{"id":394,"date":"2015-12-26T21:43:45","date_gmt":"2015-12-27T00:43:45","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/?p=394"},"modified":"2016-03-17T13:47:50","modified_gmt":"2016-03-17T16:47:50","slug":"ein-weihnachtswunder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2015\/12\/26\/ein-weihnachtswunder\/","title":{"rendered":"Ein Weihnachtswunder"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Eigentlich wollte ich auf diesem Blog gar nichts zum Thema Weihnachten schreiben. Erstens machen das die anderen Freiwilligen schon zu gen\u00fcge und zweitens passt es nicht zum Konzept meines Blogs. Ja, alle die meinen Blog in letzter Zeit etwas aufmerksamer verfolgt haben: ich habe hier etwas aufger\u00e4umt; dieser Blog hat tats\u00e4chlich ein Konzept. Nachdem nun aber seit Tagen sich mein E-Mail-Konto massenhaft mit der gleichen Frage (\u201eWie feiert man in Uruguay denn Weihnachten?\u201c) f\u00fcllt, muss ich mich, um die Daheimgebliebenen zu beruhigen, wohl doch noch dazu \u00e4u\u00dfern. Ich verspreche: einen Open-Air-Gottesdienst, ein Plastikh\u00fchnchen, Feuerwerk an Weihnachten und ein kleines Weihnachtswunder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2015\/12\/26\/ein-weihnachtswunder\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch zuerst einmal erfolgt gerade bei diesem Thema, Weihnachten, noch mal der Hinweis auf die Single-Story-Thematik: die Frage, wie \u201eman\u201c \u201ehier\u201c denn Weihnachten feiere, ist nat\u00fcrlich falsch gestellt. Ich kann nur berichten, wie ich in meiner Gastfamilie Weihnachten gefeiert habe. Schon ein Haus weiter kann das ganz anders sein.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">23. Dezember<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich hatte es bisher nicht f\u00fcr notwendig gehalten, das zu erw\u00e4hnen, aber ich gehe hier vor Ort in eine baptistische Gemeinde. In Deutschland ging ich in eine Freievangelische Gemeinde (FeG), hier vor Ort hatte mich meine allererste Kontaktperson in diese eingeladen. Nun h\u00e4ngt dem gesamten evangelikal-freikirchlichen Spektrum ja leider das Schlagwort \u201eSekte\u201c an, auch meine Gastmutter beging diesen Fehler, aber wie so oft handelt es sich dabei um ein Vorurteil. Freikirchen sind einfach Kirchen, die sich weder dem Primat des Bischofs von Rom unterordnen m\u00f6chten noch sich in den landeskirchlichen Strukturen der lutherischen Kirchen zu Hause f\u00fchlen. Sie sind einfach <em>frei<\/em>, wie der Name schon sagt, zu tun, was sie wollen. In diesem Falle, um am Vorabend des Heiligen Abends einen Open-Air-Gottesdienst auf der zentralen Plaza de los Fundadores zu veranstalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als mehr oder weniger offizielles Mitglied der Jugendgruppe dieser Gemeinde war ich nat\u00fcrlich auch eingeladen, an diesem besonderen Gottesdienst aktiv teilzunehmen. Dieser Jugendgruppe verdanke ich sehr viel, denn sie hat mich, den fremden Deutschen, mit offenen Armen aufgenommen und mir eine gleiche neue Heimat geboten, wie ich sie aus meiner Jugendgruppe in Deutschland kannte \u2013 sch\u00f6ne Gr\u00fc\u00dfe an beide an dieser Stelle, auch wenn erstere diesen Text mangels Deutschkenntnissen nie wird lesen k\u00f6nnen. Meine Mitarbeit bestand also aus dem Jugendchor, der <em>Angeles cantando est\u00e1n<\/em>, also \u201eGloria in excelsis deo\u201c auf Spanisch sang und <em>Entrego Todo<\/em>, ein modernes Kirchenlied des mir nicht n\u00e4her bekannten Evan Craft. Den Text von <em>Angeles cantando est\u00e1n<\/em> kann ich mittlerweile nach all den Proben auswendig, das habe ich mit dem deutschen Text nie geschafft. Dazu hatte mich der Pastor noch gefragt, ob ich einen Bibelvers, Johannes 3,16, auf Deutsch und auf Franz\u00f6sisch lesen wolle. Seine Idee war eigentlich ganz nett: Nueva Helvecia als eine Kolonie, die von europ\u00e4ischen Einwanderern gegr\u00fcndet wurde, die mehrere europ\u00e4ische Sprachen sprachen und auf dessen gro\u00dfen Platz an der Reloj de Flores die Flaggen von Deutschland, Frankreich, der Schweiz und \u00d6sterreichs h\u00e4ngen, sollte die Weihnachtsbotschaft auch in den Sprachen der Vorfahren verk\u00fcndet bekommen. Neben Deutsch und Franz\u00f6sisch taten sich noch weitere Gemeindemitglieder auf, die mit ihren Englisch-, Italienisch- und Portugiesischkenntnissen zu einer wirklich internationalen Weihnacht beitrugen. Zur Kr\u00f6nung dann nat\u00fcrlich noch das obligatorische Krippenspiel der Kinder, wobei hier der Traum Josefs (Mt 1,19-25) interessanterweise ebenfalls mit dabei war, den ich sonst aus deutschen Krippenspielen nicht kenne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, deswegen hier ein Paar farbige Eindr\u00fccke unseres Gottesdienstes unter der \u00dcberschrift dieses multilingualen Bibelverses:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Joh 3,16 (Einheits\u00fcbersetzung)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-394 gallery-columns-2 gallery-size-medium'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/img_7546\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7546-300x225.