{"id":372,"date":"2013-07-02T03:56:00","date_gmt":"2013-07-02T01:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannainestland\/?p=372"},"modified":"2013-07-05T00:30:24","modified_gmt":"2013-07-04T22:30:24","slug":"weise-nachte-in-st-petersburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/johannainestland\/2013\/07\/02\/weise-nachte-in-st-petersburg\/","title":{"rendered":"Wei\u00dfe N\u00e4chte in St. Petersburg"},"content":{"rendered":"<p>Gerade sa\u00df ich noch in Moskau am Bahnhof und wartete, dass die Zeit schneller verging. Heilfroh war ich, als ich einstieg und als ich dann endlich mein Schlafgemach hatte, war ich nicht mehr ansprechbar. Als ich wieder aufwache, fliegen auch schon die Au\u00dfenbezirke Petersburgs an uns vorbei. Kurz darauf betrete ich wieder Neuland.<\/p>\n<p>Denn wenn man nach St. Petersburg kommt, sollte man unbedingt:<\/p>\n<p>&#8211; darauf eingestellt sein, dass dein Tele2-Handy wieder mal gesperrt ist, weil kein Geld mehr drauf ist. Und das beste ist dann einfach zu Beeline zu wechseln. Das funktioniert auch nur auf gut Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>&#8211; sich von Anfang an alleine den Weg durch die Metro bahnen. Denn die ist \u00fcbersichtlicher, langsamer und leerer als in Moskau.<\/p>\n<p>&#8211; den benachbarten Dixisupermarkt als Standardtreffpunkt vereinbaren und dort verschiedenste russische Leckereien einkaufen. Ich war ja sehr begeistert von der dickfl\u00fcssigen Dosenmilch. Man kann sie auch einfach auf Toastbrot schmieren. Da musste ich davon gleich drei Dosen nach Estland exportieren.<\/p>\n<p>&#8211; den ersten Abend gemeinsam mit den anderen beiden Freiwilligen Jan und Lea die beste Reis-Gem\u00fcsepfanne verzehren und als Nachtisch unsere eingekauften Leckereien. Die Filmauswahl danach hat uns so fertig gemacht, dass wir wohl alle nur die ersten f\u00fcnf Minuten mitbekommen haben.<\/p>\n<p>&#8211; Nach kr\u00e4ftigem Ausschlafen und Fr\u00fchst\u00fcck mit Jan\u00b4s special Spiegelei ging es an den Stadtrand von Petersburg. Dort fand heute &#8222;roof swinging&#8220; von einer alten Lagerhalle. Diese Art von Adrenalinkick ist bei den Russen sehr beliebt&#8230; denn wenn da irgendetwas Hohes steht, dann muss man entweder hochklettern oder eben runterspringen. Ich war leider von den Videos, die wir uns davor angeschaut haben zu skeptisch geworden und traute mich nicht. War aber trotzdem lustig, den andern beim Springen zuzusehen<\/p>\n<p>&#8211; von richtig netten und gastfreundlichen Bekannten der Freiwilligen einfach mit zum Essen eingeladen werden &#8211; typisch russische Nudeln<\/p>\n<p>&#8211; mit der langsamsten Stra\u00dfenbahn der Welt wieder Richtung Stadtzentrum schleichen<\/p>\n<p>&#8211; einen ersten \u00dcberblick \u00fcber den Nevsky Prospekt im str\u00f6menden Regen. Deswegen haben wir uns in der Buchhandlung Singer die Bilder in den Tourib\u00fcchern angesehen.<\/p>\n<p>&#8211; da ich ja jetzt schon alles &#8222;gesehen&#8220; hatte, ging es auf ins Zifferblatt. Das ist definitiv das beste Zeitcafe in Russland. Hier w\u00e4rmten wir uns bei hei\u00dfer Schokolade und Marzipankeksen wieder auf.<\/p>\n<p>&#8211; Am n\u00e4chsten morgen dann alles noch einmal bei Sonnenschein und mehr Touristengewusel entdecken<\/p>\n<p>&#8211; Pl\u00f6tzlich von einem schlimmen W\u00e4rmegewitter \u00fcberrascht werden, auf der Peter und Paul Festung zusammen mit vielnen Brautpaaren die Sonne abwarten. Leider vergeblich und so patschnass einen Br\u00fcckentreffpunkt um 3km verfehlen<\/p>\n<p>&#8211; Nachmittags in der gr\u00f6\u00dfte Kletter- und Boulderhalle Russlands das schlechte Wetter drau\u00dfen und im Seil h\u00e4ngend die Zeit vergessen. Danach ausgiebig saunieren &#8211; nat\u00fcrlich nur mit einem verr\u00fcckten Filzhut auf dem Kopf, um den Kreislauf zu schonen.