{"id":163,"date":"2013-05-03T17:45:33","date_gmt":"2013-05-03T15:45:33","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/?p=163"},"modified":"2013-05-06T20:56:30","modified_gmt":"2013-05-06T18:56:30","slug":"fenghua","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/2013\/05\/03\/fenghua\/","title":{"rendered":"Fenghua"},"content":{"rendered":"<p>Am 31. Oktober 1887 k\u00e4mpften in dem kleinen Ort Xikou im Landkreis Fenghua ein Tiger und ein Schlange miteinander. Die Dorfbewohner schauten gespannt zu und es sprach sich schnell herum, dass diese Tiere gegeneinander k\u00e4mpften, denn so etwas war sehr selten. Es war ein besonderer Tag, der Tag an dem Chang-Kai Shek in Xikou geboren wurde. Und der Kampf der beiden Tiere sollte eine besondere Bedeutung f\u00fcr sein ganzes Leben haben. Denn wenn so ein Kampf am Tag einer Geburt entsteht wird einmal etwas ganz besonderes aus dem Kind werden. Sp\u00e4ter sagte man sogar die beiden Tiere standen f\u00fcr Japan und China und der Kampf f\u00fcr den Krieg der beiden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eAchwas und welches Tier hat gewonnen?\u201c, fragte ich Vanilla. \u201eWei\u00dft du Janna\u201c, sagte sie, \u201e fr\u00fcher, wenn eine Person in China sehr ber\u00fchmt wurde, hat man sich immer eine Geschichte ausgedacht, was bei der Geburt fantastisches passiert ist&#8230;aber heute wei\u00df doch keiner mehr ob das wirklich stimmt und wer gewonnen hat.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-166\" alt=\"DSCN0474\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/files\/2013\/05\/DSCN0474-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/files\/2013\/05\/DSCN0474-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/files\/2013\/05\/DSCN0474.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Wir gingen also weiter durch das von Bergen umschlossene, recht idyllische aber doch von Touristen \u00fcberstr\u00f6mte Dorf, dass am Fluss Shanxi liegt. Der Name Fenghua bedeutet deswegen auch Mund des Gebirgsbaches.<\/p>\n<p>Zusammen mit dem franz\u00f6sischen Chinesischlehrer und ein paar anderen Lehrern der Schule wanderten wir auf den Spuren Chiang-Kai Shek.<\/p>\n<p>Chiang- Kai Shek war ein chinesischer Politiker, Milit\u00e4r und Diktator, der sp\u00e4ter nach Taiwan fl\u00fcchtete und dort Pr\u00e4sident wurde. \u00dcber ihn habe ich an diesem Wochenende allerdings haupts\u00e4chlich nur pers\u00f6nliche Geschichten erfahren.<\/p>\n<p>Wie viele \u201ehistorische\u201c Geb\u00e4ude, die ich bisher hier kennengelernt habe, so auch die Domizile Chiang- Kai Sheks,sind nicht \u00e4lter als 15 Jahre. Urspr\u00fcnglich bei \u00dcbergriffen Japans zerbombt, wurden seine Wohnungen als Touristenattraktion wieder aufgebaut. Schon in den 80er Jahren begann man mit ersten Aufbauarbeiten, da der Ort f\u00fcr taiwanesische Anh\u00e4nger Chang-Kai Sheks zu einer Pilgerst\u00e4tte wurde. F\u00fcr diese war es n\u00e4mlich erst wieder in den 80ern erlaubt worden in das Chinesische Festland einzureisen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/files\/2013\/05\/DSCN0450.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-165\" alt=\"DSCN0450\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/files\/2013\/05\/DSCN0450-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/files\/2013\/05\/DSCN0450-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/files\/2013\/05\/DSCN0450.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um den Rundgang durch das Dorf zu beginnen geht man ersteinmal durch das Wuling- Tor.