{"id":350,"date":"2013-03-04T02:36:13","date_gmt":"2013-03-04T01:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/joana\/?p=350"},"modified":"2013-03-04T02:36:13","modified_gmt":"2013-03-04T01:36:13","slug":"die-schere-zwischen-arm-und-reich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/joana\/2013\/03\/04\/die-schere-zwischen-arm-und-reich\/","title":{"rendered":"die Schere zwischen Arm und Reich&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; geht glaub nicht einmal so weit auf wie dass, was ich an diesem Wochenende\u00a0gesehen habe. Allgemein hab ich ja bereits von der mega Ungleichheit hier in Bogota erz\u00e4hlt, dieses Wochenende topt das aber gerade mal noch!<\/p>\n<p>Also ich beginn jetzt vielleicht einfach mal bei Samstag nachmittag, um etwas konkreter zu werden :D. Ich war mit 3 Freunden und Hunden im Norden spazieren, schon richtig in den Bergen in einem total sch\u00f6nen Park. Umgeben ist das Gebiet allerdings von riesen gro\u00dfen Villen! Auf der Strasse sieht man ausser Security-M\u00e4nnern niemanden! Fotos von den H\u00e4usern zu machen ist scheinbar nicht einmal erlaubt!? Es ist also eine der sichersten Gegenden in Bogota und ehrlich gesagt denkt man nicht dass man sich noch in der Stadt befindet, alles total ruhig und man h\u00f6rt nicht einmal den Autol\u00e4rm, zudem ist es richtig sch\u00f6n gr\u00fcn alles, tolle G\u00e4rten, W\u00e4ldchen und kleine Fl\u00fcsse.<\/p>\n<p>Heute bin ich dann aber mit einer dieser Freunde in den S\u00fcden Bogotas gefahren, nach Soacha. Dort leben die ganz Armen Leute aus Bogota! Es gibt keine asphaltierten Strasse, als ist nur Erde und staubig, die H\u00e4user und H\u00fctten liegen alle am Hang und man l\u00e4uft auf kleinen steinigen Pfaden den Berg nach oben. Nun gut, zugegebenermassen sind wir mit dem Jeep hochgefahren, auf dem Dach \ud83d\ude42 agesehen von den alles andere als guten Strassenverh\u00e4ltnissen ( wenn man das Strasse nennen kann&#8230;) ist das echt toll! Ich war also mit einer Gruppe Freiwilliger Jugendlicher der Organisation ,,un techo para mi pais&#8220;. Die Organisation baut unter anderem mit der Hilfe von Frewilligen sogenannte ,,Notfall-Behausungen&#8220; f\u00fcr die Menschen dort. Allerdings m\u00fcssen die Leute sich daf\u00fcr anmelden und dann werden Umfragen gemacht und die Leute werde in ihren H\u00e4usern besucht um festzustellen, wer am dringendsten Hilfe ben\u00f6tigt, schliesslich k\u00f6nnen nicht f\u00fcr alle H\u00fctten konstruiert werden. Im Grunde genommen br\u00e4uchten die meisten Hilfe, aber leider ist das einfach nicht m\u00f6glich und deshalb also die Befragungen. Das war also auch die Aufgabe von heute. Wir sind dann allein oder zu zweit die Leute bei ihnen zu Hause besuchen gegangen und haben uns mit ihnen unterhalten. Ich war in mindestens vier H\u00e4usern und ich muss ehrlich sagen dass es schon erschreckend ist, zu sehen wie die Leute dort leben!<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Wir haben einen \u00e4lteren Mann besucht. Ihm wurde das Bein amputiert und er l\u00e4uft auf Kr\u00fccken. Im Monat bekommt er 75.000 pesos, umgerechnet ca. 30 Euro ( eine Art Rente und Invalidenzuschuss&#8230;). Der Mann hat weder Familie noch Freunde die ihn unterst\u00fctzen. Er wohnt in einem Wellblechverschlag, ca. 3 auf 4 Meter. Er hat nicht einmal ein Badezimmer, also keine Toilette, keine Dusche, kein Waschbecken! Als wir in w\u00e4hrend der Befragung fragten, ob seine W\u00e4nde in guten Zustand w\u00e4ren, als ob es immer sehr kalt w\u00e4re und ob bei Regen Wasser durchk\u00e4me antwortete er dass seine W\u00e4nde gut seien. Allerdings war das nicht der Fall, es war alles nur Wellblech, Plastik oder Holz, provisorisch zusammengebaut mit N\u00e4geln und Bierdeckeln! Die gute Nachricht: es wurde entschieden dass er in 1 oder 2 Monaten, also bei den n\u00e4chsten Konstruktionen, geholfen werden soll und man ihm ein provisorischen H\u00e4uschen errichten wird!<\/p>\n<p>Das ist aber nicht der einzigste Fall! Viele H\u00e4user sind praktisch aus Recyclingstoffen provisorisch erstellt, bei Regen kommt es im Haus oft zu \u00dcberschwemmungen und so weiter&#8230;Trotz ihrer Not gibt es zum Beispiel aber auch sehr hilfsbereite Menschen. SO waren wir zum Beispiel in einem Haus, in dem ein Ehepaar den Nachbar mit seinen 4 Kindern aufgenommen hat. Obwohl das Ehepaar selbst kein Geld hat, muss der Mann keine Miete zahlen, da er das auch nciht k\u00f6nnte, darf aber dort wohnen. Das Ehepaar hat nichteinmal ein eigenes Dach, das Dach ist geliehen, das H\u00e4uschen quasi geschenkt. Will der Besitzer sein Dach wieder, hat die Familie kein Dach mehr \u00fcber dem Kopf, und sei es nur aus Wellblech!<\/p>\n<p>Wenn man das also so alles sieht, dasn kann man leider nur den Kopf sch\u00fctteln, wenn sich Politiker in Deutschland darum streiten, ob man die qualitativ nicht schlechten, aber falsch etiketierten Pferdefleischprodukte an bed\u00fcrftige Spenden darf oder nicht. Ich glaube hier w\u00fcrde sich keiner dar\u00fcber \u00e4rgern, dass man ihnen Produkte ,,2.Qualit\u00e4t&#8220; gibt, die andere Leute nicht kaufen m\u00f6chten. Ganz im Gegenteil denke ich!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/joana\/files\/2012\/10\/2012-10-20-Techo-12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-137\" alt=\"2012-10-20 Techo (12)\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/joana\/files\/2012\/10\/2012-10-20-Techo-12-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; geht glaub nicht einmal so weit auf wie dass, was ich an diesem Wochenende\u00a0gesehen habe. Allgemein hab ich ja bereits von der mega Ungleichheit hier in Bogota erz\u00e4hlt, dieses Wochenende topt das aber gerade mal noch! Also ich beginn jetzt vielleicht einfach mal bei Samstag nachmittag, um etwas konkreter zu werden :D. 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