{"id":410,"date":"2025-12-15T15:27:46","date_gmt":"2025-12-15T14:27:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/jannis2024\/?page_id=410"},"modified":"2025-12-15T23:17:36","modified_gmt":"2025-12-15T22:17:36","slug":"hurrican-melissa","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/jannis2024\/hurrican-melissa\/","title":{"rendered":"About Hurrican Melissa"},"content":{"rendered":"<h1>Rise Up Jamaica<\/h1>\n<p>Wie ihr bestimmt mitbekommen habt, hat Ende Oktober Hurrican Melissa in der Karibik gew\u00fctet. Mit der Katgorie 5 war er der st\u00e4rkste, je regestrierteste Tropensturm, der Jamaika jemals erreicht hat.<\/p>\n<h3>Hurrican Melissa &#8211; ein Versuch der Beschreibung<\/h3>\n<p>Insbesondere den Westen der Insel hat es verherrend getroffen. Einige Orten sind v\u00f6llig dem Erdboden gleich gemacht worden. Kein Stein blieb auf dem anderen, eine Bekannte aus Belmont (Westmoreland) schrieb mir: &#8222;Alles ist zerst\u00f6rt, die meisten von uns sind obdachlos&#8220;. Einige Orte sind immer noch von der Infrastruktur (Strom, flie\u00dfend Wasser, Funk, etc.) abgeschlossen und werden das vermutlich noch eine ganze Weile sein.<\/p>\n<p>Der Hurrican f\u00fchrte zu katastrophalen St\u00fcrmen mit bis zu 295 km\/h, verherrenden \u00dcberschwemmung &#8211; Worte k\u00f6nnen das Ausma\u00df der Katastrophe kaum angemessen beschreiben. Hier findet ihr eine \u00dcbersicht der betroffenene Gebiete:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/jannis2024\/files\/2025\/12\/PHOTO-2025-11-11-13-46-29.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-395\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/jannis2024\/files\/2025\/12\/PHOTO-2025-11-11-13-46-29-300x300.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/jannis2024\/files\/2025\/12\/PHOTO-2025-11-11-13-46-29-300x300.png 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/jannis2024\/files\/2025\/12\/PHOTO-2025-11-11-13-46-29-150x150.png 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/jannis2024\/files\/2025\/12\/PHOTO-2025-11-11-13-46-29.png 469w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wer m\u00f6chte (aber Achtung, verherrende Bilder), kann sich <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fLZvccfLwVs\">hier<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=e3OyANTyoHU\">hier<\/a> ein eigenes Bild von der Zerst\u00f6rung machen (im Fokus vor allem Black River). Von den Sturmfluten, \u00dcberschwemmungen etc. gab es einige Bilder wie <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=h2p_iZKQjQU\">hier<\/a> in den Medien.<\/p>\n<p>Auf der Reisen w\u00e4hrend meinem Freiwilligendienstes im S\u00fcdwesten der Insel habe ich noch enige Sch\u00e4den vom Hurrican Berly gesehen, der im Sommer 2024 mit Kategorie 4 Teile der Insel traf. Nun hat es besonders diesen Teil der Insel nochmal aufs Heftigste getroffen. Einige Orte, in denen ich unterwegs war, erkenne ich kaum wieder und waren \u00fcber Tage nicht zu erreichen.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck hat Melissa auch einige Orte einigerma\u00dfen &#8222;verschont&#8220;, wie die Hauptstadt Kingston, wo ich gewohnt habe. Immerhin, denn hier wohnen ja knapp ein Drittel der Jamaikaner. In Kingston, so mein Eindruck aus der Ferne, geht das Leben inzwischen wieder seinen normalen Gang.<\/p>\n<p>Doch Folgen von Melissa sp\u00fcren fast alle auf der Insel: viele haben selbst Angeh\u00f6rige in den Katstrophengebieten oder merken die noch teureren Lebensmittelpreise (St. Elizabeth gilt als die &#8222;Kornkammer&#8220; Jamaikas und war auch mit am heftigsten betroffen). Und vermutlich konnten viele der nicht so stabilen H\u00e4user und Behausungen, auch in Kingston, den starken St\u00fcrmen nicht komplett standhalten.<\/p>\n<h3>Typische Muster zeigen sich bei Melissa<\/h3>\n<p>So scheinen sich also (mein Eindruck aus der Ferne) vorherrschende Strukturen und Muster auf Jamaika zu verst\u00e4rken. Menschen, die bereits vor dem Hurrican, gut aufgestellt waren, k\u00f6nnen die Folgen (einigerma\u00dfen) gut wegstecken. Menschen, die vor dem Hurrican schon gek\u00e4mpft haben, werden v\u00f6llig zur\u00fcckgeworfen. Erst recht, wenn sie ihren Job verlieren &#8211; also nicht nur ihr Zuhause, sondern auch der Arbeitsplatz vom Hurrican vernichtet wurde.