<\/p>\n<p>Zuerst gingen wir in den Salzladen, in dem Chang- Kai Shek geboren wurde.Seine Eltern waren Salzh\u00e4ndler und hatten daher ein hohes Ansehen in der Region.<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/files\/2013\/05\/DSCN0473.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-164\" alt=\"DSCN0473\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/files\/2013\/05\/DSCN0473-300x400.jpg\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/files\/2013\/05\/DSCN0473-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/jannainningbo\/files\/2013\/05\/DSCN0473.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit 14 wurde er verheiratet. Seine Frau wurde von seiner Mutter unter anderem nach dem Kriterium ausgesucht, dass sie nur halb abgebundene F\u00fc\u00dfe hatte, und damit eine Bessere Arbeitskraft w\u00e4re. Auch seine Mutter hatte abgebundene F\u00fc\u00dfe, da Kleine F\u00fc\u00dfe fr\u00fcher als Sch\u00f6hnheitsideal galten. Die Treppe zu ihrem Gemach ist daher besonders schmal und mit nur sehr kleinen Abs\u00e4tzen gebaut, da sie sich an beiden Seiten der Treppe festhalten musste um \u00fcberhaupt hinaufsteigen zu k\u00f6nnen. Den ganzen Tag \u00fcber erfuhren wir also viele sehr pers\u00f6nliche Dinge aus dem Leben dieses Mannes. Der franz\u00f6sische Lehrer gab dann irgendwann einmal zu bedenken, dass dieser Mann ja auch etliche Gr\u00e4ueltaten begangen hat, Kriege, Folter und vieles mehr. Aber das schien die anderen Touristen eher wenig zu interessieren. Dar\u00fcber erfuhren wir von unserer Reisegruppenleiterin auch eher wenig, zumindest \u00fcbersetzte Vanilla mir zu diesen Themen kaum etwas. Schon befremdlich und auch fragw\u00fcrdig, warum dieser Ort so wie er uns dargestellt wurde heute eine Touristenattraktion darstellt. Zum einen weil Chiang Kai Shek in China wohl nicht immer ein gro\u00dfes Ansehen hatte, zum anderen eben wegen seiner Politik und Waffengewalt. Was ich mich eigentlich bei dem Schreiben des Artikels frage ist: W\u00fcrde in Deutschland jemand\u00a0 ein Museum besuchen, in dem ,um es \u00fcberspitz zu sagen, ein Diktator dargestellt w\u00fcrde, wie er seine Mutter umarmt und seine Butter aufs Brot schmiert und wie er eben so seinen Alltag begangen hat. Oder w\u00fcrden die Leute sich dann doch emp\u00f6ren wenn man nur das in dem Museum erfahren w\u00fcrde und der Rest einfach mal unter den Tisch f\u00e4llt. Dann stellt sich aber auch die Frage wie viele Menschen sich vielleicht auch in China dar\u00fcber emp\u00f6rt haben, von denen ich einfach nur nichts mitbekam. Auf Taiwan beispielsweise setzte man sich in den letzten Jahren kritisch mit seiner Person auseinander. Der Flughafen, der einst nach ihm benannt war, wurde umbenannt und auch Statuen wurden abgerissen\u00a0 Dazu kommt noch, dass ich ja schlie\u00dflich nicht als grade mal 24 j\u00e4hrige Kulturweitfreiwillige daherkommen kann und will , die sich \u00fcber die Geschichtsdarstellung beklagt und dann auch noch sagt also der Chinese an sich der findet das so ok wie es gezeigt wurde. Also\u00a0 ein ganz schwieriges Thema. Das wie ich finde trotzdem so wichtig ist, dass es hier einen Platz finden soll und dennoch zu keinem eindeutigen Schlusswort kommt oder auch kommen kann.<\/p>\n<p>Aber vielleicht k\u00f6nnt ihr ja ein gelungenes Schlusswort zu dem Thema finden oder habt eigene Ideen wie man ein solches Thema reflektiert darstellen kann. Die B\u00fchne steht euch frei, Diskussionen sind erw\u00fcnscht !<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 31. 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