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7546-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7546.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/img_7548\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7548-300x225.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7548-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7548.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p style=\"text-align: justify\">Am Ende der Veranstaltung kam ich noch mit einer Jugendlichen ins Gespr\u00e4ch. Wir kamen irgendwie auf die Idee, sie, die kein Deutsch konnte, einen Text auf Deutsch vorlesen zu lassen, um zu sehen, wie sie ihn aussprechen w\u00fcrde. Der einzige Text, der auf die Schnelle zur Verf\u00fcgung stand, war meine Bibel, und so las sie Gen 1,1: \u201eAm Anfang schuf Gott Himmel und Erde\u2026\u201c. Nun sind sich Deutsch und Spanisch in der Aussprache eigentlich bis auf wenige Ausnahmen recht \u00e4hnlich, der gr\u00f6\u00dfere Unterschied liegt in der Sprachmelodie und in der unterschiedlichen Betonung der Silben. Tats\u00e4chlich schaffte sie es, die W\u00f6rter recht gut auszusprechen \u2013 meinte jedoch aus einem recht nationalen Klischee heraus, diesen Worten eine besondere Betonung mitzugeben: milit\u00e4risch, abgehakt, wie zu Hitlers Zeiten: \u201eAm!-Anfang!-Schuf!-Gott!-Himmel!-Und!-Erde!\u201c. Ich fragte sie, was das solle, und sie meinte, die Deutschen spr\u00e4chen doch alle so? Das sei doch die normale deutsche Aussprache? Ich kl\u00e4rte sie auf: nein, mitnichten, wenn ich deutsch spreche, spreche ich auch ganz normal \u2013 mit einer anderen Sprachmelodie als im Spanischen zwar, aber ganz normal.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">24. Dezember<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Als ich am 24. morgens meine Gastmutter nach dem Aufstehen mit einem fr\u00f6hlichen \u00a1Feliz Navidad! begr\u00fc\u00dfte, schlug mir Verwunderung entgegen. Warum das denn? Es ist doch noch gar nicht Weihnachten! In Uruguay spielt tats\u00e4chlich der 25. Dezember die gr\u00f6\u00dfere Rolle. Im Wandkalender an der K\u00fcche ist auch nur dieser Tag als Feiertag rot markiert. Dementsprechend begannen die eigentlichen Feierlichkeiten erst sp\u00e4t abends, als die zahlreichen Verwandten und Bekannten zum traditionellen <em>asado<\/em>, also zum Grillen, eintrudelten.<\/p>\n<div id=\"attachment_391\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7563.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-391\" class=\"size-full wp-image-391\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7563.jpg\" alt=\"Vorher...\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7563.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7563-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-391\" class=\"wp-caption-text\">Vorher&#8230;<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_392\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7568.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-392\" class=\"size-full wp-image-392\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7568.jpg\" alt=\"...w\u00e4hrenddessen...\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7568.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7568-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-392\" class=\"wp-caption-text\">&#8230;w\u00e4hrenddessen&#8230;<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_393\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7593.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-393\" class=\"size-full wp-image-393\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7593.jpg\" alt=\"...und danach.\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7593.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2015\/12\/IMG_7593-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-393\" class=\"wp-caption-text\">&#8230;und danach.