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich lebt Jamaika auch vom Tourismus. Eine Reise ist f\u00fcr viele jetzt durch den Hurrican nicht attraktiver geworden. Es gibt eine Reihe von Stornierungswellen und daher auch einige Aufrufe von Jamaikaner*innen oder auch Ausgewanderten, sich trotz des Hurricans von einer Reise nicht abhalten zu lassen. Gerade jetzt, wo die Hurrican Saison vorbei ist.<\/p>\n<p>Ein weiteres Muster, dass ich in einem meiner Artikel vor Ort beschrieben hatte, dass die Medien vor allem dann \u00fcber Jamaika berichten, wenn es schlechte Nachrichten gibt, hat sich einmal mehr bewahrheitet: Seit meiner R\u00fcckkehr Ende Feburar habe ich Jamaika kaum in den Nachrichten gesehen &#8211; bis zum Hurrican Melissa. Und nat\u00fcrlich wirft das ein verzehrtes Bild auf die Insel, die grunds\u00e4tzlich ja viel mehr zu bieten hat, als Hurricans. Daher herzliche Einladung, auch die anderen Artikel zu lesen! (oben im Men\u00fc).<\/p>\n<p>Und dann zeigt sich einmal mehr: Viele der Missst\u00e4nde auf Jamaika k\u00f6nnen auf die Kolonialverbrechen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Die fragile Infrastruktur, die eher der Exportwitschaft als den Bed\u00fcrfnissen oder der Sicherheit der Bev\u00f6lkerung diente, kann Naturkatastrophen nicht genug standhalten. Dies ist auch das Ergebnis von kolonialer Ausbeutung. W\u00e4lder wurden f\u00fcr Planatagen gerodet, die Fruchtbarkeit der B\u00f6den ging verloren &#8211; die gesamte Beschaffenheit der Insel ver\u00e4nderte sich.<\/p>\n<p>Die Kolonialmacht Gro\u00dfbritanien f\u00fchrte auch ausl\u00e4ndische Architekturstile und Baupraktiken ein, die f\u00fcr die Gegebenheiten vor Ort ungeeinget waren. Hinzu kommt, dass viel St\u00e4dte am Meer gebaut sind &#8211; das war gut f\u00fcr den Sklavenhandel und den Export, macht die Gemeinden aber auch besonders anf\u00e4llig f\u00fcr Naturkastrophen.<\/p>\n<p>Der Kolonialismus brachte Wohlstand nach Europa, im Fall von Jamaika ins Vereinigte K\u00f6nigreich, aber nicht dorthin, wo er erarbeitet wurde &#8211; in den Kolonien.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der globale Norden unfassbar viel CO2 produziert und f\u00fcr den Klimawandel verantwortlich ist, bekommt der globale S\u00fcden seine Folgen besonders heftig zu sp\u00fcren. Ungerechtigkeit setzt sich auch hier fort.<\/p>\n<p>Hurrican Melissa hat nicht nur Jamaika, sondern die ganze Karibik schwer betroffen &#8211; u.a. Kuba, die Dominikanische Republik und Haiti. Die politische und wirtschaftliche Lage ist in diesen L\u00e4ndern verschieden, dementsprechend unterschiedlich sind die M\u00f6glichkeiten, mit den Sch\u00e4den des Hurricans umzugehen. Alle L\u00e4nder sind in jedem Fall aber schwer betroffen vom Hurrican und der globalen Ungleichheit in Sachen Verursacher und Betroffenen vom Klimawandel.<\/p>\n<h3>Jetzt muss sich etwas ver\u00e4ndern<\/h3>\n<p>Naturkatastrophen werden in Zeiten des Klimawandels zu unserem Alltag geh\u00f6ren. Doch es ist jetzt wirklich an der Zeit, dass etwas passiert und die globale Erderw\u00e4rmung begrenzt wird &#8211; damit viele Pl\u00e4tze unserer Welt bewohnbar bleiben!<\/p>\n<p>Und dann braucht es nat\u00fcrlich auch eine Aufarbeitung und eine Wiedergutmachung der unfassbaren Ausbeutung im kolonialen Zeitalter. Das gilt nicht nur f\u00fcr Jamaika oder das Vereinigte K\u00f6nigreich, sondern f\u00fcr alle Kolonialm\u00e4chte und Kolonien.<\/p>\n<h3>Was kann ich tun?<\/h3>\n<p>Wir alle k\u00f6nnen f\u00fcr die oben geschilderten politischen und gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen eintreten. Nichtsdestotrotz braucht die Karibik, Jamaika, jetzt auch finanzielle Unterst\u00fctzung!<\/p>\n<p>Die Weihnachtszeit ist eine Zeit des Gebens und Teilens \u2013 und f\u00fcr manche auch des Spendes.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte euch ermutigen, f\u00fcr Hilfsprojekte auf Jamaika zu spenden. Die Sch\u00e4den sind verherrend und f\u00fcr viele mehr als existenzgef\u00e4hrdend. Mit einer Spende k\u00f6nnen wir einen kleinen Anteil leisten. Jeder Euro hilft!