{"id":895,"date":"2016-04-16T19:15:55","date_gmt":"2016-04-16T22:15:55","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/?p=895"},"modified":"2016-04-16T19:16:14","modified_gmt":"2016-04-16T22:16:14","slug":"stell-dir-vor-es-ist-hochwasser-und-keinen-kuemmerts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2016\/04\/16\/stell-dir-vor-es-ist-hochwasser-und-keinen-kuemmerts\/","title":{"rendered":"Stell dir vor, es ist Hochwasser und keinen k\u00fcmmert&#8217;s"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Zuerst einmal die obligatorische Entwarnung an alle, die\u2019s interessiert: ja, das Wasser steht hoch an meinem Einsatzort Nueva Helvecia, aber bis zum Haus meiner Gastfamilie reicht es nicht. Es ist auch unwahrscheinlich, dass es jemals bis dorthin steigen wird. Wir sind nicht betroffen, davon einmal abgesehen, dass uns der staatliche Wasserversorger Uruguays OSE das Wasser abgestellt hat. Was f\u00fcr eine Ironie: anderswo haben sie zu viel Wasser, und wir haben gar keins mehr. Anderswo sieht das aber anders aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2016\/04\/16\/stell-dir-vor-es-ist-hochwasser-und-keinen-kuemmerts\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach zwei Tagen schweren Gewitters und anhaltenden Dauerregens stehen einzelne Randbezirke Nueva Helvecias unter Wasser. Um die Stadt herum hat sich ein riesengro\u00dfer See gebildet, und einige H\u00e4user sind \u00fcberschwemmt. Ich bin mit meiner Gastmutter losgefahren, um mir das anzuschauen. Das ist nat\u00fcrlich Voyeurismus und alles, aber was ich gesehen habe, wirft in mir den Eindruck auf: es k\u00fcmmert sich keiner. Wenn ich an die Bilder zur\u00fcckdenke, die vor wenigen Jahren von dem \u201eJahrhunderthochwasser\u201c (da war das Jahrhundert noch keine zwei Jahrzehnte alt) zum Beispiel aus Passau \u00fcber die Fernsehbildschirme der Bundesrepublik zogen \u2013 ein Gewusel, ein Geschaffe, aus Polizei, Feuerwehr, THW, Sands\u00e4cken, Fernsehkameras und Politikern im unverhofften Wahlkampfschub davor. Hier: nichts. Stell dir vor, es ist Hochwasser und keinen k\u00fcmmert\u2019s. Mehrere Stra\u00dfen sind abgeschnitten, die Departamentohauptstadt Colonia ist f\u00fcr uns seit gestern nicht mehr erreichbar. Und scheinbar interessiert&#8217;s niemanden. Ich habe ja schon mehrmals \u00fcber die Mate-Mentalit\u00e4t der Uruguayos geschrieben, diese konsequente Gelassenheit, aber wenn das eigene Haus unter Wasser steht, dann wird man sich doch mal ein bisschen aufregen??! Stattdessen sind wir durch einen engen Stra\u00dfenzug gefahren. Links stand das Wasser, mehrere H\u00e4user \u00fcberschwemmt, die Stra\u00dfe aber noch trocken. Rechts davon sa\u00dfen die Bewohner mit ihrem Mate vor den Haust\u00fcren, als wenn nichts w\u00e4re, dabei hie\u00df es doch, dass es noch bis Dienstag so weiterregnen soll. Ihre H\u00e4user sind die ersten, die dann betroffen w\u00e4ren. K\u00f6nnte man da nicht vielleicht ein paar Sands\u00e4cke aufstellen, Mauern bauen, irgendetwas tun?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vielleicht stimmt das alles gar nicht. Das ist alles nur der subjektive, kurze, beschr\u00e4nkte Eindruck eines Au\u00dfenstehenden. Ich bin ja nur kurz im Auto durch die betroffenen Stadtteile gefahren. Ich habe nicht geh\u00f6rt, was die Leute miteinander bereden und auch nicht mit ihnen gesprochen. Mit meiner Gastmutter schon. Wer zahlt denn den Schaden?, frage ich. Wer k\u00fcmmert sich darum? Haben die Leute eine Versicherung? H\u00f6chstwahrscheinlich nein, meint sie. Und der Staat wird ihnen auch nicht helfen, denn auf den Staat ist hier kein Verlass. <em>Hay que hacer algo, hay que hacer algo<\/em>, man muss etwas tun, man muss etwas tun, sage ich die ganze Zeit zu meiner Gastmutter, doch sie sch\u00fcttelt nur den Kopf. Sie versteht mich absolut nicht. Was soll man denn schon gro\u00df tun? Die Leute werden abwarten, bis das Wasser wieder sinkt. Und dann ihre H\u00e4user wieder aufbauen. Wie und mit welchem Geld, das wei\u00df sie nicht, und das ist ihr auch egal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Stell dir vor, es ist Hochwasser und keinen k\u00fcmmert\u2019s.<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-895 gallery-columns-2 gallery-size-medium'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/cam03066\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03066-300x225.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03066-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03066-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03066-750x563.jpg 750w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03066.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/cam03064\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03064-300x225.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03064-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03064-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03064-750x563.jpg 750w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03064.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/cam03059\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03059-300x225.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03059-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03059-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03059-750x563.jpg 750w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03059.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/cam03048\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03048-300x225.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03048-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03048-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03048-750x563.jpg 750w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03048.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/cam03042\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03042-300x225.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03042-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03042-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03042-750x563.jpg 750w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/CAM03042.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl>\n\t\t\t<br style='clear: both' \/>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuerst einmal die obligatorische Entwarnung an alle, die\u2019s interessiert: ja, das Wasser steht hoch an meinem Einsatzort Nueva Helvecia, aber bis zum Haus meiner Gastfamilie reicht es nicht. 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