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Hier ist es also, das\u00a0in Deutschland lang erhoffte Foto meines Heiligabendessens: Schweinebraten mit Frankfurtern und Paprika gef\u00fcllt, dazu Reissalat und als Nachtisch Eis mit Obstsalat. Die Plastikt\u00fcte neben dem H\u00e4hnchen auf dem ersten Foto wurde vor Anz\u00fcnden des Grills \u00fcbrigens <em>nicht<\/em> entfernt. Warum denn auch. Plastik brennt doch so gut. Im Laufe des Abends wurden im selben Feuer auch noch Chipst\u00fcten und alle weiteren Plastikabf\u00e4lle fachgerecht entsorgt. In meiner Gastfamilie ist das so \u00fcblich. Als ich meine Gastmutter einmal darauf ansprach und nach dem Grund fragte, antwortete sie mir, dass es, da es in Uruguay kein Recyclingsystem gebe, doch egal sei, ob sie ihren Plastikabfall zu Hause verbrennen oder f\u00fcr teures Geld in eine M\u00fcllverbrennungsanlage transportieren lasse. So einfach ist das. Das Plastikh\u00fchnchen war dementsprechend vielleicht nicht ganz so gesundheitlich unbedenklich, aber ich hab\u2019s trotzdem gegessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein uruguayisches Asado zuzubereiten kann sehr, sehr lange dauern. W\u00e4hrend wir also warteten, genossen wir \u2013 das Feuerwerk. Tats\u00e4chlich, in Uruguay gibt\u2019s an Heiligabend schon Feuerwerk. Der H\u00f6hepunkt war wie an Sylvester um null Uhr Mitternacht, als sich alle unter den \u00fcblichen Knallger\u00e4uschen in die Arme fielen und nun, endlich, sich Frohe Weihnachten w\u00fcnschten. Um Mitternacht und nicht kurz nach dem Aufstehen am 24. morgens.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">25. Dezember<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Der 25. Dezember ist, wie gesagt, der wichtigere Tag. Vor allem, weil es dann Geschenke gibt. Zuerst nat\u00fcrlich noch mal zum Weihnachtsmahl zur Gro\u00dfmutter, kaltes Buffet aus diversen landestypischen K\u00f6stlichkeiten, deren Aufz\u00e4hlung ich mir jetzt spare, und dann Bescherung. Ich hatte lange \u00fcberlegt, was ich meinem elf Jahre alten Gastbruder schenken soll. Erwartet wurde von mir eigentlich nichts, denn er sei, wie mir mitgeteilt wurde, aus dem Geschenkealter bereits heraus (Geschenke bekommen nur kleine Kinder) und mit seiner bereits eine Woche zuvor ohne jede \u00dcberraschung angelieferten Playstation 4 bestens versorgt. Diese Playstation beziehungsweise ihr Vorg\u00e4ngermodell ist aber auch der Grund daf\u00fcr, warum ich bisher keinen Zugang zu meinem Gastbruder gefunden habe, aufgrund seiner Angewohnheit, beinahe rund um die Uhr Playstation zu zocken. Daf\u00fcr hat er sogar ein paar Mal die Schule geschw\u00e4nzt, mit allen damit einhergehenden interfamili\u00e4ren Problemen. Damit kann ich nat\u00fcrlich wenig anfangen. Ich erinnere mich aber an die spielverr\u00fcckte Familie meines Patenonkels, in denen Dinge wie UNO und Monopoly zum Alltag geh\u00f6rten. Da ich wei\u00df, dass mein Bog auch im Schwarzwald gelesen wird, sch\u00f6ne Gr\u00fc\u00dfe an dieser Stelle. Kurz entschlossen kaufte ich also ein Spiel namens <em>deuda eterna<\/em>, \u201eewige Verschuldung\u201c in der <em>papeler\u00eda<\/em> nebenan, die sowieso schon genug Geld mit mir verdient hat, weil ich dort den ganzen kulturweit-Kostenerstattungspapierkram und haufenweise F\u00e4hrtickets (die sind leider in doppelter Ausf\u00fchrung, einmal f\u00fcr den Reisenden und einmal f\u00fcr die Grenzbeamten) ausdrucken musste. Das Spiel selbst funktioniert \u00e4hnlich wie Monopoly und ist, wie der Name schon sagt, eine Satire auf die weltweite Ungerechtigkeit zwischen den Industriel\u00e4ndern und dem globalen S\u00fcden, der wegen Dauerschulden bei den Erstgenannten nie vorw\u00e4rtskommt. Klassische Dependenztheorie, eines kulturweiters w\u00fcrdig und auf dem Vorbereitungsseminar sicher hei\u00df geliebt, man denke nur an unsere Werwolf-Eigenkreation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Genug der Insiderscherze, ich habe schlie\u00dflich noch mehr Leser als nur die kulturweit-Freiwilligen (hoffe ich). Ich verschenke also dieses Spiel, und siehe da: mein Gastbruder, er spielt. Und l\u00e4chelt. Und lacht. Und will gar nicht mehr aufh\u00f6ren. Mein Plan, mein p\u00e4dagogisches Geschenk (bin ja schlie\u00dflich als Lehrer hier), ist auf ganzer Linie aufgegangen. Am Ende bringe ich den beiden, Gastbruder und \u2013Mutter, noch UNO nach den verr\u00fcckten Regeln meines Onkels bei. Wir spielen bis nach Mitternacht, bis wir m\u00fcde sind. Ein Weihnachtswunder. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann spielen sie noch heute.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich auf diesem Blog gar nichts zum Thema Weihnachten schreiben. 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