<\/p>\n<h3>Spendenprojekte<\/h3>\n<p>Auf Jamaika entstanden und entstehen einige Initiativen, um Spenden zu sammeln.<\/p>\n<p>Ich habe zwei Freunde vor Ort, mit denen ich viel Zeit verbracht habe und viele Erinnerungen teile. Sie engagieren sich f\u00fcr die Deutsch-Jamaikanische Gesellschaft zur <a href=\"https:\/\/www.deutsch-jamaikanische-gesellschaft.de\/hurricane-melissa\">Unterst\u00fctzung der Seaford Community<\/a> oder bei <a href=\"https:\/\/www.gofundme.com\/f\/help-rebuild-lives-and-homes-in-jamaica-after-hurricane-mel?attribution_id=sl:31a63725-c36f-4a56-901d-dce03dd4766a&amp;lang=en_US&amp;ts=1762963741&amp;utm_campaign=man_sharesheet_dash&amp;utm_content=amp17_ta&amp;utm_medium=customer&amp;utm_source=copy_link&amp;fbclid=PAVERFWAOlJy9leHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZA8xMjQwMjQ1NzQyODc0MTQAAafSOxbKpttf8RKDh-yF-o5EKiqhlIW3EMbsQI_BKMbb8PGBMhLpmUzNxFKZqw_aem_8yVE7a6xDrV_8PWUKI2DUA\">United 4 Good JA<\/a> in Westmorelad und St. Elizabeth. Ihr Einsatz ist wirklich beeindruckend.<\/p>\n<p>Dann gibt es noch ganz verschiedene, kleinere und gr\u00f6\u00dfere lokale Intiativen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ich habe nun zwei weitere, etwas gr\u00f6\u00dfere Spendenintiativen herausgesucht: Zum einen eine Intiatvie f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.gofundme.com\/f\/urgent-help-for-maggotty-area-in-st-elizabeth-jamaica\">Magotty Gemeinde in St. Elizabeth<\/a> und die Intiative <a href=\"https:\/\/www.gofundme.com\/f\/hurricane-relief-petersfield-bath-district-westmoreland\">Humanity Ova Vanity<\/a> in Westmoreland.<\/p>\n<p>Wer einen Einblick in die Hilfsaktionen vor Ort bekommen m\u00f6chte, kann bei der Deutsch-Jamaikanischen Gesellschaft<a href=\"https:\/\/www.deutsch-jamaikanische-gesellschaft.de\/hurricane-melissa\/spendenverwendung\"> Berichte vom Einsatz vor Ort<\/a> nachlesen oder bei den Intiativen auf Instagram nachschauen (unter dem Namen der Intiative oder der im Bericht genannten Personen).<\/p>\n<h3>Und mal wieder eine Musikempfehlung aus Jamaika<\/h3>\n<p>Ich danke euch f\u00fcr eure Unterst\u00fctzung und gebe euch gerne noch drei Songs mit, als Abwechslung zu Last Christmas &amp; co \ud83d\ude09<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sJ3iuEhuQ1k&amp;list=RDsJ3iuEhuQ1k&amp;start_radio=1\">Hurrican Hattie<\/a> von Jimmy Cliff, der leider vor wenigen Wochen verstorben ist. Eine absolute Legende auf Jamaika und Ikone f\u00fcr den Reggae weltweit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_TgJQyEhA7Y&amp;list=RD_TgJQyEhA7Y&amp;start_radio=1\">Wild Gilbert<\/a> von Lloyd Lovindeer, seit den 70ern Dance Hall DJ aus Kingston.<\/p>\n<p>Beide Songs berichten von Hurricans auf Jamaika 1961 (Hurrican Hattie) und 1988 (Hurrican Gilbert)<\/p>\n<p>Und dann noch &#8222;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OEqDbDdYzg4&amp;list=RDOEqDbDdYzg4&amp;start_radio=1\">We\u00b4re gonna make it<\/a>&#8220; von Max Romeo, der leider auch im April diesen Jahres gestorben ist. Auch er, eine absolute Reggae-Legende mit ber\u00fchrenden (auch politischen) Texten und gro\u00dfartiger Musik. Ihn durfte ich im Februar noch h\u00f6ren. Sein Song trifft die Mentalit\u00e4t vor Ort und den Umgang mit t\u00e4glichen Herausforderungen.<\/p>\n<p>Jamaika ist ein starkes Land mit unglaublichen Menschen und wird durch diese schwieirgen Zeiten kommen. Spenden sind dabei eine gro\u00dfe Hilfe!<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcrs Lesen und allen eine sch\u00f6ne, besinnliche Adventszeit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rise Up Jamaica Wie ihr bestimmt mitbekommen habt, hat Ende Oktober Hurrican Melissa in der Karibik gew\u00fctet. Mit der Katgorie 5 war er der st\u00e4rkste, je regestrierteste Tropensturm, der Jamaika jemals erreicht hat. Hurrican Melissa &#8211; ein Versuch der Beschreibung Insbesondere den Westen der Insel hat es verherrend getroffen. 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