<\/p>\n<p>&#8211; Doch die luftige H\u00f6he bleibt:\u00a0 Das Outfit wechseln und sich\u00a0 so der Sommerk\u00fchle anpassen. Noch rasch im Supermarkt mit den n\u00f6tigen Leckereien eindecken. Und ehe man sich versieht: T\u00fcr auf, in den Aufzug rein, hochgefahren, das letzte St\u00fcck zu Fu\u00df und nun noch elegant aus dem Fenster schwingen. Und &#8211; wir sind &#8222;on the roof&#8220;! Herrlich diese Harmonie hier oben einzusaugen und von oben das Petersburger Leben beobachten. Dort ausharren, bis es d\u00e4mmert und bis deine Finger und Gesicht zu einem Eiszapfen geworden sind<\/p>\n<p>&#8211; Den Tag mit einer aromatischen Massage \u00e0 la Lea beschlie\u00dfen, um so die schweren Muskeln vom Klettern wieder etwas durchzukneten.<\/p>\n<p>&#8211; Den n\u00e4chsten Morgen wohlverdient im Bett verbringen und nach einer erfrischenden Dusche Richtung ERIMITAGE spazieren. Dort die Zeit w\u00e4hrend des Anstehens nutzen, um andere Touristen zu begaffen, wie diese sich \u00fcber die lange Schlange oder die teuren Tickets aufregen. Ich dagegen kann nach etwas Warten mein kostenloses Studententicket abstauben.<\/p>\n<p>&#8211; Dann einfach nur die Augen aufmachen und die Pracht genie\u00dfen. Nach circa 1,5 Stunden und vielen, vielen R\u00e4umen l\u00e4sst die Konzentration jedoch nach. Deswegen einfach am Tag darauf wieder in diese lange Schlange begeben, diesmal kann man sich die Zeit ja sinnvoll mit Postkarten schreiben vertreiben.<\/p>\n<p>&#8211; Diese und das Zubeh\u00f6r hat man vorher kompliziert bei der russischen Post h\u00f6chstpers\u00f6nlich erstanden. Nun hoffe ich, dass meine lieben Gr\u00fc\u00dfe auch ankommen, denn f\u00fcr einen Umschlag, der sonst \u00fcblich ist, hat es leider nicht mehr gereicht.<\/p>\n<p>&#8211; Nach so viel Kultur kann ein bisschen Natur gut tun. Dazu am besten in den botanischen Garten gehen, der von au\u00dfen her als eingez\u00e4untes St\u00fcck Park daherkommt, f\u00fcr das man auch noch bezahlen muss. Durch einige Blumenbeete und Zeichenkurse schlendern und dabei die beste Schaukelbank am Spielplatz ergattern.<\/p>\n<p>&#8211; um nicht gestresst zu werden, die rush hour elegant mit einem kleinen Picknick direkt vor dem Supermarkt umgehen. Dabei den Leuten beim Feierabend machen zusehen und ihre schnellen Laufschritte Richtung Metro verfolgen.<\/p>\n<p>&#8211; sobald sich diese geleert hat, k\u00f6nnen wir wieder damit fahren. Unser Ziel wird ein Hipsterplace, bei heute ein russisch-israelisches Festival er\u00f6ffnet wurde. Die erste Band haben wir leider verpasst, aber daf\u00fcr war die zweite umso besser. Zu Acollective h\u00fcpfen wir vor der B\u00fchne umher. Jedoch als die komischen vier Ausl\u00e4nder, denn die Russinnen stehen in Sicherheitsabstand zu uns.<\/p>\n<p>&#8211; Der erste Gedanke am n\u00e4chsten Morgen wird sein, dass es der letzte Tag hier in St. Petersburg sein wird und ich heute Abend per Bus zur\u00fcck nach Tartu fahren werde<\/p>\n<p>&#8211; Deswegen noch einmal die kostenlosen Studententickets f\u00fcr die ERIMITAGE ausnutzen, \u00fcber einen Freizeitpark im reichsten Viertel von Petersburg schlendern und auf dem Nachhauseweg russische Leckereien auf Vorrat einkaufen.<\/p>\n<p>&#8211; Ein lecker Thai-Curry zum Abschied zu bekommen und dann leider schon vollbepackt Richtung Busbahnhof spazieren. Doch auch hier kommt keine Langeweile auf, denn der Amerikaner Peter unterh\u00e4lt mich die ganze Busfahrt.<\/p>\n<p>&#8211; An der Grenze wieder kurz Spannung. Darf jeder wieder jeder mit? Ja, nur eine alte Frau mit Herzschrittmacher hat Probleme, weil die Beamten glauben, sie tr\u00e4ge eine Bombe in sich.<\/p>\n<p>&#8211; Schlie\u00dflich landet man heilfroh wieder im eigenen Bett, hat noch immer nicht alle Erlebnissen kapiert und archiviert , da tr\u00e4umt man schon von der n\u00e4chsten Russlandreise.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade sa\u00df ich noch in Moskau am Bahnhof und wartete, dass die Zeit schneller verging. Heilfroh war ich, als ich einstieg und als ich dann endlich mein Schlafgemach hatte, war ich nicht mehr ansprechbar. 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