland treffen und mit ihm um den Einzug ins Finale k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der staatlich ausgezeichnete Boxer U. Munkh-Erdene bestreitet dieses Jahr bereits seine dritten Olympischen Spiele. Nach klaren Siegen gegen seine ersten beiden Gegner, trat er im Viertelfinale gegen den Briten Thomas Stalker an. Dieser belegt den ersten Rank in der Weltergewichtsklasse (bis 64 kg) der AIBA Weltrankliste und ist zweifacher Silbermedaillengewinner der Europameisterschaft. Doch U. Munkh-Erdene konnte auch ihn besiegen. Nun k\u00e4mpft er am 10. August im Halbfinale gegen Dennis Berintschyk aus der Ukraine.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich im Moment Artikel f\u00fcr die Homepage des Deutschen Radio Ulaanbaatars schreibe, ver\u00f6ffentliche ich&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":631,"featured_media":1568,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[592],"tags":[],"class_list":["post-1567","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sport"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1567"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/wp-json\/wp\/v2\/users\/631"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1567"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1567\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1582,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1567\/revisions\/1582"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1568"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannasmongolei\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}